Ostern rückt immer näher und so sehr ich mich früher auch auf das Eiersuchen im Garten gefreut habe, so sehr ziehen Feste, die nicht gerade Weihnachten sind, im Moment an mir vorbei. (Ist es das, das berühmte Erwachsenwerden?)

Vielleicht liegt das auch ein wenig daran, dass ich mich im Laufe der letzten Jahre immer mehr von dem konsumorientierten Aspekt dieser Feierlichkeiten entfernt habe – und ich noch nie religiös gewesen bin, sodass die Vorfreude auf das eigentlich wichtigste Fest der Christenheit auch aus diesem Grund eher neutral ausfällt.

Mittlerweile gehöre ich zu den Menschen, die sich eine Woche vor Ostern erschreckt die bunten Schaufensterdekorationen in der Innenstadt anschauen und sich dann – huch, jetzt schon?! – latent panisch und mit schlechtem Gewissen bei der Familie melden, um den natürlich obligatorischen Besuch zu koordinieren.

Ich bin sehr glücklich, dass wir uns kollektiv im Laufe der Jahre abgewöhnt haben, uns dem Konsumrausch an den Feiertagen (sei das nun Weihnachten, Ostern oder auch Geburtstage) hinzugeben und stattdessen uns selbst und die Zeit miteinander in den Fokus stellen.

Das war nicht so einfach. Denn wie sicherlich bei vielen von euch auch waren diese Feste früher wahre Orgien des Materialismus: Geschenke noch und nöcher, vor allem natürlich für die Kinder, man meinte es ja gut.* Das kann ich aus heutiger Perspektive auch nachvollziehen – dennoch würde ich es später anders machen. Und bin froh, dass wir alle nun so entspannt durch das Leben gehen können, dass wir unsere Zuneigung nicht am Grad abgeknibbelter Preisschilder messen müssen.

*3/4 davon stand zwei Tage später für den Rest seines kurzen Lebens in einer verstaubten Ecke, um jetzt selbst Staub zu sammeln. 

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Auch beim Essen sind wir bescheidener geworden: Anstelle von aufwändigen 4-Gänge-Menüs, die im Endeffekt auch nur von einer Person (nämlich meiner Mutter) zubereitet werden mussten und dementsprechend einen unfassbaren Berg an Arbeit bedeuteten, der häufig leider sehr ungerecht verteilt war, bereiten wir nun ein oder zwei Gerichte mit Nachspeise vor.

Und das gestalten wir als ein gemeinschaftliches Event, bei dem jede*r seinen Teil beiträgt. Es ist immer wieder spannend, wie sich solche Dynamiken innerhalb einer Generation verändern können – und ich darf mit angemessenem Stolz verkünden, dass meine Familie sich über die neue Entspanntheit an Ostern und Co. sehr freut.

Weniger Druck tut uns allen gut und hilft, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: uns selbst und die Menschen, die wir lieben.

#cheesybuttrue

Und eines meiner kleinen Geschenke dieses Jahr wird dieser schöne Karottenkuchen mit Quarktopping sein (Mama & Co.: ich hoffe, ihr lest das nicht, zumindest nicht vor Ostern).

Ich mag es sehr, meine Lieben mit gutem Essen zu überraschen. Vor allem mit solchen Gerichten und Backwaren, die sie so (noch) nicht kennen oder sehr selten ausprobieren (schon gar nicht selbstgemacht). Mein mit Abstand größter Erfolg bisher sind mein Tzatziki und mein Hummus – meine Schwestern sind verrückt danach und ich muss beides jedes Mal zubereiten, wenn ich zu Besuch bin.

Ich hoffe sehr, dass dieser Karottenkuchen der nächste große Erfolg wird (ich werde berichten, zumindest auf Instagram) – kann mir etwas anderes aber fast nicht vorstellen. Die Idee, Marzipan hineinzuwerfen, hatte Serdar und ich muss sagen, dass es den Kuchen um 2000 Stufen aufgewertet hat. Marzipan und Karotten, das passt unbestreitbar perfekt zusammen.

