Erdnuss-Kakao-Kuchen [no bake]

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26. Mai 2016

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Erdnussbutter ist ein wahrgewordener Lebensmitteltraum, nicht wahr?

Ganz ehrlich: Wenn es so ein unglaublich leckeres Lebensmittel noch nicht geben würde – wir würden alle davon träumen, oder?

Leicht salzig, wunderbar cremig und vollendet nussig – alle unsere Erwartungen werden von einem Löffelchen Erdnussbutter sowohl haptisch als auch geschmacklich übertroffen. Und wie sie auf der Zunge zergeht! Ein Traum!

Und trotzdem habe ich seit mindestens drei Jahren keine Erdnussbutter mehr angerührt. Anfangs geschah das eher weniger aus primär gesundheitlichen denn aus figurästhetischen Gründen (aus demselben Grund hatte ich ganz zu Beginn meiner Reise in die Welt der gesunden Ernährung übrigens das Nutellaglas aus meinem Haushalt verbannt).

Doch mit dem sich entwickelnden Bewusstsein für gute und weniger gute Nahrungsmittel verdichtete sich das Vorhaben, keine Erdnussbutter im Haus zu haben, zu einem festen Vorsatz. Der Grund dafür ist einfach und heißt: Zutatenliste.

Die Idee, einen Erdnusskuchen zu machen, kam mir, als ich vor einigen Wochen die tatsächlich schon einigermaßen alten, aber immer noch haltbaren letzten Relikte Erdnussbutter, die es in unserem Haushalt irgendwie geschafft haben, zu überleben, in den Händen hielt. Und was definitiv nicht hineinkommen würde, war ebendiese Erdnussbutter.

Ernüsse, Zucker, Öl pflanzlich gehärtet, Speisesalz

Das ist drin in den Überresten unserer American Peanut Butter. Unabhängig davon, dass hier die 6-Zutaten-Regel, die ich für meinen persönlichen Konsum von verarbeiteten Produkten aufgestellt habe, eingehalten wird, mache ich dennoch einen großen Bogen um diese Erdnussbutter. Nicht zuletzt, weil Zucker an zweiter Stelle der Zutatenliste steht und “Öl pflanzlich gehärtet” ein Synonym für “Transfett-Bombe” ist.

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Mein Ehrgeiz war es nun, einen mindestens ebenso leckeren Kuchen aus und mit Erdnüssen herzustellen, der geschmacklich auf jeden Fall mit der Erdnussbutter mithalten, wenn sie auch nicht imitieren, kann. Meinen ersten erfolglosen Versuch habt ihr auf Instagram sehen können – er war zumindst ästhetisch einigermaßen gelungen, ließ aber geschmacklich noch ein bisschen zu wünschen übrig. Nun habe ich die Rezeptur bedeutend verbessert und freue mich nun, euch an dieser Stelle diesen sündigen wie gesunden Erdnuss-Kakao-Kuchen präsentieren zu können, der wirklich fix zusammengebaut ist und ohne Backen auskommt.

Das Rezept
[recipe title=”Erdnuss-Kakao-Kuchen” servings=”1 Springform ∅ 16 cm” time=”15 Minuten + 2 Stunden Kühlzeit” difficulty=”einfach”]
Ihr braucht:

Für den Boden:

  • 1 Tasse Quinoa, gepufft
  • 4 EL Kakaopulver, Rohkostqualität
  • 7 EL Dattelmus (selbstgemacht)
  • 1 Tasse Buchweizenflocken
  • 1 Prise Meersalz

Für die Erdnuss-Creme:

  • 2 Tassen Erdnüsse, ganz und ungesalzen
  • 2 TL Maca (ich nutze das von nu3)
  • 1 Prise Meersalz
  • 2 EL Kokosöl (fest gemessen)
  • 5 EL Dattelmus (selbstgemacht)
So geht’s:

Der Boden:

  • Vermengt alle trockenen Zutaten miteinander.
  • Gebt nun das Dattelmus hinzu und verrührt alles zu einer kompakten, feuchten, schokoladigen Masse, die gut knetbar ist.
  • Gebt diese Masse in eure Springform und drückt sie gleichmäßig fest.

