Pflanzenmilch mache ich bereits seit mehreren Jahren selbst und habe ein paar Rezepte ausprobiert – es jedoch aufgrund mangelnder Ausrüstung und Zeit / Muße nie geschafft, ausführlicher an dieser Stelle darüber zu schreiben, was hiermit nun endlich geändert werden soll.

Das #plastikfasten läuft vergleichsweise gut, trotz allem. Aufgrund der aktuellen Situation rund um Corona habe ich mich bereits vor den offiziellen Maßnahmen in soziale Isolation begeben und verlasse das Haus nur für Laufrunden in den Feldern und im Wald oder zum Einkaufen (derzeit fühle ich mich schon fast wie eine Halbkriminelle, wenn ich Klopapier kaufen gehe – sofern ich etwas finde).

Das bedeutet, dass ich nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt unverpackt einkaufen gehen kann, da der Unverpacktläden in Münster für mich nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist (wenn man nicht gerade andere Erledigungen zusätzlich hat, finde ich es einigermaßen merkwürdig bis kontraproduktiv, dafür extra ins Auto zu steigen). Frischware beziehe ich nach wie vor aus der wöchentlichen Bio-Kiste, das ist also nicht das Problem – vielmehr vor allem solche Dinge wie Shampoo, die der Bioladen im Ort nur eingeschränkt zur Verfügung hat (das aktuelle Lieblingsshampoo im Pfandbehälter wird gerade aufgrund der großen Nachfrage nachgeliefert und ist nicht verfügbar), oder eben Klopapier, das ich hier nur abgepackt bekomme. Und da ich auch (gerade jetzt) regionale Händler*innen vor Ort unterstützen möchte, möchte ich das nicht im Internet bestellen.

Es ist also schwieriger geworden aktuell. Aber gemessen an diesen Umständen läuft es noch ganz gut.


Pflanzenmilch selber machen: 3 Möglichkeiten

Eine zeitlang war ich etwas faul, was das Selbermachen von Pflanzendrinks anbelangt – mir erscheint zuweilen die Arbeit, einen Mixer anzuwerfen und vor allem danach sauberzumachen (!) wie eine Art unüberwindbarer Berg, sodass ich hin und wieder eine – im wahrsten Sinne des Wortes – Durststrecke durchlebe. Die dann gefolgt ist von einer umso intensiveren, weil neuentdeckungsbegeisterten Phase.

Mittlerweile habe ich verschiedene Rezepte für selbstgemachte Pflanzenmilch ausprobiert und bleibe dennoch immer wieder bei denselben Basics hängen. Weil sie am unkompliziertesten sind, vielen Menschen schmecken und überall reinpassen – ins Gebäck, ins Brot, Müsli, in den Morgenkaffee.

Generell gibt es 3 Möglichkeiten, Pflanzenmilch selber zu machen:

  • Mixen + Abseihen mit einem Nussmilchbeutel
  • Nussmus + Wasser mixen
  • Zubereitung im Pflanzenmilchbereiter

Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile und ich persönlich habe auch noch keinen Favoriten, muss ich gestehen, und wechsle immer zwischen unterschiedlichen Zubereitungsarten hin und her.

Im Folgenden stelle ich für jede Methode ein Rezept vor – aber natürlich kann man auch jedes Rezept auf alle Arten zubereiten. Nur haben wir so am Ende drei unterschiedliche Rezept-Inspirationen, die sich auszuprobieren anbieten.



Möglichkeit 1: Mixen + Abseihen mit dem Nussmilchbeutel

Die klassische Variante, Pflanzenmilch selbst zuzubereiten, ist sicherlich immer noch das Mixen von Nüssen oder Haferflocken mit der entsprechenden Menge Wasser im Mixer und das anschließende Abseihen durch ein fein gewebtes Tuch (gerne auch ein Küchentuch).

Dafür kann man spezielle Nussmilchbeutel kaufen – sie sind noch einmal feiner gewebt als viele andere Tücher und bieten sich daher gut für ein möglichst reines Endprodukt an -, muss man aber nicht. Wie gesagt: Ein sauberes Küchentuch genügt auch.

