Fasten – wieso, weshalb, warum? Und wie kann ich eigentlich fasten?

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Seit ein paar Tagen läuft sie, die Fastenzeit 2017. Beginnend am Aschermittwoch wird wieder zurückgetreten vom Überfluss, wird reflektiert, verzichtet, nachgedacht vorm Handeln. Aber: Was bedeutet Fasten eigentlich – und wie kann ich ganz individuell meine Fastenzeit gestalten? Muss ich das überhaupt?

Der Hintergrund der Fastenzeit

Die letzte Frage ist freilich eine rhetorische. Niemand muss fasten. Und ich werde auch garantiert hier niemandem das Gegenteil einreden – unabhängig von mehr oder weniger wissenschaftlich haltbaren gesundheitlichen Vorteilen des Essensverzichts, der religiösen Komponente oder irgendwelchen anderen Faktoren, die alle nur eines gemeinsam haben: dass sie höchst individuell sind.

Wer fasten möchte, soll und darf das tun – sofern er oder sie sich im Vorfeld umfassend darüber informiert hat und weiß, was auf ihn oder sie zukommt. Wer das nicht tun möchte und kein Problem damit hat, die vierzig Tage zwischen Aschermittwoch und Ostern getrost im Kalender zu ignorieren, soll und darf das ebenfalls tun. Es gibt – jedenfalls aus meiner Perspektive – hier wieder einmal kein Richtig und kein Falsch, sondern nur ein Für-mich-entscheide-ich-so.

Lange Tradition…

Die Fastenzeit, auf die wir uns im alltäglichen Sprachgebrauch beziehen, bezeichnet die vierzigtägige Periode zwischen Aschermittwoch und Ostern, die in der westlichen Kirche (römische Kirche) eine Zeit der Buße und des Verzichts ist. In der reformatorischen Kirche wird dieselbe Periode, inmitten derer wir uns nun befinden, als Passionszeit, in der orthodoxen Kirche als heilige und große Fastenzeit bezeichnet.

Gemeint ist allerdings überall dasselbe: der Verzicht auf nicht unbedingt notwendigen Luxus, die Hinwendung zum Selbst und das Bewusstmachen der eigenen Vergänglichkeit und der eigenen (teilweise sündigen) Verhaltensmuster.

In Vorbereitung auf das höchste Fest der Christen (das Osterfest) soll hier Abstand vom Alltag gewonnen , unschöne Angewohnheiten hinterfragt und der Mensch selbst zu einer etwas besseren Version von sich selbst werden.

Fun Fact: Strenges orthodoxes Fasten ist übrigens ein (fast) veganes Fasten, bei dem außer Honig keinerlei tierische Produkte erlaubt sind.

Ich muss gestehen: Ich bin zu wenig kirchlich geschult und zu wenig bibelfest, um euch eine dezidierte Einführung in die Fastentradition zu geben – ohne alles einfach von Wikipedia oder aus anderen Quellen im Netz abschreiben zu wollen, verweise ich euch der Einfachheit und Ehrlichkeit halber einmal hierhin und hierhin.

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…in modernem Gewand

Heutzutage erfeut sich das Fasten nach wie vor einer großen Beliebtheit – darf man der Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK Glauben schenken, haben letztes Jahr knapp 59% der in Deutschland lebenden Menschen gefastet.

Der springende Punkt hierbei: Fasten ist nicht gleich Fasten. Und das moderne Fasten steht teilweise unter einem gänzlich anderen Leitstern als das vor ein paar hundert oder gar tausend Jahren noch der Fall gewesen sein mag.

Ging es „früher“ (ach, die guten alten Zeiten!) noch um reuige Buße und das Erkennen der eigenen menschlichen Fehlbarkeit im Angesicht Gottes und Seines Sohnes, dreht sich das moderne Fasten vor allem um die so allgegenwärtige Selbstoptimierung des von Dauerstress und Zivilisationsproblemen geplagten Individuums, das sich durch den Verzicht noch ein bisschen näher kommen, noch ein bisschen individualisieren möchte.

Und wisst ihr was? Ich finde das großartig.

Warum? Weil ich der Ansicht bin, dass wir nie genug lernen können – das gilt besonders, wenn es um uns selbst geht.

Wann stellen wir uns eigentlich noch diese große und wichtige Frage, um die sich doch letzten Endes alles drehen sollte: Wer sind wir eigentlich? Was machen wir hier – und wo wollen wir hin? Und: Sind wir auf einem guten Weg zu unserem – wie auch immer definierten – Ziel? Wenn nicht – was hält uns davon ab, es zu erreichen?

