Transparenz: Es handelte sich um eine Presse-Reise. Leistungen egal welcher Art sind nicht abgesprochen, sondern erfolgen freiwillig.

In der vergangenen Woche war ich zusammen mit einigen anderen Green Blogger*innen zu Gast in Wien. Für viele von uns war es das erste Mal in Österreichs Hauptstadt und entsprechend aufgeregt waren wir.

Mit dabei:

Anreise: 10 Stunden mit dem Zug

Zwischen Wien und Münster gibt es eine relativ angenehme Zugverbindung – maximal 3 Mal umsteigen muss man, um anzukommen in der Stadt, in der alle andauernd “Voll!” sagen und die perfekt wunderschönen architektonischen Besonderheiten einen von jeder Ecke aus begrüßen.

Sowohl für die Hin- als auch für die Rückfahrt war ich ein wenig waghalsig gestimmt und hatte den Sparpreise Europa über die Deutsche Bahn gebucht – trotz BahnCard 50, die ich aufgrund der vielen Reisen, die ich mittlerweile auch quer durch Deutschland unternehme, besitze, immer noch ein stolzer Preis.

Und eben Zugbindung. Wie sehr ich gebetet habe, dass nichts zu spät kommt oder ausfällt oder aufgrund von Streckenarbeiten nicht mehr…ihr wisst schon. Ich kann meine erleichterte Verwunderung, dass entgegen aller Erwartungen dann doch alles geklappt hat mit der Beförderung und am Ende nur mein Allerwertester und mein Rücken sich trotz andauernder Verrenkungen auf den Sitzen bemerkbar gemacht haben, gar nicht in Worte fassen.

Insgesamt ist man per ICE ungefähr 10 Stunden unterwegs, sogar ein wenig länger, wenn man dann noch vom Wiener Hauptbahnhof zur endgültigen Destination finden möchte.

Es ist meine bis dato längste Reise mit dem Zug – und in der Retrospektive haben sich die 10 Stunden gar nicht so lang angefühlt, da ich schwer damit beschäftigt bin (vor allem in der Region um Nürnberg herum) die Aussicht zu genießen (ich buche immer den Fensterplatz, weil ich mich sonst zu Tode langweile und es nicht ertragen kann, wenn meine Augen keinen Fixpunkt finden können, der nicht aus anderen Menschen besteht) und meinen Gedanken nachzuhängen.

Ein Hotel mit Null-Energie-Bilanz

Gastgeber unseres Aufenthaltes in Wien ist das Boutiquehotel Stadthalle – das erste Null-Energie-Bilanz-Stadthotel überhaupt.

Ein Hotel mit einer Null-Energie-Bilanz ist schon etwas ganz Besonderes. Was das bedeutet? Innerhalb eines Jahres wird im Boutiquehotel Stadthalle in Wien gleich viel Energie mit Grundwasserwärmepumpe, Photovoltaikanlage und Solaranlage erzeugt, wie auch verbraucht wird. (Website)

Das Hotel ist der erste Betrieb in Wien, der mit dem EU-Umweltsiegel ausgezeichnet wurde und kann darüber hinaus mit vielen weiteren (Umwelt-)Auszeichnungen und hohen Punkten in unterschiedlichen Rankings (unter anderem auch bei Treeday) von vornherein überzeugen.

Was das Boutiquehotel Stadthalle so besonders macht: 