Ich habe seit kurzer Zeit den Nussmilchbeutel von Gaia (PR-Sample) und mag ihn ganz gerne – er lässt sich nach dem Gebrauch leicht reinigen und zügig wiederverwenden.


So funktioniert es:

  • 100g Cashews für ein paar Stunden (am besten über Nacht / 5-7 Stunden) einweichen.
  • Zusammen mit 1 Liter Wasser und 2-3 Datteln (Medjool sind am besten) im Mixer verblenden.
  • Die Flüssigkeit durch das Passiertuch (Nussmilchbeutel) geben und gut ausdrücken.
  • Fertig.

Die Cashews (oder Nüsse generell) sollten vorher eingeweicht werden, weil das die Bekömmlichkeit steigert und die Milch sämiger macht. Manchmal habe ich allerdings keine Zeit / keine Geduld, sie einzuweichen – dann nehme ich entweder eine andere Zubereitungsart oder mache eine Ausnahme. Generell empfiehlt sich das Einweichen jedoch sehr.

Diese Methode kann auch auf Hafermilch angewendet werden – dann jedoch die Menge des Rohstoffes anpassen und lieber mit 50g bis maximal 70g starten – sonst wird das am Ende eine sehr dickflüssige Angelegenheit.

Den Trester (das ist das, was am Ende nach dem Auspressen im Tuch hängen bleibt) nicht wegwerfen, sondern in die nächste Gemüsepfanne, den nächsten Brot- oder Keksteig geben – macht sich eigentlich überall super.

Diese Methode hat den Vorteil, dass die Pflanzenmilch am Ende sehr fein ist und auch nach langem Stehen im Kühlschrank nur sehr wenig Absatz vorhanden ist (einfach die Flasche oder das Glas kurz schütteln), weil die Partikel sehr gut vom Nussmilchbeutel aufgefangen werden. Der Nachteil ist: Es dauert ein bisschen – und wenn man etwas ungeschickt ist, kann das Ganze schnell in Sauerei ausarten.

(Tipp: Gefäße mit großer Öffnung verwenden – größerer als auf diesen Bildern.) 



Möglichkeit 2: Nussmus + Wasser mixen

Die zweite Möglichkeit, Pflanzenmilch selbst zu machen, ist – im Vergleich mit der ersten – extrem bequem und unkompliziert: Man nehme ein Nussmus der Wahl, mixe das mit der gewünschten Menge Wasser, gebe vielleicht ein Süßungsmittel oder Gewürz hinzu – fertig.

  • 2 EL Haselnussmus (ich nehme das von Rapunzel und empfehle auch generell die Nussmuse von der Marke sehr) mit 3 Medjool-Datteln und 1 Liter Wasser vermixen.
  • Fertig.

Ein Abseihen ist hier nur nötig, wenn ihr einen nicht ganz so guten Mixer habt und auf keinen Fall die Dattelstückchen in der Pflanzenmilch haben möchtet. 2 Minuten, zack – Pflanzenmilch fertig!

Nach einiger Zeit Ruhen im Kühlschrank kann es sein, dass sich sehr wenig Absatz am Boden findet, aber das ist ganz normal und mit einmal Schütteln des Behälters wieder zusammengemixt.



Möglichkeit 3: Zubereitung im Pflanzenmilchbereiter

Jetzt kommen wir zum technischen Teil: Was ich auch sehr lange nicht wusste, ist, dass es für diese ganzen Dinge bereits Geräte gibt, die einem die Arbeit mehr oder weniger abnehmen. Und obwohl ich kein Fan von 20 technischen Monstern in der Küche bin, habe ich mir vor ungefähr 3 Jahren einen Pflanzenmilchbereiter gekauft, weil ich die Nützlichkeit sofort eingesehen habe. Mittlerweile habe ich ihn und einen Mixer als erweiterte Küchengeräte (neben Ofen und Kühlschrank), was für meine Bedürfnisse absolut ausreichend ist.

Warum ist so ein Bereiter jetzt nützlich, wenn ich meine Nussmilch auch mit Mus und Wasser herstellen kann? Eine berechtigte Frage: Der Pflanzenmilchbereiter ist vor allem für Sojamilch konzipiert worden und entsprechende Geräte werden daher auch schon seit einer Weile in asiatischen Haushalten eingesetzt.

