Es ist ein Buch, auf das ich lange gewartet habe: Eine Einführung in den Minimalismus. Wunderschön aufgemacht, mit vielen tollen Bildern zum Inspirieren – und doch mindestens genauso viel gut geschriebenem, gehaltvollem Input. Lina Jachmann hat uns mit Einfach leben nun genau das geliefert.

Einmal aussteigen, bitte!

Herr Schaffner, ich würde genre raus hier. Runter vom Konsumkarrussel, raus aus dem Produktedschungel, weg von der Kapitalismusautobahn. Ganz schnell, wenn’s geht. Und am besten für immer.

Hätte ich meine Gedanken, wie sie mir spätestens seit dem alles verändernden Vortrag von Bea Johnson herself in meinem Oberstübchen herumwirbelten, nur halbwegs in Worte fassen können, bevor ich mit der Ausmist-Aktion (die übrigens immer noch andauert) begann – ich glaube, sie hätten ungefähr so gelautet.

Und genau das ist auch der Tenor, der sich durch Einfach leben zieht. Lauter Menschen summen ihn im Chor. Raus, raus, raus hier, wispert es uns von jeder Seite entgegen. Schau, wie schön es sein kann, das einfache Leben. Wie leicht es sich leben lässt, ohne den ganzen Ballast, den du jeden Tag mit dir herumschleppst.

Das Schöne dabei ist: Sie summen alle in unterschiedlicher Frequenz und mit einer anderen Tonlage.

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Einfach leben ist kein Buch, das dir ein Patentrezept für nachhaltiges und minimalistisches Leben ausstellt, das du nun nur noch 1:1 umzusetzen brauchst, damit die Sache für dich geritzt wäre. Schön wär’s, oder?

Wahrscheinlich nicht. Denn auch, wenn dich deine zwanzig Paar Schuhe mit unsichtbaren Augen zu verfolgen scheinen, du dich aber immer noch nicht zum Agieren überwinden konntest oder dir sehnlichst wünscht, dass doch bitte jemand anderes kommen und Ordnung in dein Leben bringen möge – so einfach ist das nicht.

Denn auf wenige Dinge trifft der Spruch “der Weg ist das Ziel” so punktgenau wie auf den Minimalismus. Wie fast nichts anderes stellt er im Wesentlichen eine Reise dar, deren Ziel oftmals nicht abzusehen und eigentlich auch gar nicht richtig definiert ist.

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Was ist Minimalismus?

Das Buch von Lina Jachmann gibt mindestens fünfzehn Antworten darauf: Minimalismus kann bereits die Bevorzugung einer spezifisch reduziert-gradlinigen Ästhetik sein. Oder die bewusste Auswahl von Neuanschaffungen.

Er kann aber auch über einzelne Merkmale, die eine Person auszeichnen können, hinaus gehen – und zum Lebensgefühl, zur Philosophie werden. Und genau darum geht es in Einfach leben.

Facettenreich und niemals langweilig: Einfach leben

Lina Jachmann nimmt uns mit auf eine Reise in die weite und gar nicht so schwarzweiße Landschaft des Minimalismus und stellt uns Menschen vor, die alle ihre ganz persönliche Antwort auf die Frage nach dem guten und einfachen Leben gefunden haben.

Vier große Kapitel (Wohnen, Mode, Körper, Lifestyle) unterteilen das Buch in grobe Segmente, die ihrerseits von kleinen und nicht im Inhaltsverzeichnis (das programmatisch minimalistisch gehalten ist) aufgeführt werden. So bleibt das Lesen spannend, weiß man doch nicht, was und wer einen erwartet auf den folgenden knapp 230 Seiten.