  • Das Hotel bezieht zu 100% Ökostrom und arbeitet mit Wärmerückgewinnung-Verfahren (90%).
  • Außerdem wird der eigene Strom mittels Grundwasserwärmepumpe (versorgt durch den hauseigenen Brunnen), Photovoltaik-Anlage (93 m2) und Solaranlage (130 m2) produziert.
  • Für Räder (und bald auch für Autos) gibt es 2 E-Tankstellen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich über das Hotel für die Dauer des Aufenthaltes ein Fahrrad auszuleihen.
  • Die Mitarbeiter*innen verwenden für ihre Dienstwege überwiegend Fahrräder und öffentliche Verkehrsmittel.
  • Wer mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, bekommt -10% auf den regulären Zimmerpreis.
  • Das Frühstück besteht zu 100% aus biologischen Produkten, möglichst regional und saisonal (80-90%) bezogen.
  • Der Anteil vegetarischer Gerichte und Produkte beträgt nach eigenen Angaben rund 70-80% und ich kann bestätigen, dass beim Frühstück durchaus auch genügend vegan Optionen ganz selbstverständlich dabei waren, die dafür gesorgt haben, dass ich definitiv nicht hungern musste.
  • Das Hotel fördert regionale Wertschöpfungsketten (50%) und informiert die Gäste proaktiv über nachhaltige Angebote in der Umgebung.
  • Die Toilettenartikel sind zu 100% zertifizierte Naturkosmetik in großen Spendern.
  • 38 Zimmer sind in Passivhaus-Bauweise gehalten – das Gebäude ist also zu 50% energieeffizient errichtet.
  • Waschreinigungen erfolgen nach Bedarf und jede unnötige Wäsche wird vermieden. Gewaschen wird mit ökologischen Waschmitteln.
  • Bisher sind in Zusammenarbeit mit der Universität für Angewandte Kunst 7 Zimmer als Upycling-Zimmer eingerichtet. Auch die Lobby besteht zu großen Teilen aus Second-Hand- und Upcycling-Möbeln. Zukünftig soll der Upcycling-Anteil in den Zimmer noch ausgeweitet werden.
  • Es gibt eine strikte (100%ige) Mülltrennung im ganzen Hotel.
  •  Es gibt fast keine Einwegverpackungen (auch nicht beim Buffet oder bei den Hygiene-Artikeln auf den Zimmern), sondern beinahe ausschließlich Mehrweg-Flaschen und -Gebinde.
  • Auf den Dächern bietet eine Lavendel-Fläche tausenden Bienen ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Belohnt wird das Hotel dafür mit hauseigenem Honig, den es unter anderem beim Frühstücks-Buffet, aber auch zu kaufen gibt.
  • Es gibt keine Minibar auf den Zimmern – Getränke können an der Rezeption bestellt werden. Allein dadurch spart das Hotel rund 21.024 kg CO2 pro Jahr.
  • Wenn möglich, werden Stoffe verwendet, die nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip produziert wurden und die man nach dem Gebrauch einer neuen Bestimmung zuführen kann.
  • Im Passivhaus gibt es ein Lüftungssystem, das die Zimmer rund um die Uhr mit frischer Luft aus dem Garten versorgt – auch, wenn die Fenster nicht geöffnet sind.
  • Zur Beleuchtung werden ausschließlich LED-Spots verwendet, die nur 14 Watt verbrauchen.
  • Fernseher befinden sich in der Regel im Stand-by-Modus und verbrauchen so nur rund 1 Watt.
  • Die Duschköpfe reduzieren den Wasserverbrauch um rund 35% im Vergleich zu herkömmlichen Duschköpfen.

Es gibt bestimmt noch viel mehr Dinge, die im Großen wie Kleinen hinter und vor den Kulissen ablaufen und die ich jetzt vergessen bzw. noch gar nicht auf dem Schirm habe – aber es ist schon sehr deutlich geworden, denke ich, dass das Boutiquehotel Stadthalle etwas ganz besonderes ist und ich mich daher ganz außerordentlich gefreut habe, dort Gast sein zu dürfen.

(Man lebt sich übrigens dank des sehr herzerwärmenden Personals unfassbar schnell ein und fühlt sich sehr aufgenommen und fast ein bisschen zuhause.) 

Gleich am ersten Tag machen wir außerdem einen kleinen Abstecher zur Caritas in Wien, weil das Hotel aufgrund eines Bestellzahlendrehers zu viele Brote im Haus hat und die natürlich nicht wegwerfen möchte. Kleine, aber feine Dinge, die auf eine konsequente Haltung hindeuten.

Tag 1: Abendessen im Augustin

Direkt nach der Ankunft setzen wir uns am Sonntag in den prall gefüllten Garten des Augustin und genießen dort bei schwächer werdendem Licht herrliches Essen – ein Vorgeschmack im wahrsten Wortsinne auf die unglaublich gute Auswahl an Wiener Futterlokalitäten, die auch mit veganem Angebot nicht geizen.

Ich bestelle mir einen Wrap und bin over the top glücklich mit dieser Entscheidung – obwohl wirklich alles auf der Karte verboten lecker klingt und die Auswahl im Vorfeld entsprechend erschwert.

Tag 2: Bodylove, Upcycling-Räder und gute Essen, die Zweite

Der zweite Tag startet nach dem Frühstück direkt mit einem Workshop, der so ziemlich alle Teilnehmer*innen ein wenig (viel) aus ihrer Comfort-Zone bringt: Sandra von den Bauchfrauen hält mit uns ihren #loveyourbelly -Workshop, und das ist nicht nur mental, sondern auch körperlich beim Choreographie-Tanzen am Ende eine Herausforderung.

Vor allem habe ich an diesem Morgen in den beiden Stunden, die wir uns mit uns selbst und mit uns gegenseitig als Frauen in der Gesellschaft und unseren Körpern und was damit eigentlich tagtäglich angestellt wird, beschäftigen, Folgendes bemerkt: Ich habe immer noch Issues mit meinem Körper, auch wenn ich mich auf dem Weg der Besserung befinde. Im Reinen mit mir bin ich nach wie vor nicht, auch wenn ich das gerne von mir behaupten würde.

