Great Green Thinking: ein erstes Buchprojekt

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21. November 2020

Die letzten Wochen ist es still auf dem Blog geworden – und es gibt einen guten Grund dafür: Ich habe ein erstes Buchbaby auf den Weg gebracht!

Wenn ich das so schreibe, kann ich das selbst immer noch nicht richtig glauben. Aber es ist wahr, einer meiner größten Träume seit eigentlich schon immer befindet sich gerade in der Erfüllung. Ich hatte eigentlich immer gedacht, ich würde mit einem Roman starten und nicht gleich mit einem Sachbuch, aber Dinge ändern sich und ich möchte mich nicht beschweren, im Gegenteil. 

GREAT GREEN THINKING heißt das gute Stück, das rund 270 Seiten stark im jungen &Töchter-Verlag erscheinen wird. Ich habe es nicht alleine geschrieben (das hätte ich in diesem wilden Jahr wahrscheinlich ohnehin nicht geschafft), sondern mit meiner Kollegin Milena Zwerenz. Milena arbeitete früher bei ze.tt und ist jetzt Journalistin bei der ZEIT (und macht wunderschöne Fotos). 

Vergangenen Sonntag haben wir das Manuskript abgegeben und alle, die schon einmal eine größere schriftliche (oder auch eine andere Arbeit) abgeben mussten, kennen das Gefühl des vom Herzen rollenden Steins, das sich bei mir unmittelbar danach einstellte. Seitdem schwebe ich durch eine Art Paralleluniversum – ich habe mich so tief und so lange in die Materie des Stoffes vergraben, dass ich nur langsam wieder in die echte Welt zurückfinde. Ein bisschen fühle ich mich verloren, muss mich sortieren und bin gleichzeitig voller Vorfreude auf neue kreative Abenteuer. 

Worum geht es? 

Gar nicht so einfach zusammenzufassen. Um Nachhaltigkeit, das ist wahrscheinlich die kürzeste Antwort, aber nicht unbedingt die zufriedenstellendste. Nachhaltigkeitsbücher gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Noch eins? 

Ja, noch eins. 

Wir wollten explizit keinen Ratgeber schreiben und keine Tipps á la “Wie du ein nachhaltiges Badezimmer gestaltest” auflisten. Wir finden diese Bücher und die Tipps, die sie enthalten, sehr wichtig (sonst würde ich diesen Blog vermutlich nicht führen). Aber wir glauben: Es gibt schon genügend Material da draußen, wenn man Antworten auf Fragen wie diese sucht. Wir müssen nicht noch ein Buch damit füllen. 

Außerdem fokussieren solche Fragen das Individuum als Verantwortliche:n für nachhaltiges Handeln – nicht selten lautet der Tenor (mehr oder weniger explizit), dass es am eigenen Einkaufszettel liege, ob die Welt gerettet werde oder untergehe. Natürlich ist der Einkaufszettel wichtig, keine Frage. Und viel mehr Menschen könnten viel mehr tun als sie aktuell tun. Darum geht es nicht. 

Es geht darum, dass über die Frage, ob der vegane, in Plastik verpackte Aufstrich jetzt auch eine Ökosünde ist oder nicht der Blick für das große Ganze verloren geht: 71% der CO2-Emissionen werden von 100 Unternehmen ausgestoßen. Wenn ich zero waste, vegan, regional und fair lebe, kann ich mir das zwar auf meine individuelle Ökobilanz gutschreiben. Mich aber auf den Kopf stellen, wenn die Strukturen hinter meinem eigenen Leben nicht verändert werden: Die Welt wird dann so oder so untergehen. 

Das stört mich bereits seit einer Weile und wir hatten den Eindruck: Um sich diese Dinge genauer anzuschauen (wo hört eigentlich meine eigene Gestaltungsmacht auf und was muss sich wirklich ändern?), kann ein weiteres Buch durchaus nützlich sein.

