Saftfasten mit dem Voelkel Fastenkasten: Erfahrungsbericht

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13. März 2017

Saftfasten – wie genau funktioniert das eigentlich? Was muss ich beachten und wie geht es einem dabei? Ich habe das Saftfasten mit dem Voelkel Fastenkasten getestet. Und bin zu – für mich – spannenden Erkenntnissen gelangt.

Grunderneuerung – Saftfasten mit dem Voelkel-Fastenkasten

Ich habe im Beitrag über das Fasten bereits davon geschrieben, dass ich den Verzicht auf Nahrung, bestimmte Arten von Kleidung oder anderen Gegenständen und Gewohnheiten für eine bestimmte Zeitperiode (aus der sich dann gerne neue, gute Gewohnheiten entwickeln dürfen) absolut gutheiße.

Und dass ich nicht glaube, dass Fasten eine altmodische, religionsgekoppelte Sache sein muss. Dass ich schon lange mit einer Form des “krassen” Fastens geliebäugelt habe, ist mir und meiner besseren Hälfte nichts Neues. (Ich habe mal versucht, mit Serdar im Ramadan zu fasten – ging nicht gut. Der Wille war stark, aber das Fleisch war schwach…oder so ähnlich.)

Nun habe ich vor einigen Tagen den Fastenkasten von Voelkel bei einem Gewinnspiel (das übrigens nichts mit diesem Blog zu tun hat – ich bekomme für diesen Beitrag keinerlei Vergütung oder Ähnliches) gewonnen und wusste: Jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit – dieses Jahr probierst du das Fasten aus!

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Was ist der Fastenkasten überhaupt?

Der Fastenkasten von Voelkel ist ein seit mehreren Jahren bereits etabliertes und stetig perfektioniertes Saftfasten-System: Ihr könnt den Kasten vielen Bioläden und Reformhäusern erwerben oder hier direkt bei Voelkel bestellen.

Enthalten sind ausschließlich Gemüsesäfte: Rote-Bete-Saft, Sauerkraut-Saft, Möhrensaft, Fitness-Cocktail, Gemüsekomposition und Gemüsesaft (letzter Name ist nicht besonders aufschlussreich, ich weiß). Hier gibt es mehr Informationen zu den Inhaltsstoffen der zusammengesetzten Gemüsesäfte des Fastenkastens.

Rund die Hälfte der Säfte ist milchsauer vergoren, was bedeutet, dass sie L+-Milchsäure enthalten und für das Verdauungssystem besonders verträglich sind. Trotz des irreführenden Namens “Milchsäure” (es handelt sich hierbei um Bakterien, nicht um Bestandteile von Milch) sind alle Säfte des Fastenkastens vegan.

Das Saftfasten setzt sich aus drei Einheiten zusammen: der Entlastungsperiode, die dem eigentlichen Fasten vorausgeht (1 Tag), dem Saftfasten selbst (5 Tage) und dem Fastenbrechen (2-3 Tage).

Die Entlastungsperiode ist dazu gedacht, den Körper auf das Fasten vorzubereiten und die Verdauung auf die Umstellung einzustellen, um somit den gesamten Organismus nicht unnötig zu belasten. Hier wird – ausgegangen davon, dass man sich allgemein bereits mehr oder weniger ausgewogen und gesund ernährt – mit Hilfe von Sauerkrautsaft die Verdauung angeregt und die Nahrungsmittelwahl auf eine von drei Sorten in vorgegebener Menge reduziert (Obst – 1,5 kg am Tag; Reis – 150 g am Tag mit Beilage; Kartoffeln – 1,5 kg Pellkartoffeln am Tag).

In der Saftfasten-Periode ernährt man sich ausschließlich von den Voelkel-Säften des Fastenkastens (1 Liter pro Tag) und trinkt viel Kräuter- und Ingwertee oder heiße Zitrone (mindestens 1,5 bis 2 Liter zusätzlich), sodass man jeden Tag mindestens auf 2,5 bis 3 Liter Flüssigkeit kommt.