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  • Da sind Jenny und David, die den Blog Jenny Mustard betreiben und Neominimalismus praktizieren.
  • Da ist Joachim, der den extremen Minimalismus lebt und nur eine Hängematte in seiner Wohnung und insgesamt genau 50 Gegenstände besitzt.
  • Da sind Lea und Matthias, die eine große Wohnung und auch ein paar mehr Gegenstände haben, aber möglichst natürlich und nachhaltig leben möchten.
  • Da ist Daniel, der im Minimalismus die Möglichkeit gefunden hat, sich noch einmal komplett neu zu definieren und alle Altlasten über Bord zu werfen.
  • Da sind Marie und Gen, die ein bewusstes, von Offline-Zeiten geprägtes Leben führen.
  • Da ist Constantin, der die meiste Zeit des Jahres im Wohnwagen lebt.
  • Da ist Johanna, die es sich trotz Studentenbudget in ihrer Wohnung stilsicher und minimalistisch eingerichtet hat.

…und da sind noch viele, viele mehr inspirierende Menschen auf den Seiten von Einfach leben zu finden – unter anderem auch die fabelhaften Bloggerinnen der Fair Fashion Squat (zum Beispiel Justine und Alex oder Mia). Auch wandelnde Inspirationswunder wie Maddie von Dariadaria oder Melodie Michelberger werden proträtiert – wie leben sie, was macht für sie das einfache Leben aus?

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Und so unterschiedlich die jeweiligen Antworten doch ausfallen und so individuell das einfache Leben auch interpretiert werden kann – am Ende lassen sich einzelne Aspekte, die – wenn schon nicht eine Garantie, dann zumindest gute Ideen – zu einem leichteren und genussvolleren Leben in Zeiten des permanenten Überflusses (jedenfalls in diesem Land und zu dieser Zeit) führen können.

Einen wesentlichen Pfeiler bildet der Besitz. Beziehungsweise: der Nicht-Besitz. Und die Freude, die mit dem Weniger verbunden ist. Fast alle beschreiben das Loslassen von altem Gerümpel als Erleichterung, verbunden vor allem mit geistiger Klarheit.

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Dabei geht es nicht darum, eine vordefinierte Anzahl an Besitztümern auf Teufel komm’ raus zähneknirschend zu erreichen. Vielmehr darum, das eigene Wohlfühl-Besitzlevel kennenzulernen. Sich klarzumachen: Was macht mich eigentlich aus – was will ich? Und: Wer will ich sein?

DIY überall im Alltag

Auch das Selbstherstellen zieht sich – zurück-zu-den-Wurzeln-mäßig – durchs gesamte Buch: Wir lernen Rezepte für Peeling, Waschmittel (übrigens 1:1 dasselbe Rezept, das auch ich schon lange verwende – und ich liebe es!), schnelle und einfache One-Pot-Gerichte, für Deo und Marmelade kennen.

Aber was für mich am allerwichtigsten ist (und was Einfach leben am Ende auch zu so einer inspirierenden Lektüre werden lässt): Es werden durchweg glückliche Menschen porträtiert. Und es wird in einem absolut lockeren und undogmatischen Stil erzählt und geschrieben.

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Einfach leben – das ist kein gramverzerrtes Gesicht in ollen Jutesackklamotten, das dich an der Kasse abschätzend unter buschigen Augenbrauen mustert und in Birkenstocksandalen und Schweißduft gehüllt von dannen zieht (und mit dem man bitte nicht länger als nötig konfrontiert werden möchte).

Einfach leben – das ist modern, leicht (in jeder Perspektive), zukunftsweisend und nachhaltig. Lina Jachmann zeigt eine moderne Interpretation des grün-minimalistischen Lebensstils, der ohne Zwang, dafür aber mit viel Bodenständigkeit und Gelassenheit daherkommt.

Man hat beim Lesen und Betrachten der Bilder das starke Gefühl: Diese Menschen sind angekommen. Und man möchte es ihnen gene nachtun. Das ist es, was Einfach leben so wertvoll macht.

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Für Anfänger geeignet

Dabei schafft es die Autorin in Zusammenarbeit mit den vorgestellten Personen, dass man niemals den Eindruck hat, überfordert zu werden.