Ich glaube (und das nicht im doppeldeutigen, sondern im streng weltlichen Sinne), dass die Fastenzeit uns diesen Fragen (und damit uns selbst) wieder ein bisschen näher bringen kann. Und dass es daher – fernab von religiösen Motiven – eine sehr gute Idee ist, sich mit dem Fasten und dem, was dahintersteckt, einmal ein wenig auseinanderzusetzen.

In der Fastenzeit geht es um das Freimachen von vermeintlichen Notwendigkeiten. Es geht um die Haltung, etwas wegzulassen, um zu erkennen, was wichtig für einen ist.Stefan Förner, Erzbistum-Sprecher Berlin

Und damit befinden wir uns wo? Genau: mitten im Minimalismus-Diskurs.

So angestaubt, wie es zunächst den Anschein hat, ist das Fasten also gar nicht, im Gegenteil: Übertragen auf den immer mehr an Fahrtwind gewinnenden Trend zum Weniger in allen Lebenslagen aktualisiert es hochmoderne Themen und schlägt genau in die Kerbe des Weniger-ist-Mehr, an der wir alle so fleißig (unter anderem mit groß angelegten Ausmist-Aktionen oder einer bewussten Kleiderwahl) herumfeilen.

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Ein paar Ideen für die Fastenzeit 2017

Und weil das Fasten in der Moderne weitgestehend von den einstigen reglementierenden Institutionen (sprich: der Kirche bzw. den Kirchen) losgekoppelt ist, existieren gefühlt so viele verschiedene Auslegungen, wie die vierzig Tage für einen selbst individuell am fruchtbarsten zu verbringen sind, wie es Menschen auf dieser Welt gibt.

Und auch das finde ich wunderbar. Denn was für mich persönlich gerade ein wenig zu viel ist, das kann (außer meinem Hausarzt oder meinem Seelenverwandten vielleicht) immer noch am besten ich selbst beurteilen. Ich bin daher eine große Verfechterin individueller und für-sich-selbst gefasster Vorsätze in der Fastenzeit.

Dass diese sich allerspätestens im Jahr 2017 nicht mehr ausschließlich auf die Ernährung beschränken, sondern auch in allen anderen Lebensbereichen Fuß gefasst haben, erschließt sich schon beinahe zwangsläufig aus dem Vorangegangenen. (Trotz dessen scheint Ernährungsoptimierung – jedenfalls nach meinen individuellen und absolut nicht statistisch validen Beobachtungen – immer noch auf Platz 1 der Fastenvorsätze zu rangieren.)

Im Folgenden habe ich einmal ein paar Fasten-Ideen für dein aktuelles Fastenprojekt (sofern du noch nicht angefangen hast) zusammengetragen. Vielleicht ist ja etwas für dich dabei, womit du dich identifizieren kannst und von dem du sagst: Mensch – das würde mich doch jetzt sicherlich wirklich persönlich weiterbringen!

#1: Ditigal-Fasten

Aktuell schwer angesagt (jedenfalls innerhalb der jüngeren Generation): Digital Detox. Da nehme ich mich ganz dezidiert nicht aus – auch ich liebe diese bewussten Auszeiten vom ständigen Online-Sein und genieße zeitweilig den Rückzug in das, was vor nicht allzu langer Zeit so selbstverständlich war: das Leben 1.0.

Ob das nun die Reduktion des Online-Konsums auf eine festgelegte Zeitspanne am Tag, in der Woche oder im Monat oder lieber gleich der kalte Entzug á la 40-Tage-PC-und-Handy-in-der-Mottenkiste-Verstauen ist: Man glaubt gar nicht, wie viel Zeit man auf einmal zur Verfügung hat! Probiere es einmal aus – einfach dieses ständige Hintergrundrauschen ausstellen, einfach mal wieder Durchatmen und nicht von drölfzigtausend Benachrichtungen am Tag aus der Ruhe gerissen werden.

#2: Konsum-Fasten

Die liebe Franzi hat es vor kurzem vorgemacht (und damit gewissermaßen die Fastenzeit um einen knappen Monat vorgezogen): Wie wäre es eigentlich damit, für vierzig Tage keinen unnützen Kram (also: abgesehen von Lebensmitteln und den übrigen Dingen des alltäglichen Gebrauchs) zu kaufen – Konsum-Fasten gewissermaßen zu betreiben?

