Unsere Zukunft: An einem Strang müssen wir ziehen.

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1. November 2016

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Nichts ist so ungewiss wie die Zukunft. Unsere Zukunft. Die von uns als Individuen, aber auch diejenige von uns als Spezies Mensch. Wer wollen wir sein? Wie wollen wir leben? Was wollen wir unseren Kinder vermachen? Und nicht zuletzt: Wie wollen wir uns rechtfertigen vor ihnen, wenn sie uns eines Tages fragen, wie wir das alles zulassen konnten?

“Before The Flood” – wo wir stehen

Das sind nur einige der Fragen, die der neue, bombastische Film “Before The Flood” von National Geographic in Co-Produktion mit niemand Geringerem als Leonardo DiCaprio (der vor kurzem übrigens UN-Friedensbotschafter für Klimafragen geworden ist), aufwirft. Es ist ein Dokumentations-Spektakel voller gewaltiger, aber auch verwackelter und authentischer Bilder, die uns rund um den Globus führen und die uns zeigen, dass wir ein großes Problem haben (das von manchen mit gewaltiger Verdrängungsleistung ausgestatteten Menschen noch immer negiert wird) – und dieses Problem heißt Klimawandel.

Es geht nach Kanada, wo fleißig Erdöl gefördert wird und die gezeigten Gebiete – Leo bringt es auf den Punkt – an Mordor erinnern, aber nichts mehr mit unserer Erde zu tun zu haben scheinen. Eine braune Wüstenlandschaft, durchzogen von durch Bagger aufgeworfenen Hügeln, bar jeden Lebens außer dem motorisierten.

Weiter geht die Reise zum Polarkreis, unter anderem nach Grönland, wo die Gletscher in atemberaubender Geschwindigkeit abschmelzen und die Gefahr von Flutkatastrophen, die der steigende Meeresspiegel bewirken wird, so sehr mit den Händen zu greifen ist wie nirgendwo sonst.

Und es geht nach Florida, wo die ansässige Bevölkerung seit Jahren bereits mit immer häufiger auftretenden Flutmassen kämpfen muss, die das Wasser an manchen Sommertagen alle Straßen beherrschen und den Menschen hilflos vor der Naturgewalt stehen lässt. Als Konsequenz werden Millionen Dollar in die Arbeiten zur Erhöhung des Straßenlevels gepumpt – eine vorübergehende Lösung, von der auch der Bürgermeister Philip Levine weiß, dass sie höchstens 40-50 Jahre Frieden bringen wird. Ein Aufschub, weiter nichts.

In China schaut sich das Team den Feinstaub, der die Megacities in eine undurchdringliche Dunstglocke hüllt, an und wir werden Zeuge von vielen Menschen, die sich das nicht mehr länger bieten lassen wollen – die Umweltzerstörung, die letzten Endes auf Kosten der Gesundheit aller geht. Die protestierten, die etwas verändern wollen, aber nicht wissen, wie bzw. nicht gegen die herrschenden politischen und wirtschaftlichen Interessen derjenigen ankommen, die die “Fabrik der Welt” am Laufen halten.

In China, people have concerns about climate change, but first and foremost because their everyday life is affected. Now environmental issues have become the biggest reason for mass demonstrations.Ma Jun, Founding Director, Institute of Public & Environmental Affairs

Weiter geht die Bilderflut mit Eindrücken aus Indien – einem rasant wachsenden Land, das immer mehr Menschen mit den grundlegendsten Dingen versorgen muss und an den Aufgaben, die der zu rasche Wachstum mit sich bringt, zu scheitern droht. Leo führt dort ein hochinteressantes, weil neuperspektivierendes Gespräch mit Sunita Narain, einer Umweltaktivistin und -autorin, die deutlich macht, dass die europäisch-amerikanische (bzw. generell die “westliche” – was auch immer man darunter verstehen mag) Perspektive nur eine Seite der Medaille beleuchtet und die Inder vor dem Umweltschutz – bei dem sich die Amerikaner ruhig auch mal an die eigene Nase packen dürfen, wie sie unmissverständlich klarmacht – erst einmal ganz andere, basalere Interessen haben: Die stetig wachsende Bevölkerung mit ausreichend Nahrung, Strom und Wasser zu versorgen. Wie soll das nachhaltig funktionieren – von Null auf Hundert und ohne Vorbilder, die zeigen, wie man’s machen könnte? Macht es vor – so ihre Botschaft – wenn ihr das könnt und das Zeichen setzt, dann können wir das auch! Sunita bloggt übrigens auch über solche und ähnliche Themen.

