Möbel aussortieren: Von Altem, Neuem und Überflüssigem

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Wenn man mit dem Kleinkram durch ist, kommt das Große. Ironischerweise geht es beim Aussortieren gerade hier ans Eingemachte. Was genau muss eigentlich passieren, damit man sich irgendwann selbst inmitten ungeliebter Möbelstücke wiederfindet?

Von kleinen Dingen und Leichen im Keller

Wir stehen keuchend und japsend im Keller und schauen uns an. Neben uns der Ramsch der vergangenen gemeinsam verbrachten knappen acht Jahre – CDs (wer zum Teufel hört diese Dinger heute noch?), Kasetten (o Gott), alte Schuhe, Decken, Kissen, Körbe und so weiter. Flohmarktreifer Ramsch, darunter unter anderem Blumentöpfe, die ich so abgrundtief hasse, dass ich nicht einmal auf die Idee komme, wie sonst mit Pinsel und ordentlich Farbe den Glanz des Modernen auftünchen zu wollen.

Ich will die Sachen nur noch weghaben, spüre das Gewicht des Besitzes beinahe körperlich. Dass das Ganze im Keller zwischenlagert, macht die Sache nicht unbedingt besser und lässt mich bis zur endgültigen Trennung von den Gegenständen immer mal wieder an die sprichwörtlichen Leichen im Keller denken. Denn um genau das handelt es sich ja irgendwie – um Gegenstandsleichen.

Das schlechte Gewissen ist daher nicht weit – vor allem, weil viele dieser Objekte durchaus noch funktionieren und nicht aussortiert hätten werden müssen. Wenn. Wenn. Wenn.

Wenn wir damals ein bisschen überlegter gekauft hätten. Wenn wir damals (also: vor ein paar vielen Monaten) nicht noch der Überzeugung gewesen wären, alles dies hier und jetzt und unbedingt zu brauchen. Wenn es damals doch nur schon laut und vernehmlich Klick gemacht hätte. Wenn.

So stehen diese Dinge nun um uns herum – angesammelte Gegenstandsleichen, uns und sich selbst nicht mehr würdig – und warten darauf, schlussendlich abtransportiert zu werden.

Szenenwechsel.

Der Keller schaut wieder einigermaßen begehbar aus. Das Gröbste ist weggeräumt: Gespendet, verkauft, verschenkt – irgendwie losgeworden. Und das fühlt sich toll an – oben im Haus wie unten im Keller, der nun zumindest ansatzweise leichenfrei zu werden beginnt.

Nichtsdestotrotz findet noch immer eine stetige und niemals anhaltende Zirkulation von Gegenständen, eng gekoppelt mit dem entsprechenden Gedankenkarussell, statt: Brauche ich das noch? Können wir damit noch etwas anfangen? Liegt es nur herum? Warum haben wir den Gegenstand noch? Kann er in den Keller (= aussortiert werden)? Und was ist mit den Bergen an Akten, die da unten noch in Kartons schlummern?

Wenn die Schränke auf einmal ungeliebt sind

Unser Hobby an Wochenenden: Treppen laufen. Die Kellertreppe runter und wieder rauf, die Treppe zum Arbeitszimmer rauf und runter – und dasselbe beim Dachboden noch einmal. Immer mit irgendwelchen Dingen bepackt, die gerade wieder einmal die Etage wechseln sollen, weil ihnen ein neuer Brauchbarkeits-Status zugeschrieben wurde.

Und in den letzten Wochen sind die Dinge in unseren Händen so groß geworden, dass sie sich allein nicht mehr tragen lassen. Wir haben die Größenkategorie von Ordnern, Klimbim und ungeliebten Schuhen hinter uns gelassen und sind nun auf der Ebene der Möbel angelangt.

Nun stehen wir wechselweise im Wohnzimmer, im Arbeitszimmer, in der Küche, im Bad und irgendwo dazwischen, keuchen uns wegen der Schlepperei die Seele aus dem Leib und schauen uns unter Schweißperlen stirnrunzelnd und leicht fragend, die Augenbraue in sanfter Ungläubigkeit hochgezogen, an.

Naja, damals…haben wir das so gewollt.