Was das für großartige Auswirkungen auf einen selbst und die Frage nach dem Was-brauche-ich-eigentlich-wirklich haben kann, hat Franzi sehr schön für euch in ihrer kleinen Serie rund um die Konsumferien zusammengetragen.

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#3: Fast-Fashion-Fasten

Und wenn das vielleicht gar nicht die Stellschraube ist, an der du aktuell drehen möchtest (oder noch nicht drehen kannst): Eine schöne Alternative (die auch wesentlich einsteigerfreundlicher ist), stellt die Challenge von Corinna dar – in den (mittlerweile nicht mehr ganz) vierzig Tagen wird auf jegliche Neukäufe von Fast-Fashion-Riesen verzichtet. Slow und Fair Fashion sind hier die beiden großen Schlagworte und die Orientierungsanker der nächsten Wochen. Bist du dabei?

#4: Zucker-Fasten

Für viele (auch gesundheitsbewusste) Menschen ist er immer noch der personifizierte Endgegner der schlechten Angewohnheiten: Zucker.

So schnell ist auf dem Weg zur Arbeit beim Bäcker zum (veganen) Schoko-Hörnchen gegriffen, so schnell die Schokolade in den Mund gewandert, so schnell der Apfelsaft ins Glas geschüttet…Wo überall Zuckerfallen lauern und wie man es schafft, vom Zucker wegzukommen, thematisiert Hannah Frey in ihrer aktuellen Zucker-Challenge. Die Frau hat wirklich, wirklich Ahnung – wenn du schon immer mal mit dem Gedanken gespielt hast, weniger Zucker zu dir zu nehmen oder gleich ganz von ihm loskommen zu wollen: Hier gibt es das Rundrum-Sorglos-Paket, inklusive Facebook-Motivations-Gruppe und haufenweise guten Ratschlägen und Rezepten.

#5: Gesündere Ernährung – wie auch immer definiert

In eine ähnliche Richtung – aber mit viel mehr individuellem Spielraum – geht auch die Green-Eating-Challenge, die Anja Lee (ihres Zeichens vegane Ernährungsberaterin und absolut kreative Superköchin, deren Blogs einer der ersten war, den ich auf meiner eigenen Reise damals gelesen habe) zusammen mit vielen anderen ambitionierten (und weniger ambitionierten) Teilnehmer*innen in (ebenfalls mehr oder weniger regelmäßigen) Abständen durchführt, geht in die nächste Runde. Und jetzt sind alle sowas von motiviert! Für entspannte Ernährungsumstellung mit viel Austausch und fundierten Tipps und Tricks, einmal hier entlang.

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Das ist ja ganz nett – und was machst du?

Beim Durchlesen dieser Vorschläge und bei meiner Angewohnheit, mich nur lang und breit über Dinge auszulassen, die mich auch irgendwie selbst betreffen, wird sich der eine oder die andere sicherlich (berechtigterweise) schon gefragt haben, was denn nun mein persönliches Fastenprojekt für dieses Jahr ist.

Um es kurz zu machen: Ich faste.

So einigermaßen traditionell – und doch auch wieder nicht: Ich habe vor kurzem das unverschämte Glück gehabt, den Fastenkasten von Voelkel zu gewinnen und bin nun fleißig dabei, mich durch das im Laufe der letzten Jahre immer weiter perfektionierte Saftfasten-Programm durchzuarbeiten.

Es ist das erste Mal überhaupt in meinem Leben, dass ich mich bewusst für das Fasten entscheide – und das mache ich nicht, weil ich unbedingt abnehmen will oder weil es gerade hipp und trendy ist oder ich nichts Besseres zu tun habe.

Mir geht es um das oben Angesprochene: Ich habe – durch und durch Foodie – die lästige Angewohnheit, immer mal wieder zwischendurch etwas zu naschen. Das ist meistens nicht viel, aber es läppert sich: Hier mal eine Kleinigkeit, dort mal ein Stückchen…und so sehr ich auch normalerweise auf intuitives Essen poche, so sehr habe ich das für mich in letzter Zeit vernachlässigt.

Durch das Saftfasten (hier gibt es einen feinen Einführungsartikel von Lena) erhoffe ich mir keine halb-esoterischen Wunder-Reinigungskuren, sondern etwas viel Praktischeres: Ich möchte wieder mehr auf meinen Körper hören – und schauen, wann ich wirklich etwas brauche und wann es nur Lust auf etwas ist, was ich gerade vor meiner Nase habe. Und – ja, irgendwo spielt das sicher auch eine Rolle: Als ebendieser bekennende Foodie bin ich auch einfach neugierig, was das so mit einem machen kann, dieses Fasten.

