Tomatenpaste ist etwas wahnsinnig Leckeres – das auch ganz fix selbstgemacht ist. In den Supermarktregalen stapeln sich mittlerweile die veganen und vegetarischen Aufstriche. Man weiß gar nicht, welche der vielen Sorten man als Erste ausprobieren soll – den Möhren-Paprika-Aufstrich mit Sonnenblumencrunch oder doch lieber Meerrettich-Rote-Rübe?

Eines sei vorweggeschickt: Wir hier im Hause Grünzeug lieben unser Brot trocken. Ja, kein Witz! Das kommt aber unter anderem nicht nur daher, dass wir uns langsam, aber sicher, den Konsum von Extra-Aufstrich abgewöhnt haben (mittlerweile kann ich mir die typisch deutsche Stulle zum Frühstück gar nicht mehr vorstellen und finde den Gedanken ehrlich gesagt etwas befremdlich), sondern hängt auch stark damit zusammen, wie unser Brot beschaffen ist.

Denn ihr wisst sicher: Ich backe seit Jahren mein Brot ausschließlich selbst. Das hat nicht nur den schönen und praktischen Vorteil, dass ich ganz genau weiß, was drin ist, sondern auch den weiteren, dass ich Feuchtigkeitsgrad und Konsistenz ebenfalls in der Hand habe. Daher mache ich meine Brote sehr gerne nicht nur sehr reichhaltig, sondern konzipiere sie auch so, dass man in der Regel für einen vollmundigen Genuss keinen extra Aufstrich benötigt. Das Haferbrot beispielsweise kommt perfekt ohne jeden Zusatz aus und macht trotzdem (oder gerade deshalb) süchtig.

Trotzdem möchten wir manchmal – und sei es auch nur für die manchmal wirklich obligatorische Mezze oder einen leckeren Brunch am Sonntagmittag – doch einen Aufstrich parat haben.

Dann muss es naturgemäß nicht nur schnell gehen, sondern auch narrensicher sein und möglichst allen – auch eventuell den mäkeligsten Gästen – gut schmecken. Da wir Tomaten und alles, was daraus besteht, lieben und wir glücklicherweise dasselbe von allen lieben Menschen sagen können, die wir kennen, ist diese Tomatenpaste hier eines meiner absoluten Geling-Garanten für einen leckeren und schnell gemachten Aufstrich.

Rezept für 2 kleine Gläser

Zutaten

  • 40-45 getrocknete Tomaten in Öl
  • 2 EL Tomatenmark
  • 3 EL Wasser
  • 2 Prisen Salz und Pfeffer

Zubereitung

  • Gebt die getrockneten Tomaten in ein Sieb und lasst sie gut abtropfen, damit möglichst viel von dem Öl nicht den Weg in euren Aufstrich findet – dieser wird sonst doch ein wenig arg schwer. Spült die Tomaten aber bitte nicht unter Wasser ab!
  • Gebt nun alle Zutaten in den Mixer und püriert sie zu einer sämigen, streichfähigen Masse. Je nachdem, wie ihr die Konsistenz wünscht, mixt ihr ein bisschen kürzer oder länger (wir lieben es mit ein paar Tomatenstücken darin und mixen daher nicht ganz so lang).
  • Am besten schmeckt der Aufstrich, wenn er vor Genuss doch noch einige Stunden im Kühlschrank durchziehen darf – aber er ist auch direkt nach dem Mixen bereits verzehrfertig.

Tomatenpaste

Ich liebe es, wenn gute Dinge so einfach herzustellen sind.

Es gibt zwei Gründe, weshalb wir um gekaufte Aufstriche einen Bogen machen: Zum einen sind sie, die sich so lecker-gesund anhören, in der Regel vollgestopft mit Emulgatoren, Sonnenblumenkernen (und damit jeder Menge Fett), Zucker, Geschmacksverstärkern und so weiter. Denn leider haben nicht nur gute, ehrliche und auf Nachhaltigkeit bedachte Betriebe den Markt der vegetarisch-veganen Aufstriche für sich entdeckt – ähnlich wie das beispielsweise auch bei Käseersatzprodukten oder Fleischimitaten der Fall ist, drängen sich auch immer mehr Firmen auf den Markt, die nur das schnelle Geld machen möchten und denen die Gesundheit der Konsument*innen alles andere als wichtig ist. Dementsprechend werden dann auch die Produkte designed.

Auf der anderen Seite bedeutet jeder Kauf von einem abgepackten Aufstrich – wenn er nicht gerade in einem verpackungsfreien Supermarkt geschieht – in der Regel anfallenden Plastikmüll. Glücklicherweise gibt es auch Anbieter, die ihre Ware in wiederverwendbaren Gläschen anbieten, in denen ihr dann später eure eigenen Aufstriche füllen könnt – zum Beispiel diese Tomatenpaste hier.

Abgesehen von diesen beiden Argumenten: Selbstgemacht schmeckt es doch immer noch am besten, oder?

Diese Tomatenpaste schmeckt übrigens ganz hervorragend zum selbstgemachten Pesto-Kranz (auch wenn dieser nicht unbedingt einen eigenen Aufstrich braucht – falls ihr aber doch etwas dazu reichen möchtet, beitet dieser hier sich an wie kein zweiter).

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

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