Sehr exotische Lebensmittel kommen bei uns selten auf den Teller – aber wenn, dann ist es ein Fest! Letztens hatte ich schon lange Lust auf Süßkartoffeln mit Avocado-Creme (auch: Guacamole), dass sich das Einkaufen der Zutaten schon fast wie ein heiliges Ritual anfühlte – und das Kochen sowieso. Als dann alles auf dem Teller lag – was für eine Farbenpracht!

Das Warten hatte sich (wieder mal) gelohnt.

Denn unsere Überzeugung ist: Fast alle Dinge werden noch schöner, wenn man sich eine Zeitlang auf sie freut. Wenn man sich ausmalt, wie gut man sich fühlt, wenn man sich dieses Ding oder eben jenes Essen endlich mal wieder gönnt. Bisher haben wir in diesem Bereich wenig negative Erfahrungen sammeln müssen (das liegt unter anderem auch daran, dass man sich in der langen Wartezeit zwei- oder auch dreimal überlegt, ob man das – was auch immer das sei – nun wirklich möchte oder nicht und dementsprechend vielen Enttäuschungen vorbeugt).

Und obwohl ich mittlerweile immerhin noch ein paar Kochbücher besitze (in die ich viel zu wenig hineinschaue und deswegen auch ein großes schlechtes Gewissen habe), ergeben sich die meisten Gerichte bei uns dann doch irgendwie sehr zufällig.

Das liegt unter anderem daran, dass wir eine wöchentliche Bio-Gemüsekiste aus der Region bekommen und dann eben das verarbeiten müssen, was geliefert wird (auch, wenn wir das online abändern und ergänzen können). Und dann machen wir meistens: Nudeln mit Gemüsepfanne. Gemüsepfanne. Hirse mit Gemüsepfanne. Eintopf. Linsen mit Gemüse. Getreide mit Gemüsepfanne. Reis mit Gemüsepfanne.

Manchmal aber doch auch etwas auf dem Ofen. Ich kann ohne gebackenen Kürbis schlecht überleben, glaube ich. Und das letzte Mal, dass der in herrlich dufend-saftiger Manier (mit ganz viel Senf) den Weg auf unseren Küchentisch gefunden hat, liegt auch schon wieder sträflich lang zurück. Aber ich schweife ab.

Gebackene Süßkartoffeln aus dem Ofen sind jedenfalls fast so gut wie der erwänte Kürbis – wenn auch meistens die Luxus-Variante, weil häufig nicht regional und entsprechend teurer. Doch auch diese (und gerade diese!) Freuden darf und sollte man sich zwischendruch erlauben.

Wenn ich schreibe, dass ich in meine Kochbücher viel zu selten hineinschaue, ist das eine Untertreibung – und passt wunderbar zur Inspirations-Herkunft dieses Rezeptes: Ich habe eine Packung Linsen geschenkt bekommen – weil zu viele da waren, sie ebenfalls geschenkt wurden und man sie sowieso nicht essen würde.

Augenzukneifend habe ich dann über die Plastikverpackung hinweggesehen (Lebensmittel retten ist schließlich wichtiger). Beziehungsweise: Dann habe ich doch genauer hingeschaut. Denn die schwarzen Davert-Linsen wurden auf der Rückseite der Packung zu einem Wasser-im-Munde-zusammenlaufenlassenden Rezept verarbeitet: Süßkartoffeln mit Linsentopping und Avocadocreme.

Dieses Mal war ich also herrlich unkreativ und habe einfach nachgekocht, was mir da von der Packungsrückseite entgegenlächelte. Und ein Minibisschen abgewandelt, für mehr Pfiff (den ich nicht sonderlich vermisst hätte, auf den Serdar aber unbedingt bestanden hat. Für ihn ist ein Rezept ohne angebratene Zwiebeln kein richtiges Rezept.)

Zutaten

(für 2 Süßkartoffeln)

  • 2 Süßkartoffeln
  • etwas Olivenöl
  • 2 Zweige Rosmarin / Thymian
  • ca. 20 Kirschtomaten
  • Salz + Pfeffer nach Geschmack

Für die Avocado-Creme:

  • 1 Avocado
  • Salz + Pfeffer nach Geschmack
  • Saft von 1/2 Limette

Für die Linsen:

  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Tasse schwarze Linsen
  • 3 Tassen Wasser
  • 3 Tomaten
  • Salz + Pfeffer nach Geschmack
  • ein paar getrocknete Kräuter (ich habe die Gewürzkräuter-Mischung von Sonnentor benutzt)

Zubereitung

  • Heizt den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vor.
  • Wascht die Süßkartoffeln, halbiert sie und legt sie auf ein Backblech.
  • Gebt etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer und die zerkleinerten Rosmarin/Thymian-Stängel dazu und setzt das Blech für die nächsten 40 Minuten in den Ofen.
  • Bereitet die Kirschtomaten ebenso vor und setzt sie nach 15 Minuten ebenfalls für den Rest der Backzeit in den Ofen.

Das Linsen-Topping:

  • Bereitet nun die Linsen vor: Schneidet die Zwiebel und den Knoblauch klein und bratet beides kurz in etwas Olivenöl an.
  • Gebt nun die Linsen hinzu und bratet auch diese ein paar Minuten an.
  • Löscht das Ganze nun mit dem Wasser ab und lasst die Linsen bei geschlossenem Deckel für etwa 20 Minuten kochen.
  • Schmeckt die fertigen Linsen mit Salz und Pfeffer ab.
  • Je nach Linsenart wurde das Wasser entweder vollständig oder nur teilweise eingezogen. Siebt eventuell überflüssiges Wasser ab oder belasst es im Topf, damit es später mit den übriggebliebenen Linsen zu einem neuen Gericht verarbeitet werden kann.