Konkret: Ich fühle mich häufig (aber auch das wird besser) zu klein und zu viel (körpermassemäßig) und zu wenig (körperausdrucksmäßig). Der Workshop hat mir gezeigt, was ich alles schon überwunden habe (Essstörung und Sportsucht unter anderem), aber auch, was nach wie vor meine Themen sind. Und – ganz wichtig: dass ich damit alles andere als allein bin. Das war und ist immer wieder eine beklemmende wie gleichzeitig erleichternde Erfahrung. 

Essen für den Bauch im Venuss

Unser Bauch wird direkt im Anschluss im Venuss (dort ist alles vegan) verwöhnt. Ich bestelle einen 12-Komponenten-Salat und habe – ganz ehrlich – noch nie vorher jemanden gesehen, der liebevoller Gemüse auf einen Teller schichtet wie der Mensch hinter der Theke im Venuss.

So viel Leidenschaft und Präzision auf einem Haufen lassen das Essen direkt doppelt so gut schmecken.

Reanimated Bikes: Räder mit Geschichte

Auf dem Weg zu unserem nächsten Programmpunkt kommen wir im Volksgarten vorbei – und können uns nicht sattsehen an den vielen Blumen, den Rosenstöcken, die man mieten und einer bestimmen Person widmen kann, den Denkmälern und Monumenten, die überall herumstehen und für die Wiener*inenn vermutlich so alltäglich sind wie für mich als Fast-Münsteranerin die Lamberti-Kirche oder der Dom.

Angekommen bei den Reanimated Bikes, suchen wir uns in einer Mischung aus Testfahren-und-Informations-Nachmittag jeweils ein upgecyceltes Fahrrad aus, das uns für die nächsten Tage durch Wien transportieren soll.

Was machen die Menschen bei den Reanimated Bikes genau?

  • Reanimated Bikes gibt es seit 2010 in Wien.
  • Die Fahrräder werden auf den Straßen Wiens oder in Fahrradkellern aufgelesen und eingesammelt, wenn über das Abfallwirtschaftssystem der Stadt nach einer großzügigen Frist kommuniziert wird, dass die vormaligen Besitzer*innen offensichtlich kein Interesse mehr an dem Gefährt haben und es eigentlich nun den Gang zum Verschrotten auf dem Wertstoffhof antreten würde.
  • Die Räder werden nach der Ankunft in der Werkstatt bis auf das letzte Einzelteil auseinandergeschraubt und mit neuen Komponenten wieder zusammengesetzt.
  • Erhalten bleibt dabei meistens vor allem der Rahmen, der je nach Kund*innen-Wunsch neu eingefärbt werden kann. Das geschieht in einer eigens handgebauten Sandstrahlmaschine, in der der alte Lack entfernt wird. Anschließend wird eine Kunststoffbeschichtung aufgetragen, die hochwertiger als eine normale Lackierung ist und im ebenfalls selbstgebauten und geupcycelten Ofen (er besteht aus einem alten Bratrohr) eingebacken wird.
  • Die Räder werden sowohl verkauft als auch verliehen.
  • Ein Verkauf erfolgt mit voller Garantie eines Neurades und der Preis beginnt bei 690 Euro für eine Basis-Ausstattung. Je nach Wünschen der Kaufenden kann ein Rad bis zu 800 Euro kosten, die Ausstattung ist modular wählbar.
  • Es gibt 6 Mitarbeitende und 2 Geschäftsführer – und ein 100qm großes Lager (um das zu erreichen, muss man durch einen reichlich pompösen Durchgang laufen, der uns allen Instagram-worthy Material bescherte).

Bei Reanimated Bikes liegt der Fokus auf der Qualität anstatt auf der Quantität. In jedes geupcycelte Rad fließen extrem viele Stunden Handarbeit, was unter anderem auch den Preis erklärt, der immer wieder von den Mitarbeitenden gerechtfertigt werden muss. Dafür, sagt Richard (einer der beiden Geschäftsführer) uns, gibt es den vollen Service obendrauf und die Gewissheit, dass das Rad nicht unter fragwürdigen (sprich: unfairen und unökologischen) Gesichtspunkten produziert wurde und nach 100km auseinanderfällt (das sei die üblicherweise kalkulierte Nutzungszeit eines normalen Baumarkt-Fahrrades).

Im Gegensatz dazu werden die Fahrräder hier so gebaut, dass sie in der Regel ohne viel Aufwand repariert werden können – immer und immer wieder.

Und wir können bestätigen: Das Fahrgefühl, als wir in den nächsten Tagen durch Wien düsen, ist 1A und unterscheidet sich nicht von einem Neurad.

Abendessen im Deli Bluem

Der Tag klingt mit einem 3-Gänge-Menü der besonderen Art im Deli Bluem aus: Zwischen den einzelnen Gängen fragen wir uns in großer Runde, wo Wien als Stadt in Sachen Nachhaltigkeit generell eigentlich steht und wie das Deli Bluem als 100%-Bio-Restaurant im Speziellen.