Es gibt zahlreiche praktische Tipps (Internetadressen, weiterführende Bücher) und viele kleine Anreize, in den Texten eingearbeitet und zum Nachdenken anregend. Wir bekommen nicht den Eindruck, dass von uns nun gleich alles auf einmal gewollt wird – sondern, dass es gar nicht so schwierig ist, einfach einmal anzufangen mit der Kreation des für uns idealen einfachen Lebens. Wie auch immer das am Ende aussehen wird.

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Fazit

Einfach leben ist das Buch nicht nur für Minimalismus-Begeisterte, sondern für alle, die sich fragen, wohin es eigentlich im Leben gehen soll. Und was die eigene, individuelle Antwort auf den Konsumwahnsinn sein soll – am Beispiel von Menschen, die sich bereits entschieden haben und am Beispiel von ganz einfach umsetzbaren Anleitungen zum Selbst-Ausprobieren.

Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, fühlte ich mich entspannt-inspiriert und hatte zugleich Lust darauf, mich weiterhin mit dem für mich perfekten einfachen Leben auseinanderzusetzen. Denn wir sind noch lange nicht am für uns richtigen Wohlfühl-Ziel angelangt.

Habt ihr das Buch bereits gelesen – oder kennt ihr andere inspirierende Minimalismus-Bücher?

Weitere Rezensionen zum Buch:

Transparenz: Für die Rezension wurde mir ein Exemplar vom Knesebeck-Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt allerdings frei.

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

KOMMENTARE

Liebe Jenni,

vielen Dank für den ausgewogenen und umfassenden Bericht – und natürlich für die Verlinkung!

Mir gefällt an Jachmanns Buch das Unaufgeregte, Positive. Minimalismus muss, wie Du so schön geschrieben hast, nicht in Sack und Tüten daherkommen. Nein, das Thema darf geradezu inspirierend, erfrischend, bereichernd sein. Denn Loslassen und Reduzieren bedeutet nicht zwangsweise Verzicht. Die Freiheit hinter diesem Lebensmodell entdeckt man oft erst auf den zweiten Blick. Eine menschenwürdige Grundsicherung natürlich vorausgesetzt.

Herzliche Grüße
M21

Hallo M21,
das hast du sehr schön zusammengefasst – dem kann ich nichts hinzufügen! 🙂
Danke dir für deinen lieben Kommentar – das mit dem Unaufgeregten und Positiven hast du treffend formuliert, denn das ist genau das, was mich ebenfalls so begeistert hat an dem Buch. Kein Dogma, kein Stress, kein Du-musst-aber-so-und-so-sein-sonst-gehörst-du-nicht-zum-Minimalisten-Klub-dazu. Das macht das Stöbern so inspirierend.

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,
erst mal lieben Dank fürs verlinken 🙂
du hast eine schöne Rezension geschrieben.
Was die Bilder der Wohnungen im Buch betrifft da war ich auch ein bissel,
hmm… traurig, weil es eben doch so nach Luxus Minimalismus überall
ausschaut. Und das kann wenn jemand anfangen möchte doch leicht frustierend
auf ihn wirken. Darum hab ich bei meinen beiden Artikeln zum Wohnzimmer und
zur Küche auch vorher Bilder gezeigt, damit eben jeder auch sehen kann das es auch
mit ganz wenig Mitteln möglich ist einen Raum minimalistisch zu gestalten. Auch das
es nicht notwendig ist alles Neu zu kaufen, denn das ist in meinen Augen nicht das
was den Minimalismus ausmacht.
Was ich persönlich sehr an dem Buch mag, sind die vielen Anlaufstellen die beschrieben
werden, da kann jeder fündig werden.

Liebe Grüße
Aurelia

Liebe Aurelia,

danke dir für deinen schönen Kommentar!
Das mit den Wohnungen und dem Luxus-Minimalismus ist natürlich eine Sache, die sehr an dem Buch auffällt – positiv wie negativ. Deine Art, das zu lösen, finde ich sehr kreativ und realistisch, das gefällt mir gut.
Die vielfältigen Adressen haben mir ebenfalls sehr zugesagt – es gibt wirklich für Jeden und Jede eine Spielart des Minimalismus, die vorgestellt wird und zu der man sich umfassender informieren kann, das ist einer der großen Pluspunkte des Buches. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Das Buch klingt richtig toll! Gerade stehe ich an so einem Punkt, wo ich mal wieder total überfordert fühle und bei Anschaffungen denke: “Muss das jetzt echt sein?” Danke für den Buchtipp! 🙂
Liebe Grüße
Melina

