Hört auf, Corona für die Klimakrise zu instrumentalisieren

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18. März 2020

Manche Dinge muss man sehr oft und sehr laut und sehr deutlich sagen, bis sie bei anderen Menschen ankommen. Dieser Tage zum Beispiel #staythefuckhome und #flattenthecurve – auch, nachdem Bars, Clubs und Kneipen weitgehend geschlossen haben, finden sich immer noch Menschen, die an öffentlichen Orten Gruppenkuscheln veranstalten, als wäre das Virus eine nette Erfindung der Boulevard-Presse.

Man merkt vielleicht, das ich wütend bin. Aus vielen Gründen.

Einer davon ist, dass lebensbedrohlicher Schaden für andere Menschen schulterzuckend in Kauf genommen wird. Solange es mich nicht betrifft… Abgesehen von der moralischen Ekelhaftigkeit dieser Scheißegaleinstellung ist diese Grundannahme faktisch falsch: Es betrifft jede*n in diesem Land, wenn das Gesundheitssystem überlastet ist. Auch die, die morgen einen Autounfall, einen Blinddarmdurchbruch oder einen Herzinfarkt haben. Die, die fit sind und in bester körperlicher Verfassung, trennt manchmal nur ein böser Zufall vom Gegenteil.

Corona wird unser Klima nicht retten

Der andere Grund, weshalb ich wütend bin: Bereits kurz nach Ausbruch der Pandemie gingen Posts viral, die davon handelten, wie schön die CO2-Emissionen von China jetzt zurückgefahren seien, das Virus habe ja auch etwas Gutes und überhaupt: Anders lernen sie es ja nicht.

Abgesehen von dem Rassismus, der in dieser herablassenden Kommentierung der Ereignisse aus dem sicheren westlichen Elfenbeinturm (zu dieser Zeit wähnte man sich noch dort) steckt, war das der Auftakt zu einer Reihe von höchst zweifelhaften Vergleichen, die bis heute anhalten.

Ich bekomme Kettenbriefe auf WhatsApp weitergeleitet, in denen steht, man solle doch auch das Positive an dieser Krise betrachten: die Delfine kommen wieder, die Kanäle in Italien sind wieder kristallklar, die Luft wird besser und überhaupt brauchte die Erde mal eine Pause von uns und wir hätten halt nicht auf sie gehört, da habe sie sich genommen, was sie brauchte. Corona als Strafe der Erdgottheit über die sündigen Menschen, die nicht lernen wollen.

Wir werden wachgerüttelt, weil wir nicht bereit waren, es selbst zu tun.

Und ich möchte dann eigentlich nur fragen, ob alles okay und was da in den Köpfen falsch gelaufen ist.

Ich meine: An und für sich ist es ja schön, dass die Schwäne sauberes Wasser haben. Der Smog weniger wird. Gerade in krisenhaften Zeiten klammert man sich an jeden Strohhalm, der Gutes verspricht. Und man kann optimistisch darauf hoffen, dass solche Nachrichten von dem, was möglich ist, Menschen dazu animiert, nach der Krise bewusster zu handeln und neue Wege und Alternativen zum Bisherigen zu erkunden.

Aber können wir einen Moment darüber nachdenken, zu welchem Preis das gerade alles passiert und was wir damit eigentlich tun, wenn wir solche Dinge sagen (Sprache = Handlung)?

Die Währung, in der gezahlt wird, heißt Menschenleben. Man sollte sich das auf der Zunge zergehen lassen oder doch lieber ein Video von den aktuellen Zuständen aus italienischen Krankenhäusern schauen und dann eine kurze Info darüber einholen, wie Großbritannien nicht auf die heranrollende Patient*innenwelle vorbereitet ist – und mir dann noch etwas von “Sieh’ doch mal das Positive an der ganzen Sache” erzählen.



Ich verstehe: Man freut sich im ersten Moment und braucht das, diese kurzweilige Erleichterung, dass das Ganze doch irgendwo was Gutes hat, in diesen angespannten Zeiten. Die anschließende Verantwortung liegt darin, von dieser ersten spontanen Emotion zurückzutreten und einen Moment das größere Bild zu betrachten – eben das, wo dann die Menschenleben, die das kostet, mit draufgemalt sind. Und sich dann hüten, irgendeinen Publish-Button im Internet zu drücken.

