@gretathunberg wird angegriffen, weil sie beim Snacken im ICE auf dem Weg zum nächsten Klimastreik Toast aus der Plastiktüte isst. @dariadaria bekommt unfassbar viele negative Nachrichten, weil sie es wagt, eine einzelne Süßkartoffel im Ofen zu backen.

Die Macht der Projektion

Wir können fast die Uhr danach stellen: Sobald man beginnt, sich in der Öffentlichkeit zu einem gesellschaftlich relevanten Thema zu äußern, sei das auf dem Geburtstag der Oma oder in diesem Internet, sind diejenigen, die sich in jedem Thema besser auskennen als man selbst, nicht weit.

Mindestens genauso nah sind die Menschen, die – woher auch immer – auf einmal mentale To-be-Listen für den perfekten feministischen, minimalistischen, nachhaltigen, politisch korrekten oder wasauchimmer Zeitgenossen hervorziehen und deine Tauglichkeit auf Herz und Nieren überprüfen. Und sich nicht zu schade dafür sind, dir jede noch so kleine Abweichung, gleichbedeutend mit dem maximalen Weltbildversagen, unter die Nase zu reiben.

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Mir selbst wurde beispielsweise im Zusammenhang mit der großen Wasbrauchenwireigentlich-Frage gesagt, ich sei verlogen, verwöhnt und verblendet und möge doch bitte mit großem Knall auf dem Boden der Realität aufschlagen, so, dass es mir möglichst hart wehtun würde. Solche Nachrichten sind für mich glücklicherweise kein Alltag (für andere eben schon).

Woher diese Menschen plötzlich kommen, habe ich auf emotionaler Ebene bisher nicht richtig verstanden und vielleicht werde ich das auch nie. 

Auf kognitiver Ebene hingegen beschäftigt mich das Thema mindestens genauso lange und als ich dann irgendwann über den Begriff der Projektion gestolpert bin, war das ein wenig so, als würde sich ein Knoten mit einem lauten Knall lösen. 

Plötzlich wurde mir klar, was da eigentlich genau geschieht (jedenfalls in den allermeisten Fällen) und was ich auch an meinem früheren Ich in der Retrospektive oft beobachten konnte: 

Projektion bezeichnet in der Psychologie allgemein − und von Schulen unabhängig − einen Abwehrmechanismus. Der Begriff Projektion umfasst das Übertragen und Verlagern eines innerpsychischen Konfliktes durch die Abbildung eigener Emotionen, Affekte, Wünsche und Impulse, die im Widerspruch zu eigenen und/oder gesellschaftlichen Normen stehen können, auf andere Personen, Menschengruppen, Lebewesen oder Objekte der Außenwelt. (Wikipedia)

Das Wort kommt (ebenfalls laut Wikipedia) vom lateinischen proicio, “was ‚hinwerfen‘ und ‚vorwerfen‘ bedeutet”.

Man könnte sagen: Wir werfen unsere Konflikte auf andere Personen und ihr Verhalten drauf, beschmeißen sie mit unserer Unzulänglichkeit, mit der wir nicht klarkommen, aber klarkommen müssen, aus dem einfachen Grund, dass wir Menschen und fehlbar sind. 

Entschuldigung, aber: Was für ein gemeines Verhalten ist das? 

Und natürlich wissen wir um die Gemeinheit dieses Verhaltens, darum, dass das nicht korrekt ist, politisch nicht und menschlich schon gar nicht. Und fühlen uns noch ein bisschen schlechter – was wir noch ein bisschen doller kompensieren müssen, indem wir (uns und die anderen) von uns selbst ablenken. Ein Teufelskreis.

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Das muss man nicht aushalten müssen

Das Argument, so sei das nunmal, wenn man in der Öffentlichkeit stehe, damit müsse man umgehen können, gilt nicht, wenn wir von solchen Dingen sprechen, die keine konstruktive Kritik, sondern Bashing, Attackieren und Draufdrücken sind. Damit muss man nicht rechnen müssen, das muss man nicht aushalten müssen.