Liebe Melina,

das Buch ist auch wirklich eine ganz, ganz tolle Adresse, um Tipps in Sachen Nachhaltigkeit und Minimalismus zu bekommen!
Ich glaube, es würde dir sehr gefallen. 🙂

Sehr gerne – ich freue mich, wenn du etwas Inspiration mitnehmen kannst!

Liebe Grüße
Jenni

Meine Liebe,
nach langer Abstinenz bin ich auch endlich mal wieder hier und der erste Artikel, den ich nach langer Zeit von dir lese ist mal wieder einer, der mich innerlich zu dir rüber rufen lässt: “Leihst du mir das nächstes Mal, wenn wir uns sehen auch aus?”
Ich glaube, demnächst müssen wir uns mit Rollkoffern treffen. 😀
Das neue Design gefällt mir, wie bereits dezent angedeutet, wahnsinnig gut. Es macht richtig Spaß, zu stöbern (Und das werde ich jetzt auch weiterhin machen. Ich habe gehört, es wartet noch ein gewisser Reisebericht auf mich.) <3

Liebe Natalie,

hallo und herzlich Willkommen zurück, meine Liebe! Ich hatte dich schon vermisst. 😉
Das Buch bringe ich dir nachher mit – ich liebe es und bin mir sicher, du wirst es ebenso toll finden.

Ich freue mich auch total, dass dir das neue Design so gefällt – du weißt ja, es war eine Heidenarbeit und ich bin sehr froh, dass sie sich gelohnt hat. Ich fühle mich jetzt wieder wohl und habe in der Tat das Gefühl, die Seite lädt jetzt mehr zum Stöbern und Lesen ein als vorher. Das ist ein schönes Gefühl. 🙂

Liebste Grüße und bis nachher!
Jenni

Das Buch klingt wirklich interessant. Minimalismus ist ein Thema, was ich unglaublich interessant und wichtig finde. Dass das Buch einen nicht direkt “überfordert” finde ich sehr wichtig, weil ich oft das Gefühl hatte bei Minimalismus geht es direkt um 100%.

Liebste Grüße,
Alina von Selfboost

Liebe Alina,

dieses Buch mag ich auch wirklich sehr gern und ich freue mich, dass ich das rüberbringen konnte. Dass solche eigentlich sehr guten Ansätze wie Minimalismus, Veganismus und so weiter leider direkt so ein negatives Image aufgrund des vorgestellten 100%-Gedankens haben, finde ich sehr schade, ehrlich gesagt.
Denn es gibt so viele Facetten – und keine von ihnen ist besser oder schlechter als die andere. Nur eine andere Auslegung von sehr ähnlichen Gedanken – und ich denke, darauf kommt es letzten Endes an: um das, was dahintersteht und was die betreffenden Personen eigentlich versuchen möchten. Wie weit jede*r gehen kann und möchte, ist sehr individuell und ich finde, das bringt “Einfach leben” schön rüber.

Liebe Grüße
Jenni

Ich interessiere mich seit einiger Zeit ebenfalls sehr für Minimalismus bzw. für einen bedachteren Konsum. Allerdings muss ich sagen, dass es wirklich sehr schwer ist aus diesem Karussell erst einmal heraus zu finden. Wir sind schließlich umringt von Werbung und Produkten und es ist so einfach dem nachzugeben. Manchmal merkt man es ja gar nicht, bis man nach Hause kommt und ein neues T-Shirt in den Händen hält, von einer Marke die man eigentlich nicht mehr unterstützen wollte und in einer Farbe, die man schon 3x im Schrank hat…
Ich denke es ist dabei wirklich wichtig sich zu informieren welche Marken man kaufen kann/sollte, auszumisten und mit langsam mit immer weniger zu leben und sich und dem ganzen Prozess einfach Zeit zu geben 🙂 Schließlich geht so eine wirklich allumfassende Veränderung nicht von heute auf morgen!