Manchmal gibt es nichts Positives an einer Sache. Manchmal ist eine Situation auch einfach nur scheiße und anstrengend und eine enorme Belastung für alle Beteiligten – das darf und sollte man anerkennen, ohne zwanghaft nach dem guten Output zu suchen und anderen so ihr Erleben zu relativieren und ihren Schmerz abzusprechen.

Womöglich diesen positiven Output dann auch noch als kapitalismuskritisch zu labeln, wo es doch zum kleinen Einmaleins des Kapitalismus gehört, ständig nach dem bestmöglichen Dreh, dem Maximum, vor allem auf Gefühlsebene, zu suchen.

Menschen, die jetzt Angst um ihr Leben haben müssen, etwas von den “guten Seiten” und weniger CO2 zu erzählen, ist nicht nur zynisch, es ist auch ziemlich unmenschlich. Sowas dann auch noch ins Internet zu brüllen – nun, dafür habe ich keine anständigen Worte mehr.

Vor allem, weil das Ganze nicht von Dauer sein wird, sondern nur eine temporäre Entwicklung ist, die mit den Anstrengungen, die unternommen werden, um die eingebrochene Wirtschaft wieder ans Laufen zu kriegen, wahrscheinlich wieder aufgehoben sein werden. Wahrscheinlich haben wir also einen Rebound-Effekt und vielleicht sogar ein Backfire vorliegen und man freut sich ein bisschen diebisch (und kommt sich dabei heldenhaft, weil erdbeschützend vor) über ein Minusgeschäft, wenn wir kurz im Wirtschaftsbereich bleiben wollen.

Während die Klimakrise weiter voranschreitet. 

Es ist auch generell nicht cool, Krisen gegeneinander aufzuwiegen. Die Klimakrise ist nach wie vor da, daran müssen wir denken, ja. Aber nicht, indem wir Corona, ein Virus, das Menschen an den Rand der Existenz bringt, das eine enorme mentale und physische Herausforderung für alle ist und am Ende eben Leben kostet, zur Retterin der Welt erklären, weil sie die parasitäre Spezies Mensch jetzt mal ein bisschen dezimiert. Klingt eklig, wenn man es so schreibt, oder? Ist es auch.

Positives sehen: in der Menschlichkeit

Positive Gefühle, Bilder und Worte, die ausdrücken, was viele fühlen, sind wichtig in diesen Zeiten, auch ich klammere mich daran. Aber nicht an denen, die Vergleiche aufmachen, wo keine zu ziehen sind und die temporären Konsequenzen notwendiger Maßnahmen glorifizieren.

Ich klammere mich nicht an das, was uns passiert – sondern daran, wie wir damit umgehen.

Nicht als Individuen, die hämisch mit dem Finger auf andere (in dem Fall: die gesamte Menschheit; was übrigens angesichts der globalen Klimaungerechtigkeit noch eine weitere zynische und unethische Ebene besitzt) zeigen. Oder sich im gut gesicherten Wohnzimmerpolster verschanzen und anderen lautstark auf Instagram zeigen, wie sehr sie sich aufgrund ihrer Privilegien nicht um ihre Zukunft sorgen müssen (und dass alle anderen bitte auch fröhlich sein sollen, weil zusätzlicher Urlaub und so).


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Unsere spontane Gemeinschaftsaktion, um auf die Wichtigkeit von #socialdistancing aufmerksam zu machen. 


Sondern als Gemeinschaft von vielen, die entgegen der spätkapitalistischen Maxime wieder zu entdecken beginnen, dass das höchste Glück vielleicht doch nicht in der Maximierung des eigenen Lebensglückspotenzials, sondern in dem Achten auf und dem Austausch mit anderen Menschen liegt.

Ich klammere mich an die Dinge, die aus freien Stücken entstehen – Handlungen der Solidarität und des Gemeinsinns, die man derzeit überall sieht, vom Zettel mit dem Einkaufsangebot im Wohnungshausflur bis über gemeinsame Online-Tanzkurse und den Aufrufen, lokale Geschäfte zu unterstützen und somit vor dem Ruin zu retten. Das sind die Quellen meines positiven Gefühls dieser Tage – die Akte der Menschlichkeit untereinander, wo wir die Wahl hätten, nur an uns zu denken und Klopapier hortende Egoist*innen zu sein. Und dabei doch die anderen nie aus den Augen verlieren, weil wir merken: Wir schaffen das nur gemeinsam.

