White Label Project: Design und Kunsthandwerk aus dem globalen Süden

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22. September 2020

Vor ein paar Wochen, als es so unfassbar warm war, habe ich mich mit S. auf den Weg zu einem unserer Lieblingsplätze in Münster – den botanischen Garten – gemacht, um Bilder für ein ganz besonderes Feature zu machen: Als ich die Pressemitteilung von White Label Project im digitalen Briefkasten hatte, war ich sofort hin und weg – vom Konzept, aber auch von der Ästhetik der Produkte, die auf der Plattform angeboten werden. 

Aber der Reihe nach. 

Transparenz: Die Produkte wurden mir für das Shooting ausgeliehen und von mir im Anschluss wieder zurückgeschickt. Wegen eines Postunfalls durfte ich die Vase behalten und unabhängig davon mir einen anderen Gegenstand aus dem Shop aussuchen (ich erzähle nachher, um welchen es sich handelt). Geld ist keines geflossen, das Feature auf dem Blog war meine Idee.

White Label Project: hochwertiges Kunsthandwerk, faire Lieferkette

White Label Project ist ein Shop für nachhaltige und faire Mode und Interior mit hohem Design-Anspruch sowie direkten Lieferketten. Und darüber hinaus eine Plattform, auf der Designer:innen und Kunsthandwerker:innen aus dem globalen Süden ihre nachhaltigen und fair hergestellten Produkte anbieten und auf der sich Kreative aus aller Welt miteinander vernetzen können: Fotograf:innen, die sich Produkte für Shootings ausleihen, Designer:innen, Künstler:innen, Unternehmer:innen…

Nachhaltigkeit soll dabei nicht nur auf ökologischer Ebene, sondern in allen drei Dimensionen, in denen sie normalerweise definiert wird, umgesetzt werden: der ökologischen, aber auch der sozialen und der ökonomischen. 

White Label Project entstand als Antwort auf unterschiedliche Beobachtungen in der heutigen Modewelt. Zum einen wollten wir einen Gegenpol zu der komplett unnachhaltigen Produktions- und Konsumweisen von Fast Fashion schaffen und das Image von nachhaltigen und designten Produkten aus dem Globalen Süden boosten, welche selten als Design Objekte gesehen werden und zwischen Traumfängern aus Lateinamerika und afrikanischen Masken in einem Fairtrade Laden verstauben. 

Zu dem kamen spontane Entdeckungen von Designer*innen und Kunsthandwerker*innen, welche hervorragende Design Objekte nachhaltig herstellen, aber leider durch fehlenden Onlinepräsenz kaum Zugang zum internationalen Markt hatten oder ihre Produkte ohne Branding als „White Label“ an internationale Marken weiterverkauft haben und somit nur einen Bruchteil des Wertes selbst erwirtschaften konnten. (Ann-Kathrin von WLP)

Es geht Caroline und Ann-Kathrin, den beiden Gründerinnen, aber nicht darum, “nur” einen weiteren Shop zum Konsumieren nachhaltiger Produkte anzubieten (wobei das in Anbetracht der Arbeit und der sorgfältigen Auswahl, die dahinterstecken, als solches schon beachtenswert wäre) – White Label Project ist zugleich ein Netzwerkangebot.  

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Aktuell werden 15 Labels und mehr als 900 Handwerker:innen und Kreative aus 10 Ländern der Welt gefeatued – und das Projekt wächst zusehends. Dabei orientieren sich Caroline und Ann-Kathrin, die beide Quereinsteiger:innen sind und White Label Project noch zu zweit betreuen, an 5 Kriterien, was die Auswahl potenzieller Kooperationspartner:innen anbelangt:  

  • Frauen*geführte Unternehmen werden bevorzugt.
  • Kunsthandwerk und das Wissen um alte Techniken wird geschätzt und bewahrt. 
  • Jobs mit stabilen und sicheren Einkommen werden geschaffen. 
  • Natürliche Materialien und Farben werden bevorzugt. 
  • Verantwortungsvoller Konsum wird gefördert. 

“Die Marken, mit denen WLP zusammenarbeitet, betrachten wir als Mitgestalter eines globalen Netzwerk. Deshalb wird unser Gewinn (Umsatz – Kosten) in die Designer*innen und Produzent*innen reinvestiert, um bestimmte Projekte zu realisieren oder das nachhaltige Wachstum der Unternehmen zu fördern.” (Ann-Kathrin von WLP)

Die beiden Gründer:innen kennen alle Produzent:innen persönlich – die Lieferkette ist direkt und ohne Zwischenhändler, basiert wesentlich auf gegenseitiger Wertschätzung und Vertrauen: Anstatt, dass serielle Produktion und eine breite Produktpalette erwartet werden, setzt White Label Project auf zeitlose Klassiker von außergwöhnlichem Design und hoher Qualität.