Ich weiß nicht, ob ihr es schon einmal probiert habt, aber: Die händische Herstellung von Sojamilch dauert ziemlich lange und ist (jedenfalls für mich) einigermaßen nervenaufreibend. Am Ende hatte ich immer die ganze Küche ins Chaos gestürzt – für einen nicht wirklich rentablen Output an Pflanzenmilch.

Ich habe mir daher den Vegan Star Vital zugelegt und es bis heute keine Sekunde bereut: Bohnen einweichen, reinwerfen – das Gerät übernimmt den Rest, kocht, mixt und püriert. Am Ende muss man dann allerdings doch noch abseihen, wenn man ein sehr klares Ergebnis haben möchte, aber das ist kein Muss. Insgesamt eine deutliche Zeitersparnis, die sich relativ schnell auch monetär rechnet.



Der Vegan Star Vital kann neben der Sojamilchzubereitung natürlich auch jede andere Art von Pflanzenmilch, aber auch Suppen oder Rohkost-Mixgerichte und Porridge. Für die diese Dinge nutze ich ihn jedoch so gut wie gar nicht.

Ab und zu aber als Mixer-Ersatz und dazu, Hafermilch (quasi die sehr flüssige Form von Porridge) zuzubereiten:

  • 50-70g Haferflocken (ich habe hier feine genommen, aber kernige gehen natürlich auch) in den Pflanzenmilchbereiter geben.
  • Zum Süßen 2-3 Datteln (Medjool) hinzufügen. Vielleicht auch etwas Vanille.
  • Den Behälter bis zur Maximalmarkierung mit Wasser füllen.
  • Deckel drauf, Knopf drücken (die Mixfunktion auswählen, keine Kochfunktion!), ein paar Minuten warten.
  • Fertig.
  • (Wenn gewünscht, durch ein Sieb und anschließend durch einen Nussmilchbeutel abseihen, damit die Maschen des Beutels nicht verstopfen.)

Wenn ihr es lieber flüssiger mögt, würde ich mit 50g Haferflocken starten und mich dann im Laufe der Zeit herantasten. Ich hatte am Ende schon mehrfach quasi Porridge vor mir, weil ich beispielsweise mit 100g gearbeitet habe, was definitiv zu viel auf 1 Liter Wasser ist (und sich auch nicht abseihen lässt).

Wenn ihr die Hafermilch auch in einem Pflanzenmilchbereiter machen wollt, achtet darauf, nicht die Kochfunktion zu nehmen – sonst wird das Ergebnis unter Umständen schleimig und mehr Brei als Pflanzenmilch (und lässt sich auch nicht gut abseihen). Dasselbe gilt für Mixer, die schnell heiß werden.

Sojamilch bekommt ihr mit dem Pflanzenmilchbereiter hin, wenn ihr 100-120g Sojabohnen auf die maximale Füllmenge Wasser nutzt – das geht eingeweicht oder auch nicht, weil das Gerät für beides entsprechende Programme besitzt. Bei Sojamilch seihe ich im Anschluss eigentlich immer ab, weil doch viel Trester zurückbleibt.



Hygiene und Haltbarkeit

Es versteht sich wahrscheinlich von selbst, dass mit sauberen Utensilien gearbeitet wird – dennoch pasteurisieren wir hier ja nichts, obwohl manchmal (ab-)gekocht wird. Daher halten sich die jeweiligen Sorten Pflanzenmilch nicht so lange wie verpackte Alternativen.

Ich habe gute Erfahrungen mit ungefähr 3-4 Tagen Lagerung im Kühlschrank gemacht – und produziere jedes Mal eine überschaubare Menge, sodass sie in naher Zukunft aufgebraucht werden kann. Und wenn ich wirklich einen Engpass haben sollte, nutze ich einfach Möglichkeit 2 und werfe Nussmus zusammen mit Wasser in den Mixer.

Macht ihr regelmäßig Pflanzenmilch selbst? Ausprobieren lohnt sich – es ist wirklich einfach, wenn man es einmal raushat.

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

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