Es gibt eine Präsentation inkl. Fragerunde, unter anderem von und mit Karin Büchl-Krammerstätter von der Umweltabteilung in Wien. Außerdem teilten Andrea Vaz-König (Deli Bluem) & Marianne und Elisabeth Kolarik (Kolariks Freizeitbetriebe) ihre Praxiserfahrungen bezüglich der Umstellung auf immer mehr pflanzliche Nahrungsmittel und es entspinnen sich gehaltvolle Diskussionen mit kritischen Impulsen und Inspirationen, die ich hier in der Ausführlichkeit nicht wiedergeben kann (unter anderem auch, weil ich ehrlich gesagt selber mit dem Informations-Overload überfordert bin).

Wir sprechen über gerechte Preise für alle (die naturgemäß nicht im niedrigsten Bereich liegen können, wenn alle davon profitieren sollen), über Lebensmittelmüll, über das Mehrweggebot auf großen öffentlichen Veranstaltungen, über die Philosophie vom Deli Bluem und die Kriterien (zureichend und unzureichend) von Güte-Siegeln, auch im Bio-Bereich.

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Und wir lernen die App Treeday kennen – einen Index für die Nachhaltigkeit von Unternehmen, in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur (BoKu).

Von einer Skala von 0 bis 100 werden hier mittlerweile rund 16.000 Unternehmen bewertet, anhand von einsehbaren Kriterien.

Nachhaltige Unternehmen gibt es nicht – nur unterschiedliche Wege in Richtung mehr Nachhaltigkeit.

Treeday geht von einem positiven Framing aus und fragt: Wie kann man das CO2, das nachhaltige Unternehmen einsparen, bildlich und nachvollziehbar darstellen?

Die verständliche Einheit sind Bäume bzw. die Leistung eines einzelnen Baumes: Pro Tag kann dieser rund 80g CO2 umwandeln. Und je nachdem, wie viel CO2 eingespart wird, werden virtuelle “Bäume gepflanzt”.

Tag 3: Gartenabenteuer, Radeln und Theater

Der dritte Tag in Wien beginnt sonnig und es lässt sich bereits morgens erahnen (als man nach der Dusche in seine Kleidung steigt und direkt wieder anfängt zu schwitzen), dass es sehr heiß werden wird.

Was weniger zu erahnen ist: dass wir den halben Tag unter der prallen Sonne verbringen werden. (Einer der Gründe, weshalb ich mit einer gesunden Sommerbräune aus Österreichs Hauptstadt zurückgekehrt bin, die mich in den Verdacht gebracht hat, einen spontanen Abstecher nach Spanien gemacht zu haben in der Zwischenzeit.)

Gemüse in der Stadt: City Farm

Unser erster Ausflug an diesem Tag führt uns – zusammen mit Justine (Justine kept calm and went vegan) zu der City Farm, einer gartenpädagogischen Einrichtung für das Erfahren der Gemüsevielfalt, mitten in Wien am Augarten gelegen.

Wir bringen Garten ins Leben! (City Farm)

Die City Farm wurde vor 7 Jahren ehrenamtlich eröffnet, um den Stadtmenschen, die sich so sehr von Gärtnern und Landwirtschaft entfernt haben, Gemüseanbau und die Herkunft ihrer Lebensmittel wieder nahe zu bringen.

Durch den frisch neu eröffneten Garten (die City Farm musste kürzlich umziehen) führt uns Wolfgang.

Der ist eigentlich Gemüseforscher und berät Firmen zum nachhaltigen Anbau von Gemüse. Dieser ist nämlich in Zeiten der Hypertechnisierung auch und gerade im Agrarsektor alles andere als selbstverständlich – daher haben Wolfgang und sein Team es sich zum Ziel gesetzt, sich wieder mehr auf die natürlicheren Strategien, mit Obst und Gemüse umzugehen, zu besinnen und dieses Wissen an ihre Mitmenschen weiterzugeben.

Wolfgang führt uns das exemplarisch am Beispiel der Tomaten vor.

(Die heißen in Österreich übrigens “Paradeiser” – eine der vielen Vokabeln, die ich im kurzen Wien-Aufenthalt erfragen musste, um überhaupt zu verstehen, worum ein Gespräch sich gerade dreht. Generell war die kurze Reise eine wahre Fundgrube für sprachaffine Menschen wie mich – kulminiert ist das Ganze dann im Theaterstück am Abend, aber dazu gleich mehr.) 

Die City Farm ist besonders stolz auf das größte Hochbeet für Tomatenpflanzen in ganz Österreich: rund 100 Tomatensorten tummeln sich auf einer vergleichsweise kleinen Fläche, die sich an der rechten Seite des Gemüsefeldes entlangzieht.