We care about climate change. But the fact is we are a country where energy access is as much a challenge as climate change. We need to make sure every Indian has access to energy.Sunita Narain, Center for Science and Environment, Delhi

Die Reise geht weiter über südpazifische Inseln, auf denen Hurrikans gewütet und die mit steigendem Meeresspiegel zu kämpfen haben, die vorsorglich ihren Bewohnern das Recht auf Auswanderung (= Evakuation) ermöglichen. Zu toten Korallenriffen auf den Bahamas, die sich vermutlich niemals wieder erholen werden und deren Tod ein großes Problem für die globalen CO2-Emissionen bedeutet – binden sie doch im Regelfall einen Großteil des im Meere befindlichen Gases, sodass es sich nicht in der Atmosphäre anreichern kann. Nach Sumatra, wo Orang Utrans durch Palmölplantagen bedroht und der Regelwald munter weiter abgeholzt wird, um das billigste aller Öle zu gewinnen.

Nach Argentinien, Nevada, ins Weiße Haus und nach Rom zum Papst führt Leos Weg auf der Suche nach Antworten auf die Fragen “Wie schlimm ist es?” und “Was kann man tun?”.

Was er herausfindet, ist niederschmetternd. Wir sehen öde Landschaften, eingesperrte Tiere, die man gerade noch vor Wilderern und dem illegal gelegten Regenwaldfeuer hat retten können, sehen Zeitrafferaufnahmen von Eismassen, die so unglaublich schnell schmelzen wie eine Eiskugel in ihrer Waffel unter sommerlicher Hitze. Hören furchtbare, wirklich furchtrbare, Zukunftsprognosen. Kalte Winter in Europa, klirrend kalt. Dürren im Nahen Osten – genau da, wo jetzt schon sogenannter “Bürgerkrieg” herrscht. Kämpfe um Wasser, die teilweise jetzt schon ausgebrochen sind. Kurzum: Chaos. Überall vollkommenes Chaos. Und das ist erst der Anfang.

We’re taking away the ecosystems that normally help us to restabilize the climate. Like oceans, rainforests absorb carbon from our atmosphere.Lindsey Allen, Executive Director, Rainforest Action Network

What we’ve done to the rest of the world is just, it’s criminal. It’s not just sea level rise – We’ve taken these coastal ecosystems that used to be dominated by incredibly abundant fish, and we’ve knocked the whole system down reversing half a billion years of evolution.Jeremy Jackson, Ph.D Marine Ecologist

Was können wir ändern?

Angesichts solcher Bilder, Eindrücke und Prognosen, die ihm von allen möglichen Experten immer und immer wieder erklärt werden (hier gibt es noch einmal einen schönen Überblick), nimmt es nicht wunder, dass Leo im Laufe der Zeit einigermaßen deprimiert und pessimistisch an die Sache herangeht und zu zweifeln beginnt, ob es überhaupt einen Ausweg aus unserer selbstverschuldeten Misere gibt. Können wir uns noch retten? Unsere Zukunft sichern? Und die unserer Kinder? Wie können wir das anstellen? Was gibt es für Möglichkeiten?

Er schaut sich neue Technologien bei Tesla an, unterhält sich mit verschiedenen Professoren und Experten, die allesamt Koryphäen auf ihrem Gebiet sind, ließt Wetterkarten, Diagramme und Studien. Und die gute Nachricht zwischen all’ den schlechten: Noch können wir etwas ändern. Es ist zwar kurz vor zwölf, aber zu spät, vollkommen zu spät, ist es noch nicht.