Und jetzt du – was sind deine Fastenprojekte für dieses Jahr? Hast du Baustellen, an denen du arbeitest? Oder fastest du nicht? Warum?

P.S.: Falls Interesse an einem Bericht über das Saftfasten besteht, schreibt es mir gerne in die Kommentare – dann weiß ich bescheid und kann Entsprechendes vorbereiten.

25 Comments

  1. healthylena 3. März 2017

    Toller Artikel, Jenni! Ich finde es super, dass du nicht nur das klassische Saftfasten aufzeigst, sondern ebenso Alternativen, die gar nichts mit Ernährung zu tun haben. Digital-Fasten und Konsum-Fasten finde ich eine tolle Idee für jene, die etwas zurücktreten wollen und sich selbst zu mehr Achtsamkeit animieren wollen. Ersteres würde mir definitiv auch sehr gut tun! Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Saftfasten 🙂

    Liebe Grüße
    Lena | http://www.healthylena.de

    Antworten
    • Jenni 3. März 2017

      Liebe Lena,

      es freut mich, dass dir der Beitrag gefällt!
      Ja, das war mir ein Anliegen: Fasten ist ja nun einmal doch etwas mehr als nur der Nahrungsverzicht und gerade in der jüngeren Generation wird der Schwerpunkt doch auf andere Bereiche gelegt. 🙂

      Danke dir – ich bin gespannt, wie es mir damit gehen wird – und wünsche dir ebenfalls viel Erfolg bei eventuellen Fasten-Projekten!

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  2. cookiesulrike 3. März 2017

    Finde ich super und ich bin eher die Person für Fashion-Fasten. Da ich seit Anfang des Jahres sowieso hauptsächlich Schonkost in mich rein tu, ist das denk ich schon genug „gefastet“ für die nächsten 2 Jahre haha. Nein, Spaß beiseite, ich finde das eine gute Sache. Nur über das Saft-Fasten habe ich mich bisher nicht drüber getraut.

    Liebst,
    Ulli

    Antworten
    • Jenni 3. März 2017

      Liebe Ulli,

      ja, ich habe mir schon gedacht, dass deine Ernährung mittlerweile so gut auf dich abgestimmt ist, dass du an dieser Stelle gar nicht mehr großartig nachzujustieren brauchst. Das finde ich klasse und ich freue mich sehr für dich! 🙂
      Das Fast Fashion Fasten finde ich auch eine schöne Alternative zum „klassischen“ Fasten und ich bin gespannt auf deine Erfahrungen (so du sie denn verschriftlichst)!

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  3. blattgruen.me 3. März 2017

    Saftfasten ist immer mit Vorsicht zu genießen, weil man bei vielen Fastenkuren Unmengen Zucker (weil meist ein sehr großer Teil Obst und nur wenig Gemüse im Saft) ohne die nötigen Ballaststoffe in sich reinleert. Wobei ich ja grad gesehen hab, dass die Voelkel-Säfte eh massig Gemüse enthalten! <3 Von daher wünsch ich dir natürlich ganz viel Freude, Entspannung und ein ganz neues Körpergefühl beim Fasten. 🙂
    Bei mir isses derzeit übrigens das Plastikfasten, weil wir durch den Umzugsstress die letzten Wochen vermehrt auf Eingepacktes und Fertiges zurückgegriffen haben und das mag ich eigentlich gar nicht gerne. 🙂

    Allerliebste Grüße, Tanja

    Antworten
    • Jenni 3. März 2017

      Liebe Tanja,

      ja, da hast du absolut recht: Wenn das Saftfasten sich nur auf Obstsäfte konzentriert, muss man da wirklich sehr vorsichtig sein und sich fragen, ob das eigentlich so eine gute Idee ist. Der Fastenkasten von Voelkel besteht aber glücklicherweise fast ausschließlich aus Gemüsesäften (oder gemischten Obst-Gemüse-Komponeten), sodass das weniger bedenklich ist. Generell scheint mir das Konzept sehr fundiert ausgearbeitet zu sein und ich vertraue mich da voll und ganz der mittlerweile doch recht großen erfolgreichen Fastengemeinde an. 😉
      (Man wird sehen, was wird…)

      Den Umzug habe ich am Rande mitbekommen – und ich bin schon ganz gespannt darauf, deinen Artikel dazu zu lesen (mache ich gleich). Das sind dann immer so Ausnahmesituationen, in denen es nicht immer so rund läuft wie gewöhnlich. Das kann ich sehr gut nachvollziehen – und dass ihr da jetzt im Anschluss ein bisschen verstärkt auf den Plastikverbrauch achten möchtet, ist eine tolle Sache (da habe ich in meiner Aufzählung doch tatsächlich das Plastikfasten vergessen!).