Die Produktion erfolgt häufig mit wenigen oder gar keinen Maschinen und braucht ihre Zeit – gerade, weil alte Techniken aus dem Kunsthandwerk bewahrt werden sollen. (Das wiederum schlägt sich natürlich im Preis nieder – mir ist bewusst, dass einige der Produkte aus dem Shop nicht ohne Weiteres leistbar für alle sind und ich spare ebenfalls, bevor ich mir einen Gegenstand  von White Label Project kaufen kann.)

Dabei, und das ist ein Punkt, bei dem ich im Kennlerngespräch via Skype sehr genau nachfrage, ist es wichtig, sich der kolonialen Vergangenheit und dem damit einhergehenden Machtgefälle als weiße Personen bewusst zu sein und sich kritisch mit White Gaze, internalisierten Rassismen und gerade auch unternehmerischem Agieren auf Augenhöhe auseinanderzusetzen – sowie gleichzeitig nicht White-Saviorism-mäßig den Anspruch zu haben, die Produzent:innen aus ihren aktuellen Lebensrealitäten “retten” zu müssen.

Die beiden Gründerinnen haben sich auch mit diesem Punkt intensiv auseinandergesetzt und sind sich bewusst, dass die Auseinandersetzung mit dem eigenen Weiß-Sein ein Leben lang andauern wird. 

Das und mehr beantworten sie am besten selbst im Interview, zu dem sie freundlicherweise sofort bereit waren. 

White Label Project im Interview

Ich muss gestehen, dass ich mir zuerst keinen Reim auf den Namen “White Label Project” machen konnte. Könnt ihr erläutern, was es damit auf sich hat?

Ann-Kathrin (WLP): Der Name White Label Project ist von unserer ursprünglichen Idee, dass wir die Produkte der Designer*innen, welche wir auf unserer Plattform präsentieren, mit ihrer eigenen Marke und nicht in der Form eines „White Labels“ stärken möchten, inspiriert worden. Ganz im Gegenteil, wir möchten jedes Label der Designer*innen und ihre Story  Raum geben auf einer Plattform, welche anpassbare digitale Lösungen anbietet mit viel Platz für eigene Kreativität und Individualität. Einen Ort, an dem interessantes Design gefunden werden und wertgeschätzt werden kann mit dem Respekt, den es verdient. Unsere Vision seit unserer Gründung: Empowerment auf Augenhöhe, bleibt nach wie vor die gleiche und leitet uns in allen unseren Entscheidungen.

Wie genau kommt der Kontakt zu den Labels zustande?

Caroline (WLP): Einige haben wir auf Reisen gefunden, durch Empfehlungen von Freund*innen aber viele auch durch Instagram oder wir werden von ihnen angeschrieben. Als ersten Schritt fragen wir die Labels nach detaillierten Informationen, die soziale und ökologische Nachhaltigkeit sicherstellen. Falls noch keine Informationen selbst aufgearbeitet wurden, wie zum Beispiel bei neu gegründeten Unternehmen, oder wenn wir weitere Informationen für unsere Nachhaltigkeitsbewertung benötigen, lassen wir den Labels einen Fragenkatalog zukommen. Alle Informationen, welche mit uns geteilt werden, versuchen wir wiederum durch bereits geführte Interviews und bestehenden Informationen zu den Labels gegenzuprüfen. Wenn diese Informationen auch unseren Kriterien entsprechen, organisieren wir ein Skype-Interview, durch welches wir die Gründer*innen kennenlernen. Sollte es weiterhin keine Zweifel geben, machen wir ein erstes Trial-Order, um die Produkte zu testen. Wenn die Qualität der Produkte unseren Anforderungen entspricht, kommt es zu einer Partnerschaft und das Label wird auf unserer Plattform integriert.

Nach welchen Kriterien wählt ihr aus, welche Produkte im Shop gelistet werden?

