[Rezension] Es ist dein Planet!

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26. Januar 2016

Ideen gegen den Irrsinn

Ein Buch für die junge Generation. Ein Buch zum Nachdenken, zum Wachrütteln, zum Immer-Wieder-Lesen. Weil das, was hier beschrieben wird, so unglaublich und erschreckend wahr ist. Und weil es uns alle betrifft – auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen.

Was ist eigentlich los mit der Menschheit? Warum zerstört sie wissentlich den Planeten, auf dem sie lebt? Beißt die Hand, die sie seit Jahrtausenden füttert? Verseucht, verschmutzt, verklappt, tötet, missbraucht, schmeißt weg, verbraucht alles und jeden? Glaubt sich als unangefochtener Herr über alles Leben?

Es ist dein Planet

Finden wir das gut?

Finden wir gut, dass Regenwälder abgeholzt, Flüsse und Seen vergiftet werden, Tiere aussterben, die Erde sich wegen unseres Lebensstils erwärmt, Millionen Menschen noch immer hungern müssen? Finden wir das gut? Nein, natürlich nicht.

Wollen wir, dass es so weitergeht? Nein, auch das wollen wir nicht.

Und warum ist es dann immer noch so? Warum wird es sogar noch schlimmer – wie beispielsweise der neueste Fleischatlas zeigt? Warum tun wir nichts?

Es ist dein Planet! Ideen gegen den Irrsinn.

Es ist dein Planet, schreit uns das Titelbild des gleichnamigen Buches von Sascha Mamaczak und Martina Vogel entgegen und erinnert mit der fingerzeigenden Faust ein bisschen an die “I want you”-Plakate von Uncle Sam aus dem Ersten Weltkrieg.

Und in der Tat ist es eine Art Krieg, die geführt wird – von uns gegen den Rest der Mitgeschöpfe auf diesem Planeten. Von uns gegen diesen Planeten. Und anstatt mithilfe von Uncle Sam junge Soldaten für einen sinnlosen und todbringenden Krieg gewinnen zu wollen, wird in Es ist dein Planet für genau die entgegengesetzte Sache geworben: Für das Leben, für den Erhalt unserer Welt, die schon so kurz vor dem Abgrund steht. Und wer hat die Zukunft mehr in der Hand als die nachwachsende Generation?

https://youtube.com/watch?v=rcXjgmXR0k8%3Frel%3D0

Worum geht es?

Wie bereits angedeutet: Es geht ums Leben. Es geht darum, wie wir uns und die einzige Heimat, die wir aktuell und höchstwahrscheinlich noch ein paar Jahrhunderte haben, zu retten. Mit dieser Mammutaufgabe reiht sich das Werk in die Riege der in jüngster Zeit vermehrt erscheinenden konsumkritischen und ökologischen Ratgeber und Romane ein – und ist weit mehr als das.

Wir stoßen gleich zu Beginn des Buches auf eine Gruppe bunt zusammengewürfelter Jugendlicher im Alter von ungefähr 14 Jahren, die eine ungewöhnliche Aufgabe zu bewältigen haben: Im Rahmen einer Projektwoche zum Thema “Umweltprobleme” sollen sie sich mit dem “Irrsinn”, der diese Problematik wie eine hartnäckige Nebelwand umwabert, auseinandersetzen. Nach Ablauf der Projektwoche sollen sie der Klasse 7C gemeinsam ein Ergebnis präsentieren.