Die Erdnuss-Creme:

  • Vermengt auch hier alle trockenen Zutaten (inklusive der Nüsse) miteinander.
  • Erhitzt das Kokosöl, bis es flüssig wird.
  • Gebt das Kokosöl und das Dattelmus zu der Trockenmasse und vermixt alles mit dem Pürierstab zu einer homogenen, dicklichen und streichfäigen Creme.
  • Gebt diese Creme auf euren Schoko-Boden und verstreicht sie gleichmäßig.
  • Dekoriert euren fertigen Erdnuss-Schoko-Kuchen mit ein paar Erdnüssen und Quinoa-Körnchen und stellt ihn für mindestens eine, aber besser zwei Stunden in den Kühlschrank.
  • Herausnehmen und genießen!
[/recipe]

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Ich nutze nicht allzu häufig sogenannte Superfoods in einem so hohen Prozentsatz in meinen Gebäcken wie es hier der Fall ist: Quinoa und Maca tragen bei diesem Kuchen wesentlich zu seinem Geschmack bei. Maca habe ich verwendet, weil es geschmacklich wunderbar zu den Erdnüssen passt und das Aroma die Creme abrundet. Falls ihr es nicht zuhause habt, könnt ihr es aber auch weglassen – ich denke nicht, dass das sehr nachteilig ist. Doch falls ihr Maca euer eigen nennt (oder das gerne tun möchtet, weil ihr neugierig darauf geworden seid), empfehle ich euch, es wirklich der Creme hinzuzufügen.

Gepoppten Quinoa gibt es noch nicht allzu lange auf dem Markt (jedenfalls weiß ich noch nicht allzu lange davon, was aber nichts heißen muss). Ihr findet ihn unter anderem im DM oder im Reformhaus und im Bioladen. Ersatzweise kann hier aber auch gepuffte Hirse oder gepuffter Amaranth genutzt werden. Bei letzterem solltet ihr aber etwas vorsichtiger in der Dosierung sein, weil Amaranth in gepuffter Form doch sehr intensiv schmeckt.

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Neben seines guten Geschmacks aufgrund der leckeren Zutaten ist der Kuchen (wenn ihr wirklich Buchweizenflocken verwendet, die ihr aber genauso gut gegen feine Haferflocken ersetzen könnt) glutenfrei, kommt ohne Backen aus und ist sehr gesund, weil wir hier auf jeglichen Industriezucker verzichten. Dass er trotzdem wunderbar lecker schmeckt und der schokoladige Boden toll mit der Ernusscreme harmoniert, haben mir unabhängig voneinander mein liebster Testesser (Mr. Grünzeug) sowie meine liebste Freundin, für die ich den Kuchen gebacken hatte und die (noch) Omnivore ist, bestätigt. Neben andächtigem Kauen war immer wieder ein verträumtes “Mmmmhh…” zu hören.

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Der Kuchen sollte – wie alle Rohkosttorten – im Kühlschrank gelagert werden und hält sich ca. 2 Tage frisch. Am dritten Tag ist höchste Eisenbahn angesagt und ihr solltet ihn spätestens dann aufgebraucht haben, da er sonst langsam beginnt, etwas säuerlich zu schmecken.

Lasst es euch schmecken!
Ich wünsche euch einen guten Appetit!

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

KOMMENTARE

Das war schön leicht und ging schnell.
Habe der Abwechslung halber keine Kuchen- sondern eine Muffinform verwendet.
Außerdem ließen sie sich sehr gut am Abend vorher zubereiten und solange im Tiefkühler aufbewahren. Die Auftauzeit war dann auch kürzer schätze ich, als bei einer ganzen Torte.

Der Geschmack war, wie ich es mir vorgestellt hatte: wie nahöstliche Süßigkeiten, also sehr süß und nussig.

