Spaghetti mit Bolognese (vegan) #1

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7. Oktober 2019

Man könnte sagen, ich bin zu spät dran mit einem Rezept für Spaghetti mit Bolognese, auch wenn es die vegane Version ist. Und man hätte recht damit.

Obwohl das Internet eigentlich kein weiteres Bolognese-Rezept braucht und die Tomatenzeit auch fast vorbei ist, habe ich mich dazu entschieden, die digitalen Weiten mit einer ersten Interpretation zu beglücken, die genau genommen gar nicht meine ist.



Eines Tages,

also: eigentlich vor gar nicht so langer Zeit, sagen wir: vor zwei Wochen, kam ich nach einem langen Tag nach Hause, vollkommen ausgehungert, weil die letzte halbwegs anständige Mahlzeit an diesem Tag wegen nicht vorhandener Planung noch nicht stattgefunden hatte.

Und fand in der Küche im schwachen Licht der Lichterkette, die ich vor ein paar Monaten installiert habe, um es schön kuschlig abends zu haben, einen dampfenden Teller mit Spaghetti. Und obendrauf eine Soße, die ich zuerst nicht zuordnen konnte, nach dem ersten Bissen zu urteilen aber nichts anderes als eine vegane Bolognese sein musste.

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Ich schwebte. Im. Himmel.

Und aß viel mehr, als ich eigentlich vorhatte – einfach, weil es so lecker war. Noch während ich mich an meine zweite von insgesamt drei Portionen an diesem Abend machte, fragte ich Serdar beim Kauen, wie zum Teufel er auf dieses verdammt gute Rezept gekommen war.

Der Gute war vollkommen überrascht, dass ich einer seiner Alles-was-gerade-da-ist-Kreationen so eine Begeisterung entgegen brachte.

Nachdem wir die grobe Zutatenliste rekonstruiert und das Gericht an den folgenden Tagen noch ein paar Mal nachgekocht hatten, war allerspätestens klar: Das möchte ich der Welt nicht vorenthalten.

Egal, wie viele Rezepte für Spaghetti mit Bolognese, gerne auch vegan, es da draußen schon gibt. Jetzt gibt es noch eines.



Rezept

(für 2 große Portionen)

Zutaten

  • 2 EL Olivenöl
  • 2 TL Tomatenmark
  • 1 Zwiebel, groß
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1-2 TL Salz + Pfeffer nach Geschmack
  • 1 Karotte
  • 5-6 Tomaten
  • 1 Tasse Sojaschnetzel, fein
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 5-6 EL Wasser
  • 500g Vollkorn-Spaghetti

Zubereitung

  • Schneidet die Zwiebel, die Tomaten, die Karotte und die Frühlingszwiebel in kleine Stückchen.
  • Erhitzt das Olivenöl in einer Pfanne und bratet die Zwiebeln gut an, bis sie golden werden.
  • Gebt jetzt das Tomatenmark hinzu und löst es auf.
  • Als nächstes kommen die Sojaschnetzel hinzu: Gut anbraten!
  • Jetzt könnt ihr auch schon ein wenig salzen und pfeffern. Vorsicht, wenn das Tomatenmark gesalzen ist – dann braucht ihr sehr wenig zusätzliches Salz. 
  • Gebt nun die Karotte hinein und bratet sie ebenfalls kurz mit an.
  • Nach einigen Minuten können die Tomatenstückchen folgen. Gut unterrühren und weiterköcheln lassen, danach etwas abdrehen.
  • Fügt nach ungefähr 10 Minuten die Frühlingszwiebeln hinzu (legt ein bisschen für die Dekoration beiseite) und presst den Knoblauch in die Pfanne.
  • Unter Rühren ein paar Minuten weiterköcheln lassen, bei Bedarf noch einmal abschmecken und würzen. Wenn die Sojaschnetzel zu viel Wasser einziehen, 5-6 EL zusätzliches Wasser hinzugeben.
  • Während die Bolognese köchelt und einzieht, die Spaghetti kochen.
  • Anschließend alles zusammen anrichten und genießen!
  • Tipp: Besonders gut machen sich als Topping vegane Parmesan-Alternative (zum Beispiel von Simply V) oder Hefeflocken.

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Bis dahin war mir gar nicht klar gewesen, dass ich Spaghetti mit Bolognese, ein Gericht, dass ich natürlich genauso wie so ziemlich jede*r andere unauslöschlich mit Kindheit verbinde, vermisst hatte.

Ich wusste zwar, dass der Klassiker auch pflanzlich funktioniert, sehr gut sogar – aber irgendwie war ich bisher nicht dazu gekommen, ihn in der heimischen Küche umzusetzen geschweige denn fest in meinen Speiseplan zu integrieren.

Die Eskalation am besagten Spätsommerabend war demnach vorhersehbar gewesen.

