Davert – das ist mittlerweile kein unbekannter Name mehr in der Bio-Branche. Im Gegenteil: Wir finden die Produkte des Pioniers für nachhaltig und fair hergestellte Lebensmittel in uns bekannten Drogerien, in Supermärkten und natürlich in sämtlichen Biolebensmittelgeschäften. Und Davert hat als münsterländisches Unternehmen seinen Sitz unweit der schönen Friedensstadt – höchste Zeit für einen Besuch.

Ascheberg – wo liegt das nochmal?

Die Anreise gestaltet sich ein wenig komplizierter als gedacht.

Ich bin mit Kerstin (auch liebevoll “Kerze” genannt, Mitglied der Davert-Familie und nebenbei unter anderem als hochtalentierte Fotografin bei Waldsinnig tätig) verabredet. In Ascheberg.

Den ersten Teil des Kompositums auf mein Haupt gestreut: Ich war noch nie in Ascheberg. Und dementsprechend überkommt mich leise Panik, als ich sehe, wie einsam abgelegen idyllisch sich der Ort ausnimmt: Vom Bahnhof (der gerade einmal zwei Gleise besitzt, die mittels Kiesweg zum Drübergehen verbunden sind, weil es keine Unterführungen gibt) fahren keine Busse. Niemals. Nix. Nada.

Da ich bedauerlicherweise aus reinstem Öko-Gewissen immer noch keinen Führerschein (geschweige denn einen fahrbaren Untersatz) besitze (wir haben ein Auto, und das fährt Serdar; aus emanzipatorischen Gründen muss ich aber vermutlich doch bald hinter’s Steuer) und den schlimmsten münsterländischen Frevel überhaupt begehe – nämlich kein Fahrrad mein Eigen zu nennen – bin ich entweder auf meine Füße als verlässliches, aber eben doch langsames Fortbewegungsmittel oder auf Kerzes Mildtätigkeit in Form einer Auto-Abholung vom Bahnhof angewiesen.

Davert, Bio-Pionier, Bio-Lebensmittel, Münster Firmen, Münsteraner Unternehmen, Davert Bio Lebensmittel, Davert Rundgang, Davert Besuch, Davert Lebensmittel, Bio Pionier Münsterland, Bio Lebensmittel MünsterGlücklicherweise bietet sich diese eifrig als Taxi an und ich bin ein wenig zerknirscht ob des zusätzlichen Umwegs, den ich verursache, aber auch einigermaßen glücklich über die Ersparnis eines rucksackbeladenen vierzigminütigen Marsches ohne Wanderschuhe.

Denn das Ziel (Davert) liegt im Industriegebiet Aschebergs und ist ohne fahrbaren Untersatz jeglicher Couleur nicht so einfach zu erreichen. Also: Man könnte schon. Dauer nur wie gesagt lange.

Die Biobranche wächst – und Davert mit ihr

Das Erste, was mir beim Auffahren auf das Firmengelände auffällt, sind die beiden großen Stahltürme (der linke ist deutlich höher gebaut als der rechte), die das holzverkleidete Hauptgebäude flankieren. Kerze erzählt mir, dass der kleine Turm die Mühle beinhaltet und der große das Hochregal-Lager. Das wurde nachträglich angebaut, nachdem klar war, dass Davert sich nach dem erfolgreichen Umzug in das moderne Gebäude im Jahr 2012 noch weiter vergrößern würde.

Die Holzvertäfelung verleiht dem Gebäude etwas Warmes, Natürliches und ich bin erleichtert, sie anstelle eines Stahlriesen vorzufinden. “Das war ganz wichtig”, sagt Kerze, “die Botschaft auch in der Fassade rüberzubringen. Persönlich, warm, anders zu sein.” Funktioniert, gebe ich gleich zu Protokoll.

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Was mir (allerdings erst nach unserem Rundgang durch das Firmengebäude) besonders positiv auffällt: Die Ladesäule für Elektro-Autos. Über Letztere muss noch einmal ausführlich nachgedacht werden (denn so ökologisch sauber und unbedenklich, wie die Werbung sie gerne hätte, sind sie leider doch nicht), aber generell finde ich es lobenswert, dass Davert neue nachhaltige Ideen verfolgt und bei Nützlichkeit aufgreift.