Das Fastenbrechen ist ebenfalls eine wichtige Etappe des Saftfastens (manche sprechen sogar von der wichtigsten überhaupt) und soll ähnlich wie der Entlastungstag eine Überforderung des Magen-Darm-Traktes vorbeugen. Leichte Kost – geriebener Apfel, viel Kräutertee und Suppen – sind angesagt, bevor es wieder mit der normalen Ernährung weitergehen kann.

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Tag 1: Entlastungstag

Heute sollen Magen und Stoffwechsel auf die kommenden Fastentage vorbereitet werden. Da ich generell eher leichte Kost zu mir nehme, bedeutet das für mich keine große Umstellung. Allerdings: Auf dem Programm steht die Aktivierung des Magen-Darm-Traktes – mit Sauerkrautsaft.

Urgs!, denke ich, als ich die Flasche – morgens mit knurrendem Magen in der Küche stehend – in meinen Händen drehe. Nun gut – Augen zu und durch. Wird schon.

Tatsächlich ist es aber wesentlich unspektakulärer als erwartet: Der Sauerkrautsaft schmeckt entgegen allen Befürchtungen sehr angenehm. Ein wenig – nunja – säuerlich vielleicht (wer hätte das gedacht!), aber absolut nicht zum Gleich-wieder-Ausspucken.

Mein Frühstück besteht aus zwei Gläsern Sauerkrautsaft und zwei Äpfeln, die ich in dünne Scheiben geschnitten langsam, gaaaaanz langsam, kaue. Meine Güte, so viel Zeit (das wird mit jetzt schon bewusst) habe ich noch nie fürs Apfelessen gebraucht! Danach bin ich erstaunlicherweise pappsatt.

Aber nicht lange. Zwei Stunden später grummelt es im Magen. Ich hätte es wissen müssen: Fructose gleich Blutzuckerspiegelachterbahn gleich Heißhunger. Ich hätte den Reis- oder Kartoffeltag anstelle des Obsttages wählen sollten. Oder zumindest etwas zum Obst dazu essen sollen. Aber ich liebe Obst! Auch gerne pur und ohne alles. Nun denn: Teetrinken und warten, bis es Zeit zum Mittagessen ist. Grummelgrummel.

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Um die Zeit zu überbrücken, arbeite ich. Das lenkt mich vom leeren Magen ab – unabhängig davon, dass sämtliche Ratgeber von Voelkel absolute Entspannung, teilweise mit Yoga-Übungen garniert, empfehlen. Da ich aber ein absolutes Arbeitstier bin, kommt das Herumliegen für mich nicht infrage (Memo an mich – hier sollte ich auch ernstaft an mir arbeiten). Ich mache also Fotos, schreibe Artikel, informiere mich im Internet und bilde mich weiter. (Um nicht zu sagen: Ich prokrastiniere vor meinen Hausarbeiten.)

Zum Mittag gibt es zwei Bananen und eine Flasche Tomatensaft von Voelkel. Ich habe spontan Lust auf Tomatensaft bekommen – kurz erwärmt und ich bin glücklich. (Das ist zwar nicht unbedingt obstig, aber ist wahrscheinlich doch erlaubt. Immerhin ist es Gemüsesaft.)

Es ist übrigens – egal, was die Fastenanleitung sagt – gar keine gute Idee, zuhause zu bleiben und in Küchennähe herumzuhocken. Zu schnell schwirren die Gedanken ab, zu verlockend ist das selbstgebackene Brot, dass man sich um vier Uhr nachmittags im Leistungstief normalerweise genehmigt…

Kurzum: Ich leide. Mein Magen rumpelt und pumpelt, wie Pu der Bär das so schön formulierte damals, und ich habe Hunger. Zwischendurch schiebe ich mir eine Banane, die ich mir noch erlauben darf vor dem Abendessen, zwischen die Zähne und kaue ganz langsam. Dann geht es.

Und: Trinken, trinken, trinken. Ingwer und Zitrone, meine beiden Freunde!

Abends (zwei Restbananen als Abendbrot) frage ich mich dezent, warum ich mir das antue – die Woche breitet sich wie eine Zeitwüste vor mir aus und ich bekomme Herzrasen bei der Vorstellung von Porridge, Brot, Salat und Eintopf, die ich mir alle nicht genehmigen darf, deren Düfte hier aber unweigerlich durchs Haus (Serdar saftfastet nicht – der macht ohnehin schon intermittierendes Fasten) ziehen werden. Und ich fühle mich so richtig märtyrerisch.