Einige der Früchte sind bereits leicht orange-rötlich gefärbt und Wolfgang erklärt uns: Die Forschungen der City Farm haben ergeben, dass die aufwändige Klimatisierung von Tomatenpflanzen, wie sie in der konventionellen Landwirtschaft geschieht, in den meisten Fällen reine Energieverschwendung sei.

Denn: Viele Tomatensorten hielten auch Temperaturen um die -2°C aus. Auch, wenn manchmal der obere Teil der Pflanze absterbe, sei es für den Wurzelteil (auf den es ja beim Ziehen ankommt) im Boden auch dann in der Regel immer noch warm genug, um erfolgreich auszutreiben und im Sommer Früchte tragen zu können.

Sowas steht in den allermeisten Lehrbüchern nicht drin – dort wird das Wärmen der Pflanzen auf 20°C empfohlen, wochenlang. Für Wolfgang und sein Team mittlerweile völlig überflüssig.

Sie haben mit der Hilfe von organischer Wärme aus Dünger bereits im Februar die ersten Tomaten gepflanzt – und im Mai ernten können, ganz ohne Gewächshaus und Heizung.

Wir wollen die Rückkehr zu einer neuen Einfachheit.” (Wolfgang von der City Farm)

Die Besinnung auf eine Landwirtschaft mit weniger High Tech, das ist eines der Kernanliegen bei der City Farm. Das bedeutet nicht, und das differenziert Wolfgang beim Rundgang auch ganz ausdrücklich, dass man sich nostalgisch-verklärend der Vergangenheit zuwende und das Gestern romantisiere. Sondern, dass aus dem Früher das, was für das Heute in den gegebenen Umständen am besten funktioniert, mitgenommen wird. Und meistens ist das eben auch das Nachhaltigste.

Im Laufe des Vormittags, der uns alle in Schweiß badet, sammeln wir säckeweise wertvoller Informationen über das Gärtnern und sind immer wieder erstaunt darüber, was wir alles nicht wissen.

Zum Beispiel ist Bio-Dünger in erster Linie Futter für die Bakterien im Boden und erst in zweiter Linie Nährstoff für die Pflanze. Sie nimmt dann am Ende die Umwandlungsprodukte der Bakterien auf, nicht den Dünger als solchen. Richtig guten Biodünger kann man auch für Kübelpflanzen auf dem Balkon mit einer Mischung aus 1/3 echter Gartenerde / Mutterboden + 1/3 Kompost-Erde und 1/3 Erde aus dem Gartencenter erhalten.

Die City Farm richtet sich mit ihrem Bildungs-und-Erlebnis-Angebot auch explizit an Kinder: Gartenerlebnistouren, wie wir sie gerade unternehmen, und Workshops gibt es nicht nur für Erwachsene, sondern auch für die Heranwachsenden. Kinder können im Garten ihren Geburtstag feiern und Schulklassen erhalten eigene Gemüsebeete, die sie mit der Hilfe von der City Farm bepflanzen und pflegen können. Es gibt ein Sommerferienprogramm und das Junior-City-Farming-Jahresprogramm.

Damit die Kinder zum Beispiel lernen, dass es keinen Mozzarella-Strauch gibt (alles laut Wolfgang schon vorgekommen).

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Foto-Credit: Franzi Schädel

Wir verkaufen das Erlebnis. (Wolfgang / City Farm)

Und weil das so ist, dürfen wir nicht nur zuhören, sondern den Garten und (so ziemlich) alles, was da wächst, auch mit allen Sinnen erfahren: Wir futtern uns durch die Blüten der Taglilie, die roten Beeren des Erdbeerspinats, frischen Bohnen (nein, in der Form und Menge nicht giftig), Mutterkraut (die alte Heilpflanze ist als Tee aufgebrüht übrigens prima gegen Kopfschmerzen) und streichen über frischen Salat, Borretsch und reife Auberginen. Wir probieren Kräuter und nehmen (vielleicht zum ersten Mal seit einer sehr langen Zeit) bewusst wahr, was es für unterschiedliche Geschmacksnuancen geben kann und was für ein erfrischend reichhaltiges Gefühl Kräuter auslösen können.

Im Laufe des Vormittags steigt unsere Achtung vor Lebensmitteln (die auch vorher schon riesig war) exponentiell an.

Ein besonderes Highlight ist das Öklo, eine umweltfreundliche Dixie-Klo-Variante, die es mittlerweile auch auf immer mehr Festivals zu sehen und benutzen gibt. Einige von uns haben sie direkt ausprobiert und für gut, weil deutlich weniger kompliziert als gedacht, befunden.

