Haferflocken-Pancakes mit Johannisbeeren (glutenfreies Soulfood)

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22. Oktober 2017

Wo ist der Sommer hin? Wo hat er sich versteckt? Dunkel, grau, diesig, stippelig, kalt und irgendwie doof beginnt der Herbst (nach ein paar Sonnentagen, zugegebenermaßen). Sonntags sitzen wir zuhause, sind eingehüllt in dicke Decken, vor uns eine Tasse Tee und wir fragen uns, ob es dann denn jetzt schon war mit Sommer und Sonne.

Und unmittelbar, wenn ein paar dieser Tage aufeinanderfolgen, bekommen wir Lust auf Soulfood, auf seelenschmeichelndes Essen. Solches, das nicht nur gesund ist, sondern auch beim Futtern ganz besondere Freude bereitet. Sogar bereits beim Anschauen beginnt das Herz höher zu schlagen, wenn es sich um richtig gutes Soulfood handelt.

Daher kommen derzeit andauernd Milchreis, Grießbrei und Konsorten auf den Tisch – und ich fühle mich, als hätte der tiefste Winter schon wieder begonnen. Das Einzige, was mich daran erinnert,  dass wir doch eigentlich und ganz rein theoretisch vor nicht ganz so langer Zeit Hochsommer gehabt hatten, sind die Früchte, die es derzeit zu ernten gab und die wir in Massen beim Biolandwirt unseres Vertrauens einkaufen.

Und spätestens, als die Johannisbeeren dick und prächtig an den Sträuchern überall (und nicht zuletzt in Mamas Garten) hangen, ärgerte ich mich, dass wir nicht schon so ganz spießermäßig ein Haus mit Garten besitzen. Denn das Erste, was ich in diesem Fall tun würde, wäre, die Gartenfläche in einen Mini-Selbstversorger-Tempel zu verwandeln.

Und ich würde ein (regelmäßiges und immer wiederkehrendes) Scheitern sowas von in Kauf nehmen – um dann schlussendlich irgendwann die eigene Ernte in den Händen halten zu können.

Das muss ein unvergleichliches Gefühl sein.

Bis es aber soweit ist, unterstütze ich liebend gerne die Menschen in meiner Umgebung, die genau das schon machen und dabei ziemlich gute Arbeit leisten. So geschieht es nicht selten, dass wir (seitdem wir den Biobauernhof bei uns um die Ecke entdeckt haben, wofür wir zugegebenermaßen ziemlich lange gebraucht haben) samstagmorgens im Hofladen stehen und die halbe Auslage an frisch gepflückten Beeren abkaufen. Und im Anschluss daran frieren wir einen Teil unserer Schätze ein – damit wir auch nach dem Ende der Saison ein bisschen Sommergefühl auf dem Teller haben können.

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Denn ich weiß nicht, wie es euch geht, aber: Beeren setzen bei mir immer ein ganzes Inspirationsfeuerwerk im Kopf frei – es gibt wenige Zutaten, mit denen mir auf Anhieb so viele Kombinations- und Einsatzmöglichkeiten einfallen.

Ganz besonders liebe ich es, mit Beeren Kompott oder Marmelade herzustellen – das geht so unglaublich einfach, kann sehr gesund passieren und ist so, so, so lecker! Ich liebe diese Morgenstunden, in denen es draußen diesig-neblig ist und ich knallroten warmen Beeren-Kompott direkt aus dem Topf futtere.

Daher muss ein ordentliches Pancake-Rezept, das sich um Johannisbeeren dreht (die roten und die schwarzen) auch einen ordentlichen Johannisbeer-Kompott als Topping bekommen. Keine Sorge – die Herstellung ist sehr einfach und quasi nebenbei gemacht: Während die Haferflocken-Pancakes in der Pfanne brutzeln, kann immer mal wieder im Mini-Topf daneben mit dunkelrotem Inhalt gerührt werden, ganz entspannt.

Dieses Rezept ist perfekt für Tage, an denen das Abendessen süß sein darf oder das Frühstück spät wird. Oder beides.