Sie sind zu sechst – und könnten unterschiedlicher kaum sein: Da ist der astronomievernarrte Anton, die öko-liebende Lina, der fußballverrückte Jan, die Modefanatikerin Emma, der Schwarzseher Paul und die kreativ-tierliebende Marie. Und diese sechs setzen sich eine Woche lang an einen Tisch und – diskutieren.

sky, earth, galaxy

Sie diskutieren über Klimaerwärmung, über nachhaltige Kleidung, über Massentierhaltung, über Abgase, Tabellen, Diagramme, Zukunftsprognosen, Umweltverschmutzung, Artensterben…

Doch wesentlich wichtiger ist, dass sie folgende Fragen im Zuge der Vorbereitung ihres Referates behandeln:

  • Was habe ich eigentlich damit zu tun?
  • Können wir unsere Eltern und Großeltern in die Verantwortung nehmen?
  • Welche Welt wollen wir unseren Kindern hinterlassen?
  • Wollen wir überhaupt Kinder in so eine Welt setzen?
  • Was kann ich eigentlich dafür?
  • Aber die anderen machen das doch auch…?
  • Können wir Einzelnen überhaupt etwas ändern?
  • Warum sollte eigentlich etwas geändert werden?

Der Aufbau

Die Jugendlichen entscheiden, sich ihrem ungewöhnlichen wie anspruchsvollen Problem mithilfe von auf Karteikarten geschriebenen Thesen zu nähern, die anschließend im Gruppenverband ausdiskutiert werden. Diese Thesen bilden gleichzeitig die Kapiteluntergliederung des Buches:

  1. Antons Irrsinn: Wir tun so, als könnten wir auch irgendwo anders leben.
  2. Linas Irrsinn: Die Menschen machen einfach immer so weiter.
  3. Jans Irrsinn: Macht doch endlich was!
  4. Emmas Irrsinn: Ich kann eh nichts bewirken.
  5. Pauls Irrsinn: Die Erwachsenen haben es vermasselt.
  6. Maries Irrsinn: Alles Schöne verschwindet.

Und nach der Offenlegung jeder Karteikarte wird heiß diskutiert. Dabei werden in Teenager-Manier Sticheleien ebenso häufig ausgetauscht wie interessante Gedankenblitze und fruchtbare Denkansätze.

telescope, science, discover

Nach tagelanger intensiver Beschäftigung mit der Umweltproblematik und ihrem anhängenden Rattenschwanz sowohl in der Gruppe als auch einzeln in der Abgeschiedenheit der jugendlichen Schlafzimmer müssen die sechs Protagonisten ihre Ergebnisse der zunächst spöttelnden, im Anschluss allerdings immer stärker überzeugten und vom Enthusiasmus der Referent* innen gepackten Klasse und ihrem Lehrer vorstellen.

Und sie haben weit mehr zu erzählen als das, was auch wir als geneigte Leser* innen eigentlich schon längst wissen – denn sie haben Ideen dabei (deren Ausformulierung vor dem Klassenverband den zweiten Teil des Buches darstellt):

  1. Antons Idee: Der Tag der Außerirdischen.
  2. Linas Idee: Der Zukunftsunterricht.
  3. Jans Idee: Die eigene Stimme.
  4. Emmas Idee: Der Baum der Entscheidungen.
  5. Pauls Idee: Der Club der 2000er.
  6. Maries Idee: Die neue Geschichte.

Hier werden Nägel mit Köpfen gemacht, indem nicht nur die Problematik bekannt wird, sondern darüber hinausgehend hochspannende, kreative und inspirierende Denkansätze vorgestellt werden, die so in der Form vermutlich noch nicht formuliert worden sind – und die hängen bleiben, noch lange, nachdem man den Deckel des Buches zugeklappt hat.

Stilistik

Das Cover lässt es zunächst nicht vermuten – doch es handelt sich hier um ein Jugendbuch. Das allerdings auch für Erwachsene mehr als lesenswert ist, lernen sie neben wieder aufgefrischtem Umwelt-Wissen doch auch gleich eine Menge über sich selbst. Außerdem: Wir alle, nicht nur die ganz Jungen, müssen offensichtlich lernen, wie wir mit dem Planeten umzugehen haben – denn sonst wäre unsere Lage eine gänzlich andere.

city, people, walking

Verfasst haben die beiden Autoren das Werk in einem leicht verständlichen Stil, der durch die Dialoge der Protagonisten dominiert ist und so die Authentizität intensiver Unterhaltungen transportiert. So ist Es ist dein Planet auf der einen Seite sehr zügig lesbar (ich habe vielleicht knapp zwei Stunden gebraucht) – auf der anderen Seite leuchten die Argumentationsstränge unmittelbar ein. Denn sie sind nicht nur inhaltlich, sondern auch stilistisch absolut nachvollziehbar. Das beste Argument nützt nichts, wenn der Adressat es nicht versteht.