Sidenote: Es gibt sogar eine Strategie, mit der das Unternehmen die Mitarbeiter*innen zum Stehenlassen des Autos und In-die-Pedale-Treten animieren möchte: Davert bietet die Möglichkeit, dass die Mitarbeiter*innen in Kooperation mit einigen Fahrrad-Herstellern Räder leasen können, um umweltfreundlicher und gesünder zur Arbeit zu kommen. 

Und wie ist das mit dem Plastik?

Wir schlüpfen in die Innereien des Gebäudes – und es schaut alles sehr ansprechend aus. Luftige, helle Räume mit dezent-zurückhaltender Einrichtung und stimmungsvollen Food-Fotos (ich erkenne Kerzes Handschrift überall). Es liegt bereits beim Betreten ein familiäres Klima in der Luft, das sich den ganzen Tag über halten wird.

Bevor wir uns durch das Lager, die Mühle und die Qualitätssicherung begeben, setzen wir uns kurz in die Mitarbeiter*innen-Cafeteria und sprechen bei einem Glas Wasser – vor allem über Plastik.

Denn natürlich ist mir im Vorhinein nicht nur aufgefallen, sondern klar gewesen, dass Davert fast ausschließlich in Plastik verpackt. Und Kerze wiederum weiß, dass dieses Thema ein für mich sehr wichtiges ist.

Wir unterhalten uns also – und zu den Informationen, die sich spätestens seit meinem Glas-Plastik-Vergleich in meinem Hirn angesammelt hatten, gesellen sich ein paar neue Gedanken:

  • Wie schützt man hochwertige Lebensmittel vor Schädlingen – zum Beispiel Motten? Die kommen durch Papier und Bioplastik (was übrigens auch nicht so grün ist, wie gerne behauptet wird) durch. Und Qualität geht über alles. Kund*innen möchten keine Tiere in ihrem Essen haben. Jedenfalls nicht solche.
  • Wie kann man hochwertig, reißfest und stabil umweltfreundlich verpacken – zu einem Preis, der den Kund*innen angemessen erscheint? Wie hoch ist die Toleranzgrenze – und wann wird das Bioprodukt vielleicht zugunsten von konventionellen Alternativen im Regal stehen gelassen?
  • Was ist mit Großpackungen? Wären die eine Lösung?
  • Ist es die Aufgabe eines Unternehmens, die Menschen zu erziehen – hin zu mehr Mono-Produkten und größeren Verpackungsmengen? Oder muss man sich am Ende auf Konsument*innen-Wünsche einstellen?

Das ganze Thema ist ein Minenfeld. Egal, von welcher Seite man kommt – ein Richtig und Falsch im Sinne von Schwarz oder Weiß scheint es nicht zu geben. Der gemeinsame Nenner kann sein: Weniger bis gar kein Plastik wäre das beste für uns, die Umwelt und alle anderen Lebewesen. Aber das ist derzeit schwierig bis gar nicht realisierbar, zumindest nicht ohne Verlust auf anderen Gebieten. Die Frage ist an dieser Stelle, was schwerer wiegt.

Davert kennt das Problem sehr gut und hat extra für solche Fragen und Belange eine Nachhaltigkeitsbeauftragte eingestellt, deren Kernaufgabe unter anderem die Erforschung neuer, umweltfreundlicherer Verpackungsmaterialien ist. Bisher, so lautet die offizielle Stellungnahme, gebe es keinen Stoff, der sämtliche positive Eigenschaften bezüglich Praktikabilität, Produktsicherheit und Hygiene bei einem derart akzeptablen Preis für die Endverbrauchenden liefern würde.

Weiteres dazu würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Vielleicht ergibt sich in naher Zukunft die Gelegenheit, noch einmal genauer auf die so wichtige Thematik einzugehen. (Ganz unbedingt, wurde mir versichert. Wir werden Nachforschungen anstellen, so viel kann bereits gesagt werden.)