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Tag 2: Es geht los.

Ich fühle mich gut und bin eurphorisch. Gestern habe ich einen guten Start hingelegt und ich bin zuversichtlich, dass ich das jetzt doch ganz gut packen werde mit dem Saftfasten.

Ich trinke über den ganzen Tag verteilt Möhrenmost und Zitronenwasser und Wasser und Krätuertee. Am Mittag bekomme ich Hunger und die Versuchung, einfach den Kühlschrank aufzumachen, hineinzugreifen und die Reste vom Vortag herauszuholen oder ein Brötchen zu essen, ist sehr groß. Die Füße wollen beinahe wie ferngesteuert ihren Weg zur Futterquelle gehen. Aber ich bleibe hart – es gibt wieder Möhrenmost.

Am Abend dann die Drahtseilakt-Probbe: Die Familie von Serdar kommt zu Besuch – und bringt Dolma, Bohneneintopf, Brot und Dattelspezialitäten mit. Ich schlucke. Ein Festmahl, direkt vor meinen Augen aufgebaut. O Gott – glückerlicherweise ist kein Hummus dabei. Ich kann widerstehen. Der Abend ist wunderbar und lustig und ich gehe mit dem Gefühl ins Bett, dass das doch alles ganz gut läuft hier.

Tag 3: Gar nichts läuft gut.

Es beginnt bereits beim Aufstehen: Mir tanzen die Sterne vor den Augen und ich muss mich ein paar Minuten im Tührrahmen festhalten und tief durchatmen. Ein Ziehen in meinen Schläfen – aua. Als Migränepatientin (die nicht zum Arzt geht) ahne ich, dass der Tag problematisch werden könnte, schiebe die Bedenken aber beiseite.

Frühstück: Fitness-Cocktail. Die einzig wahre Flasche jetzt. Nach dem Frühstück geht es wieder ein bisschen mit dem Hämmern im Kopf und auch der Kreislauf scheint stabil zu sein. Wir arbeiten an der Umgestaltung unserer Wohnung – was konkret bedeutet: Bücken, Aufstehen, Heben, Weglegen, Tragen, Treppe rauf und runter und so weiter und so fort.

Das halte ich nur so lange durch wie nötig und muss mich am Nachmittag auf die Couch verfrachten. Mir tut alles weh. Die Kopfschmerzen sind schlimmer geworden und meine Laune befindet sich auf dem Tiefpunkt. Ich habe unstillbaren Hunger – und egal, wie oft ich den Saft von der einen Mundecke in die andere schiebe: Der Hunger bleibt.

Ich schiele im Laufe des Tages immer wieder Richtung Kühlschrank, wo seit gestern ein neuer Haufen Obst und Gemüse lagert und der mich in prächtigen Farben angeschillert hat beim Einladen. Die Gedanken an Brot und andere kräftige Kost sind allerdings verschwunden.

Am Abend gibt es nochmal Fitness-Cocktail und einen halben Apfel (ganz, ganz langsam, in Minischritten gegessen – ich brauche eine halbe Stunde dafür) und ich bin ernsthaft am Überlegen, das Ganze hier abzubrechen.

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Tag 4: Neuer Mut.

Eine meiner hervorstechendsten Eigenschaften ist meine Sturheit. Positiver formuliert: meine Hartnäckigkeit. Ich hasse es, aufzugeben und zu kapitulieren. Wenn ich eine Herausforderung angenommen habe, beende ich sie, so gut es mir eben möglich ist.

Das kann auf der einen Seite sehr böse enden (in den Fällen, in denen man seine eigenen Grenzen nicht respektiert), auf der anderen Seite aber ungeahnte Kräfte freisetzen und zu tollen Erlebnissen führen. Ich liebe es, an mir selbst zu wachsen.

Und deswegen habe ich mir vorgenommen, heute auf jeden Fall noch durchzuziehen. Für morgen nehme ich mir keine dogmatische Festsetzung vor, um mich nicht selbst zu sehr unter Druck zu setzen. Das Gefühl, theoretisch jederzeit aufhören zu können, ist ein sehr befreiendes.