Untermalt und aufgelockert werden die Diskussionen der jugendlichen Figuren durch zahlreiche verspielte Zeichnungen, die mal aktuelle die Klimaerwärmung in tabellarischer Form oder andere informative Grafiken, mal philosophisch-ethische Motive oder auch Weltmodelle darstellen. Die Aufmachung des Werkes lädt zum Verweilen, zum Stöbern ein und erfreut das künstlerische Auge.

Über das Buch hinaus

“[…] Und passt gut auf den Planeten auf.”

Mit dieser Aufforderung, mit dieser Bitte werden wir aus dem kurzweiligen Buch entlassen. Doch hier ist noch lange nicht Schluss.

Im Gegenteil: Es geht erst richtig los.

pen, writing, notes

Wir finden ein paar Blankoblätter vor, die uns einladen, unseren persönlichen “Irrsinn” – also, was wir an der himmelschreiend furchtbaren Umweltproblematik besonders paradox, ironisch und absolut nicht verständlich finden, niederzuschreiben. Um uns gleich auf der nächsten Seite dazu anzuregen, es den Protagonisten gleichzutun und eine Lösung, eine Idee zu entwickeln, wie man diesem speziellen Irrsinn beikommen kann. Und dann sollen wir unsere neue Geschichte schreiben – wie wir auf die Welt blicken, wie wir uns verorten, was wir machen möchten – unabhängig von dem, was andere, was Autoritäten von uns erwarten und fordern. Denn jetzt sind wir gefordert.

Und weil Es ist dein Planet im Zeichen der modernen Medien und für die technikaffine Generation geschrieben wurde, geht es auch im Netz weiter: Auf ideengegendenirrsinn.de können wir Leser* innen nützliche Zusatzinformationen für alle im Buch behandelten Themen finden, mit den Autoren kommunizieren und über aktuelle Entwicklungen im Umweltbereich auf dem Laufenden gehalten werden.

Ideen gegen den Irrsinn

Fazit: Kaufen oder nicht kaufen?

Angesichts der Fülle von Ideen, Gedanken und Inspiration können die 10 €, die das Buch kostet, nicht falsch investiert sein.

Denn wir werden animiert, uns aus unserem Ruhesessel der mentalen Bequemlichkeit zu erheben, uns mit der Wahrheit zu konfrontieren und unsere Lehren aus ihr zu ziehen – so unbequem sie auch sein mögen. Wir erhalten eine neue Perspektive auf die Welt und uns selbst, die wir auf ihr Leben und sie Schritt für Schritt zerstören. Wir sehen die Problematik aus der Sicht ihrer zukünftigen Bezwinger* innen und lernen, dass wir die Angst ablegen und in Mut verwandeln müssen, um in der Bewältigung der Umweltprobleme erfolgreich sein zu können.

school, colorful, colourful

Und auch für den Einsatz im unterrichtlichen Kontext ist dieses Buch mehr als prädestiniert, sind die Helden doch aufgrund ihres Alters und vor allem ihrer Typenvielfalt Identifikationsfiguren für die klimaerwärmungs-geplagten Heranwachsenden unserer Gesellschaft.