Liebe Grüße
Pauline <3

http://www.mind-wanderer.com

Liebe Pauline,

das hast du schön formuliert – danke dir für deinen ehrlichen Kommentar!

Ich finde es klasse, dass du dich im Moment vermehrt mit diesen Themen beschäftigst – sie sind so wichtig!

Der Ausstieg aus dem sich immer schneller drehenden Konsumkarrusell ist der schwierigste Schritt, denke ich. Danach wird alles eigentlich nur noch leichter.

Kennst du schon meine Beiträge unter der Kategorie “Zero Waste und Minimalismus”? Dort habe ich unter anderem auch ein paar Gedanken auf dem Weg zu unserem Weniger festgehalten – vielleicht helfen sie dir ja. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Hach ja – Minimalismus reizt mich ja auch seit etwas mehr als einem Jahr… aber das Ausmisten klappt eben noch schlecht, weil ich nicht weiß, wohin mit dem Krempel. Ich bin eher Shopping-Minimalist 😉

Der Spruch, der Weg sei das Ziel, passt wohl nur zu meiner Wanderung im August noch besser – 3 Tage, 105 Kilometer, weil ich wissen wollte, wie das so ist 😉

Auch, wenn ich keine Bücher über Minimalismus lesen mag (ich bin mehr für Romane oder Reit-Wissen ;)), freut es mich, dass in diesem Buch nur glückliche Menschen vorkommen. Für mich wirkt das Buch in deiner Beschreibung einfach wie ein Blog wie deiner 😉 Und die lese ich dann eben online.

Liebe Grüße

Liebe Tabea,

oh, wenn zu dem, was du hast, sowieso nicht mehr viel dazukommt, dann ist das ja auch schon einmal ein guter Anfang. 🙂
Ich hoffe, du findest bald ein paar Stellen, bei denen du deine aussortierten Dinge abgeben kannst (meinen Artikel dazu kennst du ja).

Das mit der Wanderung finde ich ja spannend – kann man das bei dir nachlesen?

Danke dir für dein liebes Lob – es freut mich, dass ich überwiegend Glück vermittele. Das ist ein schönes Gefühl.

Liebe Grüße
Jenni

Hallo Jenni,

das Buch ist mir seit April ein guter, inspirierender Begleiter. Am Anfang fand ich es aber schon ziemlich einschüchternd. Ich hatte drei Monate zuvor mit Marie Kondos Büchern begonnen, zu entrümpeln und – das hast du ja hier auch schon mehrmals geschrieben: Das Entrümpeln ist ein erstaunlich lange andauernder Prozess, ein aufregender, aber auch anstrengender Weg, bei dem man sich nach jeder Wegbiegung neu überraschen lassen darf. Jedenfalls fand ich schon das Entrümpeln als ausgesprochen große Aufgabe – und dann tat sich mir im Buch ein Zero-Waste-, Fairfashion, Vegan-, Tiny-House-, DIY-, Naturkostmetik-, No-Plastic-Universum auf, das ich überwältigend fand. Aber auch anspornend.

Christofs Kritik kann ich gut verstehen. Tatsächlich sieht man in dem Buch – und oft auch auf Blogs – immer Leute, die schon lange und erfolgreich einen Weg verfolgen. Manchmal wäre es toll, auch einmal Leute im Prozess zu sehen – und ihre Wohnungen. Oder wenigstens den Teil der Wohnung, in den das Bügelbrett und der Flachbildfernseher verbannt wurden, die auf den Fotos stören.

Was ich, auch nach mehreren Monaten, immer noch toll finde, ist die Breite an Ansätzen, bei denen man sich immer wieder neue Denkanstöße holen und diese dann mit weiterer Recherche vertiefen kann. Das Product Placement finde ich auch schwierig. Tatsächlich steht bei mir in der Küche jetzt eine eco Brotbox und es gibt einen kleinen Stapel Leinenbeutel von Naturtasche. Das gute, grüne, nachhaltige Universum ist gut in Sachen Marketing. Die Proukte sind wundervoll, ich mag das Image der Unternehmen – ob ich aber ohne solche Bücher genau das genau dort gekauft hätte? Hmmm….