Lebensmittelverarbeitung: natürlich und mit höchster Akribie

Nun geht es aber los: Wir begeben uns ins Innere der Davertschen Fertigung und beginnen mit dem Lager. Das schaut (ich bin selten in solchen Anlagen unterwegs) einigermaßen imposant aus – und mein Öko-Zero-Waste-Herzchen macht bei den vielen großen Säcken, in denen die Lebensmittel verpackt sind, einen großen Sprung. Natürlich weiß ich, dass das nur ein Zwischenstadium ist und die fertigen Produkte (wie bereits erwähnt und oben auch sichtbar) in deutlich handlicheren Mengen verkauft werden. Und solche Megalitersäcke kann ja auch keiner nach Hause schaffen.

Bevor die neu angekommene Ware es allerdings ins Lager schafft, muss sie durch die Warenannahme. Hier werden Proben gezogen, die im Labor genauestens auf Qualität, Sicherheit und Hygiene überprüft werden. Außerdem wird ein Großteil der Lebensmittel prophylaktisch per Druckverfahren vorbehandelt. Das bedeutet: Die Paletten mit den Säcken werden in eine Schleuse gefahren, in der mittels CO2-Druckverfahren  mit Kohlensäuregas) behandelt wird.

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In diesem ersten Schritt der Warenkontrolle hat man es vor allem auf die versehentlich in das Lebensmittel geratenen Insekten und ihre Eier abgesehen. Einige von den vielen Tierchen entziehen sich gerne mal dem Beobachter und viele Eier kann man schlicht und ergreifend mit dem menschlichen Auge nicht sehen. Damit ein späteres Schlüpfen (während des Verarbeitungsprozesses oder gar im fertigen Produkt) ausgeschlossen werden kann, wird mit dem Gas gearbeitet. Das allerdings ist für den Menschen (immerhin ist in unserer Atmosphäre auch CO2 vorhanden – wenn auch in noch niedriger Dosierung) ungefährlich und beeinträchtigt weder Lebensmittelqualität noch -haltbarkeit.

Wir schauen in einige der Säcke hinein und entdecken frisch eingelagerte Chia-Samen. Nachdem ich so ziemlich die einzige unordentliche Ecke im gesamten Gebäudekomplex – nämlich den Stapel alter, ausrangierter Paletten – gefunden habe und Kerze feixt, dass ich aber auch immer den Dreck suchen und fotografieren würde (nichts gegen Authentizität und Rustikalität!), machen wir uns auf den Weg in die Mühle.

Falls hier – also in der Lagerung – übrigens mal einer der riesigen Säcke umfällt und seinen Inhalt auf dem Boden verstreut, ist das ein Grund, das eingelagerte Produkt nach den Lebensmittelstandards nicht mehr verkaufen zu dürfen. Passiert dies, ruft Davert einige der regionalen Landwirt*innen an, die die meisten Lebensmittel zu gern als hochwertigen Futterzuschuss für ihre Tiere abholen. Weggeworfen wird hier nur sehr ungerne und auch nur dann, wenn sich partout kein Abnehmer finden will.

Außerdem versucht das Unternehmen, die CO2- und Müllbilanz bei den großen Warensäcken (sie werden im Fachjargon Big Bags genannt) möglichst klein zu halten. Denn Davert braucht jährlich rund 8000 dieser Big Bags, die aufgrund von hygienischen Vorschriften und der Gefahr von Kontamination nach dem Einsatz nicht für neue Lebensmittel-Ware verwendet und normalerweise vernichtet werden müssten.

Andere Unternehmen jedoch haben sehr wohl Verwendung für große, belastbare Säcke – zum Beispiel solche aus dem Sand- und Baugewerbe. Für die sammeln die Mitarbeiter*innen von Davert die Big Bags und schicken sie zu ihnen, wo sie dann gereinigt und für ihren neuen Einsatz vorbereitet werden.

So werden Abfälle verringert und rund 50% CO2, das eigentlich für die Herstellung neuer Big Bags angefallen wäre, eingespart.

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Die Davert-Mühle

Das Herzstück von Davert ist die Mühle.

Sie umfasst sechs Stockwerke und dient dazu, die angelieferten und mittlerweile erfolgreich geprüften und vorbehandelten Lebensmittel hier gründlichst zu reinigen.

