Dieses Jahr war und bin ich sehr fleißig beim Zelebrieren der Weihnachtsbäckerei und habe das, ich sprach es ja schon zu Genüge an, so genossen wie schon lange nicht mehr.

Mit allem, was dazugehört: Wham (sehr zum Leid meiner Mitmenschen), Kerzenlicht, Lichterketten, Tannenzweigen, Illex, dem guten Duft, der entsteht, wenn man die Plätzchen aus dem Ofen holt, schokoladenverschmierte Hände, zerbrochene Rohlinge. Und dieses Gesamtgefühl, wenn alles zusammenkommt, ein heimeliges, eine warme, selbstgeschaffene Umarmung.

Die letzten 3 Artikel waren dementsprechend auch Keks-Rezepte und ich entschuldige mich ein wenig bei allen, die die sonst so gute Mischung aus verschiedenen Themen hier schätzen: Es befinden sich auch wieder andere Artikel in Planung und Finalisierung, sodass dieser Blog sich nicht in ein Kekse-Rezept-Sammelsurium verwandeln wird.

Doch nicht zuletzt der gute Genuss ist das, was mich gerade umtreibt und das möchte ich auch hier entsprechend teilen. Vor allem, weil mir die aktuellen Rezepte wirklich, in aller Bescheidenheit, sehr gut gelungen sind und ich mich immer freue, wenn andere sie als Inspiration nutzen und ihre eigene Weihnachtsbäckerei für sich duftend-melancholisch bereichern  können.



Nichtsdestotrotz werden die Haselnuss-Vanille-Kipferl das letzte Rezept sein, das ich in diesem Jahr in Weihnachts-Kontext mit euch teilen werde. Jedenfalls ist das so geplant, man weiß ja nie und ich traue mir da selbst auch nicht so richtig über den Weg, wenn ihr ehrlich bin (ich neige dazu, Pläne gerne über den Haufen zu werfen und alles ganz anders zu machen). Doch ich denke, Kekse haben wir jetzt genug. Und: Backt eigentlich jemand nach dem vierten Advent?

Ich auf jeden Fall, jetzt habe ich ein wenig Feuer gefangen, ehrlich gesagt. Spätestens im Januar bin ich aber wahrscheinlich für ein paar Wochen geheilt von Zucker und allem, was auch nur im Entferntesten nach Backwerk aussehen könnte und kein Brot oder Brötchen ist. Ohne Rosinen.

Noch jedoch werfe ich gerne mit Mehl und Puderzucker und gemahlenen Haselnüssen um mich (metaphorisch, versteht sich) und kann mich gar nicht sattsehen an der Schönheit liebevoll verzierter Kekse. Vielleicht liegt es am Alter oder an der Tatsache, dass ich selbst gut weiß, wie viel Aufwand es von der Idee zum fertigen Produkt braucht – aber mein Respekt vor gutem Essen wächst immer mehr.



Diese Haselnuss-Vanille-Kipferl hatte ich ursprünglich gar nicht “Kipferl” nennen wollen, weil sie nicht mehr so viel mit den klassischen Vanille-Kipferl, die die meisten noch aus der Kindheit kennen, zu tun haben. Dazu sind ein bisschen zu viele Haselnüsse enthalten. Und sobald die Kuvertüre hinzukommt, haben wir schließlich gänzlich andere Kekse.

Zu allem Überfluss sind sie auch viel größer als “normale” Kipferl. Mein Rezept ist auf 24 Haselnuss-Vanille-Kipferl ausgelegt, die nach Gusto und frei Hand geformt werden. Ich mag Kekse gerne ein bisschen größer – wenn ihr kleiner formt, bekommt ihr sicherlich das Doppelte aus der Teigmenge heraus.

Das Rezept

(für 24 große Haselnuss-Vanille-Kipferl)

Zutaten

  • 150g gemahlene Haselnüsse
  • 250g Dinkelmehl Type 630 + etwas mehr zum Ausrollen/Formen
  • 100g Kokosblütenzucker
  • 2 TL Vanille, gemahlen
  • 2 TL Weinstein-Backpulver
  • 150g Cashewmus
  • 250g Sojajoghurt, natur (ich nehme den von Sojade)
  • Optional: Puderzucker und 150g Zartbitter-Kuvertüre

Zubereitung

  • Gebt alle trockenen Zutaten in eine große Schüssel und vermengt alles gut miteinander.
  • Fügt die nassen Zutaten hinzu und verknetet alles zu einem zusammenhängenden, feuchten Teig.
  • Heizt euren Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vor.
  • Ihr könnt wählen: Entweder, ihr formt eine lange Rolle und schneidet in regelmäßigen Abständen eine Teigmenge ab, um sie zu Kipferln zu formen oder ihr form zwischen den Händen direkt von der Teigkugel eure Haselnuss-Vanille-Kipferl (ich mag Letzteres gerne, weil es so unkompliziert ist). Ihr braucht sicherlich noch ein wenig zusätzliches Mehl zum Formen, knetet das bei Bedarf auch direkt in den Teig ein.
  • Gebt die Kipferl auf ein mit Backpapier belegtes Blech und lasst sie auf der mittleren Schiene bei vorgeheiztem Ofen für die nächsten 15 Minuten backen, bis sie zu duften beginnen.
  • Herausnehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.
  • Jetzt könnt ihr eure Kipferl nach Bedarf verzieren. Sie schmecken sowohl mit Puderzucker als auch mit Zartbitter-Kuvertüre sehr gut.


Diese Haselnuss-Vanille-Kipferl sind ein bisschen ähnlich aufgebaut wie einige andere Keks-Rezepte, die schon den Weg auf den Blog gefunden haben, aber haben durch ihren Fokus auf eben Haselnuss und Vanille, die hier beide deutlich zutage treten, ihre eigene Besonderheit, die mir das Rechtfertigen eines nochmals eigenen Rezeptes ermöglicht.

Ich bin ein bisschen leer der Worte in diesen Tagen, deshalb möchte ich diesen Artikel auch nicht unnötig mit leeren Phrasen füllen und stattdessen gerne auf weitere Weihnachtsbäckerei-Rezepte verweisen:



Während ich die Auflistung schreibe, merke ich, dass ich scheinbar ein Faible für Haselnüsse habe. Natürlich können alle Rezepte auch mit anderen Nuss-Sorten zubereitet werden. In der Keks-Rubrik könnt ihr außerdem noch weiter stöbern – da gibt es noch ein wenig mehr zu entdecken.

Habt einen schönen dritten Advent. Ich hoffe, ihr kommt ein wenig zur Ruhe und könnt die Zeit abseits vom Vorweihnachtsstress genießen.

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

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