Das sind die Dinge, die uns wirklich freuen sollten – nicht temporäre CO2-Abweichungen nach unten, die im Gesamtbild derzeit erstens keinen Unterschied machen und zweitens viel zu teuer erkauft sind.

Bleibt gesund und passt aufeinander auf. #inthisthogether 

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

KOMMENTARE

[…] problematische Siedlungsbewegungen gibt. Dazu passt, dass, als Corona noch neu war, der Virus in einigen Kreisen direkt als „Rache der Natur“ mystifiziert wurde – das kam unter anderem auch stark aus der esoterischen Nachhaltigkeitsbubble. Ich habe den […]

[…] in der nachhaltigen Bubble gibt (kürzlich haben sie sich unter anderem damit hervorgetan, dass sie Corona als Rettung des Planeten vor dem eigentlichen Virus Mensch bezeichnet […]

Vielen Dank für diesen tollen Artikel. Ich ertappe mich selbst immer wieder dabei, mich auf die kleinen positiven Aspekte zu stürzen, weil ich die ganzen Hiobsbotschaften einfach nicht mehr ertrage. Trotzdem sehe ich es etwas anders: Wir lernen gerade jetzt den richtigen Umgang mit den Möglichkeiten, die die Digitalisierung uns bietet: Wir sagen Messen ab und werben Online. Wir reisen nicht, sondern machen Videokonferenzen. Viele dieser Dinge sind auch gut für die Umwelt und ich bin davon überzeugt, dass wir einiges davon beibehalten werden.
Aber die Gefahr des Rebound-Effekts ist sehr real und macht mir auch Sorgen. Ich denke, wir alle sollten die Chancen nutzen, die sich hier bieten, um auch gegen den Klimawandel langfristigige, sinnvolle Änderungen einzuführen. Wir werden sehen, was die Zukunft uns noch so bringt. Bleib gesund und schreib weiter, ich liebe deine Denkanstöße!

[…] Hört auf, Corona für die Klimakrise zu instrumentalisierenvon Jenni auf mehralsgruenzeug.com […]

Ein schöner Artikel. Sich jetzt über die “Vorteile” von Covid aus unsere Umwelt zu freuen, finde ich auch falsch. Aber ich wünschte mir, dass wir alle genau so nach Covid auch an der Klimakrise arbeiten. Denn offensichtlich können wir das, über die Landesgrenzen hinweg zusammenarbeiten. Die Politiker reden das Virus im Gegensatz zum Klimawandel nicht klein und drücken sich nicht um Maßnahmen. Ja, es geht um Menschenleben, aber um die geht es bei der Klimakrise auf lange Sicht auch. Deshalb wünsche ich mir, dass auch nach Covid diese tolle gemeinschaftliche Energie weiter besteht und man sich sagt “So, nachdem wir das überstanden haben, können wir alles schaffen”.

Hallo,
nicht zum ersten Mal freue ich mich, dass jemand meine Gedanken so wunderbar in Worte zu fassen vermag.Und wenn Aussagen dabei sind, die ich so nicht spontan unterschreiben würde, dann habe ich jede Menge Stoff zum Nachdenken bekommen. Danke dafür!
Anstatt sich darüber zu freuen, dass unserem Klima eine kurze Pause gegönnt wird, sollten wir alle uns auf unsere Mitmenschen konzentrieren, denen wir vielleicht in ihrer Isolation helfen können. Sei es nur durch einen Anruf, eine neue WhatsApp-Gruppe oder der Einkauf für meinen Nachbarn, der nicht aus dem Haus kann.
PS Normalerweise scheue ich davor zurück, Blogbeiträge zu kommentieren. Aber in Zeiten wie diesen sollten wir die Stimme erheben für ein Mehr an Miteinander.

Liebe Sandra,
ich freue mich, dass du ein paar Gedanken hiergelassen hast!
Es ist schön, dass der Artikel zum Nachdenken anregen konnte – man muss ja auch nicht 100% mit mir übereinstimmen, der Austausch und das Drübernachdenken sind ja das Wesentliche am Ende.

Und ja, ich bin ganz bei dir: Sich darauf fokussieren, was wir an Menschlichkeit leisten können, das ist sicherlich das Beste, was wir jetzt tun und wir darüber hinaus mitnehmen und bewahren können.