Am Morgen geht es mir besser als am vorigen Abend: Ich habe zwar Hunger (den ich mit Gemüsemost und ganz viel Tee bekämpfe) und auch der Kreislauf ist nicht so ganz auf der Höhe (ich fühle mich etwas schwummrig, wenn ich mich zu schnell bewege und auch allgemein etwas schwach), aber die Laune ist gut und ich bin motiviert, das hier doch noch erfolgreich zu beenden.

Auch, wenn es eher nebensächlich ist: Die Waage zeigt 2 kg weniger an. Feine Nebenwirkung.

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Tag 5: Ende in Sicht.

Ich kann es gar nicht so richtig glauben: Ich bin schon fast durch mit dem Fasten. Die letzte Flasche (Rote-Bete-Most) liegt in meinen Händen und so richtig realisiert habe ich das morgens früh um acht bei der Zubereitung (leichtes Erwärmen des Saftes) meines Frühstücks noch nicht so wirklich.

Mir geht es wesentlich besser – mein Kopf ist wieder klar, die Schwäche ist weg und ich fühle mich energiegeladen, ganz so, als ob ich normal essen würde.

Auch die Lust auf festes Essen ist weitgehend verschwunden und der Hunger kommt in sehr langen Intervallen (nach dem Frühstück meldet er sich erst wieder gegen 15 Uhr). Weil ich aber doch ein wenig Obst vermisse, gibt es abends schon das Fastenbrechen: Ich genehmige mir einen Apfel. Gott, schmeckt der herrlich!

JENNI MARR
Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.
KOMMENTARE

Liebe Jenni,
 
ein sehr interessanter Bericht.
Gefastet habe ich noch nie. Und das würde ich auch nicht.
Was mich mal interessieren würde, in Sachen Fastenerfahrung, hat dich das Fasten in Bezug auf deine Esstörung damals nicht getriggert?
Ich hätte da zu viel Angst vor, dass ich dadurch rückfällig werden würde.
Denn ich hatte mal einige Jahre mit Magersucht zu kämpfen. Auch mit stationärem Klinikaufenthalt und Zwangsernährung. Da ist das Risiko in diese alten Muster wieder zu verfallen sehr groß. Vor allem durch Diäten oder solche Fastenkuren und das alles.
Wie hast du das in dieser Zeit gemeistert? Und hatte dein Umfeld da keine Sorge um dich, dass das deine Esstörung wieder triggern könnte?
Vor allem, wenn sie lebensbedrohlich war, wie du auf Instagram geschrieben hast. (Toller Insta-Account übrigens)
Mein Partner meinte damals, dass er Angst hat, dass ich wieder rückfällig werde, als ich damals auf vegan umstellen wollte. Denn er hatte das alles mitbekommen wie das mit meiner Esstörung war.
Wie hast du das überwunden, dass du das so ohne Probleme scheinbar meistern konntest und nach dem Fasten wieder normal essen konntest?
 
Charlette

Liebe Charlette,
ich danke dir für deinen reflektierten Kommentar und kann deine Bedenken da auf jeden Fall total gut nachvollziehen. Ich für mich schaue vor solchen Experimenten immer, wie meine aktuelle Verfassung gerade ist und ob ich das Risiko eingehen kann, solche Major Changes in meinem Ernährungsverhalten umzusetzen – auch wenn sie nur temporär sind.

Zu dem Zeitpunkt war ich allerdings schon so stabil, dass ich mir das ohne Weiteres zugetraut habe. Das hat dann auch wunderbar funktioniert. 🙂

Aber dennoch: Das ist eine sehr individuelle Sache und bei mir war es auch so, dass mein Partner bei der Umstellung auf vegan (das war ca. 1 Jahr nachdem ich so langsam aus meiner Essstörung herausfand) fast Amok gelaufen ist, weil er auch die Befürchtung hatte, dass das mich stark triggern könnte.
Am Anfang bin ich dann auch sehr auf der #healthyeating -Welle mitgesurft, aber es hat keinen Rückfall evoziert.

Generell würde ich da aber immer sehr vorsichtig sein und das notfalls mit professioneller Hilfe abklären lassen.