Das “gehört” nicht “zum Job”. Es gehört zum Job des Menschseins, ein Minimum Respekt an den Tag zu legen. Nachzudenken, bevor man spricht.

Wenn ich das tue, komme ich relativ schnell auf die Idee, dass hinter jedem Inhalt, den ich online konsumiere, ein Mensch steckt, so ein echtes Wesen aus Fleisch und Blut, mit demselben komplexen Gefühlskostüm wie ich selbst. Ein Mensch, dem es wehtut, wenn andere, Wildfremde, den Vorwurf der Heuchelei, Egomanie, Privilegiertheit, Verblendung machen. Ohne auch nur im Geringsten zu wissen, wie es in dieser Person eigentlich wirklich aussieht. Oder was sie in ihrem Leben bisher aushalten und erdulden musste, wie hart sie gearbeitet hat, um jetzt da zu stehen, wo sie ist. 

Denn was sagen uns Instagram-Posts und -Stories schon, was die streng kuratierten Inhalte, die wir auf den Blogs dieser Welt finden? Gar nichts. 

Du kennst mich nicht, weil du mir folgst. Das mag dir vielleicht so erscheinen (dann mache ich meine Arbeit gut), aber so ist es nicht. Es ist leicht, sich dieser Illusion hinzugeben, vor allem, wenn man genau das will: in Emotionen schwelgen, auch und gerade in den hässlichen. 

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Was ist damit gewonnen? Nichts.

Was ich an der Geschichte – neben der offensichtlichen Grenzüberschreitung und Respektlosigkeit – ärgerlich und schade zugleich finde, ist die Tatsache, dass wir davon ausgehen können, dass jedes Bashing in dieser Richtung, jedes Verurteilen von einem Gedanken, der vielleicht nicht ganz zu Ende gedacht war (Herr im Himmel, als würden wir das nicht alle ab und zu haben!), jedes Drauftreten auf eine Aktion, die vielleicht nicht die klügste war, nicht nur die Wahrscheinlichkeit drastisch minimiert, dass die betreffende Person sich weiter mit dem jeweiligen Thema beschäftigt

Sondern auch, dass eine ganze Reihe weiterer Menschen, die theoretisch durch diese Person inspiriert (oder im Falle von größeren Instagramer*innen: erreicht) werden könnten, “der Sache” durch die Lappen gehen

Heiße diese Sache nun Fair Fashion, Veganismus, Minimalismus oder ökofaires Leben generell. 

Liebe militante Kommentator*innen: Kann das wirklich euer Ziel sein? 

Falls ja, habt ihr euch mittels Zynismus und vielleicht aus Enttäuschung resultierender Abgeklärtheit einen Orden aus der Rubrik der Nicht-Weltverbesser*innen verdient. Gratulation. 

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Es wird Zeit, dass wir kollektiv lernen, zu reflektieren, woher eventuelle Abneigungen gegen bestimmte Dinge kommen und warum uns etwas eigentlich überhaupt triggert.

Das ist anstrengend, weil es andauernde Selbstbeobachtung und -reflexion erfordert. 

Ich selbst finde das auch nicht lustig. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es nicht nur die Beziehung zu meinen Mitmenschen deutlich vereinfacht und mir das Knüpfen neuer Kontakte erleichtert (weil man viel offener und respektvoller mit anderen umgeht), sondern auch zu wesentlich mehr Gelassenheit sich selbst gegenüber führt. 

Wenn ich netter zu anderen Menschen bin, sehe ich das Leben generell entspannter – und in einem nächsten Schritt vermutlich auch mich selbst und das, was ich leiste (oder eben nicht leiste). Und umgekehrt: Die Erkenntnis, dass ich mich selbst auch dann gerne haben darf, wenn ich nicht perfekt bin, hilft ungemein, die Zügel bezüglich dessen, was ich von anderen Leuten erwarten kann, zu lockern. 

Ein sich selbst verstärkender Kreis – aus positiver Energie, wenn man so will und mir die spirituell angehauchte Formulierung verziehen ist. Das Gegenteil vom Teufelskreis.