Liebe Grüße und bleib’ gesund!
Jenni

Mhmm, ich bin sonst meist deiner Seite, aber hier sehe ich es nicht ganz so schwarz und weiß. Ich sehe eher, was es anscheinend braucht um menschen aufzurütteln. Nämlich eine Katastrophe und so war das leider schon immer in der Weltgeschichte. Menschen kommen dann zusammen, reflektieren und wollen wieder das beste für ihr Leben und das Ihrer Kinder. Ist es deswegen gut das andere Menschen sterben und corona so viel Leid bringt? Nein, es ist furchtbar und erschüttert mich. Es tut mir herzen weh. Aber dennoch habe auch ich das Gefühl das wir in den letzten Jahren mit unserer aller Lebensweise gerade zu auf eine Katastrophe zu gesteuert sind und nun ist sie da. Wenn nun schon wenigstens ein Teil der Bevölkerung auch andere Sichtweisen und Konsequenzen davon zieht, dann war all das Leid wenigstens nicht umsonst. Und deswegen finde ich es nicht falsch, auch solche “positive” sachen zu posten. Ein wachrütteln hilft allen.

Liebe Krisi,

ich persönlich finde, es kommt sehr, sehr darauf an, wie man das framed. Es ist eine gute und wichtige Idee, aus dem, was gerade passiert, zu lernen und neue Denkräume zu eröffnen und hoffentlich machen wir nach der Krise nicht einfach so weiter wie vorher.

Dennoch finde ich den fatalistischen Gedanken, es hat jetzt halt mal etwas “von oben” gebraucht, damit wir sehen, was wir alles ändern müssen, extrem problematisch. Wie viel Leid darf passieren, bis wir lernen? Was sollen wir lernen und ist das Menschenleben wert? Im Internet wird derzeit so getan, als wäre es das.

Wie gesagt: Ich freue mich, wenn wir vor allem menschlich daraus lernen (das wird dem Klima übrigens quasi automatisch gutgute kommen) – und nicht kurzfristige “Erfolge” feiern, wo wir doch eigentlich einen krassen Sysemwandel brauchen, auf mehreren Ebenen.

Liebe Grüße an dich und bleib’ gesund!
Jenni

Hmm, schwierig. Auf der einen Seite gebe ich dir vollkommen Recht – das Leid der Einzelnen darf nicht einfach kleingeredet werden. Respektlosigkeit, Hochmut und Egoismus bringen uns hier nicht weiter – keinen von uns.

Nichtsdestotrotz finde ich es trotzdem wichtig, auch die positiven Aspekte wahrzunehmen. Weil die Dinge eben nie nur schwarz oder nur weiß sind und die eigene Perspektive nicht absolut gültig ist.
Vor der Coronakrise war es für viele sicherlich schier unvorstellbar, nicht mehr zu fliegen; erschien es unmöglich, für den Job und den geheiligten Urlaub auf das Flugzeug zu verzichten. Und jetzt? Geht es auf einmal doch. Wir sind mit so vielem aufgewachsen, das uns absolut notwendig erscheint. Und trotzdem hat die Menschheit Tausende von Generationen lang ohne Klopapier überlebt.
Ich denke, dass das eine lehrreiche Erfahrung ist, die hoffentlich auch längerfristig in Sachen Klimaschutz hilft: nur, weil etwas bislang für uns selbstverständlich war, heißt das nicht, dass es sich nicht ändern kann. Darin liegt auch eine unglaubliche Chance.

Nochmal – das mindert nichts, gar nichts daran, dass sehr viele Menschen in wirklich üblen Situationen sind. Von wirtschaftlichen Existenzängsten über Eltern, die auf einmal einen Vollzeitjob im Home Office und die Kinderbetreuung gleichzeitig unter einen Hut kriegen müssen, von überlastetem Klinikpersonal und Verkäufern anbetrachts durchdrehender Kunden bis natürlich hin zu denen, die tatsächlich schwer erkranken oder sogar sterben und deren Angehörigen. Das ist schlimm und heftig, keine Frage.

Aber imho bringt es trotzdem nichts, sich deswegen _nur auf die schlimmen Nachrichten zu fokussieren und sie als “erlaubter” einzustufen.