Wenn das Thema interessant ist, kann ich dazu aber auch nochmal einen separaten Artikel verfassen. Ich kann mir vorstellen, dass das für viele ein Thema ist…

Liebe Grüße an dich!
Jenni

Liebe Jenni,
 
vielen lieben Dank für deine schnelle Antwort auf meinen Kommentar :).
Und danke für deine einfühlsamen Worte.
Mich würde so ein Artikel auf alle Fälle sehr interessieren.
Ist vielleicht zu privat, möchte dir da auch nicht zu nahe treten falls dir das zu persönlich ist, aber hattest du dann Orthorexie oder auch Magersucht wie ich?
 
Mich hatte die Krankheit gut über zehn Jahre meines Lebens vereinnahmt.
Bei mir hatte es damals mit 13 mit einer Diät begonnen. Und wurde in diesem Zeitraum von starken Depressionen und selbstverletzendem Verhalten begleitet. Leider sieht man die Narben heute noch. Aber heute geht es mir besser.
Ich denke auch, es ist wichtig sich da selbst gut einzuschätzen ob man stabil genug ist für solche Umstellungen der Ernährung.
Auch wenn ich heute stabil bin, habe ich vor solchen Ernährungsumstellungen großen Respekt. Denn ich habe trotzdem Angst wieder in alte Muster zu verfallen. Und da möchte ich nie wieder hin.
Wie hat konntest du dann deinen Partner davon überzeugen, dass dich die Umstellung auf vegan nicht wieder triggern würde?
 
Ein Artikel über das Thema und deine Erfahrungen damit fände ich wie gesagt sehr interessant.
Denn ich denke, dass es vielen Menschen so geht und dass das für viele auch hilfreich sein kann.
 
Charlette

[…] ich schon seit einigen Jahren großer Fan von Voelkel bin (unter anderem liebe ich nach wie vor die Saftkur, habe aber vor allem auch in den kälteren Monaten meine Vorliebe für die Punschsorten entdeckt […]

[…] die erste Ladung dieser Haferkekse an einem Abend vernichtet hatte (ich war zu dem Zeitpunkt am Saftfasten), kann als Indiz für die Position der Kekse auf der grünzeug’schen Leckerheits-Skala […]

[…] die Lupe genommen, bevor sie sich selbst in eine Fastenkur Anfang März stürzte und anschließend ihre Erfahrungen teilte.. Sonja dagegen verzichtet in der aktuellen Fastenzeit nicht auf Nahrung, sondern auf etwas […]

[…] die Lupe genommen, bevor sie sich selbst in eine Fastenkur Anfang März stürzte und anschließend ihre Erfahrungen teilte.. Sonja dagegen verzichtet in der aktuellen Fastenzeit nicht auf Nahrung, sondern auf etwas […]

Für mich selbst wäre Saftfasten nichts, da ich immer noch daran arbeite, ein normales Verhältnis zu Essen zu bekommen, da sind solche Extreme nicht so förderlich…
Ich würde allerdings jedem dazu raten, sich vorher lieber beim Arzt nochmal durchchecken zu lassen, bevor man sich alleine an so eine intensive Fastenkur macht.
Wo ich jetzt noch eine Frage hätte wäre, es werden ja auch ca. 2 l pro Tag empfohlen, wenn man ganz normal isst. Spontan hätte ich jetzt gesagt, wenn ich sonst nichts zu mir nehme, dass ich dann eigentlich mehr trinken müsste. Kannst du mir da was dazu sagen?

Liebe Miu,

dass das mit dem Saftfasten nicht so eine gute Idee ist, wenn sich das eigene Essverhalten nicht normalisiert hat, sehe ich ganz genauso. Ich habe vor einigen Jahren auch eine Essstörung durchgemacht und weiß genau, wovon du sprichst. Das würde eher weniger zum Guten beitragen, fürchte ich. Somit unterschreibe ich voll und ganz, dass du davon erst einmal Abstand nimmst.