Es ist dein Planet ist eine der wertvollsten literarischen Ausarbeitungen zur Umweltproblematik des vergangenen Jahres. Direkt am Puls der Zeit, direkt am Puls der Betroffenen, direkt am Puls derer, die etwas ändern können, bevor es zu spät ist. Ein wertvolles Buch – nicht nur für die Zielgruppe, sondern weit darüber hinausgehend.

Und – worauf wartest du?

I want you 1


Falls ihr nun interessiert seid und einmal in das Buch hineinschnuppern möchtet, findet ihr hier eine kostenlose Leseprobe: Es ist dein Planet – Leseprobe.


* Für die Rezension wurde mir ein Exemplar vom Heyne fliegt-Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen herzlichen Dank dafür!

JENNI MARR
Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.
KOMMENTARE

[…] Buch, auf das ich durch die sehr geniale Rezension von Jenni aufmerksam wurde, habe ich als E-Book gelesen. Es hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen, […]

Hallo Jenni,

vielen Dank für die Antwort und für das tolle Kompliment. Das freut mich wirklich sehr, denn das Schreiben bedeutet mir sehr viel. Ich habe schon als kleines Mädchen immer Geschichten geschrieben und würde dies gern zu meinem Beruf machen.
Aber bis dahin ist noch etwas Zeit und jetzt helfen wir erstmal unserem Planeten.

Ich bin gespannt, wie Dir die Filme gefallen. Bei uns zu Hause haben wir danach einige Dinge geändert und versuchen auch die Omis und Opis für den Umweltschutz zu begeistern. Das ist gar keine leichte Aufgabe, aber ich bleibe dran.

Liebe Grüsse
Charli von http://frischgelesen.de

Hallo Charli!

Da haben wir einiges gemeinsam – mit dem Schreiben habe ich ebenfalls sehr früh angefangen und richtig durchgebrochen ist es dann mit 10/11 Jahren. Liebend gerne würde auch ich das zum Beruf machen – doch aktuell sehe ich noch der Realität ins Auge und bereite mich auf Alternativen vor (die ich aber nicht minder spannend finde). 😉

Schön, dass du in deinem Umfeld schon ein paar Dinge in Bewegung setzen konntest und weiter am Ball bleibst! Du hast recht: Leicht ist es wirklich nicht. Aber ich denke, das sind wir uns selbst und unserem bisher einzigen Zuhause schuldig (das wären wir auch, wenn es nicht mehr das einzige Zuhause wäre).

In diesem Sinne: Immer weiter so – mit allen deinen Träumen! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Ein wirklich tolles Buch und die Rezension ist auch super, liebe Jenni.

Ich denke allerdings nicht, dass es nur ein Problem der Jugend ist, die sich nicht für unsere Umwelt interessiert, Stephi.
Die Missstände wurden bereits von den Generationen davor “erschaffen”. Und dieses, “da kann ich doch sowieso nichts ändern” wird uns leider oft vorgelebt, siehe auch Florians Kommentar.
Das wird in diesem Buch auch sehr deutlich gezeigt.

Ich bin 14 Jahre alt und zähle mich hier einfach einmal zu den Jugendlichen. Wir Jugendlichen sind es nicht, die die Lehrpläne machen, in denen derartige Themen wirklich null vorkommen. Wir lernen in der Schule eine ganze Menge, lernen Geschichtszahlen auswendig, beschäftigen uns mit schwierigen Formeln, aber es gibt leider kein Fach “Umwelt und unsere Zukunft”. Und leider ist es nicht in allen Familien so wie bei Rebecca oben. In zahlreichen Familien wird den Kindern Umweltbewusstsein einfach gar nicht vermittelt.

Ich denke, ein Umdenken muss in allen Köpfen stattfinden und nicht einfach die Schuld immer auf andere abgewälzt werden.

Neben dem Buch haben mich persönlich auch zwei Dokumentationen sehr beschäftigt: Zum einen der Film “Weggeworfen” von Jeremy Irons und der Film “Revolution” von Rob Stewart. Wer sie noch nicht kennt, sollte sich die Filme unbedingt einmal anschauen.