Wir sagen es leise, schauen zur Seite dabei. Damals haben wir das gewollt. Unsere Wohnung zuzustellen mit Möbeln, die wir auf gut Glück beim Schweden gekauft hatten, ausgewählt aus einer reduzierten Angebotspalette. Die scheinbar so erzwungene Wahl aus fünf Optionen von Wohnzimmerwand und Arbeitsmobiliar, resultierend aus dem dreifachen Rundgang durchs Möbelhaus. Wie Tiger im Käfig. Selbstgebaut, wohlgemerkt.

Das Ende vom Lied ist nun, dass wir knappe anderthalb Jahre später, nachdem wir uns diese wahllos und nicht einmal ansatzweise persönlichen Dinge im Schnellverfahren gekauft hatten, diese zum ersten Mal so richtig anblicken – und uns nicht darin wiederfinden.

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Was für eine Frustration! Ich lebe jeden Tag mit diesen Dingen – und wenn ich mir einmal ein paar Minuten Ruhe und Zeit nehme, dann stelle ich fest, dass ich diese Dinge überhaupt nicht gerne habe. Warum besitze ich sie dann?

Warum haben wir eine Wohnung voller Möbel, die wir nicht mögen?

Okay, ja: das Geld. Ist halt günstig beim Schweden. Und wir waren sind jung. Aber das ist nur ein Scheinargument. Das Problem lag – in der Rückschau offensichtlich, in der damaligen Situation eher weniger – an unserer Vorstellung einer gut eingerichteten Wohnung.

Da gehörte (zumindest unserem gedanklichen Konzept nach) auf jeden Fall eine Schrankwand mit den ganzen Büchern, die sich angesammelt hatten, hin! Ganz unbedingt!

Und wir brauchten genauso unbedingt ganz viele Möbel für das Arbeitszimmer, um die Ordner, den Papierkram und alles andere, was sonst im Haus keinen Platz finden konnte, unterzubringen. Achso – einen Kleiderschrank! Am besten gleich zwei – einen für Serdar und einen für mich. Schön säuberlich getrennt, damit auch jeder genug Platz hat.

Hat man ja alles so. Gehört in jede vernünftige Wohnung rein.

Aus heutiger Perspektive darf ich getrost verlauten lassen, dass das himmelschreiender Unsinn ist.

Nicht nur, dass besagte Schrankwand das Wohnzimmer so eng macht wie eine Sardinenbüchse – diese ganzen traditionell in unserem Konzept verankerten Möbelinventargegenstände brauchen wir überhaupt nicht! Das merkten wir allerspätestens, als in den Schränken nichts mehr drinstand und sie uns beim Öffnen gähnende Leere entgegenspien.

Simpel, aber effektiv: Möbel aussortieren!

Und was sollen wir mit Bergen von ungenutzten, weil inhaltslosen Möbeln? Sie zu behalten, grenzte an respektloser Verschwendung. Haben um des Stehenhabens Willen? Nein. Ganz abgesehen davon, dass ein Möbelstück weniger im Raum bereits beachtliche Unterschiede beim Luftholen macht – wie groß der Raum auf einmal wirkt! Und wie freundlich!

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Wir inserieren derzeit also fleißig bei Ebay, Ebay Kleinanzeigen, Shpock, in unzähligen Flohmarkt-Facebookgruppen (hier findest du einen Beitrag, der behandelt, wohin du deine ausgemisteten Sachen abgeben kannst) und vermitteln unsere Schätze (die für uns keine sind, für andere vielleicht aber schon) mal umsonst, mal gegen kleines Entgeld weiter.

So haben wir mittlerweile unter anderem acht Billy-Regale (Bestandteile der Schrankwand – nun haben wir nur noch ein Regal übrig, was vollkommen ausreicht), zwei Beistelltische, zwei Sessel, zwei Badezimmerschränke, einen Schuhschrank, zwei Vitrinen, einen alten Couchtisch und die Hängeschränke in der Küche  der Wohnung verwiesen.

Manchmal durften für verabschiedete Stücke andere mit derselben Aufgabe, aber wesentlich höherem Charme-Faktor, einziehen – so haben wir beispielsweise endlich unseren altersschwachen Spanholzplattenschuhschrank, der bei der nächsten Brise auseinanderzufallen drohte, gegen eine antike Aussteuertruhe ersetzt, die wir beide schon seit Ewigkeiten haben wollten und die wir sofort ins Herz geschlossen haben. Und an der Stelle unserer Schrankwand steht nun ein ebenfalls heiß geliebter antiker Teewagen (auf Instagram gibt’s ein Bild dazu).