Liebe Grüße
Susann

Liebe Susann,

danke dir für deine Gedanken zum Thema “Minimalismus” und das Buch an sich. Ich freue mich sehr, dass es dir auch so gut gefällt wie mir und du immer mal wieder neue Ideen und Inspiration mitnehmen kannst – das geht mir ganz genauso.

Dass es für dich in deiner Situation sogar ein bisschen zu viel des Guten wahr, kann ich sehr gut nachvollziehen – gerade, wenn man an einer Baustelle dran ist, möchte man ungerne drei neue aufreißen. Da können so viele Impulse einen schnell überfluten und die wichtige Tatsache, dass diese porträtierten Menschen sich schon jahrelang mit Minimalismus beschäftigen, in den Hintergrund rücken lassen.
Ich glaube, mich hätte das Buch auch überfordert, wenn ich es früher gelesen hätte – da bin ich ganz ehrlich. Im Moment bin ich allerdings selbst in der Optimierungs-Phase angelangt und schätze daher die zahlreichen Anregungen, die es gibt, sehr.

Dass diese häufig mit Product Placments einhergehen, hat wirklich zwei Seiten…

Liebe Grüße und dir weiterhin viel Erfolg beim Ausmisten und Neufinden! 🙂
Jenni

P.S.: Bezüglich der Wohnungen im Umbau-Prozess gebe ich dir natürlich recht – das wäre echt spannend zu sehen!

Hallo Jenni,

schöne ausführliche Buchbesprechung. Vielen Dank für Deine Mühe.

Ich lese den Ratgeber auch gerade und kann ihn ebenfalls empfehlen. Neben den “Home storys” gibt es viele praktische Tipps. Mich stört lediglich das viele Product placement und dass die vorgestellten Wohnungen ausschauen, als stammen sie aus dem Minimalismus-Bilderbuch. Mal ehrlich, welches Zuhause ist so durchgestylt?

Einfach bewusste Grüße

Christof

Hallo Christof,

danke dir für deinen lieben Kommentar – es freut mich, dass dir die Besprechung gefällt. 🙂

Deinen Kritikpunkt am Buch kann ich gut verstehen – man bekommt manchmal ein bisschen das Gefühl, dass eine Art Luxus-Minimalismus vermittelt werden soll (vor allem, was die Wohnungen anbelangt). Sicherlich hat nicht jede*r solche Räumlichkeiten zur Verfügung – aber ich kann mir gut vorstellen, dass das bei der Zielgruppe des Buches durchaus im Rahmen der Möglichkeiten liegt, wenn ich ehrlich bin.

Vollkommen bei dir bin ich allerdings bei den Product Placements – ich musste beim Lesen auch unvermittelt daran denken, dass da doch ein bisschen viel Werbung gemacht wird. Auf der anderen Seite: Für jemanden, der oder die sich gar nicht auskennt, sind die Adressen ja auch gute Anlaufstellen für nachhaltige und langlebige Produkte, die Freude machen. Ob man da jetzt alles nachkaufen muss und inwiefern das mit Minimalismus oder Nachhaltigkeit zu tun hat, steht auf einem anderen Blatt…

Danke dir für deine Gedanken!

Liebe Grüße
Jenni

Ich habe mir das Buch jetzt endlich auch bestellt, und bin so so gespannt und freue mich wahnsinnig daraus! 🙂 Sehr schöner Artikel dazu ♥

Lary

Liebe Lary,

das Buch ist auch wirklich eine wunderbare Inspirationsquelle!
Ich schaue immer wieder gerne hinein – die Stimmung, die es vermittelt, ist einmalig und man wird außerdem motiviert, immer am Ball zu bleiben. Das ist sehr wertvoll, finde ich. 🙂

Liebe Grüße und viel Freude dir beim Lesen!
Jenni