Zutaten

(für 6 Pancakes)

  • 2 Tassen Haferflocken
  • 4 EL Kokosblütenzucker
  • 2 TL Weinstein-Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Mohn
  • 1 Tasse Cashews, eingeweicht
  • 1 Tasse Wasser + etwas mehr
  • 3 EL Chiasamen + 9 EL Wasser
  • 1 Zitronenschale, gerieben
  • 250 g Johannisbeeren, rot
  • 250 g Johannisbeeren, schwarz
  • 4 Datteln, sehr weich
  • Kokosöl zum Anbraten

Zubereitung

Die Haferflocken-Pancakes

  • Gebt die Haferflocken in den Mixer und vermixt sie zu feinem Mehl.
  • Vermengt das Hafermehl zusammen mit den anderen trockenen Zutaten (Kokosblütenzucker, Backpulver, Salz, Mohn) in einer großen Schüssel.
  • Rührt nun die Chia-Eier an: Vermengt die Chiasamen mit den 9 EL Wasser und lasst die Mischung ein paar Minuten ziehen, bis sie eine gelartige Konsistenz erhalten hat.
  • Schüttet das Einweichwasser der Cashews ab und spült sie noch einmal gut durch.
  • Gebt die Cashews zusammen mit der Tasse Wasser in den Mixer und vermixt beides zu einer dicklichen Cashew-Milch.
  • Nehmt nun eine zweite Schüssel zur Hand und vermengt dort die Cashew-Milch mit dem Chiasamen-Gel und der Zitronenschale.
  • Arbeitet die Cashew-Chiasamen-Mischung in die Trockenmasse ein. Gut umrühren.
  • Wascht die Johannisbeeren und gebt jeweils von den roten und den schwarzen zwei Handvoll in den Pancake-Teig und rührt diese unter.
  • Lasst den Teig nun ein paar Minuten stehen und erhitzt die Pfanne mit dem Kokosöl.

Das Johannisbeer-Kompott

  • Während die Pfanne heiß wird, könnt ihr das Kompott zubereiten: Gebt dafür einfach die restlichen Johannisbeerren in einen kleinen Topf, fügt etwas Wasser hinzu (nur ganz wenig) und zerpflückt die Datteln über dem Topf, sodass kleine bis mittelgroße Stückchen hineinfallen.
  • Erhitzt die Mischung, kocht alles einmal auf und rührt dabei immer wieder gut um.
  • Dreht die Hitze herab und lasst die Beeren köcheln, während ihr die Pancakes zubereitet. Immer mal wieder umrühren – die Masse wird schnell kompakter werden und die Dattelstücke lösen sich nach einiger Zeit auf.

Haferflocken-Pancakes zubereiten

  • Wenn der Teig etwas ruhen konnte, kann es sein, dass er ein wenig zu kompakt geworden ist – gebt in diesem Fall einen Spritzer Wasser hinzu und rührt alles noch einmal um. Die Konsistenz sollte dicklich, aber nicht schneidbar sein.
  • Setzt nun jeweils 1-2 EL pro Pancake in die Pfanne und bratet die Haferflocken-Pancakes von beiden Seiten für einige Minuten an, bis sie goldbraun werden und durch sind.
  • Das wiederholt ihr so lange, bis der Teig aufgebraucht ist. (Zwischendurch immer mal in den Kompott-Topf gucken und umrühren!)
  • Am Schluss stapelt ihr das Ganze zu einem dekadenten Turm und dekoriert ihn mit dem fertigen Johannisbeer-Kompott. Ganz genüsslich gemeinsam futtern!

Wir haben es das erste Mal nach einer langen Samstagnacht zubereitet, als wir beide mehr als gerädert waren – und als Serdar vom Schlafzimmerbett aus den Haferflocken-Pancake-Duft vernommen hat (und eines von den Teilchen ans Bett gebracht bekommen hat), wurden da die Lebensgeister doch ganz schnell wieder reaktiviert.

Die Folge: ein großer Hunger und ein großes Habenwollen und Drauflos-Stürzen auf meine kunstvoll angerichteten Pancakes. Ich habe Schlimmstes verhindern können. Aber zu einem echten Pancake-Essen gehört eben auch eine echte Sauerei. Das muss so.

Wenn ihr glutenfreie Haferflocken verwendet, sind die Haferflocken-Pancakes sogar (ganz aus Versehen, wenn ich ehrlich bin) glutenfrei und somit auch für diejenigen unter uns gedacht, die auf solche Dinge achten möchten oder müssen.