Generell wurde unser Mut, mit dem wir uns an das grundlegendste Charakteristikum einer Wohnung – die großen, schweren und sofort ins Auge fallenden Möbel – gewagt haben, belohnt: Wir haben entdeckt, dass man sich mit dem Möbelkauf auch Zeit lassen kann. Und dass es abseits von konventionellen Pfaden Wunderbares zu entdecken gibt – das nicht immer neu sein muss (es lebe der Vintage!). Und vielleicht am wichtigsten: dass Individualität nicht käuflich ist.

Wir fühlen uns nun schon viel, viel wohler in den nicht mehr so zugestellten Räumen – denn auch, wenn man weniger Kleinkram hat, können Räume voll wirken. Wenn nämlich Schränke ohne Inhalt drinstehen. Im doppelten Wortsinne.

Habt ihr auch bereits Erfahrungen mit unklugen Möbelkäufen – und anschließendem Möbel-Aussortieren?

P.S.: Fertig sind wir noch nicht. Aber wir fühlen uns zuhause viel wohler als vorher. Mal schauen, wo uns diese Reise letztendlich hinführt.

Bildquellen

22 Comments

  1. Liebe Jenni,

    ich war auch mal jung, habe studiert und hatte wenig Geld. 🙂 Also standen auch in meinen Wohnungen schwedische Billigmöbel. Bereits nach einem Umzug hat sich einer der Gründe, warum das Zeug so billig ist, offenbart, denn mehrmals auf- und abbauen kann man einfach vergessen – ja, ich habe viel Pressspan gesehen, der sich in seine Bestandteile aufgelöst hat. Inzwischen bin ich all‘ diese Fehlkäufe los (und setze auch keinen Fuß mehr in diese Art von Möbelhäusern) und habe sie durch Naturholzmöbel (am liebsten sind mir die ohne Schrauben) und ausgewählte Einzelstücke vom Schreiner ersetzt. Diese werde ich wohl bis zum Ende meiner Tage haben. Wirklich gespart habe ich wohl sicherlich gar nichts – im Gegenteil.

    Liebe Grüße
    Brigitte

    Antworten
    • Jenni 26. Juli 2017

      Liebe Brigitte,

      danke dir für deine Erfahrungen – es ist ein bisschen erleichternd zu sehen, dass man nicht allein ist mit der (Geld-)Ausgangslage und es durchaus normal ist, dass nicht alles von Beginn an rund läuft.
      Wir müssen uns auch erst an das herantasten, was wir wirklich wollen – aber so nach und nach zeichnet sich ein Stil ab, werden Präferenzen deutlich. Wir lieben ebenfalls Massivholz – in Kombination mit minimalistisch-industrialem Design, haben wir festgestellt.
      Ich bin gespannt, wohin uns diese Reise am Ende führen wird – und mittlerweile ebenfalls davon überzeugt (aufgrund zahlreicher auseinandergefallener Regale), dass das Billigste eben doch nicht das Günstigste ist.

      Liebe Grüße
      Jenni

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  2. Sabrina 25. Juli 2017

    Liebe Jenni,
    Oh ich bin ja soooo gespannt auf eure Wohnung! Das klingt alles ziemlich, ziemlich gut!
    Kann mich total hineinversetzen, weil ich mit meiner 1-Zimmer Butze das gleiche durchmache 🙂
    Der fette Kleiderschrank ist raus und den Schweden findet man nur noch an zwei Stellen wieder.

    Auf lange Sicht werden mein Freund und ich uns gänzlich auf selbstgebaut und Kleinanzeigen / Flohmärkte umstellen 🙂

    Viel Spaß und Muskeln wünsche ich euch für die Fortführung eurer Vorhaben

    Antworten
    • Jenni 26. Juli 2017

      Liebe Sabrina,

      danke dir für deine lieben Worte – ich bin auch schon sehr gespannt, wie du es finden wirst (und hoffe inständig, dass du dir keine zu tollen Dinge versprichst… :D)!

      Vom Schweden haben wir in der Tat noch so einige Sachen herumstehen – davon haben wir einige uminterpretiert, andere sind Übergangslösungen und warten darauf, ersetzt zu werden. Das entwickelt sich alles langsam, und das ist gut so. 🙂
      Wohin das gehen wird, darauf bin ich selbst sehr gespannt.