Eine ärztliche Beurteilung ist sicherlich niemals verkehrt, wenn man solche Dinge ausprobieren möchte. Ich habe mich allerdings ein wenig umgetan und man stimmt überein, dass eine Woche bis maximal zwei Wochen Saftfasten für Anfänger*innen, die wirklich in allen Belangen gesund sind, unbedenklich absolviert werden können. Für die absolute Sicherheit ist ein Gang zum Arzt natürlich nützlich – ich selbst habe ihn ausgespart, wenn ich ehrlich bin.

Ich sehe gerade, dass ich mich bei der Flüssigkeitsmenge verschrieben habe – danke dir für den Hinweis: Lediglich einen Liter Gemüsesaft soll man trinken, plus mindestens 1,5-2 Liter zusätzliche Flüssigkeit. Nicht insgesamt knapp 2 Liter. Eine Beschränkung auf 2 Liter hielte ich auch sowohl wegen des Hungergefühls als auch sonst für nicht sonderlich förderlich – ich glaube, ich habe pro Tag etwa 4-5 Liter getrunken und mich damit ganz gut gefühlt.

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,
erst jetzt hab ich es geschafft, deine Erfahrungen durchzulesen und bin gleichzeitig irgendwie begeistert und ein bisschen abgeschreckt^^ bzw. unsicher, ob ich das wirklich durchziehen könnte. Habe es mir schon so oft vorgenommen, aber dann war doch der Zeitpunkt nie richtig (oder ich habe es verschoben, wegen der Mondphase, dem Wetter, anstehenden Einladungen etc. XD )…auf jeden Fall sehr cool, dass du es einfach durchgezogen hast!! Und dann auch noch allein wie mir scheint? Das ist glaub ich mit das schwerste; wenn der Lebenspartner oder Freunde da nicht mit machen. Ich hoffe ja immer noch, dass ich Tobi überzeugen kann mitzufasten 😉
Schön find ich auch, wie ehrlich du berichtet hast – dass man eben doch auch Hunger verspürt (zumindest anfangs) und einem die Zeit ganz schön lange vorkommen kann. Naja, ich nehm es mir trotzdem noch vor und fand es sehr spannend, wie es dir erging! Danke für deinen Bericht 🙂
Liebste Grüße,
Corinna
http://www.kissenundkarma.de

Liebe Corinna,

ich freue mich sehr, dass dir der Bericht gefallen hat und du ein wenig daraus mitnehmen konntest – sei es auch nur, dass es eine zweischneidige Sache ist mit dem Fasten. 🙂

Ich habe aber dennoch das Gefühl, dass du dich schon seit einer Weile dafür interessierst und kann dich wirklich nur ermutigen, das einmal auszuprobieren. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel man in der kurzen Zeit über sich selbst lernt. Das hat mich doch sehr überrascht – und zwar so sehr, dass ich nun zwei Fastentage pro Woche einbaue, einfach, weil ich weiß, wie gut mir das tut.

P.S.: Ja, das habe ich allein durchgezogen – Serdar macht zwar viel mit, aber eben auch nicht alles. 😉

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,
Danke für diesen ausführlichen Bericht, den ich mit großem Interesse und Freude gelesen habe. Mensch, da kannste echt stolz auf Dich sein! Es freut mich sehr, dass Dir das Saftfasten so gut getan hat und Du um eine wertvolle Erfahrung reicher geworden bist. Und dann auch während eines Umbaus und des Festmahls von Serdars Familie standhaft geblieben bist, alle Achtung!!
Das mit dem Kreislauf und Kopfweh würde mir auch Probleme machen, denke ich.
Herrje, allein das Wort “Sauerkrautsaft” löst bei mir Verstimmungen aus ????, ich bin gar kein Freund von reinen Gemüsesäften… aber Dein Bericht macht mir wirklich Mut, es vielleicht doch nochmal zu probieren. Geschmäcker ändern s(d)ich, das weiß ich ja aus eigener Erfahrung, wie Du in meinem Blogbeitrag gelesen hast????.
Ich werde das Saftfasten auf jeden Fall mal im Auge behalten!
Dir wünsche ich noch einen schönen Tag mit fester Nahrung hihi,
liebe Grüße
Sharon

Liebe Sharon,

danke dir für deine lieben Worte und deinen rückwirkenden Rückhalt! 🙂
Das hat mich auch einigermaßen stolz gemacht, das durchgehalten zu haben, muss ich gestehen. Denn dass das möglich wäre, hätte ich so erstmal nicht von mir gedacht – und schlussendlich waren plötzlich die 5 Tage um und ich wusste gar nicht, wie mir geschehen war.
Ich glaube, man muss im Leben viel mehr Dinge ausprobieren – einfach machen. Man wird meisten viel sicherer irgendwo ankommen als man das für möglich halten würde.