P.S.: Der Johannisbeer-Kompott ist meine Soulfood-Wunderwaffe an Tagen, an denen es echt ganz schnell gehen muss mit richtig gutem, warmem Essen für die Seele.

Wie macht ihr eure Pancakes am liebsten?

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

KOMMENTARE

Hallo Jenni, jetzt schweife ich etwas vom Thema ab.
Bin über Deine rohveganen Schoko – Orangentorte gestolpert und hab sie grad gemacht.
Aber eine Frage, was hast Du für einen Mixer ?
Mein Vitamix hat gestreikt, die Masse war zu trocken zum Mixen.
Habe dann notgedrungen umdisponiert in die Küchenmaschine, die leider nicht so ganz fein vermengt hat.
Liegts am Mixer ider gibt es da einen Trick ?

Liebe Petra,

das macht doch nichts. 😉
Ich habe einen ganz normalen Durchschnittsmixer von WMF – der kann mit Sicherheit wesentlich weniger als dein Vitamix. 😉
Ganz fein wird das mit meinem Gerät auch nicht – und man muss unter Umständen auch ein wenig Geduld haben beim Mixen und die Masse immer mal wieder nach unten in die Messer schieben, damit die Maschine sie erfasst und verarbeitet. Generell bin ich bei dem Rezept nicht so sehr auf Perfektion aus gewesen, daher dürfen die Lagen auch ein bisschen gröber sein – das gibt Spannung beim Essen. 🙂

Meistens helfe ich – nachdem der Mixer die Vorarbeit gemacht hat – noch einmal händisch nach und vermenge und verknete die Masse zu einem zusammenhängenden Teig. Falls das gar nicht geht, kannst du aber auch einfach ein bisschen mehr Flüssigkeit zugeben, damit das Verhältnis passt. Das kommt ja immer auch ein wenig auf die verwendeten Zutaten an – und meine Mengenangaben sind ja auch ein bisschen variabel in den Rezepten. 🙂

Ich hoffe, das konnte dir ein wenig helfen.

Liebe Grüße
Jenni

Die sehen so lecker aus, ey! 🙂
Meine Pancakes sind deinen sehr ähnlich, jedoch pack ich die Chiasamen nicht in die Pfannkuchen, sondern in die zugehörige DIY-Marmelade, damit sie eine schöne geleeartige Konsistenz bekommt.

PS: Ribiseln, wie sie ja bei uns so schön heißen, mag ich auch sehr gern, da die Säure so wundervoll konträr zu den süßen Haferflockenkuchen sind. Kann mich da noch sehr gut an meine Kindheit erinnern, denn die Ribiselstauden waren immer sehr schnell leergepflückt hihi. Kann deine Liebe zum Soulfood-Kompott also sehr gut nachvollziehen. 🙂

Liebe Tanja,

danke dir für deine lieben Worte – freut mich sehr, dass dir die Pancakes optisch schonmal so sehr zusagen! 🙂
Die Idee, die Chia-Samen in die Marmelade zu packen, finde ich auch genial und mache ich selbst immer mal wieder – es gibt keine bessere und gesündere Marmeladensorte als diese, finde ich! Superlecker!

Deine Erinnerungen zum Johannisbeer-Pflücken teile ich übrigens auch – noch heute gerate ich regelmäßig außer mir, wenn ich Sträucher voll von diesen kleinen runden Beeren hängen sehe…

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,

das kannst du nicht einfach so machen. Du kannst nicht einfach solche Bilder posten, bei denen mir das Wasser im Mund zusammen läuft und dann nicht hier sein, um mir diese Pancakes zu backen! :-p
Sieht einfach mega klasse aus und ich hatte eh schon total lange keine mehr – Fehler!

Liebst,
Ulli

Liebe Ulli,

sowas würde ich doch niemals… 😉
Ich müsste vielleicht bald das Beamen erfinden – aber ich bin mir sowas von sicher, dass du diese Pancakes auch im Traum hinbekommst und wünsche dir schon jetzt gutes Gelingen dabei. Türmchenbauen in dieser Beziehung macht einfach unglaublichen Spaß – und das Essen hinterher sowieso.