Let’s have food, again: Rita bringt’s

Am Mittag sind wir der Menge des Inputs entsprechend hungrig und freuen uns auf den Lieferservice von Rita bringt’s – Wiens erstem vegetarischen  100%-Bio-Lieferservice.

Vor dem Augarten sitzen wir im Kreis auf einer Wiese und entspannen, bis das Essen per Lastenrad zu uns geliefert wird.

Es gibt Falafel mit Hummus, Salat, Kräuterstrudel, Joghurt mit Beeren, überbackenes Brot, Energy Balls und viel Schorle zum Abkühlen. Leider scheint es im Vorfeld ein Missverständnis gegeben zu haben, sodass wenige der Gerichte vegan sind – für mich ist das okay, weil ich gerade ohnehin nicht so hungrig bin, trotzdem finde ich es ein wenig schade, dass jetzt viele tierische Produkte verarbeitet wurden, obwohl das eigentlich nicht hätte sein müssen.

Aber das ist mehr als menschlich und weil die Menge ohnehin zu viel für uns ist, verschenken wir ein paar Nachtische an eine Frau mit Kind, die neben uns auf einer Parkbank sitzt und nehmen uns vor, Wolfgang auch mit ausreichend Essen zu versorgen.

Für wesentlich mehr Gesprächsstoff sorgt die Verpackung der Gerichte beziehungsweise der Fakt, dass alles einzeln eingepackt ist. Und auch, wenn es sich um Zuckerrohr, recycelten Karton und Biokunststoff handelt, ist das ja sehr viel Einwegmüll, der anfällt beim einmaligen Bestellen (abgesehen davon, dass Biokunststoff nicht perfekt umweltfreundlich ist, aber das ist im Endeffekt nur das Material, das gar nicht erst verbraucht wird).

Das tut uns ein wenig in der Seele weh und führt direkt zu einer Meta-Diskussion darüber, ob wir nicht auch alle eigentlich andauernd das Haar in der Öko-Suppe suchen oder ob diese Form der Kritik lediglich konstruktive Anregung ist.

Über Instagram melden wir unsere Überlegungen Rita Bringt’s zurück und erhalten folgende Antwort:

Die Sache mit der Verpackung hätten wir anders lösen können. Ich habe irgendwie damit gerechnet, dass ihr gleich weiterzieht und deshalb einzelne Portionen angenommen. Für Caterings bzw. Buffets für mehrere Gäste arbeiten wir da natürlich müllbefreiter.

Festzuhalten bleibt: Verurteilen ist leicht, aber wir stecken im Endeffekt nicht drin in dem Betrieb und können anerkennen, dass bei Rita Bringt’s beispielsweise schon verdammt viel ziemlich gut gemacht wird. Und bevor die Menschen auf den normalen Pizza-Lieferservice zurückgreifen müssen, weil keine ökologische Alternative da ist…

Die Donauinsel und das beste Eis der Welt

Eigentlich sind wir jetzt schon total platt. Aber eingeplant war unter anderem ein Radausflug mit unseren fancy Rädern von Reanimated Bikes. Zur Donau-Insel soll es gehen und nach einigem Hin und Her entschließe ich mich, mitzuradeln.

Ich ziehe extra ein langes Shirt an, weil ich noch eine relativ frische Tätowierung auf dem Arm habe, schwitze mich die nächsten gefühlten 2 Stunden zu Tode in der Sommersonne Wiens und werde mit einem wunderbaren Rundumschlag der Vielfältigkeit dieser Stadt belohnt.

Und dem besten Eis, das ich jemals gegessen habe. 

Nachdem wir die Donauinsel umrundet haben und ein Gefühl für das Flair bekommen haben, das irgendwo zwischen gediegen und freiheitsliebend changiert, halten wir spontan beim veganista – dieser berühmten Eisdiele, vor allem in pflanzenbasiert-essenden Kreisen, die ihrem Ruf absolut gerecht wird, wie ich beim ersten Probieren von Heidelbeer-Lavendel und Himbeere (göttlich große Kugeln!) auf meiner Waffel feststelle.

Niemals hat ein Eis so gut geschmeckt wie nach dieser Fahrradtour.

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Food, food, it’s all about food: Tian Bistro

Gleich vorweg: Als wir uns kurz vor der Vorstellung im Volkstheater beim Tian Bistro niederlassen, weiß ich spätestens, als für jeden Gang eine spezielle Weinsorte angepriesen wird, dass das hier nur der absolute Gaumenschmaus werden kann.

(Einwurf an dieser Stelle: Ich trinke wenig, weil ich auch ohne Alkohol sehr viel Spaß haben kann – aber wenn ich eine Spirituose liebe, dann ist es Wein. Absolut unwissend und bauerntölpisch so ziemlich jede Sorte, auch wenn ich davon nicht viel vertrage.) 

Und was dann aufgetischt wird, ist eigentlich nur als Lebensmittel-Poesie zu beschreiben.