Dieser Karottenkuchen kommt mit einem dickflüssigen Topping aus Sojaquark daher – verfeinert mit Vanille und vor allem, wenn der Kuchen noch ein wenig warm ist, der Garant dafür, dass man doch ein wenig mehr futtern möchte als ursprünglich beabsichtigt…

Zutaten

Für den Teig:

  • 7 Karotten, mittelgroß
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 1/2 Tassen Mandeln (entspricht: 2 Tassen gemahlenen Mandeln / ca. 300g)
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Vanille, gemahlen
  • 2 TL Weinstein-Backpulver
  • 1 Tasse Kokosblütenzucker
  • 3 EL Apfelmark
  • 100g Marzipan
  • 1 Tasse Walnussbruch
  • 10 EL Dinkelvollkornmehl
  • 4 EL Sojajoghurt natur, ungesüßt

Für die Creme:

  • 400g Sojaquark, natur und ungesüßt
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 TL Vanille, gemahlen
  • 8 EL Birkenzucker

Zubereitung

Der Teig: 

  • Bereitet eine 20cm x 20cm große Form vor, indem ihr sie einfettet und einmehlt.
  • Schält die Karotten und reibt sie in nicht zu kleine Raspel (ich habe die größere Stufe meiner Reibe genutzt).
  • Gebt den Zitronensaft zu den Karotten und vermengt beides gut miteinander. Zunächst beiseitestellen.
  • Vermengt nun alle trockenen Zutaten für den Teig in einer großen Schüssel miteinander.
  • Zupft das Marzipan in kleine Stückchen und gebt die flüssigen Zutaten (Sojajoghurt, Apfelmark) hinzu.
  • Gebt die geriebenen Karotten zu dem Rest und verrührt alles zu einem zusammenhängenden, leicht feuchten Teig.
  • Heizt den Backofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vor.
  • Gebt den Teig in die Backform, streicht ihn glatt und gebt ihn auf die mittlere Stufe eures vorgeheizten Ofens.
  • Lasst euren Karottenkuchen-to-be jetzt für die nächsten 45 Minuten backen, die ersten 20 Minuten mit leicht geöffneter Ofentür (einfach einen Kochlöffel dazwischenklemmen).
  • Der Kuchen sollte nach dem Backen gut aufgegangen sein. Macht die Stäbchenprobe, um sicherzugehen, dass er einigermaßen durch ist (dieser Kuchen wird innen ein wenig feucht bleiben, das liegt an den vielen feuchten Zutaten und ist so gewollt).
  • Nehmt den Kuchen aus dem Ofen und lasst ihn gut auskühlen. (Wenn ihr nicht geduldig seid, wird er euch beim Rausnehmen aus der Form unter Garantie zerfallen.)

Die Quark-Creme: 

  • Vermengt alle Zutaten in einer Schüssel miteinander.
  • Wenn ihr mögt und je nachdem, wie grob der Birkenzucker ist, könnt ihr ihn vor dem Verrühren noch einmal im Mixer zu feinem Mehl mahlen – dann knirscht es nachher beim Essen nicht so zwischen den Zähnen.
  • Streicht die Creme auf den ausgekühlten Kuchen und dekoriert das Ganze noch mit ein paar Karotten-Raspeln und/oder Walnuss-Stückchen.

Dieser Karottenkuchen mit Quarktopping ist – und ich sage das in der allergrößten Bescheidenheit – der beste, der mir jemals untergekommen ist.

Serdar sieht das ganz genauso. Ich bin sehr sicher, dass meine Familie (und eure vielleicht auch, falls ihr euch entscheidet, diesen Kuchen am Osterfest zu servieren) sich dieser Meinung anschließen wird. Denn außer Menschen, die nun wirklich keine Karotten leiden können, kann ich mir niemanden vorstellen, der diesen Kuchen nicht mögen wird.

Falls ihr mit semi-flüssigen Toppings nicht so sehr zu begeistern seid, könnt ihr den Teig auch mit einer Creme aus Kokosmilch, Zitronensaft und Birkenzucker toppen (die wird dann auch im Kühlschrank relativ schnell schnittfest). Ein Rezept habe ich an dieser Stelle leider nicht zur Hand (folgt noch!), aber Suchmaschinen wie Pinterest oder das kücheneigene Kochbuchregal sollten ein paar Ergebnisse dazu ausspucken können.