Liebe Grüße
Jenni

Hmm, lecker schauen die aus. Und die Farbe der Johannisbeeren, ein Traum <3
Ich frage mich ja auch, wo der Sommer so schnell hingehen konnte. Er war ja eigentlich gar nicht da. Langsam muss man auf dem Rad wieder seine Mütze anziehen und die Handschuhe rauskramen. Die Regenhose ist natürlich auch immer im Gepäck und die Sternenwolldecke fürs Sofa habe ich auch wieder rausgekramt 😀
Es ist offiziell Herbst und seit es auch wieder überall schon wieder Winterdeko gibt, auch fast schon Winter.
Wie doof das ist. Da kann man nicht mal richtig den Herbst zelebrieren, weil man schon mit Weihnachen genervt wird.
Naja 🙂
Ich wünsch dir einen guten Start in die neue Woche.

Liebe Julia,

oh ja! Bezüglich der Sommer-Nichtverfügbarkeit dieses Jahr kann ich in den Lied mit einstimmen – und ich krame auch schon wieder die Pullis und Decken und Handschuhe und Mützen und alles, was sonst noch zur kalten Jahreszeit gehört, raus (dicke Socken!) und bin natürlich auch gleich wieder erkältet. (Wobei ich gestehen muss, dass ich nun wieder ein Jahr ohne alles rum habe und eigentlich auch terminlich mal wieder dran war mit Krank-im-Bett-liegen.)
Ja – Weihnachtsdeko überall! Und die Süßigkeiten kann man auch schon wieder in jedem Laden kaufen. Wobei ich mir habe sagen lassen, dass der Spekulatius jetzt am besten ist. Daraufhin habe ich mit mir einer Freundin eine Packung gekauft und wir haben festgestellt: Potz Blitz – das stimmt ja wirklich! Jetzt sind die Dinger gar nicht so labberig wie im Dezember! Absoluter Geheimtipp an dieser Stelle. 😀

Liebe Grüße und einen feinen Tag dir!
Jenni

Hach ich liebe Haferflocken – Pancakes, und wenn ich deine sehe bekomme ich wieder richtig Lust darauf. Mein Rezept ist ganz hnlich wie deins, yum yum!=)
Liebe Grüsse,
Krisi

Liebe Krisi,
das kann ich gut nachvollziehen – ich verfolge deine Rezepte ja immer mal wieder und kenne deine Haferflocken-Liebe da zu gut. 🙂
Ich hoffe, ganz bald stehen die Pancakes wieder auf deiner Zubereitungsliste – sie lohnen sich jedes Mal!

Liebe Grüße
Jenni

Meine Lust auf solches Essen ist auch wieder angewachsen, sodass ich mir nachher schokopudding als Mittagessen mache und den mit eigens hergestelltem Apfel Kompott aus Omas Äpfeln garniere. Aber auf Pfannkuchen hätte ich auch Lust, wenn dann nicht jedes Mal so viel Geschirr dreckig wäre 😉

Deinen Gartentraum Träume ich übrigens auch – und bis es irgendwann vielleicht soweit ist, züchte ich im Topf und lasse mich von Oma und Mama beliefern 😉

Liebe Grüße

Liebe Tabea,
ach, Schokopudding ist auch eine tolle Alternative zu diesem Soulfood hier! Und Apfelkompott sowieso – das könnte ich pur essen, literweise (und manchmal mache ich das auch)!
Das mit dem dreckigen Geschirr hält sich aber bei Pancakes doch noch einigermaßen in Grenzen – da gibt es deutlich schlimmere und abwaschintensivere Gerichte, würde ich sagen. 😉
Deine Garten-Alternative finde ich übrigens sehr gut und stelle ich mir auch familiär schön idyllisch vor. Ich lasse mich derweil von der regionalen Biobox beliefern – das hat auch etwas für sich. Aber selbst angebaut wäre das natürlich noch einmal ein ganz anderes Feeling. 🙂

Liebe Grüße und einen feinen Tag dir!
Jenni

ich bin dann mal auf dem weg in die küche und weich cashews ein … die restlichen zutaten sollten sich hier auch noch finden lassen. obendrauf kommt dann die brombeermarmelade meiner tante … mmmhhh. danke für die morgendliche inspiration & einen schönen sonntag

Liebe Nike,

ach, ich bin immer so glücklich, wenn die Rezepte, die ich veröffentliche, direkt zum Nachmachen einladen! 🙂
Wie sind sie denn geworden, die Pancakes? Hast du sie genossen?

Liebe Grüße und einen feinen Tag dir!
Jenni