So, dass ist jetzt ein sehr langer Kommentar geworden, aber dieses Thema ist einfach so wahnsinnig wichtig und ich bin auch der Meinung, dass “Es ist Dein Planet” Pflichtlektüre in der Schule werden sollte. Habe ich in meiner Rezension damals auch schon geschrieben. 😉 Dann müssten sich nämlich auch die Lehrer mit diesem Thema auseinandersetzen. Ich denke, auch dort gibt es Verbesserungspotential.

Liebe Grüsse
Charli von http://frischgelesen.de

Hallo Charli!

Wow – erst einmal vielen Dank für deinen umfangreichen und ehrlichen Kommentar!

Ich gehe eigentlich in allen Punkten mit dir mit.
Du hast recht, wenn du sagst, dass viel Verantwortung auch bei der älteren Generation liegt (auch diese Position wird im Buch ja durch eine der Figuren vertreten). Und ich stimme dir auch zu, dass die Alles-Egal-Haltung ebenfalls ein Kennzeichen der meisten Mitglieder der Generationen vor uns ist.
Doch ich denke auch (ohne dir das unterstellen zu wollen!), dass wir es uns nicht zu einfach mit dieser Schuld-Verschiebung machen dürfen. Natürlich wurde viel Mist gebaut, für den wir nichts können und irgendwie dürfen wir es als ungerecht empfinden, diesen nun wieder ausbaden zu müssen. Doch wenn wir es nicht tun, macht es niemand. Und das wollen wir nun auch nicht. Das ist genau dein Punkt: Das Umwälzen der Schuld muss zugunsten eines tatkräftigen Aktivismus aufgegeben werden, denn so kommen wir nicht weiter. Im Gegenteil: Wir verschlimmern die Probleme nur noch.
Das Schöne dabei ist, dass jeder und jede bei sich selbst anfangen kann. 🙂

Danke auch für deine tollen Filmtipps – das werde ich mir gleich einmal abspeichern.

Ich denke ebenfalls, dass dieses Buch wirklich das Potential und auch die Schlagkraft hat, in den Klassen gelesen zu werden und dass das auch geschehen sollte. Nur haben leider die Lehrkräfte so gar keine Befugnis, das als Pflichtlektüre in das Curriculum aufzunehmen – diese Entscheidungen werden an anderer Stelle getroffen. Inwiefern die einzelne Lehrkraft allerdings sich unterrichtlichen Freiraum für solche Projekte nehmen kann und sollte, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

P.S.: Als ehemalige Lehramtsstudierende und nebenberuflich tätige Lehrkraft darf ich dir (fass’ das bitte nicht herablassend auf!) zu deinem für dein Alter ungewöhnlich geschliffenen und fehlerfreien Schreibstil gratulieren. Das ist höchst selten und sehr lobenswert! Bewahre dir ihn unbedingt! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Danke für die Vorstellung dieses wirklich aufrüttelnden Buches. Sicher wird damit nicht eine Masse sensibilisiert, aber ich denke, es kommt doch bei einigen an und bewirkt auch etwas. Ich finde die Umsetzung wirklich gelungen und wünsche mir, dass wir mal endlich aufwachen und etwas tun, gemeinsam, jung und alt, denn bald ist es wirklich zu spät.
Liebe Grüße Marlies

Hallo Marlies!

Schön, dass dir die Rezension gefallen hat!

Du beschreibst es genau richtig: Das Buch ist wirklich aufrüttelnd und in seiner ungewöhnlichen Umsetzung einzigartig.
Und wer es gelesen hat – so meine Meinung -, der oder die wird sich auf jeden Fall noch eine Weile daran erinnern, da es doch weit über die Buchdeckel hinaus nachwirkt und tatsächlich zu umfassenden Reflexionen anregt. Genau das, was Kinder und Jugendliche brauchen – und (ebenfalls besonders schön): Das Ganze, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben oder irgendwem den Schwarzen Peter zuzuschieben – sondern auf Augenhöhe und ganz aus der Perspektive der Adressaten heraus.