Das Wichtigste ist in diesem Zusammenhang sicher, dass wir von den fossilen Brennstoffen (Kohle, Gas und Öl) wegkommen – denn diese sind zum einen endlich und zum anderen eine der Hauptursachen für den Klimawandel.

Aber – und auch das wird im Film thematisiert, wenn auch für meinen Geschmack etwas zu kurz und auch nicht wirklich befriedigend (ich bin selbstverständlich nicht der Ansicht, dass der Umstieg von Rind auf Huhn unsere Probleme lösen würde): Jeder und jede von uns kann durch seine und ihre Ernährungsweise einen riesigen Anteil zur Verringerung des globalen CO2-Ausstoßes leisten. Wir machen uns das gar nicht so bewusst, aber: Gemüse ist das klimafreundlichste Essen überhaupt!

Weitere Ideen für’s eigene Aktiv-Werden, aber auch für eine ordentliche Portion Optimismus und die absolut wichtige Erkenntnis, dass doch nicht alles so schwarz ist, wie es zu sein scheint, gibt es hier nachzulesen.

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Wie stelle ich mir unsere Zukunft vor?

Meine liebste Stelle im Film ist die, in welcher der Astronaut Piers Sellers über seine Weltraumerfahrung spricht. Darüber, wie es ist, im Weltall zu schweben und auf die Erde, unseren Planeten, herabzublicken. Er meint, das sei ein unglaubliches Gefühl, das ihn für immer verändert, das ihn voller Zuneigung für den Planeten und ihre Bewohner zurückgelassen habe. Und ich kann mir das sehr, sehr gut vorstellen, dieses ans Magische grenzende Gefühl, diesen tiefen Respekt, den man vielleicht nur entwickeln kann, wenn man die Dinge wortwörtlich von oben betrachtet. Ich hatte an mehreren Stellen Wasser in den Augen stehen (ich bin einigermaßen nah dran gebaut), aber hier ganz besonders.

Ich habe diese Angewohnheit, bevorzugt zu Sonnenauf- oder -untergang laufen zu gehen. Ich liebe diese Zwischenzeit, in der nichts richtig fest und definiert ist und alles möglich zu sein scheint, morgens wie abends. Morgens blüht der Tag in Erwartung auf und abends legt er sich entspannt zur Ruhe, stelle ich mir gerne vor, wenn ich das Farben- und Lichterspiel betrachte auf meinem Weg, der mich laufend durch Felder und Wälder führt. Bei dem ich den Mais wachsen und vergehen sehe, bei dem die Blätter der Bäume durch das Jahr hindurch sprießen, grün werden, im Herbst ihr buntes Farbenballett tanzen und schließlich den nackten Ast freigeben.

Während der letzten Runden habe ich genauer als sonst hingeschaut, habe mir diese Spiele, diese Natürlichkeit, die wir jeden Tag mit aller Selbstverständlichkeit wahrnehmen und akzeptieren (wohl aber nicht respektieren) in mich aufgesogen. Wie schön das alles ist! Und wie empfindlich. Und wie sehr wir eingreifen und diese Empfindlichkeit ausnutzen. Oder sie nicht einmal sehen wollen.

Setzen wir auf Schwarmwissen – arbeiten wir zusammen!

Und ich habe mich gefragt, wie man ihn begreifen kann – diesen ganzen Komplex, dieses Wirrwarr aus Zahlen, Fakten, Zusammenhängen, wechselseitigen Beziehungen, ohne den Kopf zu verlieren. Ich muss gestehen: Ich glaube, ich bin nicht dazu in der Lage. Mein Kopf ist zu klein bzw. die Synapsen scheinen zu wenig miteinander verdrahtet zu sein als dass ich als einzelnes Individuum in der Lage wäre, die Weltzusammenhänge zu verstehen. Vom lichterbespielten Baum vor mir auf die Klimakatastrophe zu switchen. Ich stehe nur da und staune.

Aber ich glaube, das ist auch gar nicht so wichtig, das allumfassende Wissen. Es ist gar nicht nötig, dass ich oder du oder irgendjemand zum Experten für sämtliche klimatische Veränderungen wird, alle Auswirkungen unseres Lebensstils auf die Umwelt und den nächsten Klimareport kennt, alle Daten und Statistiken herunterbeten kann.

