Es ist eine Herausforderung derzeit, einen Artikel nicht mit Corona anzufangen oder zumindest darauf in irgendeiner Form Bezug zu nehmen. Ich versuche gar nicht erst, so zu tun, als wäre alles normal, denn das ist es nicht.

Und gerade so ein Versuch würde, so nachvollziehbar er auch wäre, allen Unrecht tun, die der Realität gerade nicht ausweichen und das auch in den kommenden Wochen nicht tun können werden, in denen ich mich im Falle des Falles von der Außenwelt abkapseln und einfach nur warten kann, bis es irgendwann vielleicht vorbei ist.

#checkyourpriviledge nennt man das und ich versuche, sehr achtsam damit zu sein, aber auch wiederum mit mir selbst, dem es nicht hilft, sich für die eigene Situation zu shamen und mental in der Nachrichtenflut unterzugehen. Allen helfen, denen es weniger gutgeht gerade, auf die Art, auf die ich das am besten kann und gleichzeitig und zuerst schauen, dass es mir selbst einigermaßen okay geht mit dem Ganzen, denn andernfalls kann ich niemand anderem auch nur ein bisschen unter die Arme greifen und würde sogar noch zur weiteren Last, im schlimmsten Fall.

Das gilt nicht nur in Corona-Zeiten, sondern eigentlich immer und ich habe glücklicherweise mittlerweile ein wenig Übung darin, sie kommt mir gerade zugute.

Gelernt habe ich in diesem Kontext nicht nur, wann ich das Handy besser beiseite lege (und liegen lasse), sondern auch, wie sehr mich die Zubereitung von Lebensmitteln zu schönen Gerichten entspannt. Derzeit koche und backe ich also wieder besonders viel und das ist irgendwie sehr schön, weil eine ganz spezielle Form der Selbstfürsorge. Und ich bin dankbar, mehr als das, dass ich sie pflegen kann und ein paar Anregungen in diese Richtung weitergeben kann.



In den vergangenen Tagen habe ich also Brot gebacken, Kichererbsen gekocht und zu Hummus verarbeitet, Pflanzenmilch selbst gemacht, Kichererbsen-Blondies gebacken, mir wieder morgens Porridge gemacht und diese kleinen Dinge, die sonst nebenherlaufen, sehr zelebriert, um dem Lauten in diesem noch schnelleren Internet als sonst etwas entgegenzusetzen.

Und Kekse gebacken. Weil ich festgestellt habe, das außerhalb von Weihnachten sehr selten zu tun und ändern wollte – vor allem, weil ich zu Weihnachten nicht solche tollen Sachen wie Chocolate Chip Cookies mache. Eigentlich auch nur die more fancy Version von Kekse mit Schokotropfen auf Haferbasis – aber doch sehr vielviel mehr fancy.

Weil ich Haferkekse ganz außerordentlich lecker finde, habe ich hier schon einmal ein Rezept verbloggt, das ein bisschen nussiger ist und ohne Chocolate Chips auskommt. Aber weil es nie genug Kekse mit Hafer drin geben kann, werden vermutlich noch ein paar mehr Rezepte in dieser Richtung früher oder später hier einziehen.


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Das Rezept

für 10-12 Chocolate Chip Cookies mit Hafer 


Zutaten

  • 230g Haferflocken, zart
  • 180g Vollrohr-Zucker
  • 80g Dinkelmehl Type 1050
  • 2 TL Weinstein-Backpulver
  • 2 TL Vanille, gemahlen
  • 140g Apfelmark (ca. 4 EL)
  • 120g Erdnussmus, fein (ich nehme das von Rapunzel)
  • 70g Schokotropfen, Zartbitter

Zubereitung

  • Heizt den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vor.
  • Legt ein Backblech mit Backpapier aus (oder fettet es gut ein).
  • Vermengt in einer großen Schüssel alle trockenen Zutaten miteinander.
  • Gebt nun das Apfelmark und das Erdnussmus hinzu.
  • Verknetet alles zu einem feuchten, zusammenhängenden Teig. Er bleibt an den Fingern kleben, das soll so.
  • Nehmt mit einem Esslöffel eine großzügige Menge Teig ab und formt daraus (mit leicht feuchten Händen geht das am besten) Kugeln.
  • Setzt sie auf das vorbereitete Backblech und drückt sie zu runden Keksen flach. Lasst dabei ein paar Zentimeter Abstand zwischen den Keksen, sie gehen im Ofen gut auf.
  • Gebt das Blech mit den Keks-Rohlingen auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Ofens und lasst sie für die nächsten 15 Minuten backen, bis sie leicht goldbraun an der Oberfläche werden.
  • Herausnehmen, gut auskühlen lassen (sonst fallen sie leicht auseinander) und genießen, am besten mit einem Glas warmer Pflanzenmilch.


Mich erinnern Haferkekse an Kindheit, obwohl ich gar keine spezifischen Erinnerungen daran ausmachen könnte, die belegen würden, dass ich früher besonders viele Haferkekse gegessen hätte. Dennoch: Warme Milch und Haferkekse gebe mir genauso ein warmes Gefühl von Geborgenheit wie heiße Schokolade oder ein guter Milchreis mit Kirschen.

Und das kann ich derzeit besonders gut brauchen, warme Umarmungen von nah und fern. 

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

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