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Es geht nicht darum, nie wieder Fehler zu machen. 

Sowohl in dem eigenen Lebenswandel (wie langweilig wäre das?) als auch in der Beurteilung der Leben der anderen. Denn es wäre vermessen zu behaupten, wir könnten die Trigger-Maschine in unserem Kopf von heute auf morgen abschalten. So funktionieren wir nicht. Gedanken, die bei Lichte betrachtet nicht zu 100% einwandfrei sind, haben wir alle und werden wir vermutlich auch immer haben.

Worauf es ankommt, ist, sich dessen bewusst zu sein und auch bei sich selbst genau(er) hinzuschauen. Und – viel wichtiger: Vorsicht walten zu lassen beim Übertragen von Gedanken in Handlungen. 

Die mächtigste Waffe auf dieser Welt sind immer noch Worte.

Menschen, die anderen böswillig schaden wollen, können wir nicht wegdiskutieren: Auch die werden immer da sein. Wir können aber Acht geben, dass wir selbst nicht zu diesen Menschen gehören.

Und die Frage ist ja auch: Was wollt ihr als Leser*innen sehen? Menschen, ehrlich und authentisch, die kämpfen, ihre Baustellen haben, natürlich nicht perfekt sind und es auch nicht sein wollen oder blankpolierte Werbeflächen grünen Lifestyles, die das schlechte Gefühl, nicht genug zu machen, das wir alle irgendwo in uns drin tragen, noch verstärken?

Wir kommen nur durch gegenseitige Unterstützung vorwärts, in jeder Hinsicht. 

Outfit: 

Tuch: Denkefair (PR-Sample)

Oberteil, lang: American Apparel

T-Shirt: Armedangels

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

KOMMENTARE

Dann bin ich wohl einer von denen, über die du hier schreibst. Denn mit Veganern kann man nicht normal reden. Manche halten sich tatsächlich für etwas Besseres. Und da gebe ich dann auch Kontra.
Da wird von oben herab gesprochen ob es die 5 Minuten Gaumengenuss wert sei Käse zu essen. Oder es heißt in so mancher Facebook Gruppe es herrsche noch zu viel Toleranz, dass die Leute Tierprodukte essen dürfen. Da sollen sich manche echt mal an die eigene Nase fassen. Denn die Klischees, dass Veganer sich für was Besseres halten kommen nicht von ungefähr.

Und du wirst sicher auch mal etwas gemeines zu jemandem gesagt haben. Keiner ist da fehlerfrei. Du scheinst aber so zu tun als wärst du es.

Hallo Johannes,
ich habe das Gefühl, dass du dich von dem Artikel sehr angegriffen fühlst. Ich weiß nicht, wie du darauf kommst, dass ich mich für etwas Besseres und unfehlbar halte, denn das tue ich ganz dezidiert nicht – darum gibt es ja diesen Text. Dass du negative Erfahrungen mit vegan lebenden Menschen (die übrigens nicht im Zentrum meiner Argumentation stehen – und ich selbst definiere mich über weitaus mehr Eigenschaften als Veganismus) gesammelt hast, ist natürlich schade. Und Einzelfälle tragen in diesem Bereich, wo ja gerne emotional verallgemeinert wird, nicht gerade zum guten Ruf bei. Deswegen ist eine Differenzierung gerade und auch an dieser Stelle so wichtig. Und da können wir alle bei uns selbst anfangen.