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Wir können und müssen informieren, das ja. Das – so möchte ich behaupten – ist unsere Pflicht als einigermaßen vom Schicksal der Geburtslotterie verwöhnte Erdenbürger*innen mit kinderleichtem Zugang zu all’ diesen Informationen. Wir müssen uns informieren und wissen – um gut und richtig im Sinne einer nachhaltigen und klimaschonenden (vielleicht sogar: -rettenden?) Lebensweise handeln zu können.

Aber ich kann nicht alles wissen. Das ist gut und menschlich und absolut natürlich und niemandem zum Vorwurf zu machen. Wohl aber, wenn ich mich nicht informieren möchte.

Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nicht lernen zu wollen.Sokrates

Und zu diesem Zwecke preise ich das doch eigentlich immer in Grund und Boden kritisierte Internet – samt seinen sozialen Netzwerken. In Anlehnung an Stéphane Hessel könnte das Wort der Stunde vielleicht lauten: “Vernetzt euch – um euch zu empören!”

Denn was findet statt, jeden Tag, zu jeder Sekunde von allen Orten der Welt aus? Ein riesiger Informationsaustausch. Unmengen von Daten werden eingespeist ins World Wide Web, Unmengen von Wissen mit der ganzen Menschheit geteilt. Ist das nicht an sich – abseits von allen Datenskandalen – ein kleines großes Wunder? Ist das nicht die Ressource, die wir nutzen können, um dem Klimawandel effektiv den Kampf anzusagen – durch stetes Informieren, durch Wissenszuwachs, durch Helfen und Inspirieren?

Niemand kann alleine etwas bewirken – aber zusammen können wir es noch schaffen.

Trotz aller düsteren Vorhersagen. Trotz des Unheils, das schon angerichtet wurde und beinahe nicht wieder gutzumachen ist. Trotz dieses latenten Gefühls, dass man doch sowieso nichts ändern könne. Erheben wir uns, arbeiten wir zusammen! Reden wir darüber, tauschen wir uns aus, machen wir die Sache laut und lauter und packen wir’s an! Es ist viel zu tun.

Ich möchte meinen Wald behalten mit seinem Sonnenfarbenspiel in den Baumkronen. Und ich möchte, dass auch die Generationen nach mir noch wissen, was ein Eisbär ist. Und wissen, dass es noch Regenwald auf der Erde gibt, irgendwo in fernen Ländern. Ich möchte, dass wir aufwachen, uns unserer Verantwortung bewusst werden – jeder und jede Einzelne von uns. Ich möchte, dass wir nicht mehr verdrängen, was wir tagtäglich anrichten durch unbewussten Konsum, schnell umgsetztes Habenwollen, durch Nicht-Nachdenken.

Ich möchte, dass wir Sehende werden. Dass wir Agierende werden. Dass wir Fordernde werden. Denn wir haben es nicht nur verdient – wir müssen (schlicht und ergreifend) das Schiff vor dem Kentern bewahren.

P.S.: Agieren kannst du unter anderem hier – melde dich an, um der weltweiten Gemeinschaft zum Schutz des Klimas beizutreten und ebenfalls einen wichtigen Teil beizutragen zur besseren Welt von morgen.

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

KOMMENTARE

Ein toller Text! Er spricht mir aus der Seele. (Aber das weißt du ja ;-))
Liebe Grüße, C.

Liebe Caroletta,

ich danke dir und freue mich! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Corinna!

Ich danke dir für deinen Kommentar – und kann alles, was du sagst, absolut unterschreiben. Uns ging es beim Anschauen genauso – ein Mix aus Verzweiflung, Wut und Unglauben darüber, wie weit alles schon gekommen ist und wie viele Menschen angesichts der Beweise immer noch meinen, der Klimawandel sei ein Marketing-Gag, den sich mal irgendwer ausgedacht hat.
Aber am Ende haben wir doch mitgenommen, dass wir alle noch etwas tun können, um gegenzuwirken und dass man einfach nicht aufhören darf, darüber zu sprechen und das zu verbreiten und endlich selbst aktiv werden muss. Denn nur so können wir letzten Endes etwas ändern.