      Liebe Grüße
      Jenni

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  3. Tabea 25. Juli 2017

    Daran, dass man auch Möbel ausmisten kann, hatte ich noch gar nicht gedacht, da ich meine Möbel eigentlich alle brauche… und Geld für „hübschere“ fehlt eh, sodass ich mit meinen nicht zusammen passenden Stücken, die die Familie aussortiert und mir geschenkt hat, sehr zufrieden bin.

    Wer noch CDs hört? Ich!!! Und meine Schwester auch – gerade auf der Urlaubsfahrt zu meinem Vater habe ich das sehr genossen und unsere Lieblingsband lief auf Dauerschleife.
    Dass der Krempel dich aber so bedrückt und belastet, ist wirklich schade… wobei ich sagen muss, dass es mir mit einigen alten Gesellschaftspielen so geht, die rumstehen, aber nie genutzt werden. Und solche Zettel, die man aufheben muss, weil man sie im Zweifelsfall braucht, hasse ich einfach nur…

    Dass ihr nun aber sogar eure Möbel nicht mehr mögt, wundert mich fast… bei Dingen, die ich selbst gekauft habe, ging mir das noch nie so. Nur meinen alten Schreibtisch, den ich mit 5 bekam, habe ich ab meinem 12. Lebensjahr total gehasst – weil er total vollgekritzelt war und Rillen hatte, wie man das als Kleinkind eben so macht.

    Aber Leere in Schränken? Wow! Bei mir platzt nach wie vor alles aus allen Nähten, da ich nicht viel Platz habe und mich von zu vielem noch nicht trennen kann, weil es einfach unpraktisch wäre.
    Allerdings finde ich auch immer, dass gänzlich leere Räume oder sehr minimalistische etwas unbewohnt und „kühl“ wirken. Da schätze ich meine hölzernen Regale und die beiden Schränke doch irgendwie…

    Eure Schrankwand scheint allerdings gigantisch gewesen zu sein… Manchmal hätte ich echt gern einen Überblick darüber, was ihr konkret alles aussortiert habt, um so viel Platz zu schaffen, dass die ganzen Möbel bei euch ausziehen konnten…

    Liebe Grüße

    Antworten
    • Jenni 26. Juli 2017

      Liebe Tabea,

      ich freue mich, dass du da ein ganz anderes Verhältnis zu den Dingen, die dich umgeben hast – und scheinbar deine Mitte in der Beziehung schon gefunden hast. Das ist beneidenswert – wir sind nämlich immer noch am Suchen und schauen, was eigentlich zu uns passt und was wir alles nicht (mehr) brauchen.

      Wir haben halt den Fehler gemacht, kopflos alles auf einmal zu wollen – wir haben zu wenig nachgedacht und zu wenig reflektiert. Das Ende vom Lied war dann, von lauter Dingen umgeben zu sein, die man sich zwar selbst gekauft hat, mit denen man sich dann aber irgendwie nicht identifizieren konnte.
      Vielleicht hängt das aber auch mit dem doch einigermaßen krassen Sinneswandel zusammen, den wir im Laufe der letzten zwei Jahre durchgemacht haben – da ändert sich vieles, auch und gerade in Bezug auf ästhetische Vorlieben.

      Minimalistische Räume können schnell kühl wirken, das stimmt. Aber mit ein paar persönlichen Gegenständen oder auch Pflanzen bringt man schnell Leben hinein – Pflanzen sind da für mich der absolut perfekte Tipp, was das anbelangt. Wie die einen Raum verändern können, ist Wahnsinn.

      Ja, den Überblick hätte ich mittlerweile auch gerne! 😀
      Ich denke, wir haben schon gefühlt einen ganzen Hausstand aussortiert. Und sind immer noch dabei. Ende dieser Woche ist Sperrmüll angesagt – rate mal, wer den voraussichtlich größten Haufen haben wird…

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  4. Liebe Jenni,

    manchmal hat es auch einen Vorteil seit Jahrzehnten an der Armutsschwelle zu leben. Da ist nicht einmal schnell Einrichten beim Schweden drinnen gewesen. Sondern ein Stück nach dem anderen ersparen und genau nachdenken, ob es denn diesen Stück sein soll. Und dann wurden es auch Schweden Teile, aber ausgewählte, fast nur Vollholzmöbel und weil sie so zusammengespart wurden haben sie auch einen besonderen Wert.