Danke schön 🙂

Hallo Lou,
das mit der Muffinform ist eine sehr gute Idee – so spart man sich tatsächlich das lange Warten und hat auch direkt passende Portionen für jede*n da.
Es freut mich sehr, dass der Geschmack dir gut gefallen hat, ich mag die Kombination auch sehr gerne. 🙂

Liebe Grüße an dich!
Jenni

Hallo Jenni,

kennst du das, wenn du ein Rezept liest dir aber noch Zutaten fehlen und noch nicht sofort nachbacken kannst? So ging es mir mit deinem Kuchen…habe jetzt alles zusammen aber musste erstmal 30 Minuten in meinen Lesezeichen suchen bis ich dein Rezept wiedergefunden habe^^…morgen wird dann nachgebacken, damit mein Frühstück am Samstag einfach perfekt wird 🙂 Hört sich meeeeega lecker an! Besonders als Fan von Datteln <3

Liebe Maria!

Das klingt ja ganz großartig! 🙂
Das Gefühl kenne ich sehr, sehr gut (aktuell habe ich das gerade – ich möchte ein neues Brot ausprobieren und eine bestimmte Zutat fehlt mir noch, die ich erst morgen oder übermorgen kaufen kann und ich bin unglaublich hibbelig). Es freut mich, dass dir das Rezept so gut gefällt und ich bin gespannt auf deinen morgigen Backtag! Ich wünsche dir viel Spaß beim Backen und hoffe, du hast Freude mit dem Endprodukt. 😉
P.S.: Ich bin auch ein absoluter Fan von Datteln – daher werden alle meine aktuellen süßen Rezepte nur mit Datteln (oder Dattelmus) gesüßt.

Liebe Grüße
Jenni

Wow, der klingt wirklich richtig gut. Das beste ist aber, dass ich sogar alle Zutaten dafür zuhause habe (bis auf das Maca-Pulver, das ich zwar liebe, mir aber einfach zu teuer ist). Vielleicht werde ich ihn am Wochenende mal probieren. 😉

Liebste Grüße
Cosima

http://www.ricemilkmaid.de

Liebe Cosima!

Danke dir für dein Lob! Es freut mich, dass du den Kuchen ausprobieren magst – ich bin gespannt, wie er dir gefällt, falls er dieses Wochenende den Weg auf deine Kaffeetafel schaffen sollte. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Hast du schonmal das Erdnussmus von DM ausprobiert? Da sind nur Erdnüsse drin und ich liebe es mit Zimt auf Reiswaffeln. Und von Rapunzel gibt es sogar Crunchy Erdnussmus mit Meersalz.

Liebe Grüße 🙂

Liebe Janina!

Danke für die tollen Ersatz-Tipps zur konventionellen Peanut Butter! 🙂
Ich kenne diese Produkte, benötige sie aber aktuell nicht für meine Küche, da ich mein Nussmus immer selbst herstelle. Aber sie sind definitiv eine wesentlich bessere Alternative zur von mir im Artikel bemängelten Peanut Butter und ich kann mir vorstellen, dass beide Muse (vor allem in Kombination mit Reiswaffeln!) fantastisch schmecken! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Haha, für das Meiden von Erdnussbutter habe ich die selben Gründe 😉 Dein Kuchen klingt aber wirklich lecker… nur kann ich mir dieses ganze No-Bake Zeug noch nicht so recht vorstellen… das muss ich wohl langsam doch mal testen.

Liebe Grüße

Liebe Tabea!

Das freut mich aber – dann haben wir eindeutig dieselben Präferenzen, was gutes Essen anbelangt. 😉
Ich habe mich auch erst relativ skeptisch an no bake Kuchen herangewagt – aber das hat sich sofort mit meiner ersten Kreation gelegt. Diese Kuchen sind wunderbar lecker und schmecken überhaupt nicht nach “roh” und “unfertig”. Vor allem im Sommer schlagen sie – möchte ich fast behaupten – jeden gebackenen Kuchen, da sie direkt aus dem Kühlschrank ähnlich erfrischend schmecken wie Eis. 🙂

Liebe Grüße
Jenni