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,
wieder ein großartiger Artikel von dir! Wir haben den Film gerade erst gestern angeschaut und waren erschrocken, das alles zu sehen. Ich mein, klar, man weiß es schon irgendwie, aber die Fakten einfach so glasklar auf dem Teller präsentiert zu bekommen und dann trotzdem noch die Menschen zu sehen, die den Klimawandel einfach leugnen, ist schon wirklich verrückt. Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen diese Doku sehen und etwas gegen den Wandel tun. Denn jeder kann im Kleinen was dagegen tun und auch im Großen die richtigen Firmen oder Politiker unterstützen – denn das fand ich auch eine sehr wichtige Message, dass wir es ja eigentlich (noch) in der Hand haben. Auch wenn es ganz schon ernüchternd ist, wie weit die Zerstörung dieser wunderschönen Welt schon vorangeschritten ist. :-/

Liebe Grüße,
Corinna
http://www.kissenundkarma.de

Ich vermisse den Schnee. Ich kann mich so glücklich schätzen, dass meine Kindheit voller Schneeengel, Schneemänner und Rodel-Wettrennen war. Mittlerweile ist Schnee zu etwas besonderen in meiner Stadt geworden. Mein Opa hat schon seine Kindheit hier verbracht. Er musst im Winter oft auf den Schultern seiner Mama durch die Straßen getragen werden, da er sonst im Schnee versunken wäre. Mittlerweile ist an weiße Weihnachten nicht mehr zu denken. Ein spürbarer Wandel. Erschrecken.

Ich finde es toll, dass du dieses wichtige Thema ansprichst, verbreitest und einen Diskussion anregst!

Liebe Anna!

Ich habe es nirgendwo geschrieben oder ausgesprochen – aber du hast gerade genau das formuliert, was mir auch immer mehr auf der Seele lastet: Wo sind unsere weißen Weihnachten, wo unser winterlicher Schnee, den wir früher so gehasst haben, wenn er sich in braune Matsche verwandelte und so geliebt haben, wenn man dicke, fette Schneemänner draus bauen konnte? Ich habe schon so lange keine richtigen Schneemassen mehr gesehen und habe Angst vor dem, was das bedeutet.
Deine Geschichte mit deinem Opa ist sehr berührend und macht umso deutlicher, dass hier etwas ganz und gar schiefläuft.
(Obwohl: Im Film wird ja unter anderem gesagt, dass es – wenn der Klimawandel so weitergeht – hier richtig, richtig kalt werden wird. Dann haben wir wahrscheinlich unseren Schnee – aber absolut nicht so, wie wir uns das wünschen…Es ist und bleibt eine traurige Sache.)

Danke dir für deine anregenden Gedanken!

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,
wieder mal ein sehr gelungener Artikel von dir (und die Bilder erst!).
Ich bin, genau wie du ziemlich nah am Wasser gebaut und hatte an genau dieser Stelle auch das meiste Pipi in den Augen. Und genau wie du, habe ich nach dem Film richtig Hummeln in den Hintern bekommen und wollte unbedingt etwas tun.
Ich schätzte, wir werden uns morgen noch dazu austauschen. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, noch mehr Leute für unsere selbst geschaffene Bedrohung zu sensibilisieren.
Je mehr verstehen, wie ernst die Lage wirklich ist, desto eher wird sich etwas bewegen.
Auch wenn die Lage im Moment wirklich mies aussieht, glaube ich daran, dass wir die Kurve noch kriegen können.
Liebe Grüße,
Natalie

Liebe Natalie!