    Jene Vollholzmöbel die mir sehr gefallen passen nicht in mein Budget, so sind diese ein guter Kompromiss.
    Ich bin einiges älter als ihr und denke dass es sinnvoll ist, eine Wohnung erst nach und nach einzurichten. Erst wenn ich drinnen wohne, weiß ich was ich benötige, wirklich benötige.

    Ich habe nur zwei unbequeme Sessel vom Schweden, die ich geschenkt bekam, die ich gerne los wäre und es kommt die Zeit …

    Ich habe immer sehr verwundert zugesehen wenn Bekannte sich die Wohnung schon vollstellen (imaginär) noch bevor sie den Schlüssel dazu haben. Kaum erstmals die neue Bleibe betreten kommen schon die Lieferungen mit Möbel. … Jahrelanges leben mit Umzugskartons hat etwas. Es macht ein Bewusstsein über das war nötig ist und wirklich gemocht. O.k., es ist wirklich nicht nur fein, ganz im Gegenteil, aber das Bewusstsein das es schafft für Möbel, das möchte ich heute nicht mehr missen.

    Viel Erfolg beim Finden des eigenen Stils.
    Liebe Grüße
    „Benita“

    Antworten
    • Jenni 26. Juli 2017

      Liebe Benita,

      ich danke dir für deinen langen und persönlichen Kommentar und finde, in deinen Worten steckt viel Weisheit drin.
      Obwohl es natürlich aus vielen Gründen sicherlich nicht besonders schön ist, an der Armutsgrenze zu leben (kenne ich), finde ich es beeindruckend, wie du darin trotzdem einen so großen Vorteil – der wirklich nicht von der Hand zu weisen ist – entdecken konntest.

      Ich finde es auch nicht verwerflich, ab und zu etwas beim Schweden zu kaufen – manchmal sind nämlich doch echt wertige Teile dabei, wenn man gut genug schaut.

      Den Gedanken, mit der Einrichtung der Wohnung zu warten, hätte ich auch so gerne schon früher gehabt!
      Heute würde ich das komplett anders machen – ich würde einziehen, mich mit dem einrichten, was bereits da ist, die Räume erkunden und dann entscheiden, was ich will und was passt. Nicht andersherum. Wir gehörten nämlich auch zur Fraktion derjenigen, die ihre Möbel einen Tag nach der Schlüsselübergabe angekarrt haben…Und wo das hingeführt hat, haben wir ja gesehen. Intelligentes Einrichten schaut auf jeden Fall anders aus.

      Ich habe den Eindruck, im Moment schält sich langsam, aber sicher heraus, was wir eigentlich wollen – und das ist ein langer Prozess.

      Danke dir – ich wünsche dir umgekehrt viel Erfolg bei allem, was du anpackst. Und: dass du deine reflektierte Sicht auf die Dinge immer beibehältst. 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
      • Vielen Dank für deine Wünsche. Bzgl. Reflexion freut mich deine Anerkennung sehr. Danke. Die gehört zu mir, kann mir nicht vorstellen ohne sie zu sein. 🙂 Daher gefällt mir dein Blog so sehr. Er hilft mir zu erkennen.
        Liebe Grüße
        „Benita“

        Antworten
        • Jenni 28. Juli 2017

          Liebe Benita,

          das freut mich sehr, danke dir! 🙂
          Das ist ein wunderschönes Kompliment!

          Liebe Grüße
          Jenni

          Antworten
  5. Miu 26. Juli 2017

    Ich hab hier jetzt gerade in meinem Zimmer umhergeschaut und festgestellt, dass eigentlich alle Möbel in meinem Zimmer gefüllt sind mit Büchern oder Kleidung 😉 Ich muss jetzt nur noch die Menge beibehalten, wenn ich mal eine eigene Wohnung habe und dann müsste es auch hinhauen, mit dem Nicht-Alles-Vollhaben 😉

    Antworten
    • Jenni 26. Juli 2017

      Liebe Miu,

      das klingt auf jeden Fall nach einem guten Plan! 😀

      Ich hoffe sehr, dass dir das gelingt – wir haben diese Challenge nicht gemeistert, bewundern aber all jene, die das schaffen, ohne nach ein paar Jahren den Koller zu kriegen (wie wir) und aufgrund der sich doch aufgetürmten Dinge radikal auszumisten…
      Besser, die Dinge gar nicht erst zu Türmen anwachsen zu lassen!