Ich muss gestehen: Den Sauerkrautsaft fand ich gar nicht so schlimm – sogar so gut eigentlich, dass gerade jetzt wieder eine Flasche damit in meiner Küche steht, die ich mir heute genehmigen werde. Ich mochte früher auch keine Gemüsesäfte, aber die von Voelkel sagen mir wirklich durch die Bank weg zu – aber ich bin auch so ein komisches Kind, das Tomatensaft auch unabhängig vom Flugzeugkontext liebt wie sonstwas… 😀

Liebe Grüße
Jenni

Saftfasten kann ich mir ja gar nicht vorstellen, da ich vor dem Fasten an sich schon Angst habe (Hunger-, Schwäche-, Kältegefühle? und Muskelabbau durch zu wenig Protein?) und Säfte nicht mag, weil ich ganzes Obst einfach besser finde und keine Kalorien trinken will. Und die Preise von diesen Kuren sind ja auch echt stolz…

Dass die Säfte in deiner Kur milchsauer vergoren waren teilweise, klingt interessant – und erinnert mich daran, dass ich mal wieder Sauerkraut essen könnte 😉

Den Entlastungstag finde ich interessant – warum muss man sich denn für eine Nahrungsmittelsorte entscheiden und kann nicht 0,5kg Obst mit einem Kilo Kartoffeln kombinieren?
Ich glaube, ich könnte mir vorstellen, die mittleren fünf Tage so einer Kur auszulassen und nur die 3 Tage zum Entlasten und wieder Aufbauen zu machen 😀 Ob das auch einen Effekt hätte?

Wie du hätte ich mich bei Hunger wohl in Arbeit gestürzt… tue ich ja auch jeden Morgen. Bei mir gibt es nämlich immer erst um 12 Uhr Frühstück – nach 15h fasten. Also fast Intermittierendes Fasten 😉

Der Besuch von Serdars Familie klingt wirklich nach einer Art Probe deines Durchhaltevermögens – gratuliere, dass du stark warst. Ich hätte das nicht geschafft.

An Tag drei hätte ich an deiner Stelle aufgegeben – aber ich würde wegen der Migräne echt mal zum Arzt gehen, wenn du damit oft Probleme hast!
Ich glaube aber, falls ich jemals fasten will, darf ich kein Gemüse und Obst im Haus haben – sonst kann ich dem nicht widerstehen 😉 Vielleicht wäre für dich ein Fasten im Ramadan einfach gewesen, wenn Serdar nicht normal essen darf?
Interessant finde ich ja, dass du an Tag 5 wieder Energie hattest – aber von ähnlichen Erlebnissen berichten ja viele Fastende. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen…

Allein schon wegen des Gewichtsverlustes könnte ich mir ein Fasten gerade aber eh nicht erlauben… Glaubst du, dass Fasten gesundheitlich einen wirklich nennenswerten Vorteil bringt? Oder ist das mehr was, was man für sein Mindset tut?

Liebe Grüße

Liebe Tabea,

ich kann mir gut vorstellen, dass das mit dem Saftfasten zunächst ein wenig Beklemmung und Verunsicherung auslöst – das ging mir lange Zeit ganz genauso: So richtig vorstellen, nur von Säften zu leben, konnte ich mir nicht wirklich.
Dennoch war das eine schöne Erfahrung – und ich werde sie definitiv wiederholen. Denn mir kommt es vordergründig wirklich auf das Mindset an: Das Bewusstwerden, wie normal Essen in Hülle und Fülle für uns eigentlich geworden ist und mit wie wenig man auskommen kann, wenn man möchte.