Danke dir für deine lieben Worte, das weiß ich wirklich zu schätzen. 🙂
Dein Hummel-im-Hintern-Gefühl kann ich sehr gut nachvollziehen – mir ging es ja ganz genauso und aus diesem Gefühl heraus ist dann auch ziemlich umgehend dieser Beitrag hier entstanden.
Ich glaube auch, dass unsere einzige echte Chance darin liegt, so viele Menschen wie möglich zu erreichen und zu überzeugen von den Fakten, wie sie sind und den Lösungen, die sich aktuell bieten, dem drohenden Unheil entgegenzuwirken. Ich bin einfach ebenso hoffnungslos optimistisch wie du und denke, dass wir das Ruder noch herumreißen können.

P.S.: Jetzt haben wir so viel geredet – aber gerade darüber irgendwie nicht. 😀 Das muss nachgeholt werden!

Liebe Grüße
Jenni

Genau das ist mir auch gerade aufgefallen! Das holen wir auf jeden Fall nach! Der Donnerstag braucht eindeutig mehr Stunden. 🙂

Das sehe ich aber auch ganz genauso! 😉

Da hast du ja mal wieder ein total wichtiges Thema angesprochen!

Ich selbst versuche ja, nicht noch mehr der Umwelt zu schaden, als nötig – oder zumindest versuche ich, das weniger zu tun als der Normalmensch.
Die Sichtweise der Inder finde ich allerdings auch verständlich – wer Hunger hat und furchtbar lebt, dem ist es vielleicht ein bisschen egal, was in 50 Jahren passiert – denn wer weiß, ob er dann nicht schon verhungert ist? Wir Nationen mit hohem Standard müssten echt voran gehen… und zwar nicht nur als vereinzelte Beispiele von Personen, die Zero Waste leben, sondern eben als Masse!
Schade, dass wir davon so weit entfernt sind.

Die geschilderten Szenarien, die wir bald erleben müssen (bitterkalte Winter, HILFE!), machen mir gerade echt Angst. Da muss man doch was gegen tun können, oder?
Dass du schreibst, wir könnten es NOCH ändern, macht mir da leider auch nur wenig Hoffnung. Denn wenn es soweit gekommen ist wie jetzt und die Menschen nach wie vor alle nur billigere Massenware haben wollen – woher soll dann das erforderliche Umdenken kommen? Wem all dies die letzen Jahrzehnte egal war, der wird sein Leben doch nicht jetzt ändern, oder? Gerade bei der Ernährung sind wir Deutschen ja mehr als stur – und ich ja auch: Ich will nicht auf Milch & Eier verzichten, auch wenn ich Fleisch und Fisch gestrichen habe. Mensch, das macht mich gerade irgendwie echt traurig…

Und ich glaube auch, dass kein Lebewesen alle Naturzusammenhänge verstehen kann – wir können die Natur eben nur endlich schätzen lernen – und das tue ich!
Und immerhin habe ich auch schon mehr als ein Mal recherchiert, wie ich meinen ökologischen Fußabdruck senken kann… und heize seitdem noch ein bisschen weniger, kaufe weniger Importobst und fahre nur dann Auto, wenn es nötig ist.

Liebe Grüße

Liebe Tabea!

Ich kann deine Verzweiflung gut nachvollziehen – es gibt viele Momente, in denen ich mich genauso fühle. Da denkt man, man ist “gut”, versucht sein Möglichstes und dann werden einem in einer Doku oder in einem Bericht wieder solche deprimierenden Fakten um die Ohren gehauen, dass man es eigentlich gar nicht so richtig glauben kann.
Und man steht nur daneben und fragt sich, wie das alles sein kann, warum das alles so ist, wie es ist und vor allem: Wie wir es jetzt schon so weit haben kommen lassen können? Man ist geneigt, am Menschen selbst zu verzweifeln.
Aber ich glaube, genau das dürfen wir nicht tun. Einer der Experten im Film meinte auch, dass es keine Frage sei, ob wir mit dem Klimawandel fertig werden (denn das werden wir), sondern eigentlich nur eine Frage der Zeit. Wir müssen schnell sein – uns rennt die Zeit davon. Das ist das Kernproblem. Irgendwann werden die Menschen umdenken – sie müssen es bloß eigentlich viel schneller tun als bisher. Und ich glaube, diesen Schritt können wir auch noch gehen. Das muss ich glauben – sonst kann ich uns auch gleich aufgeben. Und das will ich nicht.