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  6. Susanne 26. Juli 2017

    Hallo Jenni,
    ich höre auch noch CD´s und meine Kinder auch und davon würde ich mich niemals trennen. Allerdings ist meine Sammlung ziemlich überschaubar. Und weißt du was? Wir haben kein einziges Möbelstück vom Schweden. Allerdings war das damals nie beabsichtigt. Mir haben die Sachen einfach nie so richtig gefallen. Obwohl, ein Regal für die Kinder hatten wir einmal… Ich finde das auch nicht schlimm. Du hast dir damals halt noch keine Gedanken gemacht. Ich auch nicht. Und man entwickelt sich im Laufe der Jahre zum Glück ja weiter. 😉
    Ich halte es so: Lieber wenig und dafür etwas gutes.
    Alles Liebe,
    Susanne

    Antworten
    • Jenni 28. Juli 2017

      Liebe Susanne,

      deine Einstellung finde ich sehr gut und gerade der letzte Satz spiegelt genau das wider, was wir uns mittlerweile auch auf die Fahnen geschrieben haben.
      Dass man dazulernt, ist sicherlich natürlich – nichtsdestotrotz macht man sich in der Rückschau natürlich Gedanken, warum man nicht früher auf den entsprechenden Trichter gekommen ist…Aber vielleicht sollte man da nicht zu strengt mit sich selbst sein. 🙂

      Das mit den CDs finde ich auch gar nicht schlimm und war von mir eher ein rhetorisches Stilmittel. 😉
      Wir hören eigentlich fast nur noch digitalisierte Musik, weil wir das einfach praktischer finden – und die Qualität unglaublich ist mittlerweile. Aber das sind ja ganz persönliche Vorlieben – und wenn ihr die CDs so schätzt, ist das doch klasse!

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  7. carrieslifestyle 27. Juli 2017

    oh ich danke dir für deinen wundervollen Beitrag. ich glaube dieses Gefühl sich von Alten nicht trennen zu können, kennen wir alle nur zu gut.
    http://carrieslifestyle.com

    Antworten
  8. theamunicorn 27. Juli 2017

    Liebe Jenni, ich glaube eure Wohnung ist schon bzw. wird richtig toll, wenn ihr das weiter so durchzieht! Ich habe in der letzten Zeit auch viel optimiert, verkauft und inseriert – aber habe doch beim Schweden auch wieder eingekauft, ich mag aber einige Produkte dort auch. Ich überlege mir aber inzwischen genau für jeden Raum ein Konzept, mache eine Collage und ein Pinterest Board, so dass es eine schöne individuelle Mischung aus Vintage, DIY und Ikea gibt. Ich habe dringend einen richtigen Kleiderschrank gebraucht – und weil mein lieber Freund nicht davon abgerückt ist, seinen eigenen zu behalten, habe ich mir halt einen Pax daneben aufgebaut. Ich habe endlich ein Ordnungssystem für meine Kleider, und im gleichen Zuge auch schon einiges am Flohmarkt verkauft. Mit den Büchern und dem Wohnzimmer im allgemeinen bin ich noch nicht so zufrieden – es ist zwar irgendwie leer aber ohne richtiges Konzept – so minimalistisch bin ich dann doch nicht. Das hebe ich mir für den herbst auf – aber eine klassische Wohnwand kommt auch mir auf gar keinen Fall ins Haus. LG *thea

    Antworten
    • Jenni 28. Juli 2017

      Liebe Thea,

      danke dir für deine Erfahrungen!

      Wir sind auf jeden Fall auf einem guten Weg, aus unserer doch einigermaßen alten Wohnung das Beste herauszuholen. 😉

      Einige Sachen beim Schweden sind auch in der Tat sehr schön und auch qualitativ nicht zu verachten – ich muss gestehen, auch mit dem ein oder anderen Stück zu liebäugeln. Und ich glaube, da sollte man sich auch nicht zu sehr einschränken oder zu dogmatisch vorgehen. Wie du schon schreibst: Eine gesunde Mischung ist eine schöne Ausrichtung – wir versuchen auch, da ein gesundes Gleichgewicht zu etablieren.
      Und das, was ich schon von deiner Wohnung gesehen habe, spricht auf jeden Fall dafür, dass du sehr genau weißt, wie du diese Komponenten für dich zusammenführen kannst. 🙂

      Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie das mit euren Projekten weitergeht und wünsche euch viel Erfolg beim Anpacken! Kommt Zeit, kommt Rat…

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  9. Guten Morgen.
    Ich muss ehrlich sagen, vor dem Umzug habe ich rapide ausgemistet und mag hier und da einen Eyecatcher aber mehr auch nicht. Selbst unser schöner und länger Flur ist leer. Da steht nicht einmal mehr die Kleine Kommode von Vertbaudet. Dennoch muss ich sagen, dass ein schönes eingerichtetes Wohnzimmer, gerade durch Dekoration, schöne Accessoires und vielleicht Schwedenmöbel echt muckelig sein kann. Ich mag das aber auch meist nur, wenn ich woanders bin.

    Antworten
    • Jenni 28. Juli 2017

      Liebe Sandra,

      danke dir für deinen Kommentar und deine Erfahrungen!

      Die Differenz zwischen der eigenen und fremden Wohnungen bezüglich der Dekoration ist ein wichtiger Punkt, der uns mittlerweile auch stark aufgefallen ist: Wir mögen auch reduzierte Deko und am liebsten Pflanzen sehr gerne – wenn wir woanders sind, ist ein bisschen mehr aber auch absolut kein Thema.
      Allerdings sind wir auf der anderen Seite mittlerweile auch sehr empfindlich gegenüber vollgestellten Wohnungen und fühlen uns sehr schnell eingeengt…
      Spannend, was diese Veränderungen mit sich bringen können, nicht wahr?

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  10. Sabine 27. Juli 2017

    Liebe Jenni,
    das ist mal wieder ein wunderbarer Beitrag und endlich auch mal wieder einer, bei dem ich zum Kommentieren komme – ich schäme mich ja manchmal ein bisschen, weil du fast immer etwas schreibst und ich so selten 😉
    Herauszufinden, welche Möbel man wirklich braucht und vor allem auch liebt, ist für mich auf jeden Fall die größte Besitz-Challenge! Auch, weil mein Geschmack da bisher nicht beständig scheint. Könnte natürlich daran liegen, dass ich eben immer mit dem neuesten Schweden-Hype mitgeschwommen bin, so dass nach 2-3 Jahren alles wieder doof (weil nicht mehr aktuell) aussieht. Ein bisschen liegt es aber schon auch an der persönlichen Entwicklung. Während ich vor einigen Jahren noch sehr hell und weiblich in meiner Einrichtung war, mag ich es zunehmend schwarz mit rustikal-gemütlichen Holzelementen, Weinkisten, Industrial-Lampen (also eigentlich auch wieder ein bisschen das, was gerade trendy ist; ich bilde mir aber auch ein, dass das wirklich eher zu meiner Art passt als die girly Sache, in die ich mich reinzwingen musste). Witzig ist übrigens, dass wir einen sehr ähnlichen Geschmack zu haben scheinen, ich glaube, ich habe EXAKT diesen Beistelltisch ebenfalls auf meiner Wunschliste.
    Gleichzeitig bin ich im Moment glaube ich in der spannendsten Phase, weil es in einer kleinen 1-Zimmer-Wohnung wirklich unfassbar herausfordernd ist, die richtige Menge und den richtigen Stil zu finden, um noch – du sagst es so schön – atmen zu können. Ich erwische mich schon, wie ich denke „aber ein Schreibtisch wäre doch irgendwie nützlich, oder eine Couch für Besucher“ – ja. Aber es wäre einfach zu voll und würde mich öfter ersticken als es mir taugen würde.
    Ich bin gespannt, ob die Einrichtung, die ich zurzeit verfolge, am Ende länger bleibt als das, was bisher war. Denn aller Nachhaltigkeitsbemühungen zum Trotz muss ich sagen, dass ich Möbel sehr wohl austausche, wenn ich mich in meinem Zuhause nicht mehr wohl, nicht mehr Ich, fühle – mit meinen vier Wänden muss ich mich identifizieren können, sonst fühle ich mich doch irgendwie immer als Gast.
    xx Sabine

    Antworten
    • Jenni 28. Juli 2017

      Liebe Sabine,

      ich freue mich, von dir zu lesen!
      Und du brauchst dir absolut kein schlechtes Gewissen zu machen: Ich freue mich immer, wenn du da bist – und wenn es zeitlich nicht klappt, ist das doch kein Problem! 🙂
      (Aber wenn du schreibst, dann sind es so tolle und ausführliche Kommentare wie dieser hier! <3)