Deinen Wunsch nach umfassendem Erwachen auf dem Konsum-Koma teile ich übrigens. Wir können gar nicht eindringlich genug davor warnen, einfach so weiterzumachen wie bisher. Wie sagt das Spruchbild, das auf Facebook im Moment die Runde macht, so passend? “There is no planet b.”

Liebe Grüße
Jenni

Klingt super interessant. Erst heute morgen habe ich im Radio gehört, dass sich der Großteil der deutschen Jugend null für Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Bücher wie diese müsste man echt zur Pflichtlektüre in der Schule machen. Viele Grüße Stepie <3

Hallo Stephie!

Ja, leider gibt es immer noch eine große Zahl Jugendlicher, die nicht oder nicht ausreichend für das Thema Umwelt sensibilisiert sind. Ich hoffe, dass sich das nach und nach ändern wird – Bücher wie “Es ist dein Planet” tragen auf jeden Fall dazu bei.

Ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass dieses Buch eine wertvolle Ergänzung für den Unterricht wäre und würde es ebenfalls sehr begrüßen, wenn sich einige Schulen (oder einige Lehrkräfte) dazu entscheiden würden, es in den Unterricht zu integrieren. Dass es ins Curriculum aufgenommen wird, ist leider angesichts der hohen bürokratischen Hürden utopisch – aber auch hier geben wir die Hoffnung nur zu allerletzt auf. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Ich bin zwar gerade ein wenig schockiert über die Einstellung von dem Mann namens Florian, da ja genau diese Einstellung dazu führt das nichts passiert, aber gut…
Ich möchte dieses Buch gerne für meinen Sohnemann haben. Er befasst sich nun schon ein Weilchen mit dem Thema Umweltschutz und dieses Buch wird ihm sicher gefallen.

Danke für die tolle Rezension.

liebe Grüße
Rebecca

Hallo Rebecca!

Es freut mich sehr, dass dir die Rezension so gut gefallen hat und du das Buch für deinen Sohn kaufen möchtest. Wie alt ist er denn, falls ich das fragen darf? 🙂

Übrigens toll, dass er sich von sich aus mit der Umweltproblematik beschäftigt – da gehört er dann definitiv genau zur Zielgruppe und wird hoffentlich viel Freude mit dem Buch haben.

Liebe Grüße
Jenni

Huhu Jenni,

klar darfst du fragen. 🙂 Unser Sohnemann ist 9 Jahre und bereits sehr aktiv im Umwelt-und Tierschutz, was mich unglaublich stolz macht. In der Schule ist er letztens richtig angeeckt, weil er durchsetzen wollte, dass nur noch recyclebares Papier verwendet wird. 🙂

viele Grüße
Rebecca

Hallo Rebecca!

Wow, das ist ja eine tolle Einstellung – und das schon in dem Alter! Woher er das wohl hat…? 😉

Da darfst du als Mutter auch sehr stolz sein! Ich bin wirklich beeindruckt und hoffe, dass meine Kinder (so ich denn irgendwann welche habe) ebenso vorbildlich sein werden. 🙂

Liebe Grüße!
Jenni

Oh mann, das Buch klingt echt lesenswert und gleichzeitig mega erschreckend. Ich verstehe wirklich nicht, wie so viele Menschen die Augen vor der Realität verschließen können. Und wie immer großartig geschrieben die Rezension! 🙂

Liebe Grüße
Lena | http://www.healthylena.de

Hallo Lena!

Ach, danke für deine lieben Worte – toll, dass dir mein Schreibstil gefällt! 🙂

Du hast es gut auf den Punkt gebracht: “Es ist dein Planet” vereint wirklich diese beiden Seiten in sich – auf der einen die Faktenlage und auf der anderen die Lösungsansätze. Und doch haben wir es hier nicht mit einem deprimierenden Zeugnis, sondern mit einem hoffnungsvollen Werk zu tun, in welchem die zukunftsweisende Perspektive klar überwiegt.