Liebe Grüße
Jenni

Ich bin aus eurer Sicht wahrscheinlich einer der Menschen den ihr kritisieren würdet:
Ich kaufe leckere Smoothies im Supermarkt (viel Plastik), Schokolade von der ich weiß das sie unter fraglichen Arbeitsbedingungen hergestellt wurde und esse Fleisch (auch nicht Bio), obwohl es den Tieren in der heutigen Tierhaltung nicht gut geht.
Was ist der Hauptsgrund dafür? Ich lebe von 700 Euro im Monat, welche für alles reichen müsse, außer Kleidung und ein Ticket für die Bahn (beides bekomme ich gestellt). Wenn ich nur Bio, nur unter guten Arbeitsbedingungen hergestellt etc. kaufen müsste, dann wäre mein Lebensstandart um einiges niedriger. So entscheide ich mich manchmal für mich und manchmal für das Andere (Umwelt, Arbeitnehmer etc.) – das könnte jemand als inkonsequent bezeichnen – warum ist das eigentlich überhaupt ein kritischer Begriff, denn beides ist ja in mir und manchmal gewinnt einfach die eine Seite und manchmal die andere Oberhand?
Vielleicht ist Kritik oft eine Projektion des immer Bio kaufenden, der selber nie von so wenig Geld leben musste oder dessen Körper weniger nach Fleisch oder Sinneserfahrung verlangt.

Hallo Marko,
ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass dich hier irgendjemand aufgrund deiner finanziellen Ausgangssituation kritisieren würde. 🙂
Ich hätte es vielleicht noch einmal dezidiert thematisieren müssen, aber: Natürlich sind viele Themen des nachhaltigen Diskurses welche, die aus einer sehr privilegierten Position heraus diskutiert werden. Das ist den meisten – und mich selbst eingeschlossen – mehr als klar, fällt aber manchmal unter den Tisch. Vielleicht gerade, weil es eigentlich so eine Selbstverständlichkeit ist. Danke, dass du noch einmal darauf aufmerksam machst.
Dementsprechend empfinde ich dein Handeln überhaupt nicht als inkonsequent, vor allem, weil ich aus persönlicher Erfahrung deine Situation sehr gut nachvollziehen kann und nicht anders gehandelt habe.
Letzten Endes ist der Kampf für mehr Bio und Nachhaltigkeit sowie Fairness auch einer, der über die Blase der Privilegiertheit hinausreicht und (natürlich auch hier wieder: je nachdem, welche Diskurse und Gruppierungen man sich anschaut) im Idealfall das spätkapitalistische Ideal von Gewinner*innen und Verlierer*innen innerhalb einer Gesellschaft abschaffen/ändern möchte – hin zu einem Modell, in dem 700 Euro pro Monat eben nicht Lebensrealität sind und sein müssen. Hinter der Lifestyle-Fassade steckt mitunter grundlegende Systemkritik.
P.S.: Deinen letzten Satz kann ich nicht so ganz einordnen, muss ich sagen…

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni, mit diesem Problem kämpfe ich auch schon lang. Das gibt es immer schon, das ist kein neues Phänomen. Im Prinzip kenne ich es schon, seit ich 14 bin – damals wurde ich Vegetarierin und wurde (meist von Fleischesser*innen) angegriffen, weil ich nicht vegan lebe und somit heuchlerisch sei. Beim Thema Nachhaltigkeit wird mir vorgeworfen, gelegentlich Auto zu fahren oder zu fliegen. Usw… Meist kritisieren eben genau die Menschen, die selbst gar nichts tun. Ich würde deshalb versuchen, mir diese Kritik nicht zu Herzen zu nehmen. Du hast es ja gut erklärt mit der Projektion. Lassen wir uns von diesen Menschen nicht entmutigen 🙂
Liebe Grüße und mach weiter so,
Ela

Liebe Ela,
oh ja, ich kann mir gut vorstellen, dass dich dieses Problem schon eine Weile begleitet. Gerade, wenn man sich schon früh für eine “alternative” (obwohl sie eigentlich alles andere als das sein sollte, jedenfalls dem guten Idealismus nach) Lebensweise entscheidet. Genau dasselbe mit der Inkonsequenz war auch das Erste, was ich damals zu hören bekam, als ich verkündete, jetzt kein Fleisch und Fisch mehr zu essen. “Aber dann bist du ja nur halb, mach doch mal eine Sache richtig!”, sagten sie und schnitten sich das blutige Steak in Stücke. Großartig, sowas.
Danke dir für deine bestärkenden Worte. Bei Laura von @theognc habe ich gerade gelesen, dass sie es leid ist, ihre Energie auf solche Menschen zu verschwenden und sich schlicht und ergreifend auf die konzentriert, die mitgenommen werden möchten. Das ist ein pragmatischer Ansatz, wie ich finde.