Und mittlerweile gibt es mindestens einmal pro Woche vegane Spaghetti mit Bolognese. Ich bekomme nicht genug davon.

Wir werden uns durch unterschiedliche Versionen probieren (auch die mit Linsen), deswegen ist das Rezept hier mit #1 benannt. Da folgen bestimmt noch einige weitere Ideen, I am on fire now.



Dieses Rezept ist ein 20-Minuten-Dauerer, also eines, das man auch nach einem langen Arbeitstag einmal fix in der Küche Zusammenschnippeln und -rühren kann und am Ende mit einem wohlig-warmen Gefühl im Bauch belohnt wird.

Wichtig bei der Bolognese ist, sie vor dem Servieren ein paar Minuten köcheln zu lassen, damit die Aromen sich entfalten und die Sojaschnetzel Zeit haben, weich zu werden und an das typischen Bolognese-Gefühl beim Essen erinnern zu können.

Besonders gut passt natürlich frisches Basilikum dazu, wie das bei Nudelgerichten mit Tomate so ist. Auch toll: Ein bisschen Sojajoghurt in die Bolognese mischen, das macht sie schön cremig und erinnert ein bisschen an Sahnesoße.



Wer noch sucht, findet jetzt sogar noch regionale Tomaten auf den Wochenmärkten. Generell neigt die Zeit sich ja doch sehr rasch dem Ende zu, weshalb sicherlich auch gestückte Tomaten aus dem Glas gut in die Bolognese passen, sollte in den Wintermonaten der Hunger auf Spaghetti mit Bolognese zu groß werden.

Noch mehr unkomplizierte herzhafte Rezepte gibt es hier.

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

KOMMENTARE

Vielen Dank für dieses tolle Spaghetti Bolognese Rezept. Ich habe es am Wochenende nachgemacht und meine Familie war beeindruckt. Deine Schritt-für-Schritt Anleitung hat es mir sehr erleichtert. Nochmals Dankeschön!

Hallo Arnold,
ich danke dir für deine schöne Rückmeldung – ich freue mich sehr, dass es deiner Familie so gut geschmeckt hat!
Viel Freude demnächst hoffentlich beim Wieder-Kochen! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,
blöde Frage: weicht ihr die Sojaschnetzel vorher nicht ein, bevor ihr sie verwendet? Du hattest nämlich geschrieben “Wenn die Sojaschnetzel zu viel Wasser einziehen…” Ich liebe Bolognese, aber das ewige Einweichen und Ausdrücken ist mir manchmal einfach zu viel 🙁
Liebe Grüße
Sarah

Liebe Sarah,
alles gut, das ist gar keine blöde Frage, finde ich.
Wir haben die Sojaschnetzel tatsächlich bisher nie eingeweicht – weil wir die feinen genommen haben, geht das wunderbar ohne und man hat die ganze Arbeit damit im Vorfeld gar nicht. Sie gehen dann in der Soße auf bzw. ziehen, wie beschrieben, Wasser und da kann es dann sein, dass man minimal nachjustieren muss.
Aber an sich ist das sehr unkompliziert. 🙂

Liebe Grüße an dich!
Jenni

Yummy yum! Das sieht ja mal wirklich lecker aus. Obwohl ich noch nie Soyageschnetzeltes ausprobiert habe, scheint es doch gar nicht so schlecht zu sein, da man es im Prinzip sehr vielseitig anwenden kann. Das Rezept muss ich definitiv mal ausprobieren und bei den Bildern wird man echt direkt hungrig:)

Liebe Grüße
Kirsten

Liebe Kristin,
das freut mich sehr, danke dir! 🙂
Mit Sojaschnetzel kann man wirklich total viel anstellen, ich bin da auch noch am Ausprobieren.

Liebe Grüße und viel Freude beim Nachkochen vielleicht bald!
Jenni

Bei den Bildern läuft mir einfach das Wasser im Mund zusammen *-* du bist so so gut im Food Styling, Fotografieren und Bearbeiten!! Mega inspiration – ich muss daran dringend noch mehr feilen 🙂
Vegane Bolognese mache ich auch so so gerne 🙂 Ist so einfach, schnell und variabel. Mit Zoodles, überbacken als Nudelauflauf oder zwischen Lasagneplatten, mit Kichererbsennudeln oder ich mach auch gerne Linsenbolognese *-*

Liebe Grüße
Pauline <3

Liebe Pauline,
vielen lieben Dank für deine lieben Worte – es freut mich sehr, dass dir die Bilder so gut gefallen. Sie sind auf jeden Fall mit viel Liebe gemacht. 🙂
Oh ja, Linsenbolognese möchte ich auch definitiv noch hier auf den Blog bringen, die ist auch unfassbar gut! Nudeln aus Kichererbsen und Linsen mag ich auch sehr gerne, das ist dann die volle Proteinpackung. 😀

Liebe Grüße an dich!
Jenni