Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe mich seit Monaten auf die aktuelle Zeit gefreut (wenn wir Corona einmal außen vor lassen): Beeren in Hülle und Fülle treiben mich ein- bis zweimal die Woche verlässlich auf den lokalen Markt in der Kleinstadt, in der ich lebe und ich kehre jedes Mal beladen mit kiloweise praller und frischer Früchte nach Hause zurück und freue mich unendlich, sie quasi jetzt sofort aufessen zu dürfen (was dann auch meist passiert). 

Seit Jahren schon nehme ich mir vor, zumindest genügend zu kaufen, um den Sommer für die kulinarisch etwas bescheideneren Wintermonate konservieren zu können (das gilt auch für anderes Obst und natürlich auch für spezielles Sommer-Gemüse) und ich hoffe, es dieses Jahr endlich konsequent in die Tat umsetzen zu können. Bisher ist das noch nicht passiert, aber noch bin ich zuversichtlich. 

Immerhin habe ich es nicht nur geschafft, die Johannisbeeren in eine neue leckere Pfannenvariation mit Pilzen und Zucchini zu integrieren, sondern auch einen Teil einer kostbaren Erdbeer-Ausbeute für einen wunderbaren Kuchen geopfert, den ich eigentlich schon viel öfter noch habe machen wollen – aber da ist erwähnter Frischfutterdrang dazwischengekommen. Auch hier bin ich zuversichtlich, ein paar Wochen habe ich noch Zeit. 

Kürzlich habe ich dennoch Lust darauf gehabt, einen kleinen Teil meiner aktuellen 3-kg-Erdbeer-Beute für ein Gebäck zu verwerten – denn wenn ich ganz ehrlich bin, liebe ich fruchtige Gebäcke genauso sehr wie ich Dinge mit Schokolade oder Nüssen liebe. Was vielleicht auch daran liegt, dass man mit süßen Sachen, die sich in einem gewissen “gesunden” Rahmen bewegen (wobei mir bewusst ist, dass die Definitionsspanne weit ist), bei mir in der Regel an der richtigen Adresse ist. 

Wie auch immer: Ich wollte ein Sommer-Gebäck. Etwas Kleines, ein paar Teilchen. Im aktuellen Manufactum-Heft sprang mich das Erdbeer-Vanille-Scones-Rezept sehr an – meine Erdbeer-Vanille-Buns basieren nicht nur namentlich wesentlich auf ihm. Ich habe es allerdings veganisiert und ein bisschen meinen Bedürfnissen angepasst. Die Buns werden nicht ausgestochen, sondern eher zu Brötchen geformt, weshalb ich ihnen auch den entsprechenden Namen gegeben habe. 

Man kann sie prima zum Frühstück – mit oder ohne Belag – essen, aber auch einfach zwischendurch genießen oder zum nächsten Picknick mitnehmen. 

Erdbeer-Vanille-Buns

fruchtige Brötchen für ein Sommer-Frühstück oder einfach zwischendruch
Zubereitung30 Min.
Backzeit30 Min.
Arbeitszeit1 Std.
Gericht Frühstück, Kuchen, Nachspeise
Keyword Erdbeeren, Sommer, Vanille, vegan

ZUTATEN

  • 200 g Erdbeeren
  • 1 EL Backpulver
  • 110 g Rübenzucker (normaler Zucker geht natürlich auch)
  • 300 g Dinkelmehl Type 630 (für den Hauptteig - später braucht ihr noch einmal zusätzliches Mehl, deswegen 2 Mehl-Angaben)
  • 1 Prise Salz
  • 2 TL Vanille (gemahlen)
  • 250 g Sojaquark (am besten den von Sojade)
  • 50 g Haselnussmus (anderes Nussmus geht auch)

Zum Einarbeiten in den fertigen Teig

  • 150 g Dinkelmehl Type 630 (erst im 2. Schritt einarbeiten - bitte genau die Anleitung lesen!)

ZUBEREITUNG

  • Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Wascht die Erdbeeren und schneidet sie in kleine Würfel. Stellt sie zunächst zur Seite.
  • Jetzt kommt der Teig: Gebt alle trockenen Zutaten in eine große Rührschüssel.
  • Fügt anschließend den Sojaquark und das Haselnussmus hinzu und verknetet alles zu einem glatten Teig.
  • Hebt jetzt die Erdbeerstückchen unter.
    Achtung: Das könnte - je nachdem, wie saftig die Erdbeeren sind - eine zunächst etwas matschige Angelegenheit werden. Dafür ist die 2. Mehlration da: Gebt die zusätzlichen 150g Mehl zum Teig hinzu, damit er nicht so feucht bleibt und sich besser verarbeiten lässt. Der Teig sollte jetzt eine feuchtere und klebrigere Konsistenz als vorher haben, sich jedoch immer noch nicht so gut kneten lassen.
  • Nehmt entweder einen Esslöffel oder eure Hände (was euch lieber ist), um den Teig zu portionieren und handtellergroße Stücke von ihm abzunehmen. Setzt sie mit ausreichend Abstand zueinander auf ein mit Backpapier belegtes Blech. Streicht bei Bedarf eure Erdbeer-Vanille-Buns-to-be noch einmal an der Oberfläche ein wenig glatt.
  • Jetzt geht es für die nächsten 30 Minuten auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Ofens - bis die Oberfläche leicht gold-braun geworden ist und die Buns zu durfen beginnen.
  • Herausnehmen, auf einem Gitter auskühlen lassen und warm (mit Eis oder Vanille- oder Beerensoße) oder kalt genießen.

NOTIZEN

Ihr könnt diese Buns natürlich auch mit anderen Beeren machen - Johannisbeeren bieten sich aktuell sehr an und verlieren auch nicht so viel Flüssigkeit wie geschnittene Erdbeeren. 

Ich gebe zu: Das Formen der Erdbeer-Vanille-Buns ist – jedenfalls, wenn die Erdbeeren so reif sind wie aktuell – eine kleine Herausforderung. Wer nicht mit einem geduldigen Temperament gesegnet ist, sollte diese Aufgabe vielleicht lieber einer anderen Person überlassen. Ansonsten helfen Löffel wirklich sehr gut, wie bei hartnäckigem Keksteig. 

(Es ist keine gute Idee, das zusätzliche Mehl schon vorher einzuarbeiten – dann bekommt man am Anfang keinen knetbaren Teig zustande. Also wirklich: Erst die Erdbeeren unterheben, dann das zusätzliche Mehl dazugeben. Das kann – je nach Bedarf und Konsistenz der Früchte – auch ein wenig mehr oder weniger sein.)

Wenn man es aber geschafft hat, wird man mit gut duftenden Erdbeer-Vanille-Buns belohnt, die sich warm natürlich am allerbesten anfühlen – länger stehengelassen, ziehen sie jedoch gut durch und der Fruchtgeschmack kann sich schön entfalten.  

Die Buns können aufgeschnitten zum Frühstück oder Brunch gereicht oder zum nächsten Picknick mitgenommen werden. Sie sind mit Belag (vor allem mit Marmelade oder Konfitüre) super, lassen sich aber auch einfach so und ohne alles vor dem Fernseher oder als Reiseproviant vernaschen. Ich kann sie mir auch sehr gut mit einer Vanillesoße serviert vorstellen, ähnlich wie Dampfnudeln. 

Ich genieße jedenfalls die letzten Tage und Wochen, in denen es noch (Erd-)Beeren gibt in diesem ungewöhnlichen Sommer und nehme mir jetzt aber wirklich ganz fest vor, welche einzukochen. Und Tomaten gleich mit. 

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

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