Doch ja: Wir sollen uns auch nicht bequem in die Ecke setzen und mental wie physisch Däumchen drehen – auch das ist eine zentrale Botschaft des Buches. Und sie ist angesichts der Massen, die (wie du schon richtig schreibst) noch die Augen verschließen, auch dringend nötig.

Liebe Grüße
Jenni

Hallo Jenni!

Geniales Bild am Ende dieser sehr ansprechenden Rezension. Irgendwo bin ich schon vor einiger Zeit über das Buch gestolpert, aber jetzt hast Du es mir so richtig schmackhaft gemacht.

Ich finde es schön, dass Dir die Umweltthemen auch so sehr am Herzen liegen!

lg
Maria

Hallo Maria!

Danke dir für dein liebes Lob! 🙂
An dem Bild habe ich auch ein bisschen basteln müssen (mit meinen bescheidenen Bildbearbeitungs-Kenntnissen), aber ich finde, es hat den Bogen gut zu meiner Eingangsintuition geschlagen. Und eigentlich müsste man es wirklich auf Plakate drucken und aushängen…

Es freut mich, dass dich das Buch nun noch mehr als vorher interessiert. Es ist wirklich die kurze, aber hoch inspirierende Lektüre wert. 🙂

Ja, Umweltthemen liegen mir sehr am Herzen. Ich bin wirklich weit davon entfernt, alles so zu machen, wie ich es gerne hätte und es für die Umwelt am besten wäre – doch ich lerne gerne immer weiter dazu und sensibilisiere andere für das Thema, so weit es mir möglich ist.

Liebe Grüße zurück!
Jenni

Super geschrieben – wie immer. Ich glaube das Buch würde mich zu sehr deprimieren. Diejenigen, die sich dieser Sache bewusst sind haben nur wenig zu sagen oder sind zu wenige um wirklich eine Änderung zu erwirken und diejenigen die unseren Planeten so ausbeuten, die wissen vielleicht von der Existenz des Buches, ihr Geld und die Macht sind ihr aber wichtiger – “Scheiß auf die nachfolgenden Generationen, Hauptsache die Zeit ist einigermaßen erträglich in der ich jämmerliches Würstchen lebe”

Hallo Flo!

Danke für dein liebes Kompliment! 🙂

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass dich das Buch deprimieren würde – denn obwohl natürlich alle negativen Argumente aufgezählt werden (wir wissen bescheid und machen trotzdem so weiter, der Karren ist doch eh’ schon gegen die Wand gefahren, die Lobbyisten haben alles in der Hand…), ist das Buch insgesamt doch ein wunderbares Plädoyer dafür, zwar die Augen aufzumachen und der Realität ins Auge zu sehen – doch gleichzeitig auch nicht den Kopf in den Sand zu stecken und sich der eigenen Verantwortung bewusst zu werden.
Der Kunstgriff, Kinder solche Debatten führen zu lassen, sorgt für eine noch gesteigerte Wirkung der positiven Schlussbotschaft: Auch du kannst etwas verändern!

Ich denke, viele Menschen wollen nicht wirklich, dass es so weitergeht – sind aber nur zu bequem und / oder zu unwissend, um etwas an ihrem derzeitigen Lebensstil und damit auch an der Gesamtsituation etwas zu ändern. “Es ist dein Planet” ist ein wertvoller Beitrag dazu, genau das zu ändern – indem es die junge Generation in den Blick und die Verantwortung nimmt.

Insofern ist es kein altbekannter deprimierender Tatsachenbericht – sondern eine kleine Fiktion, die Hoffnung auf Realitätswerdung macht. 🙂

Liebe Grüße
Jenni