Habt ihr eure Weihnachtsbäckerei schon geschlossen – oder gar nicht erst eröffnet in diesem Jahr? Oder seid ihr auch so phänomenal spät dran wie ich? Ich habe natürlich große Vorsätze gehabt, wie jedes Jahr – und dann erst vor ein paar Tagen das zweite Mal ein Blech mit Keksen in den Ofen geschoben.

Und das, obwohl mich die Weihnachtsstimmung diesmal so richtig erwischt hat und ich gar nicht genug bekommen kann von Lichterketten, Eingemummel, warmem Kakao und Tannengrün. Es wird das letzte Weihnachten zu zweit sein und das ist eine Zäsur, die ich sehr bewusst wahrnehme. Gleichzeitig freue ich mich unbändig darauf, kleinen Kinderaugen Rituale wie die Weihnachtsbäckerei zu zeigen – das wird großartig!

Wahrscheinlich werde ich erst in dieser Woche so richtig mit der Keksproduktion anfangen – und genau dann neue Rezepte posten, wenn der Rest Deutschlands keine süßen Backwaren mehr sehen kann und der Januar mit seinen sportlichen Neuanfängen vor der Tür steht. Noch wahrscheinlicher: Ich schaffe beides nicht, weil ich dann bereits im Wochenbett liegen werde. Wir sind bereits in Woche 39 angekommen und es wird langsam spannend.

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Aber vorher – und ich kann gar nicht genau erklären, wieso – wollte ich unbedingt noch Linzer Plätzchen gebacken haben. Vielleicht ist die Sehnsucht gerade nach dieser Kekssorte auch den Schwangerschaftsgelüsten in die Schuhe zu schieben. Jedenfalls habe ich wochenlang an Linzer Plätzchen gedacht, bevor ich mir dann endlich einen Ruck gab und ein Blech marmeladengefüllter Kekse produzierte. Das hat genau anderthalb Tage vorgehalten und stieß bei mir, S. und Besuch auf derart ungeteilte Begeisterung, dass umgehend nachproduziert wurde.

Und auch auf die Gefahr hin, dass ihr jetzt schon keine Kekse mehr sehen könnt, habe ich euch das Rezept mitgebracht. Es ist wirklich sehr einfach.

Linzer Plätzchen

Zubereitung40 Min.
Backzeit20 Min.
Gericht Kekse, Kleinigkeit, Weihnachten
Keyword Haselnuss, Linzer Plätzchen, Marmelade, Weihnachten
Portionen 30 Plätzchen

ZUTATEN

  • 140 g Haselnüsse (gemahlen)
  • 250 g Dinkelvollkornmehl
  • ½ TL Salz
  • 100 g Zucker
  • 1 TL Vanille (gemahlen)
  • 200 g Alsan
  • 4 EL Wasser (kalt)
  • 100 g Beerenmarmelade (Ich habe die 75% Frucht von Allos genommen.)
  • 2 EL Wasser

ZUBEREITUNG

  • Gebt die Haselnüsse, das Mehl, das Salz, den Zucker und die Vanille in eine große Schüssel und vermengt die Zutaten gut miteinander.
  • Schneidet nun die Alsan in kleine Würfel und gebt sie zusammen mit dem Wasser (bitte darauf achten, dass es kalt ist) in die Schüssel.
  • Verknetet alles gut zu einem zusammenhängenden, homogenen Teig. Anmerkung: Bis das Mehl gut eingearbeitet ist, dauert es ein paar Minuten. Ihr braucht nicht mehr Flüssigkeit (!), auch wenn das erstmal so aussehen mag. Knetet geduldig weiter, bis sich die Zutaten miteinander verbinden. Am Ende habt ihr einen leicht feuchten Teig vor euch.
  • Jetzt könnt ihr den Ofen auf 160°C Ober-/ Unterhitze anschalten.
  • Stecht auf einer großzügig bemehlten Arbeitsfläche eure Linzer Plätzchen aus. Ich nutze spezielle Linzer-Formen, aber ihr könnt genauso gut große Kreise (Boden) und in einigen dieser Kreise wiederum kleine Kreise (Deckel) ausstechen.
  • Gebt die Keks-Rohlinge auf ein Blech und setzt es auf die mittlere Schiene eures Backofens. Lasst die Kekse ungefähr 20 Minuten backen. (Schaut immer mal wieder nach, wie weit sie sind - Backöfen heizen erfahrungsgemäß alle ein bisschen anders.)
  • Nehmt die Kekse heraus und lasst sie auf einem Rost gut abkühlen.
  • Jetzt ist die Füllung dran: Gebt die Marmelade zusammen mit 2 EL Wasser in einen Topf, vermengt beides gut und erhitzt die verdünnte Marmelade leicht. Sie sollte nicht kochen, aber warm werden.
  • Legt jeweils einen Boden und einen Deckel aufeinander und gebt die warme Marmelade in die Aussparung in der Mitte. Ihr könnt den Deckel auch ein paar Mal vorsichtig anheben und leicht schwenken - so verteilt sich die Marmelade besser, es sieht schöner aus (weil die Form sauberer ausgefüllt wird) und der Keks hält am Ende besser zusammen.
  • Zur Seite setzen, abkühlen lassen (oder auch direkt vernaschen) und bei Bedarf mit Puderzucker bestäuben. Fertig!