Und obwohl die Anlage auf den ersten Blick so ganz und gar nicht romantisch ist und wenig bis gar nichts mit dem Windmühlen-Idyll in unseren prototypisch zurechtgestutzten Köpfen zu tun hat, finde ich sie und alles, was in ihr vorgeht (und ich beim Durchlaufen nur bruchstückhaft – im doppelten Sinne – verstehe) hochgradig spannend.

Auf die Mühle ist man bei Davert vor allem aus dem Grunde stolz, dass sie das Unternehmen seit der Gründung im Jahr 1984 begleitet: Den ersten offiziellen Firmensitz nach dem Betreiben mehrerer Bioläden richtete Davert neben einer alten Mühle ein.

Mittlerweile sind die Bio-Standards erhöht worden und Davert möchte und kann diesen Ansprüchen gerecht werden. Das spiegelt sich auch im gleichsam effizient wie hygienisch ausgerichteten, stahlgeprägten Design der neuen Mühle wider.

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Das Unternehmen Davert ist besonders stolz auf die ausschließlich mechanische Reinigung, die durch die Mühle vorgenommen wird und den Verzicht auf sämtliche chemische Mittel ermöglicht. Dadurch können eine besonders hohe Qualität der Endprodukte und möglichst geringe Umweltauswirkungen gewährleistet werden.

Alles beginnt mit riesigen Silos, in denen die Rohware gelagert und per pneumatischem Fördersystem (Druckluft-Transport) in die Mühle befördert wird.

Anschließend durchlaufen die Rohwaren ein (für Außenstehende jedenfalls, die sich das erste Mal durch das Stahlgerüst schlängeln) kompliziertes System mechanischer Sieb-Prozesse (Genaueres könnt ihr hier nachlesen), an deren Ende das fertig gereinigte und zur  Auslieferung oder Weiterverarbeitung (beispielsweise zu Davert-spezifischen Produkten) bereite Lebensmittel in Papier-Säcke gefüllt wird.

Die abgebildeten Maschinen und ihre Funktions-Ettikettierung sind nicht der Reihenfolge der Reinigung nach abgebildet, sondern ein wenig unorganisiert aneinandergereiht – was unter anderem damit zu tun hatte, dass ich mich aufgrund der vielen Eindrücke nicht richtig auf eine Chronologie konzentrieren konnte. Aber ich denke, für einen guten Eindruck vom Inneren der Mühle bei Davert werden die Bilder doch gut sein.

Davert, Bio-Pionier, Bio-Lebensmittel, Münster Firmen, Münsteraner Unternehmen, Davert Bio Lebensmittel, Davert Rundgang, Davert Besuch, Davert Lebensmittel, Bio Pionier Münsterland, Bio Lebensmittel MünsterKerze hatte übrigens recht: Mit Bauernhof-Romantik haben diese Gerätschaften eher weniger gemein. Hochentwickelt, beinahe schon roboterhaft, nehmen sich die meisten der Anlagen aus und vom idyllischen Charme ist wenig übrig geblieben. Dass das nicht immer negativ sein muss, sondern eben das zweite Gesicht der erfolgreichen Entwicklung (die ja in diesem Fall nunmal auch meint, Bioprodukte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen) bedeutet, ist ein Gedanke, der mir beim Rauf- und Runtersteigen der vielen Treppen immer mal wieder durch den Kopf schießt.

Dennoch: Eine Maschine hat überlebt, gewissermaßen: Die Poliermaschine ist ein herzerwärmendes Relikt aus vergangenen Zeiten und sorgt dafür, dass ich sie beim ersten Anblick gerne in mein Wohnzimmer stellen wollen würde. Geht natürlich nicht – denn die gute Holzdame ist (wie alle anderen Maschinen hier) immer noch in Betrieb und trägt zu dem starken Lärmpegel bei, der konstant im Inneren der Mühle herrscht.

Überall um mich herum wird gerüttelt, geschüttelt und umgefüllt (alles innerhalb der Maschinen, versteht sich) und ich weiß gar nicht genau, wo ich als erstes hinschauen soll: Alles sieht so spannend aus.

Den rein mechanischen Ansatz, den Davert bezüglich der Reinigung fährt und den ich gerade live verfolgen kann, finde ich immer besser.