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  4. Mira 3. März 2017

    Liebe Jenni,
    Ich finde das Thema Fasten auch so interessant, obwohl ich mich nicht mit Religion befasse(n möchte). Ich habe dadurch schon so viel Neues bzw so viel interessanten Verzicht ausprobiert, wie etwa den Veganismus.
    Dieses Jahr verzichte ich ganz bewusst auf Plastik(Müll). Für mich ist die Fastenzeit dafür einfach wie gemacht, weil ich sonst einfach viel zu viel Schlupflöcher dafür finden würde.
    Die saftkur finde ich auch extrem spannend. Habe ich noch nie so ausprobiert, deshalb würde mich sehr interessieren, wie es dir dabei gegangen ist!
    Alles Liebe,
    Mira

    Antworten
    • Jenni 3. März 2017

      Liebe Mira,

      ich freue mich, dass du das Thema auch so spannend findest wie ich – ganz undogmatisch und ohne religiöse Verpflichtungen (obwohl ich darauf auch absolut nicht herabschauen oder das kritisieren möchte – das ist nur einfach nicht mein persönlicher Zugang dazu).

      Das Plastikfasten finde ich eine tolle Idee und mittlerweile frage ich mich ernsthaft, wie ich das in meiner Aufzählung vergessen konnte…Vielleicht, weil es mir schon so in die Routine übergangen ist, dass ich nicht mehr daran gedacht habe.

      Deine Begründung für die Wahl der Fastenperiode finde ich auch sehr gut: Jetzt, wo ich weiß, dass viele andere Menschen auch in irgendeiner Form fasten, ist es für mich wesentlich leichter, auch auf etwas zu verzichten bzw. mein lange vorgenommenes Fastenprojekt in die Tat umzusetzen. Es ist ein bisschen wie ein kollektiver Fixtermin. Das erleichtert die Sache und das ständige Vor-sich-Herschieben ungemein, das stimmt.

      Es freut mich, dass dich das Saftfasten interessiert – dann werde ich auf jeden Fall den entsprechenden Artikel dazu vorbereiten. 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

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  5. hydrogenperoxid 3. März 2017

    Ich finde es eigentlich ganz cool, dass das Fasten nun so an unsere Zeit angepasst ist und jeder so Fasten kann wie er möchte. Ich selber habe für mich entschieden bis Ostern auf Fast Food und Süßigkeiten zu verzichten und dabei etwas mehr auf Ernährung und Fleischkonsum zu achten. Ich denke das könnte ich schaffen 🙂

    Liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

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    • Jenni 3. März 2017

      Liebe Anni,

      ich finde diese vielen verschiedenen Interpretationsweisen vom Fasten auch sehr schön und mag es, dass sich jeder und jede das heraussuchen kann, was ihm oder ihr am passendsten erscheint für die eigene Lebenslage oder die individuellen Bedürfnisse.

      Deine Vorsätze für die Fastenzeit sind klasse – ich hoffe, du hältst sie durch (wobei das Nicht-Schaffen ja auch nicht gleich Versagen wäre) und kannst vielleicht mit der ein oder anderen guten Gewohnheit aus der Fastenzeit kommen. 🙂

      Ich wünsche dir dabei auf jeden Fall viel Erfolg!

      Liebe Grüße
      Jenni

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  6. […] Fasten generell und was es abseits vom Nahrungsverzicht noch für Möglichkeiten gibt, Jenni  von mehr als grünzeug […]

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  7. Tabea 3. März 2017

    Liebe Jenni,

    ich kann dir nur zustimmen, das jeder für sich selbst entscheiden muss, ob er irgendwie fasten möchte oder eben nicht. Ich will ja aussortieren statt zu verzichten, aber so ein kompletter Nahrungsverzicht für einige Tage würde mich schon irgendwann mal reizen. Aber ich habe gelesen, dass der Körper damit in wärmeren Jahreszeiten besser umgehen kann und möchte jetzt nicht mein Immunsystem belasten, da ja Erkältungen ohne Ende grassieren.