NOTIZEN

Anmerkung: Je nachdem, welche Form ihr wählt, kommen mehr oder weniger Kekse aus dem Rezept heraus. Ich habe vergleichsweise kleiner Linzer Förmchen, sodass ich auf etwas mehr als 30 Plätzchen komme (33, um genau zu sein). Wenn ihr aber beispielsweise mit Gläsern arbeitet, kann es sein, dass ihr nur bei 20 Keksen landet (und ihr mehr Marmelade braucht). 

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Von früher habe ich Linzer Plätzchen (oder Linzer Augen) als sehr süß-klebrige Angelegenheit in Erinnerung – ein bisschen zähneziehend und außer nach Zucker nicht wirklich nach etwas schmeckend. Das ist bei diesen Plätzchen hier definitiv anders: Die Nüsse kommen – genauso wie die Vanille – sehr gut zur Geltung, weil der Zucker sparsam eingesetzt wird und ich eine Marmelade mit niedrigem Zuckeranteil verwendet habe. Vor allem Letzteres könnt ihr natürlich anders machen, aber ich persönlich mag (wenn ich schon Marmelade kaufe) Sorten mit hohem Fruchtanteil mittlerweile viel lieber. Wir haben die Kekse aber auch sehr kritisch-ehrlichem und an “normale” Zuckerdosen gewöhnten Besuch serviert – sie sind auch hier auf viel Gegenliebe gestoßen.

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Falls ihr noch mehr Inspiration für die vegane Weihnachtsbäckerei sucht, werdet ihr beispielsweise bei den Kokosmakronen fündig, aber auch bei den Haferkeksen, den Haselnuss-Vanille-Kipferln, den Spekulatius-Keksen, den Ingwer-Keksen, den Haselnuss-Lebkuchen mit Schokofüllung oder den einfachen Schoko-Ausstecherlen. (Merkt mensch, dass ich eine Schwäche für Haselnuss habe?)

Abgesehen von den Linzer Plätzchen, die es schnell in die Favoritenliste geschafft haben, mag ich im Moment besonders gerne die Kokosmakronen, die Ingwer-Plätzchen (auch wenn ich in der Schwangerschaft einen Bogen um sie gemacht habe) und die Haselnuss-Lebkuchen. Ich bin gespannt, welche und wie viele dieser Kekse ich in diesem Jahr noch einmal schaffe zu backen – weil es ja vielleicht bald losgeht, aber auch, weil ich nach einer Stunde Arbeit in der Küche erstmal eine Pause brauche und mich hinsetzen muss. Ein Back-Marathon ist im Moment nicht drin. Aber mindestens eine Sorte schaffe ich noch!

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Falls wir uns hier nicht noch einmal lesen in diesem Jahr wünsche ich euch eine gute Weihnachtszeit – wie auch immer ihr sie verbringt, ob ihr feiert oder nicht – und viel von dem, was euch guttut am Ende des Jahres und zum Jahreswechsel. Wie es leider aussieht, werden wir unsere Kräfte brauchen für ein drittes herausforderndes Jahr Pandemie, saugen wir also alles Schöne auf, was wir kriegen können.

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

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