      Die Sache mit der Geschmacksverändeurng finde ich auch eine sehr wichtige und eine, die es wirklich nicht einfach macht, minimalistisch mit dem Thema umzugehen. Denn konsequent minimalistisch wäre es natürlich, wenn man sein Mobiliar niemals wechselte - was ja auch wiederum einigermaßen utopisch ist. 😉

      Wir haben in den letzten Jahren auch einen krassen Stilwandel durchgemacht - früher konnte es nicht bunt und musterig genug sein, jetzt lieben wir Weiß, Schwarz und einen Mix aus Minimalismus und Industrial (wobei der auch wieder einigermaßen minimalistisch ist). Die Folge: Viele Sachen, die eben noch nicht so alt sind, dürfen wieder gehen, weil zumindest ich mich sonst nicht wohl fühle. Ich habe auch ein einigermaßen schlechtes Gewissen deswegen, aber ändern kann ich es leider auch nicht.
      (Manchmal würde ich gerne alles übersteichen, aber da protestiert Serdar vehement.)

      Ich bin auch sehr gespannt, wie lange wir unserem Stil treu bleiben werden - aber ich muss sagen: Ich habe das Gefühl, das wir länger bleiben als alles Vorherige. 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  11. Kati | 50percentgreen 28. Juli 2017

    Ein toller Post, auf den ich auch schon ganz gespannt gewartet habe! 🙂
    Möbeln war ich bisher eigentlich immer ziemlich lange treu. In meinem Zimmer zu Hause unterm Dach hatte ich tatsächlich Einbaumöbel (eigentlich echt was mega gruseliges! 😀 und so festgelegt – und schön waren die auch nicht!), weshalb ich für mein erstes WG-Zimmer nur meinen Schreibtisch und eine Couch mitnehmen konnte. Die restlichen Sachen wurden dazu gekauft, es waren aber eigentlich nur ein Bett vom Schweden (welches vor kurzem das Zeitliche segnete, da ist der Massivholzrahmen gebrochen – soviel zur überragenden Qualität) sowie zwei Kallax-damals-noch-Expedit-Regale. Einen kleinen Holz-Schrank habe ich als Kleiderschrank geerbt, diesen habe ich heute, wenn auch zweckentfremdet, immer noch, der ist aber auch wirklich schön (20er Jahre). Geerbt habe ich außerdem ein Nachtkästchen und einen Korbstuhl, die wunderbarerweise immer dazu passen 🙂
    Diese ganze „erste Generation“ an Möbeln ist dann durch die vielen Umzüge irgendwann nicht mehr nutzbar gewesen, das ist aber auch ok, finde ich, dafür sind sie ja nicht ausgelegt.
    Dadurch, dass ich auch immer nur in WGs gewohnt habe, brauchte ich auch immer nur Möbel für mein Zimmer, der Rest war meist günstig vom Flohmarkt etc. Die erste richtige Einrichtung habe ich jetzt, wo ich mit meinem Freund zusammenwohne – und die besteht eben aus seinen und meinen Möbeln, neu und gemeinsam gekauft haben wir eigentlich nur einen großen Kleiderschrank (über Kleinanzeigen, Vollholz, Einzelstück, ich liebe ihn 🙂 ) und einige Teile für die Küche – darüber hatte ich ja auch schon gebloggt.
    Unsere aktuelle Wohnung ist recht klein und dadurch mit wenigen Möbelstücken schon recht voll, auf Dauer werden wir uns vergrößern, weil ein Arbeitszimmer wirklich notwendig wäre. Von demher kann ich sagen: Möbel habe ich bisher nie aussortiert, weil sie leer wurden, eher getauscht, weil sie kaputt waren. Beim nächsten Zuhause werde ich aber definitv drauf achten, mich in Geduld zu üben und erst mal ganz genau darauf zu achten, welche Möbelstücke wir wirklich brauchen. Bis dahin wird nach und nach immer weiter minimalisiert bzw. darauf geachtet, was ins Haus wandert 🙂
    (und die von meinem Freund mitgebrachten Möbel werden auch ganz vorsichtig meinem Stilempfinden angepasst 😛 )

    Liebe Grüße,
    Kati

    Antworten

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