Liebe Grüße an dich!
Jenni

Ja!!! Ich finde es immer so interessant, dass genau diejenigen, die selbst noch nie mit einem Jutebeutel einkaufen waren oder ihren To Go Becher für Kaffee mitgebracht haben plötzlich die tollsten Zero Waste Experten sind. Aber nicht nur das, sie haben auch noch jede Menge Judgement für einen parat, wenn man trotz der eigenen Bemühungen doch mal etwas weniger Nachhaltiges tut. Das sind echt meine besten Freunde, denn ja, NIEMAND auf dieser Welt ist perfekt und das ist auch gut so!!!

Danke Jenni!
Liebst, Ulli

Liebe Ulli,
achja, die Doppelmoral kommt da auf jeden Fall noch mit drauf, da hast du recht.
Was wäre die Welt für ein schöner Ort, wenn wir weniger projizieren müssten, weil wir vermittelt bekommen, dass wir reichen. Nicht perfekt sind und uns natürlich weiterentwickeln können – aber grundsätzlich erst einmal reichen, weil wir Menschen sind. Das würde vieles einfacher machen, glaube ich.

Liebe Grüße an dich!
Jenni

Wow, danke, dass du das Thema ansprichst. Ich habe mir in den letzten Wochen immer ganz genau überlegt was ich online zeige, weil ich Angst habe auch verbal angegriffen zu werden. Aber eigentlich habe ich darauf gar keine Lust. Ich will doch leben und zum Leben gehören unperfekt-sein einfach dazu.
Danke, dass du Mut machst!

Liebe Christine,
ich kann mir deinen Zwiespalt sehr gut vorstellen – er ist einer, der in der Blase gerade stark umgeht. Was mich sehr erfreut ist, dass die Jetzt-erst-recht-Haltung im Moment zu überwiegen scheint: Wir sollten uns nicht den Mund verbieten lassen, unbequem sein (gerade, wenn es um gesellschaftspolitische Angelegenheiten geht) und dürfen (und sollten?) auch dazu stehen, Mensch zu sein.
Weiterhin viel Mut und Erfolg für dich!

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,
danke für den nachdenklichen und guten Beitrag. Ich habe mich in vielem wieder gefunden, auch wenn ich zu einem ganz anderen Thema blogge und glücklicherweise online von solchen Kommentaren bislang verschont geblieben bin. Zumindest weitgehend.
Interessant fände ich, ob abwertende Kommentare auch eher Frauen gesandt werden, die sich in die Öffentlichkeit begeben mit ihrem Engagement, oder ob es in demselben Ausmaß Männer betrifft. Ich hab da eine Theorie, kenne aber keine Studien dazu, oder ob es schon jemand näher betrachtet hat.
Weiterhin viel Erfolg mit deinem Blog.
Liebe Grüße
“Benita”

Liebe Benita,
ich danke dir für deinen Kommentar und deine Anregung!
Die Verteilung bezüglich der Geschlechter würde mich auch sehr interessieren – da kenne ich aktuell auch noch keine Studie zu, muss ich sagen. Aber meine Intuition deckt sich da mit deiner: Ich könnte mir vorstellen, dass Frauen immer noch eher auch in diese Rechtfertigungspositionen gedrängt werden, weil der Rahmen, in dem sie sich gesellschaftlich akzeptiert bewegen können, nach wie vor relativ eng gesteckt ist. Die Marisa Stiftung hat sich mal damit beschäftigt, auf welchen Gebieten weibliche und männliche Influencer*innen eigentlich tätig sind – und auch hier zeigt sich, dass die Männer einen deutlich erweiterten Aktionsradius haben. https://malisastiftung.org/geschlechterdarstellung-neue-medien/

Die Thematik ist auf jeden Fall sehr spannend, das werde ich weiter verfolgen.

Lieben Dank dir für deine guten Wünsche und Grüße an dich!
Jenni