Das beginnt bei den kreativen (und sehr langen) Namen für die Gerichte, geht über die präzis-liebevolle Schichtung der einzelnen Komponenten auf den Tellern und reicht hin bis zu ausgeklügelten Geschmacks-Kompositionen, die nichts weniger als ein Feuerwerk aus Aaaah! und Mmmmh! und wohlig-genießendem Augenschließen nach dem anderen nach sich ziehen.

Wir glauben an das Gute, doch wir kämpfen für das Beste. (Tian Bistro)

Was uns allen besonders positiv auffällt (ich weiß aber nicht, ob das Usus ist): Die Gerichte werden auf zusätzlichen Tellern in die Mitte des Tisches gestellt – ganz wie man das normalerweise nur mit Vorspeisen-Platten macht -, sodass zum einen weniger übrig bleibt, weil sich alle das Vorhandene aufteilen können und das Essen zum anderen sehr ausdrücklich zu der sozialen Angelegenheit wird, die es eigentlich ist.

(Übrigens gibt es ein Tian Bistro auch in München. Falls jemand in der Nähe wohnt: Unbedingt ausprobieren, es lohnt sich wirklich sehr, sehr, sehr.)

Das gibt Theater!

Nach einem etwas überstürzten Aufbruch vom Abendessen (wir sind eigentlich immer zu spät dran, weil wir so gerne und so viel trödeln), sitzen wir gerade noch rechtzeitig 5 Minuten nach Vorstellungsbeginn im Volkstheater in Wien und schauen uns König Ottokars Glück und Ende von Grillparzer an.

Das Stück habe ich bis dato weder gesehen noch gelesen und muss – auch bedingt durch die vielen ungewohnten Dialekte, die einen wesentlichen Teil des Komik-Strangs ausmachen, in der ersten Viertelstunde erstmal herausfinden, um was es überhaupt genau geht und was das Stück mir sagen will.

Mit Letzterem bin ich immer noch beschäftigt. So viel habe ich begriffen: Es geht um Verrat, Alt und Neu, Zeiten, die sich ändern, Tradition und Aufbruch, Macht und nicht zuletzt eben um Sprache und die österreichische Identität.

Deswegen bin ich sehr froh, dass das Stück im Programm enthalten ist: In den 2 Stunden habe ich mehr über österreichische Geschichte und aktuelle Diskurse gelernt, als ich in der Zeit aus jedem Geschichtsbuch hätte erfahren können.

(Was wir problematisch fanden, war der Einsatz eines Pferdes auf der Bühne. Das Tier schien zwar nicht panisch zu sein, machte aber einen einigermaßen sedierten Eindruck und über die ganze Zeit des Auftritts lief ihm Speichel aus dem Maul. Das hat mich doch sehr mitgenommen. Generell denke ich, dass Tiere heutzutage nicht mehr so eingesetzt werden müssen und man diese Stelle auch mittels kreativer Ideen anders hätte gestalten können. Maria vom Boutiquehotel Stadthalle wollte wegen genau dieses Details eigentlich auch ein anderes Stück buchen, aber das ging dann leider aus organisatorischen Gründen nicht mehr. Ich bin sehr beeindruckt, dass daran gedacht wurde.) 

Tag 4: Nachhaltige Stadtführung und Freizeit

Der nächste Tag beginnt in der Früh mit einer nachhaltigen Stadtführung durch ein paar grüne Spots in Wien, ausgerichtet von Sabrina von Ich mach’ es anders.

Wir schauen bei Lieber Ohne vorbei, einem der mittlerweile sechs Unverpacktläden Wiens (in diesem Artikel bei Wasteland Rebel sind alle aufgelistet) vorbei und dürfen auch einen Blick ins Lager werfen – wo uns nicht nur Papier-, sondern eben auch Plastikverpackungen begegnen.

Denn hier ist die Kommunikation sehr wichtig: Längst nicht alle Lebensmittel können auch in die Läden vollkommen nachhaltig verpackt angeliefert werden. Das hängt mit Faktoren wie den Zulieferern, dem Gewicht, und Lebensmittelschutz zusammen, die alle individuell sind und von Seiten der Konsumierenden bitte nicht zu vorschnellen Schlüssen verleiten dürfen.

Auf den weiteren Stationen kommen wir kurz an The Art of Raw vorbei, die Nahrungsergänzungsmittel aus alten Heilpilzen anbieten, bei amour fou (hier gibt es nachhaltige Unterwäsche und Swimwear), bevor wir dann in der Saint-Charles-Apotheke landen, in deren wunderschöner Atmosphäre wir viel mehr Zeit als geplant verbringen – unter anderem, weil alles so schön und spannend ausschaut.