Die zweite große Frage, die uns auf den 270 Seiten (Cradle to Cradle gedruckt, übrigens) umtreibt, ist folgende: Warum ist die deutsche Klima- und Nachhaltigkeits-Bewegung so weiß – und was kann man dagegen machen? Okay, es sind eigentlich 2 Fragen. Aber wir möchten natürlich nicht nur die Probleme benennen, sondern uns auch auf mögliche Lösungen konzentrieren. 

Die Frage nach der Diversität der Klima-Bewegung wird derzeit vor allem in Online-Artikeln und natürlich auf Social Media gestellt – aber in Buchform eher selten. Und dann auch nicht von Menschen, die wirklich davon betroffen sind. Auch das wollten wir anders machen – und haben mit Schwarzen Menschen in Deutschland und Indigenen aus dem Amazonas gesprochen. Ein wesentlicher Teil des Buches besteht nämlich nicht nur aus dem Senf, den wir dazugeben, sondern aus Interview und Essays mit und von anderen spannenden Menschen. 

Wir haben mit Journalist:innen, Wissenschaftler:innen, Aktivist:innen und Expert:innen unterschiedlicher Fachbereiche gesprochen und versucht, so viele Perspektiven wie möglich auf unsere Fragestellungen blicken zu lassen. Das haben wir sicherlich nicht perfekt hinbekommen, aber wir sind unterm Strich jetzt schon sehr zufrieden mit dem Ergebnis, das wir unter diesen Umständen und mit sehr wenig Zeit realisieren konnten. 

Was nun? 

Nach der Manuskript-Abgabe folgen jetzt das Lektorat (und in meinem Fall: eine radikale Kürzung des Inhalts, weil ich mal wieder viel mehr sagen wollte als Platz ist) und der Feinschliff. Gedruckt wird dann in der Druckerei gugler* in Melk, die wir persönlich besichtigt und in der wir Näheres über den Cradle-to-Cradle-Druck erfahren haben (bei C2C wird in Produkt-Zyklen gedacht, sodass möglichst kein Abfall entsteht). Erscheinen wird GREAT GREEN THINKING am 15.3.2021 und überall dort, wo es Bücher gibt, zu kaufen sein. 

Das Buch wird also auf jeden Fall erscheinen – aber da wir, wie die meisten jungen Start-ups, finanzielle Unterstützung gut gebrauchen könnten (auch, um vielleicht noch ein paar mehr Menschen für Essays ins Boot zu holen), könnt ihr uns auf Startnext im Crowdfunding unterstützen und euch unter anderem exklusive GREAT GREEN THINKING-Sweater und Shirts (fair & nachhaltig produziert) oder ein Bienenwachstuch-DIY-Set sichern. Wir freuen uns sehr über jede Unterstützung! 

Das zu schreiben, bleibt trotz allem, was in den letzten Wochen passiert ist, surreal und so richtig glauben werde ich es wahrscheinlich auch erst, wenn unser Buch fertig in meinen Händen liegt. Bis dahin ist allerdings noch einiges zu tun, aber der Berg ist jedenfalls erklommen. Das bedeutet auch: Es wird wieder mehr Zeit frei für andere Texte, für schöne Fotos und neue Rezepte und da freue ich mich ganz außerordentlich drauf. 

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Nachhaltigkeit aus systemischer Perspektive betrachtet

Wir haben unser Herzblut in dieses Buch gesteckt (und sind immer noch dabei) und freuen uns daher besonders, wenn euch die Idee jetzt schon gefällt und ihr es für euch selbst oder eure Lieben vorbestellen mögt. Das Erscheinungsdatum ist noch ein wenig hin, unser Crowdfunding läuft hingegen bereits in 15 Tagen aus und kann noch einen kleinen Boost vertragen. 

Wenn ihr genauer wissen möchtet, was euch da erwartet, könnt ihr auf der Website unseres Verlags &Töchter vorbeischauen oder euch das Statement-Video auf unserer Crowdfunding-Website anschauen. Danke für eure Unterstützung! 

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

KOMMENTARE

Herzlichen Glückwunsch, Jenni!
Sehr spannend und aufregend.