    Den religiöse Gedanken, zu einer besseren Version von sich selbst zu werden, finde ich total schön, auch als völlig ungläubige Person.
    Das mit dem orthodoxen fast vegangen Fasten wusste ich ja noch gar nicht – gibt es für die anderen Religionsrichtungen auch irgendwo zum Nachlesen, was erlaubt ist und was nicht? Sowas finde ich immer verdammt interessant.

    Jetzt, wo du so vom Erkennen, was wichtig ist, schreibst, merke ich immer mehr, das mein Aufräumen wirklich ein gutes „Fastenprojekt“ ist, denn da behalte ich ja hoffentlich auch nur das, was ich wirklich brauchen kann.

    Ich glaube übrigens, dass Essens-Fasten so häufig ist, weil eben jeder ungesunde Vorlieben hat und es leichter ist, wenn man auf die dann verzichtet, wenn alle anderen mit verzichten. Wer kann sich schon so leicht die Schokolade verbieten, wenn der Lebensgefährte sich dann mit einem Riegel neben einen aufs Sofa fallen lässt? Aber da eben gerade Süßigkeiten und Fleisch so populär sind, verzichtet man dann eher gemeinsam und es wird leichter 🙂

    Konsumfasten finde ich klasse! Aber ich kaufe ja eh nicht sooo viel und möchte meine Wohnung jetzt langsam doch mal voran bringen 😉 Digitalfasten wäre aber gar nichts für mich, da mich mein Blog und das Lesen anderer Blogs total entspannt. Und sooo enorm viele soziale Medien konsumiere ich glücklicherweise auch gar nicht, dass es dringend mal nötig wäre 🙂

    Fast Fashion kaufe ich ja aus Prinzip ganzjährig nur im größten Notfall – ich stehe da einfach mehr auf Second Hand.

    Zuckerfasten würde wohl vielen Menschen gut tun – ich esse eigentlich maximal 10g täglich, würde ich sagen. Also zumindest vom Haushaltszucker, denn es gibt keine Fertiggerichte, keine gekauften Kekse und keinen Kuchen… nur manchmal gesüßten Pudding und ca. 2-3 Schokoriegelchen pro Woche. Ich versuche da echt, mich auf Obst und Trockenfrüchte zu beschränken und vermisse eigentlich auch selten was.

    Dass du komplett fastest, finde ich bewundernswert! Irgendwann möchte ich mich dieser Herausforderung ha auch mal stellen, allerdings nur für wenige Tage. Machst du das bis Ostern oder hast du dir eine andere Spanne gesetzt?

    Liebe Grüße

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    • Jenni 5. März 2017

      Liebe Tabea,

      deine Aussortier-Challenge finde ich als eigene Fasten-Alternative auch ganz klasse. Ich denke, das ist eine sehr gute Sache und die Fastenzeit eine prima Zeitspanne, um sich vom überflüssigem Ballast zu befreien (wir haben heute auch wieder einen Karton an Klamotten aussortiert).

      Generell denke ich auch, dass es der gemeinsame Aspekt ist, der das Fasten als den Beginn von neuen Gewohnheiten so faszinierend macht – da schließe ich mich dezidiert mit ein. Wenn man von überallher hört, was die Menschen Gutes für sich oder andere in dieser Zeit tun, bekommt man fast ein schlechtes Gewissen, wenn man kein eigenes Projekt hat. 😉

      Eine konkrete Anlaufstelle für das Informieren über Fastenzeiten und -Traditionen kenne ich aus dem Steigreif nicht – aber ich denke, dass eine klassische Wikipedia-/Google-Recherche dich auf jeden Fall schon ein gutes Stückchen weiterbringen wird.

      Eigentlich hatte ich mir eine Periode von 7 Tagen vorgenommen, aber aktuell fühle ich mich nicht besonders gut, sodass ich denke, das Experiment vorerst abzubrechen bzw. die Regeln zu lockern (ein Apfel oder zwei über den Tag verteilt zusätzlich zum Saft zu essen). Mal schauen, wie das die nächsten Tage laufen wird.
      Bis Ostern möchte ich auf jeden Fall weitestgehend dann auf Nudeln und Brot verzichten – eigentlich nur auf Letzteres, da ich Nudeln eigentlich auch fast gar nicht mehr esse (warum, weiß ich gar nicht so genau). Und andere Baustellen habe ich fast keine – außer eben das Brot. Da möchte ich ein bisschen drauf achten – und die Snack-Baustelle, die ich aktuell sehr gut im Griff habe (dank des Saftfastens), weiter im Auge behalten.