Die Avocado-Creme:

  • Entkernt die Avocado, löffelt das Fruchtfleisch aus und zerdrückt es mit einer Gabel zu feinem Brei.
  • Salz, Pfeffer und den Zitronensaft hinzugeben.
  • Wenn die Süßkartoffeln fertig sind, könnt ihr eine kleine Kuhle in der Mitte jeder Hälfte ausgeben (müsst ihr aber nicht) und anschließend die Linsen, gefolgt von der Avocado-Creme, darauf drapieren.
  • Schön anrichten und genießen!

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Nachdem die Süßkartoffeln mit Linsentopping aus dem Ofen kamen und wir unsere Teller so schön angerichtet hatten, konnten wir es gar nicht erwarten, loszufuttern. Und was soll ich sagen? Es schmeckte unfassbar gut und ist durch die Kombination von Kohlenhydraten, Protein und gesunden Fetten außerdem ein Gericht, das rundherum glücklich macht und lange satthält ohne zu beschweren.

Was ist derzeit euer liebstes Gericht, das ihr immer und immer wieder kocht?

JENNI MARR
Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.
KOMMENTARE

Hallo Jenny,
wie gut, dass ich ein Rezept für eine vegane Käsealternative mit Süßkartoffel ausprobiert habe. Mit den übrig gebliebenen Süßkartoffeln werde ich mich gleich mal an Deinem Rezept versuchen.
Rezepte, die immer wieder auf den Tisch kommen sind: Kartoffelsalat, Gemüsesuppe und Nussecken. 🙂
Allerbeste Grüße aus dem Garten

Liebe Karo-Tina,
ich danke dir für deinen lieben Kommentar und freue mich, dass du das Rezept testen möchtest.
Hast du es schon umgesetzt – wie hat es dir gefallen? 🙂
Kartoffelsalat machen wir heute auch; aus den Resten der Ofenkartoffeln von gestern. Das wird soooo gut, ich freue mich schon sehr! Nussecken wünscht Serdar sich schon lange und ich muss endlich mal eine gesund-vegane Version davon entwickeln, danke dir für den Reminder! 🙂

Liebe Grüße in deine neue Woche!
Jenni

Mhmm das klingt wirklich traumhaft! Und diese Farben! Hach! Bei uns gibt es heute etwas Ähnliches, nur mit Kichererbsen statt Linsen und Hummus-Joghurt-Knoblauchsauce … mjam! Deine Version muss ich mir aber auch abspeichern, für’s nächste Mal 🙂
LG, Elisabeth

Liebe Elisabeth,

ich freue mich, dass ich eine kleine Anregung sein konnte (und verfolge ja deine Essenskreationen immer via Instagram, wobei mir auch regelmäßig das Wasser im Munde zusammenläuft). 🙂
Deine Alternative klingt aber auch unfassbar gut – mit Hummus kann man mich immer locken, wie du weißt. 😀

Liebste Grüße
Jenni

Liebe Jenni,
also da läuft mir wirklich das Wasser im Munde zusammen, Deine Bilder machen echt Lust auf dieses leckere Gericht. Ich liiiiiebe Linsen so sehr und ich schnibbel total gerne Süßkartoffeln in Linsensuppe. Aber diese Variante mit dem Schiffchen hab ich noch nie probiert. Wird definitiv bald gemacht!
Im Moment bin ich voll auf dem Suppen-Trip, wenn es so kalt draußen ist, finde ich ne heiße Suppe einfach wunderbar.
Hab noch einen schönen Abend,
alles Liebe, Sharon 🙂

Liebe Sharon,
ich freue mich total, dass dieses Rezept dir auch so gut gefällt!
Wir konnten uns gar nicht sattsehen an den vielen Farben und mögen auch das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten sehr. 🙂

Suppen müssen wir dafür mal wieder öfter machen – die kommen hier viel zu selten auf den Tisch!

Liebe Grüße an dich!
Jenni

Oh wow sieht das gut aus! Was für eine tolle Idee mit den Schiffchen 😀 Ich mache Süßkartoffel sonst nur als krosse Scheiben in den Ofen, aber das muss ich unbedingt mal ausprobieren 🙂
Schmeckt bestimmt auch mit vielen anderen Sachen!

Liebe Grüße
Pauline <3

https://mind-wanderer.com/category/food/

Liebe Pauline,

ich danke dir für die lieben Worte!
Süßkartoffel-Scheiben sind auch richtig lecker – aber die gefüllte Variante mögen wir auch sehr gerne (funktioniert übrigens auch mit “normalen” Kartoffeln, Aubergine und Zucchini wunderbar).

Liebe Grüße
Jenni

Das sieht absolut köstlich aus! Davon hätte ich gern zu Mittag eine große Portion 🙂
Liebe Grüße aus dem Süden,
Ela

Liebe Ela,

das lässt sich ja einrichten! 😀
Danke dir für die lieben Worte – ich wünsche dir viel Freude beim Nachkreieren, falls du demnächst Lust dazu hast.

Liebe Grüße
Jenni

Das klingt himmlisch und sieht traumhaft aus! Eine kleine technische Frage – habt Ihr die Kartoffelschale mitgegessen oder alles aus der Schale rausgelöffelt?

Liebe Nadine,
danke dir für die lieben Worte – das freut mich sehr! 🙂
Wir haben die Schale mitgegessen – wenn die Kartoffeln Bio sind, ist das gar kein Problem und nach dem langen Backen wird sie schön weich.

Liebe Grüße
Jenni