Liebe Anne,

danke dir für deine Gedanken zum Thema!
Ich bin auch nicht der Ansicht, dass man sich jetzt nur auf die Krise fokussieren sollte und schrieb ja auch, dass ich das Bedürfnis nach guten Nachrichten vollkommen nachvollziehen kann – gerade jetzt.

Und wie du schreibst: Die Situation ermöglicht zumindest erst einmal gedankliche Räume für Veränderungen und neue Wege, die ausprobiert werden können. Das aber wiederum ist ein ganz anderes Framing als zu sagen: Oh, guck mal, China (seit neuestem gehen auch entsprechende Grafiken für Italien rum) hat jetzt bessere Luft, geht also doch, wenn man will, gell?!

Es wäre schade, wenn wir nicht von der aktuellen Situation lernen würden – aber beides gewissermaßen in eine Waagschale zu werfen und temporäre “Erfolge” zu feiern, wo am Ende eben nur ein krasser Systemwandel (auch auf sozialer Ebene, wie wir ja gerade in sehr krassem Ausmaße sehen) helfen wird, das ist das, was ich nicht okay finde. Und leider ganz oft passiert aktuell.

Liebe Grüße an dich und bleib’ gesund!
Jenni

Tatsächlich wäre mir beim verkünden der Nachricht des klaren Wassers in Venedig gestern, niemals in den Sinn gekommen, dass ich damit die Klimakrise vor Menschenleben stelle oder hat es schönreden will, wie schrecklich die Corona-Krise gerade ist.
Ich bin dir dankbar, dass du mir hier ein wenig die Augen geöffnet hast.

Dennoch bin ich der Meinung, dass es nicht verkehrt ist, in Zeiten, wo sehr viel Trauer, Angst und Entsetzen im Social Web kursieren, man auch mal etwas positives teilen darf. Nur sollte man vielleicht Kommentare die einen Zusammenhang zwischen zwei Krisen zeigen weglassen 🙂

Liebe Lena,
ich bin ja auch voll dafür, positive Dinge zu zeigen und nicht nur einen Horror-Newsticker laufen zu lassen. Aber das Positive sollten wir in dem suchen und finden, wie wir uns jetzt zueinander verhalten und mit dem umgehen, was so viel Chaos in unser aller Leben gebracht hat – Dinge gegeneinander auszuspielen, wie das derzeit, mal mehr und mal weniger explizit passiert, mag ich gar nicht leiden und bringt uns leider am Ende auch nicht wirklich weiter.

Ich freue mich jedenfalls, dass der Artikel zum Nachdenken anregen konnte! 🙂

Liebe Grüße an dich und bleib’ gesund!
Jenni

Liebe Jenni – wie ganz oft formulierst Du genau die Gedanken klar und treffend, die mir noch diffus durch den Kopf geistern. Bei solchen Posts und Artikeln zu den vermeintlich positiven Auswirkungen auf die Umwelt habe ich in letzter Zeit immer gedacht: schön und gut, aber hier wird gerade vergessen, auf wessen Kosten das gerade passiert. Hart trifft es im Zweifel nämlich nicht die Big Player (wie Amazon, die aktuell Menschen in Vorbereitung auf ihren Geschäftsboom einstellen)oder die Unternehmen, an die Trillionen US Dollar zur Wirtschaftsrettung gehen sollen.Und wie Du schreibst, es geht akut und ganz massiv um Menschenleben. Und zudem um Menschen, die ohnehin in prekären Situationen sind. Oder in Flüchtlingslagern feststecken. Oder das System aufrecht erhalten. Oder im ohnehin überlasteten Gesundheitssystem arbeiten. Oder oder oder. Mir geht es wie Dir und ich klammere mich ebenfalls an die Menschlichkeit und wie wir nun weltweit damit umgehen. Um dann im Zweifel ganz viel in unsere Zukunft mitzunehmen, in der Menschlichkeit und Solidarität wieder einen höheren Wert haben. Danke für Deine Gedanken und Deine immer inspirierenden Artikel.

Liebe Franziska,
ich danke dir für deine Gedanken zum Thema – ich finde, man darf sich ja freuen, dann aber eben deshalb, weil man zusammenrückt und der Situation, in der wir uns jetzt befinden, mit Menschlichkeit begegnet.

Liebe Grüße und bleib’ gesund!
Jenni