Doch auch dieses Quark-Topping wird nach einigen Stunden im Kühlschrank zumindest schnittfest, wenn auch nicht ganz so hart wie die oben erwähnte Kokosmilch-Variante. Wenn ihr ein wenig Geduld mitbringt…

Und damit ihr euch im wahrsten Sinne des Wortes auch ein Bild von dem trockenen Teigboden des Kuchens machen könnt, haben wir bei den Fotos ein wenig getrickst und – um das servierfertig drapierte Stück nicht zu verschandeln – ein Stück von der Trockenbasis extra noch einmal in die Kamera gehalten: So sieht der dann aus – und schmecken tut er noch wesentlich besser.

Wie gesagt: Der Teig bleibt leicht feucht, vor allem in der Mitte, was unter anderem am Apfelmark, Joghurt und dem Marzipan liegt (und natürlich auch den Karotten) und in Kombination mit den Nüssen, die so herrlich im Mund knacken, sich beim Futtern genau richtig anfühlt. Reichhaltig irgendwie. Und sattmachend – selbstverständlich macht diese Kombination sehr schnell satt. Wenn man nach einem Stück weiterfuttert, dann eigentlich nur des guten Geschmacks wegen, den man noch nicht so schnell beendet wissen will.

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Auf dem Blog gibt es übrigens schon ein anderes Rezept für einen Kuchen mit Karotten: Hier habe ich euch vor einiger Zeit eine Basis-Trocken-Version präsentiert, die mittlerweile viele von euch nachgebacken haben und sehr begeistert davon sind. (Das wäre also noch eine Rezept-Alternative, falls ihr diesen Karottenkuchen mit Quarktopping doch nicht ausprobieren möchtet.) 

Für den Fall, dass direkt nach dem Backen noch etwas übrig bleiben sollte: Bewahrt den Kuchen für einige Tage im Kühlschrank auf – länger als 2-3 Tage würde ich aber nicht empfehlen, da er aufgrund der Feuchtigkeit schnell zu schimmeln beginnen kann. Dann lieber vorher wegfuttern oder jemand anderen (vielleicht die Nachbar*innen?) mit einem geschenkten Stück glücklich machen.

Was sind eure liebsten Osterrezepte?

P.S.: Vielleicht wundert ihr euch, weshalb ich zwei verschiedene Zuckersorten verwende: Normalerweise arbeite ich mit Kokosblütenzucker, weil der einen guten glykämischen Index und einen wunderbaren karamelligen Geschmack hat. Weil die Creme obendrauf aber nicht braun, sondern weiß bleiben sollte, habe ich hier zu Birkenzucker gegriffen. Der ist auch wesentlich empfehlenswerter als normaler Haushaltzucker, aber ihr könnt natürlich auch 1:1 diesen nutzen (oder die Creme mit Kokosblütenzucker dunkler machen). Ein Add on noch zum Backen: Ihr könnt das Backen im Ofen auch gerne mit dauerhaft geschlossener Tür probieren – ich weiß sehr gut, dass das ökologischer ist. Leider brennt bei mir der Kuchen so oben an und wird allgemein zu trocken. Da kommt es aber sicherlich auch auf den Ofen an und Erfahrungsberichte sind gerne gesehen!

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

KOMMENTARE

Liebe Svenja,
ich freue mich sehr über deinen lieben Kommentar – vielen Dank für diese schöne Rückmeldung!
Es ist toll zu sehen, dass sowohl die Texte als auch die Bilder und Rezepte, also eben das Gesamtpaket, gerne angeschaut und gelesen werden – ein schöneres Kompliment und eine bessere Bestätigung zum Weitermachen braucht es gar nicht. 🙂
Danke dir also für das schöne Ostergeschenk – und dir auch schöne Feiertag und viel Freude beim Backen und Naschen weiterhin!
Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,
ich lese bei dir gerne, meistens still, mit. Deine Texte sind toll und regen immer zum Nachdenken an und nachgekocht habe ich auch schon deinen Hummus, die leckere Linsensuppe und jetzt diesen Kuchen. Ich wollte schon länger mal einen Karottenkuchen versuchen und ich muss sagen, er schmeckt mir wirklich genial! Vielen Dank für deine Arbeit und dass du dein Wissen und deine Ideen hier teilst 🙂
Alles Liebe, schöne Feiertage
von Svenja