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
      • Tabea 5. März 2017

        Echt erstaunlich, dass du nach wie vor Klamotten findest, die du loswerden willst. Dabei mistest du ja schon recht lange aus und hast soo viele Tipps schon geben können. Und ich muss sagen, ich kann es gerade kaum erwarten, dass die Wochen fortschreiten, damit ich endlich manche Dinge in Angriff nehmen „darf“ 😉 Weil wenn ich sie jetzt vorziehe, habe ich ja in der Woche keine Herausforderung mehr und das war nicht Sinn der Sache…

        Haha – ein schlechtes Gewissen. Ja, irgendwie hast du da schon recht… auch wenn wohl leider nur die, die es nötig hätten, von einem derartigen Antrieb zum Fasten befreit sind… So kommt es mir zumindest vor.

        Wenn du dich nicht gut fühlst, solltest du das echt nicht so streng durchziehen! Und so ein Apfel wird dir auch sicher nicht schaden…

        Den Verzicht auf Brot finde ich aber auch interessant – hast du dafür einen Grund? Nudeln esse ich auch kaum – obwohl sie mir eigentlich schmecken und so aufwandsarm sind 😉 Ich stehe einfach zu sehr auf Bio-Kartoffeln und Roggenvollkornbrot, glaube ich. Dann drücke ich dir für das Snack-Fasten mal die Daumen – das schaffst du sicher in einem vernünftigen Maße!

        Liebe Grüße

        Antworten
        • Jenni 6. März 2017

          Liebe Tabea,

          ich möchte eigentlich nur aus dem Grund vorerst auf Brot verzichten, weil ich mich gerne mal daran überfuttere (ich liebe ja selbstgebackenes Brot über alles – vor allem, wenn es noch warm ist) und ich das ein wenig in den Griff bekommen möchte. Stattdessen möchte ich es mir zur Angewohnheit machen, zuerst zu Gemüse und Obst zu greifen und im nächsten Schritt dann Brot zu wählen. Dann werden das hoffentlich auch nicht zwei, drei Brötchen, die ich auf einmal verputze, sondern nur eines. 😉

          Dass du dir deine Aufgaben einem Plan gemäß aufteilst, finde ich eine gute Überlegung – so hat man während der gesamten Zeitspanne immer etwas zu tun. Obwohl mir das Zurückhalten wahrscheinlich auch schwer fallen würde – denn wenn ich eine neue Idee im Kopf habe, muss die immer sofort umgesetzt werden…

          P.S.: Zum Aussortieren finde ich hier immer etwas – und seien das auch die Klamotten von Mr. Grünzeug. Bei meinen bin ich aktuell schon so gut wie durch – aber wir haben uns dieses Wochenende mal seine Kleidung vorgenommen und ein erstes Aussortieren gestartet. Da geht noch viel mehr, glaub mir. 😉

          Liebe Grüße
          Jenni

          Antworten
          • Tabea 6. März 2017

            Hach – mich an Brot überfuttern, das könnte ich sicher auch. Aber für mich ist es dann tatsächlich einfacher, es jeden Tag zu essen, sodass ich immer weiß, dass die nächste Scheibe nur ein paar Stunden entfernt ist 😉 Aber ich esse ja sowieso immer erst Obst und Gemüse, vielleicht liegt es auch daran.

            Achso – wenn du auch gleich den Krempel vom Herrn mit in Angriff nimmst, dann ist es natürlich leichter, so oft und viel auszusortieren 🙂

            Liebe Grüße

            Antworten
  8. Julia 4. März 2017

    Liebe Jenni,
    nachdem ich letztes Jahr auf Süßigkeiten verzichtet habe, verzichte ich dieses Jahr auf den Krimskrams, den ich mir so die ganze Zeit kaufe. Hier ein T-Shirt, da eine Zeitschrift, Schuhe nicht zu vergessen. Die nächsten 36 Tage werde ich meinen Geldbeutel geschlossen halten und einen großen Bogen um alle (Online-)Shops machen.
    Liebe Grüße!
    Julia

    Antworten
    • Jenni 5. März 2017

      Liebe Julia,

      das Abwechseln von dem jährlichen Fastenprojekt finde ich eine tolle Sache, an die ich selbst so noch gar nicht gedacht hatte, wenn ich ehrlich bin. Ein Jahr das weglassen, ein anderes Jahr hierauf verzichten – das klingt nach einer guten Strategie, um immer mal wieder andere Punkte im eigenen Gewohnheitsmuster anzugehen.
      Ich wünsche dir viel Erfolg bei einem aktuellen Konsumfasten!