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Als wir den Mühl-Komplex verlassen, umfängt uns Beinahe-Stille wie eine wohlige Decke und erst jetzt merke ich, wie anstrengend der Lärm in der Mühle eigentlich war (denn beim Durchlaufen war ich ebenso konzentriert wie abgelenkt und hatte davon nicht viel mitbekommen).

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Verpacken – das fertige Produkt entsteht

Wir sind in der Verpackungs-Abteilung gelandet, wo mittlerweile auch alles maschinell abläuft: Exakte Grammangaben werden in ebenfalls exakt vermessene Verpackungsmaterialien abgefüllt. Später bekommt die Verpackung das entsprechende Etikett, das sowohl Lebensmittel als auch Produzent zuverlässig ausweist.

Die Gestaltung kann nach der üblichen Davert-Handschrift ausfallen, aber auch die Entwürfe anderer Firmen tragen, für die das Unternehmen produziert.

Qualitätssicherung: Prüfen, nochmal prüfen und zurücklegen

In der Qualitätssicherung, unserer vorletzten Station im Davert-Gebäude, geht es darum (eigentlich spricht die Bezeichnung für sich), die Qualität zu sichern. Sobald ein Rohstoff bei Davert eintrifft (Wareneingang) werden Proben gezogen und entschieden, ob das Produkt der Davert-Qualität entspricht und ob und wie stark das Produkt gereinigt werden muss. Gelegentlich werden auch externe Labore mit in die Prüfung einbezogen (zum Beispiel, wenn es darum geht, die Proben auf eventuelle Spuren hin zu untersuchen).

Gelagert werden die Proben des Wareneingangs übrigens in Zero-Waste-Manier in Gläsern – ich glaube, der Lagerraum der Qualitätssicherung ist (abgesehen von der Cafeteria und die Mitarbeiter*innenbüros) der schönste Raum, den ich auf meiner kurzen Tour zu Gesicht bekomme.

Hier in der Qualitätssicherung steht auch ein großer Karton mit durcheinandergewürfelten Davert-Produkten ohne fertiges Design (sie besitzen sie schlicht-informativen Etiketten der Laboruntersuchung) und warten darauf, in einem der Heime der Mitarbeiter*innen ein neues, endgültiges Zuhause zu finden. Sie sind von dem Proben-Ziehen übrig geblieben (denn in die Mustergläser passt immer nur ungefähr ein Kilogramm, was natürlich manchmal zu Überschüssen führt), und sind nach Lebensmittelstandard absolut unbedenklich. Da Davert diese Nahrungsmittel aber nicht wegwerfen möchte, sind die dort Arbeitenden immer bestens versorgt mit Futternachschub.

Die Büros – heimelig-naturnahes Arbeiten

Zu guter Letzt drehen wir noch eine spontane Runde durch die Büro-Abteilung von Davert. Viele Mitarbeiter*innen sind im Moment nicht anwesend, aber was ich auf den ersten Blick neben der optisch ansprechenden Arbeitsumgebung wahrnehme, ist sowohl der hohe Frauenanteil als auch die offensichtliche Rücksichtnahme auf Menschen mit Behinderung (mit begegnet unter anderem ein Rollstuhlfahrer) und Zuwanderungsgeschichte.

Den Büros selbst sieht man das naturnahe Vorbild des ehemaligen Davert-Hauptsitzes an: Grün- und Brauntöne bestimmen das Bild, der Arbeitsbereich ist durch optisch ansprechende schallschluckende Wände und Markierungen im Teppich für hektische und ruhige Zonen charakterisiert.

Besonders ins Auge fallend ist natürlich das scheunenartige Holztor, die in Wahrheit eine Schiebetür, die zum Druckerraum führt, ist. Kerze, so habe ich das starke Gefühl, hat ein eifriges Händchen bei der Gestaltung dieser Räume mitangelegt – und das Ergebnis ist in der Tat eine augenschmeichelnde Arbeitsumgebung (trotz Großraumbüro).