Ich verfolge und weiß ja, was du schon alles tust und finde das absolut klasse! Weiter so – mach’ weiter, sei’ Vorbild und inspiriere andere! Das ist unglaublich wichtig – dabei geht es nicht darum, alles perfekt zu machen. Sondern um den Ansatz, den Vorsatz, das Wollen – und dann kommt das Tun von ganz allein. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Ich habe mir den Film auch direkt auch am Sonntag direkt angeschaut und kann ihn nur jedem ans Herz legen. Ich finde es grandios, dass es diese Woche möglich ist, ihn komplett kostenlos anzuschauen. Ich hoffe, dass dadurch noch viel mehr Menschen auf diese Thematik aufmerksam werden.

Liebe Grüße
Lena | http://www.healthylena.de

Liebe Lena!

Das sehe ich ganz genauso wie du – toll, dass die Möglichkeit des kostenlosen Anschauens besteht! Ich habe ebenfalls sofort Nutzen aus ihr gezogen und mir den Film gleich am selben Tag nach offizieller Freigabe angesehen. Freut mich, dass du ihn ebenfalls schon geschaut und für gut befunden hast! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Ein sehr bewegender und inspirierender Artikel, liebe Jenni! “Wie schön das alles ist! Und wie empfindlich. Und wie sehr wir eingreifen und diese Empfindlichkeit ausnutzen.” Diese Sätze haben mich besonders berührt. Ich wünsche mir für heute einfach, dass möglichst viele Menschen diese Sensibilität entwickeln können, denn sie ist der Grundstein dafür, dass wir die Notwendigkeit der Veränderung begreifen und bei uns selbst beginnen. Deshalb teile ich deinen wertvollen Beitrag jetzt auch, ganz im Sinne der Möglichkeiten des Netzes, natürlich jetzt auch sofort auf facebook. Liebe Grüße! Kea

Liebe Kea!

Es freut mich sehr, dass der Artikel etwas in dir ansprechen konnte – das ist mir sehr wichtig gewesen beim Abfassen dieser Zeilen. Danke dir herzlich für das Teilen!

Ich hoffe ebenfalls, dass sich viel mehr Menschen Gedanken darum machen, was eigentlich auf der Welt passiert und nicht länger wie automatisiert einfach so vor sich hinleben, Tag für Tag…Denn wir können aktiv und effektiv etwas ändern, wenn wir es nur wollen. Doch dazu müssen viele gleichzeitig mitmachen.

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,

ach das klingt nach einem tollen Film, den muss ich mir unbedingt bald anschauen! Und dein Artikel dazu hat mich gerade fast zu Tränen gerührt. So motivierend und inspirierend und einfach schön!

Liebe Grüße,
Elisabeth

Liebe Elisabeth!

Der Film ist wirklich klasse! Wenn man ein paar einschlägige Dokus geschaut und Bücher gelesen hat, kennt man die meisten Fakten zwar schon, aber ich finde es klasse, dass Leo sich da nochmal hinterklemmt und seinen Status in den Dienst einer so wichtigen Angelegenheit steckt – und das Ganze dann auch noch kostenlos (jedenfalls befristet) ins Netz stellt! Allein deshalb musste ich darüber schreiben. Aber an sich regen auch diese Bilder wieder zum Nachdenken an – und das können wir gar nicht genug, glaube ich: nachdenken.

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,

das ist ein toller Artikel geworden – der Film steht ganz oben auf meiner Watchlist. Einen Artikel dazu wollte ich auf meiner Seite auch noch veröffentlichen – je mehr drüber schreiben und ihr Wissen verteilen, desto stärker sind wir und desto mehr Leute erreichen wir.

Liebe Grüße
Ramona

Liebe Ramona!

Ich danke dir für deinen lieben Kommentar und stimme vollkommen mit dir überein: Je mehr darüber schreiben, desto lauter werden wir! Auf deinen Artikel zum Thema bin ich schon sehr gespannt! 🙂

Liebe Grüße
Jenni