Die Säfte von Voelkel enthalten (jedenfalls diejenigen aus dem Fastenkasten) ganz bewusst kein Obst – denn das püriert und im Saftformat ist (wie du schon schreibst) eher nachteilig. Sowohl, was den Ballaststoffanteil als auch was die Fruchtzuckerkonzentration anbelangt. Die Säfte aus dem Fastenkasten sind daher reine Gemüsesäfte mit einem Minimum an Kalorien (13-30 kcal pro 100ml). Und auch preislich finde ich den Fastenkasten für knappe sieben Tage absolut vertretbar: Ich denke, 17 Euro für sechs Säfte á 700ml inklusive Pfand sind okay – dafür, dass man das ja nicht jede Woche durchexerziert. 😉

Das mit der Migräne ist vererbt – und da hilft leider auch kein Arzt, wenn ich nicht Lust habe, mich mit Betablockern und anderen krassen Medikamenten vollstopfen zu lassen. Da vertraue ich lieber auf ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung – das ist für mich immer noch die beste, weil wirkungsvollste Medizin.

Ich finde, für ein derartiges Fasten sollte man sich nicht aus gewichtstechnischen Gründen, sondern für die Etablierung (neuer?) guter Gewohnheiten entscheiden. Und wenn man das durchhält und danach auch etwas auf sich achtet, ist es gar nicht so schwierig, aus dem Fasten etwas Nützliches für den eigenen Alltag mitzunehmen. Ob und inwiefern man da jetzt gesundheitlich von den wenigen Tagen profitiert, hängt sicherlich auch sehr vom Einzelfall ab. Ich kenne mich da zu wenig aus, um valide Angaben zu machen – und möchte mich auch nicht in den quasi-esoterischen Bereich mit dem “Giftstoffe-Ausschwemmen” oder Ähnliches begeben. Was ich bei mir beobachtet habe: Die Wassereinlagerungen haben spürbar abgenommen und ich fühle mich besser. Und das sind schöne Erkenntnisse. 🙂

P.S.: Serdar fastet nicht im Ramadan. 😉

Liebe Grüße
Jenni

Für das Mindset ist so eine Kur sicher das allerbeste, was man machen kann. Allein aus diesem Grund spiele ich auch ständig mit dem Gedanken, es doch mal zu probieren…

Ja, deine Kur war echt preislich im Rahmen – wobei 0,7l Saft je Tag ja auch nicht gerade viel sind. Aber bei anderen Bloggern sind mir sehr viele Kuren für 3-5 Tage für 50€ aufwärts begegnet…

Das mit deiner Migräne ist wirklich schade…

Also wegen dem Gewicht zu fasten finde ich wirklich ganz gefährlich… Da ist die Esssörung oder der Jojo-Effekt dann doch echt nicht mehr weit. Aber mit Gewohnheiten hilft es sicher gut, denn ich selbst merke z.B., dass ich auf Schokolade keine Lust mehr habe, wenn ich mal 2-3 Tage keine hatte. Also helfen sicher auch Tage ohne Nahrung gegen solche Gelüste.

Schön, dass du dein Wissen nicht überspielst und zur gesundheitlichen Wirkung dann lieber nichts sagst!

Achso, ich hatte das so verstanden, weil du meintest, ihr hättet es da mal gemeinsam versucht… oder habe ich da jetzt was durcheinander geworfen?

Liebe Grüße

Liebe Tabea,

achja – da habe ich mich nicht richtig erklärt, entschuldige.
Also: Wir haben das vor knappen 6 Jahren mal zusammen probiert, sind aber kläglich gescheitert. Das ist die unrühmliche Kurzversion.
Serdar ist auch nicht so religiös, dass er den Ramadan mitmacht oder in die Moschee geht oder so – er ist da sehr liberal und wünscht sich vielleicht manchmal zwecks gutem Gewissens, doch ein bisschen zu fasten…Aber aus diesem Vorsatz wird dann meistens nicht wirklich was. Er futtert einfach zu gerne. 😉

Liebe Grüße
Jenni

Super, dass du es durchgehalten hast. Ich werde nächsten Sonntag auch damit mal anfangen. Liebe Grüße, Bettina

Liebe Bettina,

danke dir für deine lieben Worte – im Rückblick bin ich auch sehr froh, nicht aufgegeben zu haben.
Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem eigenen Saftfasten! 🙂

Liebe Grüße
Jenni