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Und mitten drin steht das neue Kochbuch von Kerze, liebevoll auf einer Holzhalterung drapiert. Wer es noch nicht gelesen hat: Dringend nachholen! Sie (und scheinbar nicht nur sie) ist mit Recht stolz auf ihr neues Werk. Entschleunigung und wunderhübschst bebilderte Food-Impressionen für’s Frühstück garantiert.

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Und dann sind wir rundgangsmäßig auch schon wieder am Ende unseres Ausflugs angekommen. (Beziehungsweise: Eigentlich war es ja nur für mich ein Ausflug.)

Mein Kopf quillt über vor Ideen, meine Kamera vor Fotos (die ich euch nicht ganz sämtlich, aber fast hier in den Beitrag gepackt habe) und ich bin ein wenig überrannt von den ganzen Eindrücken, die in den paar Stunden auf mich eingeprasselt sind.

Fest steht jedenfalls, dass ich Davert nun in einem anderen Licht sehe: Bisher hatte ich mich nur am Rande mit dem Unternehmen beschäftigt – ich wusste, dass es Produkte herstellt, die qualitativ im Bio-Segment an der obersten Spitze rangieren und dass es irgendwo im Münsterland sitzt. Mehr aber auch nicht.

Es ist immer spannend, mit und durch den Blog hinter die Kulissen schauen zu könne und zu dürfen und ich freue mich, dass ich diese Eindrücke sammeln und mit euch teilen darf.

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Es ist wichtig – zumindest meiner Ansicht nach -, hinter die Fassaden zu schauen und sich mit den Menschen, die sich für nachhaltigere Lösungen einsetzen, zu unterhalten. Es ist nicht so einfach, das zu bewerkstelligen, aber wenn man die Möglichkeit dazu hat, lohnt es sich auf jeden Fall, um ein Gespür dafür zu bekommen, wer etwas wirklich ernst meint und wer eher in Richtung Greenwashing einzuordnen ist.

Davert, so habe ich für mich mitgenommen, meint es ernst. Schon sehr lange und auch zukünftig.

Und auch wenn vor allem natürlich die Verpackungsthematik noch eine Stelle ist, an der zukünftig gearbeitet werden kann und sollte, leistet Davert doch bereits seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag für mehr Bio und Regionalität im Münsterland.

Werksverkauf

Davert bietet einmal im Monat einen Werksverkauf an, im Zuge dessen neben der normalen Produktpalette auch solche, von denen noch zuviel übrig ist und die sich nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) befinden, verkauft werden. So möchte man unter anderem Lebensmittelverschwendung vorbeugen – die MHD-Produkte werden zu einem stark vergünstigten Preis angeboten.

Im Moment experimentiert Davert mit unverpackten Abfüll-Stationen auf diesen Verkäufen – letztes Mal gab es Kokos-Schoko-Knusperstücke zum Selbst-Abfüllen. Ich bin schwer begeistert, dass auch in diese Richtung nun erste Schritte unternommen werden!

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Beim nächsten Werksverkauf werden das erste Mal zwei Unverpackt-Stehlen eingesetzt, an denen sich jede*r mit der eigenen mitgebrachten Brotdose (oder anderen Behältnissen) seine Lebensmittel abfüllen und außerdem einen Wunschbetrag an den Naturschutzbund Münsterland (NABU) spenden kann.

Und nach Angaben von Kerze werden diese Unverpackt-Stationen nach und nach weiter ausgebaut – worüber sich alle Beteiligten sehr freuen.

(Übrigens gibt es bei Davert schon länger Großpackungen zu kaufen – unter anderem nehmen die Unverpacktläden in Münster Trockenware in Großgebinden von bis zu 5-kg-Säcken ab.)

Der Termin für diesen Werksverkauf ist am Samstag, den 19. Mai – am Firmensitz von Davert. Vorbeischauen lohnt sich nicht nur wegen der guten Preise! 

(Transparenz: Für diesen Beitrag erhalte ich kein Geld. Ich wurde ohne Bedingungen eingeladen und schreibe über den Besuch, weil ich Gutes unterstützenswert finde.)

JENNI MARR
Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.
KOMMENTARE

Danke für den interessanten Einblick!

Liebe Alexandra,
es freut mich sehr, dass der Artikel dir gefallen hat! 🙂

Liebe Grüße
Jenni