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  9. dervegistdasziel 4. März 2017

    Liebe Jenni,

    ich wünsche euch viel Erfolg bei eurem Saftfasten. Ich habe heute morgen schon auf instagram davon gelesen und bin gespannt, was du die nächsten Tage so berichtest!

    Viele liebe Grüße,
    Jule

    Antworten
    • Jenni 5. März 2017

      Liebe Jule,

      ich danke dir für deine Anteilnahme und bin ebenfalls schwer gespannt, wie es mir ergehen wird. Aktuell scheint es eher so, als dass ich das Experiment aufgrund von ziemlichen Unwohlsein abbrechen müsste. Aber davon in dem entsprechenden Bericht mehr… 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  10. Miu 5. März 2017

    Ich nehme an der Fastenzeit teil, aus religiösen Gründen. Zum einen faste ich Süßigkeiten, da ich oft auch einfach danach greife – weil ich gerade Lust habe, weil es eben schnell geht oder auch aus purer Langeweile. Gleichzeitig fällt es mir durchaus manchmal ziemlich schwer, darauf zu verzichten, weshalb ich es als passend für die Fastenzeit ausgemacht habe. Fasten soll durchaus auch weh tun. (Natürlich nicht im körperlichen Sinne als Selbstverletzung). Zum anderen faste ich einige meiner Social-Media-Kanäle, die ich nicht für das Studium benötige. Ich möchte mehr Zeit für ‚wichtigere‘ Dinge haben und mich auch nicht mehr so ablenken lassen.

    Antworten
    • Jenni 5. März 2017

      Liebe Miu,

      ich freue mich, dass du auch die Fastenzeit nutzt, um ein paar Gewohnheiten zu ändern oder gezielt auf die ein oder andere Sache zu verzichten.
      Die beiden Punkte, die du dir da ausgesucht hast, erscheinen mir absolut sinnvoll und ich gehe mit dir mit, dass die Umstellung natürlich immer ein bisschen Zeit benötigt, die vielleicht auch nicht immer die schönste und einfachste ist. Aber wenn dem so wäre, wären wir ja alle schon die perfekten Menschen. 😉

      Ein bisschen Digital-Fasten würde mir aktuell auch sehr gut tun, glaube ich – aber ich schreibe und bereite im Moment zu gerne Artikel auf, das ist gerade so ein Kreativitäts-Flow…

      Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen persönlichen Fastenprojekten!

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  11. Sharon 6. März 2017

    Liebe Jenni,
    beim Lesen Deines blogposts kamen Kindheitserinnerungen in mir hoch: Damals haben meine Schwester und ich während der Fastenzeit ganz streng alle Süßigkeiten in einem großen Einmachglas gesammelt und nicht angerührt. Auch wenn es als Kind echt hart ist, die Leckereien nicht gleich zu vernaschen, hatte diese Erfahrung etwas sehr Wertvolles für uns: Verzicht macht stark und bewusst, dass es auch ohne geht (natürlich war mir das als Kind noch nicht soop 100% klar hehe). Und das Naschwerk schmeckte hinterher tausendfach besser 😀 .
    Ich bin sehr gespannt wie das Saftfasten für Dich läuft! Bisher hab ich nur mal einen Tag mit Flüssignahrung (grüne Smoothies und klare Brühe) durchgestanden, ich finde es echt sehr schwer, gerade wenn man arbeitet.
    Generell finde ich Fasten in jeglicher Ausführung aber sehr sinnvoll und auch die Tradition gefällt mir (solange es nicht aufgezwungen ist). Ich trinke seit Fasching keinen Kaffee mehr und das, obwohl ich ein kleiner Kaffee-Freak bin. Es geht mir aber ganz gut damit. Es ist erstaunlich, wie wenig mir der Kaffee eigentlich fehlt. Außerdem versuche ich, weniger Gluten zu konsumieren, das klappt aber (noch) nicht 100%.

    Hab noch einen schönen Montag,
    liebe Grüße
    Sharon 🙂

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  12. […] habe im Beitrag über das Fasten bereits davon geschrieben, dass ich den Verzicht auf Nahrung, bestimmte Arten von Kleidung oder […]

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  13. […] – das hat Jenni mal ausführlich unter die Lupe genommen, bevor sie sich selbst in eine Fastenkur Anfang März stürzte und anschließend ihre Erfahrungen […]

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