Ann-Kathrin (WLP): Wir wählen die Labels und ihre Produkte in unserem Shop danach aus, eine Balance zwischen den verschiedenen Designs, Produkten und Herkunftsländern zu schaffen. Alle Labels sollen mehr als nur faire Arbeitsbedingungen für ihre direkten Mitarbeiter*innen und die Kunsthandwerker*innen, mit denen sie arbeiten schaffen, das heißt, dass Gehälter gezahlt werden, die der geleisteten Arbeit gerecht werden und Programme zur Weiterbildung angeboten werden. Darüber hinaus ist es uns wichtig, dass entweder Naturfasern oder recycelte Materialen für die Herstellung der Produkte verwendet werden. Final ist ein großes Plus, wenn indigenes Wissen und traditionelles Kunsthandwerk neu interpretiert werden und in den Designs neu aufgelebt werden. Dadurch gewinnen traditionelle Produktionsweisen, die eng mit lokalen Kulturen und Riten verbunden sind, nicht nur Aufmerksamkeit, sondern bestärken die Kunsthandwerker*innen in ihrem Können.

Dass fast alle der Gründer*innen der Labels auf unserer Plattform weiblich sind, liegt nicht an unseren Auswahlkriterien, sondern daran, dass wir hauptsächlich Frauen gefunden haben, die nachhaltige Impact-Driven Design-Labels im Globalen Süden mit ansprechenden Produkten gründet haben.

Könnt ihr beispielhaft beschreiben, welchen Weg ein Produkt hinter sich hat, bis es im Paket in der Wohnung der Kund:innen steht? 

Caroline (WLP): Ein hervorragendes Beispiel sind die maßgefertigten und handgewebten Wollteppiche von M.A. Unsere Kund*innen suchen sich online das Design aus, worauf wir die*den Kund*in anschreiben und nochmal genau die Farbgebung, Format und Ausführung besprechen. Daraufhin wird die von Hand gesponnene Wolle, welche lokal von nachhaltig gehaltenen Schafen gewonnen wird, in den ausgewählten Farben gefärbt. An diesem Schritt erhalten unsere Kund*innen bereits ein erstes Update mit einem Foto von der Wolle. Daraufhin werden die Teppiche auf traditionellen Webstühlen gewebt. Melissa, die Gründerin von M.A, hält auch diesen Schritt fotografisch fest und wir teilen die Fotos mit unseren Kund*innen. Zuletzt werden die Teppiche im Studio von M.A getrimmt und gebürstet, bevor sie nach Stockholm versandt werden. Wenn die Teppiche in Stockholm ankommen, unterlaufen sie einer letzten Qualitätsprüfung, einzeln verpackt und werden dann unsere Endkund*innen geschickt.

Ihr selbst seid weiß, viele eurer Endkund:innen vermutlich auch, die Produzierenden hingegen fast ausschließlich BIPoC (aus Ländern des Globalen Südens). Wie vermeidet ihr White Saviorism und habt ihr euch vor der Gründung mit #criticalwhiteness auseinandergesetzt? 

Ann-Kathrin (WLP): Unsere Auseinandersetzung mit #criticalwhiteness und auch White Saviorism ist ein fortlaufender Prozess. Wenn weiße Frauen wie wir einen digitalen Marktplatz gründen, welcher vorwiegend BIPoC gegründeten Design-Labels eine Plattform bietet, findet diese Auseinandersetzung regelmäßig statt. Wir möchten Saviorism in jeglicher Form vermeiden. Dies würde auch den Gründer*innen hinter den Design-Labels, die wir auf unserer Plattform präsentieren, nicht gerecht werden – sie müssen nicht gerettet werden. Ganz im Gegenteil – unser partizipativer Design-Thinking-Prozess mit den Labels hat gezeigt, dass sie oft nur eine Plattform benötigen, auf welcher sie die Stories hinter ihren Labels erzählen können und die ihnen Zugang zum internationalen Markt bietet.

Wir merken immer wieder, dass unsere Erstkund*innen positiv überrascht sind, dass solch hervorragende und nachhaltige Design-Objekte im Globalen Süden nicht nur produziert, sondern auch designed wurden. Das gängige Image, dass Kunsthandwerker*innen aus dem Globalen Süden europäische Designer*innen zur Seite gestellt bekommen oder mit einem europäischen Label versehen werden müssen, damit sie sich international etablieren können, dominiert leider innerhalb der Modewelt, und leider auch sehr im Bereich der Fair Fashion. Damit wird lokale Wertschöpfung in den Ursprungsländern auf den reinen Produktionsprozess diminuiert.

Wir haben uns ganz bewusst dazu entschlossen, mit Impact-Driven-Design-Labels zusammen zu arbeiten, welche bereits in ihren jeweiligen Ländern ganzheitlich nachhaltiges Geschäftsmodell aufgebaut haben und sich durch ein einzigartiges Design, das auf traditionelle Handwerkskunst, indigenes Wissen, sowie nachhaltige und lokale Materialien zurückgreift, und die Förderung von Frauen auszeichnen.

Viele Produkte von White Label Project werden von Kunsthandwerker:innen gefertigt – bei einigen wird mit tierischen Materialien gearbeitet. Wisst ihr, wo diese herstammen und wie steht ihr selbst dazu? 

Caroline (WLP): Wir präferieren Produkte, die keine tierische Materialien beinhalten und wenn dies der Fall sein sollte, prüfen wir genaustens die Herkunft dieser Materialien. Tierische Materialien sind derzeit die Wolle für die Teppiche von M.A und Barali, das Horn, welches in den Schmuckstücken von Caralarga x Taller Maya und SOKO verwendet wurde und die Lederapplikationen, wie Tassels und Träger von den Handtaschen von Mola Sasa und AAKS.

Das Horn, welches beispielsweise in den Sol Ohrringen und der Sol Halskette aus der gemeinsamen Kollektion von dem Caralarga und Taller Maya verwendet wird, stammt von den auf natürliche Weise abgefallenen Hörnen von Stieren, welche von der indigenen Maya-Communities auf der Yukatan-Halbinsel in Mexiko gehalten werden.

Die Labels, die aktuell bei euch gelistet sind, werden fast ausschließlich von Frauen* geführt, ist das richtig? 

Ann-Kathrin (WLP): Ja. ganz genau. Die einzige Ausnahme ist Sebou, welche up-gecycelte Teppiche aus alten Produktionsüberschüssen von Textilfirmen in Marokko mit Frauenkooperativen in Kenitra herstellt und die Fotos der Serie „Piece of a Mind“ von Maison ARTC, einem Desgin-Label aus Marrakesh, Marokko, welches von Artsi Ifrah gegründet wurde. Maison ARTC entwirft neue Mode aus Vintage-Haute-Couture-Stücken.

Wie gesagt, dass fast alle der Gründer*innen der Design Labels auf unserer Plattform weiblich sind liegt nicht an unseren Auswahlkriterien, sondern daran, dass wir hauptsächlich Frauen gefunden haben, welche nachhaltige Impact-Driven-Design-Labels im Globalen Süden mit ansprechenden Produkten gründet haben.

Ihr versteht euch nicht nur als Online-Shop, sondern auch als Plattform und möchtet Menschen über WLP miteinander verbinden. Wie sehen diesbezüglich eure Pläne und Wünsche aus? 

Caroline (WLP): Wir möchten ein globales Netzwerk von Impact-Driven-Design-Labels schaffen, die nicht nur zusammen auf unserer Plattform auftreten und die Stories hinter ihren Label erzählen, sondern welche sich gegenseitig unterstützen, in Kollaborationen treten und sich zu gemeinsamen Themen austauschen können. Zudem hoffen wir, in der Zukunft verschieden Rollen innerhalb der Designindustrie miteinander verknüpfen zu können, um Netzwerkeffekte zu schaffen und die Anwendung nachhaltiger Produkte in kommerziellen Stylings zu normalisieren.

Darf man fragen, wie euch die aktuelle Situation und vor allem die vergangenen Monate als noch relativ frisch gegründetes Unternehmen beeinflusst haben?

Ann-Kathrin (WLP): Wir sind hauptsächlich ein digitales Unternehmen. Unser Team arbeitet schon seit der Gründung von WLP komplett digital, da wir nicht nur in unterschiedlichen Städten, sondern auch Ländern und Kontinenten leben und gelebt haben. Daher waren sind wir sehr flexibel und konnten uns schnell an die neuen Umstände anpassen. Leider mussten wir natürlich die eine oder andere geplante physische Aktivität so wie Pop-ups und Diskussionsrunden vorerst verschieben.

Für die Labels auf WLP war es allerdings eine größere Umstellung, da viele mit großem Überschuss an Lager, Produktionsstopp und gecancelten Bestellungen zu kämpfen hatten und viele der Kunsthandwerker*innen nicht an Rohmaterialien kamen oder die Designer*innen gar keinen Zugang zu ihren Studios hatten.

In Guatemala zum Beispiel verschärfte sich die Situation unter dem kompletten Lockdown so stark, dass die Maya-Communities, mit denen unser Partner-Label Pixan arbeitet, keinen Zugang zu Lebensmitteln hatten. Daraufhin hat Pixan zusammen mit mehreren lokalen NGOs die Lebensmittelversorgung sicherstellen müssen, bevor überhaupt daran zu denken war, wieder die Produktion aufzunehmen.

Wir haben zu Beginn der Krise direkt mit allen Labels Kontakt aufgenommen und gefragt, wie wir sie durch unsere Plattform unterstützen können und haben gemeinsam versucht zu sehen, wie wir zusammenarbeiten können, um uns an diese neue Situation anzupassen.

Schaut ihr zuversichtlich in die Zukunft?

Caroline (WLP): Ja, wir sind sehr zuversichtlich. Wir glauben, dass der bereits bestehende Trend zu nachhaltigem Konsum durch die derzeitige Krise nochmals bestärkt wurde und dadurch mehr Menschen dazu bewegt hat, über ihr Konsumverhalten zu reflektieren und nachhaltigere Entscheidungen zu treffen: weniger zu konsumieren, Second Hand einzukaufen und auf andere neue Modelle wie Rentals [Leihformate] umzusteigen. Zudem motiviert uns sehr, zu sehen, wie die Gründer*innen unserer Brands ihre jeweiligen Unternehmen aufbauen und wie diese wachsen. Das gibt uns auch sehr viel Hoffnung für die Zukunft.

Wir möchten optimistisch bleiben und daran arbeiten, unsere Plattform zu erweitern, um es so einfach wie möglich zu machen, interessante, nachhaltige Designprodukte aus dem Globalen Süden zu finden, ihre Story zu lesen und bewusste Konsumentscheidungen zu treffen, die einen positiven Effekt auf die Kreativen, Künstler*innen und ihre Communities hinter jedem der Produkte haben.  

Nachhaltigkeit und Fairness zum Standard machen

White Label Project verfolgt also einen empowernden Ansatz. Empowerment bedeutet, andere Menschen (mit denselben oder weniger Privilegien als man selbst besitzt) in die Position zu verhelfen, eigenmächtig und selbstbestimmt handeln zu können. Daher möchte ich noch einmal hervorheben, dass die Gewinne, die über WLP generiert werden, direkt in die Künstler:innen und Communities reinvestiert werden und nicht irgendwo in ohnehin schon reichen Taschen versanden.

Empowerment ist die Räuberleiter, die zwar noch nicht über den Zaun des patriarchalen Kapitalismus hilft, jedenfalls den meisten von uns nicht – aber immerhin dafür sorgt, dass immer mehr Menschen hoch genug kommen, um zu sehen, was dahinter liegen kann und die Latten zum Schwanken zu bringen. 

Ich schätze den ganzheitlichen Ansatz von White Label Project sehr und glaube, Unternehmen wie dieses sind genau die, die es schon lange gebraucht hätte und die zeigen können, wie internationaler Handel als wertschätzende Partner:innenschaft aussehen kann und muss. Daher wollte ich WLP unbedingt hier vorgestellt haben – ich spare bereits auf Lieblingsteile. 

Und zwar auf diese hier: 

In diesem Artikel gefeatured (Leihgaben): 

Nagiri Vase / Kerzenhalter aus naturrotem Ton, hergestellt in Mexiko mit einer traditionellen Brenntechnik unter freiem Himmel (aktuell ausverkauft) — die große Tasche Oroo natural aus mit traditioneller Technik in Ghana handverwebtem Raffia — die kleine Tasche Ambi noir, die ebenfalls von AAKS aus Ghana produziert wird — Gallo Earrings aus Baumwollfäden von Kunsthandwerker:innen aus Mexiko in einer Fabrik aus dem Jahr 1846.

Uuuuund um das Geheimnis vom Artikelanfang zu lüften: Bald darf ein wunderschöner Sun Carpet bei mir einziehen (!), in den ich mich sofort verliebt habe und auf den ich mich seit Wochen freue (die Produktion wird erst bei der Bestellung gestartet, wie Ann-Kathrin ja im Interview gesagt hat und dauert entsprechend ein wenig).

Ich bin, wie gesagt, voller Vorfreude und werde natürlich auf Instagram darüber auf dem Laufenden halten, wann er eintrudelt und welchen Platz er daheim finden wird. 

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

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