Saint Charles setzt mit seiner eigenen Produktlinie nicht nur auf Natürlichkeit und Bio, sondern folgt der Lehre der Traditionellen Europäischen Medizin: Die Kräuter, die uns umgeben, kann man als Heilmittel verarbeiten, sie in der Kosmetik einsetzen oder aber essen. (Saint Charles)

Seit 1886 gibt es an dieser Stelle nach eigenen Angaben schon eine Apotheke, die seit 2006 Saint Charles heißt und mittlerweile in der 6. Generation geführt wird.

Und naja…es gibt dort wirklich alles, was das naturkosmetische bzw. natürliche-Kosmetik-Herz begehrt. Ein besonders beliebtes Produkt ist das Hygiene-Spray, eine Art natürliches Desinfektionsmittel, das wir auch als Probe von der Apotheke mitbekommen haben und genau wie die meisten anderen Produkte wunderbar natürlich-kräutrig duftet.

Mir fällt auf, dass viele Produkte in Glas verpackt sind, einige aber auch in Plastik. Ich frage nach: Warum? Die Antwort: Mittlerweile besteht das Sortiment zu 90% aus Glas-Verpackungen, die recycelt und geupcycelt werden können. Einige Plastikverpackungen sind aber vor allem im Bereich der Duschpflege erhalten gebliebene. Der einzige Grund, teilt man mir mit, ist der Bruchschutz in der Dusche. Vor allem bei Familien sei das Thema, aber auch bei Hotels, die Saint Charles beliefert – dort ist bruchsichere Verpackung sogar Pflicht. Die Hotels bekommen allerdings große Kanister, die immer wieder befüllt werden. Auch die eigenen Packungen für den Individualbedarf kann man in der Apotheke immer wieder nachfüllen lassen.

Saint Charles bietet, gewissermaßen als Komplettpaket, zusätzlich zur Apotheke und der entsprechenden Beratung, komplementärmedizinische Angebote: Es gibt außerdem den Naturkosmetikshop (Saint Charles Cosmothecary), das Kosmetikstudio (Saint Charles Hideaway), das Zentrum für Wohlbefinden (Saint Charles Complementary), und die natürliche Küche von Saint Charles Alimentary und das Refugium in Prigglitz.

Es geht weiter durch Wien: Wir statten dem Eine-Welt-Laden einen Besuch ab, laufen weiter zum Second-Hand-Store Zweitkleid, verbringen im Anschluss an die Tour einen Nachmittag bei We Bandits (dort kaufen wir fast alle dieselbe Hose), und laufen in kleineren Gruppen in Eigenregie durch Wien (in einem nicht-100%-Fair-Fashion-Store verliebe ich mich schockartig in eine Bluse eines japanischen Labels und tüte auch diese ein, obwohl das eigentlich nicht geplant war / #unperfektperfekt).

Zu Mittag essen wir irgendwann dazwischen im Wrenkh, wo ich einen unfassbar guten Steirischen Salat und einen Chia-Pudding bekomme. (Überhaupt esse ich in Wien sehr gesund. Nur ein bisschen zu viel.)

Kochen im Rudel: Kochworkshop in der Hollerei

Abends steht schon wieder reichliches Futtern auf dem Plan – mit dem Unterschied, dass wir dieses Mal selber kochen bzw. in der Galerie der Hollerei beim Zubereiten helfen (viele Schritte wurden uns ehrlich gesagt schon abgenommen).

Die Hollerei war das erste vegetarische Restaurant in Wien und bei unserem Workshop kochen wir mit überwiegend regionalen Zutaten und vegan und glutunfrei.

Es gibt Hummus und Falafel als Vorspeise, dann eine Quinoa & Gyros Bowl (das Gyros besteht aus Erbsenprotein) als Hauptgang und als Dessert Süße Sushi-Rollen oder Maki, die uns alle besonders begeistert haben. Ich meine: Crêpes mit Früchten und Schokolade! 

Wunderbare Kimonorahs und Ausklang

In der Hollerei besucht uns Norah von Valle ō Valle, die wir schon im Deli Bluem kennengelernt und ihren Kimonorah im Kollektiv staunend bewundert hatten.

Als sich dann herausstellte, dass das sogar ihre eigene Arbeit war, gab es kein Halten mehr: Wir löcherten, wollten alles wissen – und vor allem auch so einen schönen Allrounder, fair und möglichst nachhaltig in Wien produziert, unser Eigen nennen.

Norah pfeift übrigens auf konventionelle Kleidergrößen – viel zu einengend und körperreduzierend – und verkauft ihre Kimonorahs in Size (kürzer und etwas fitted geschnitten) und Drama (sehr lang und sehr dramatisch weit geschnitten). Finden wir alle absolut großartig!

Norah schleppt also the höchst eco way die wertvollen Teile quer durch Wien zu uns in die Hollerei-Galerie, wo wir eine spontane Modenschau abhalten und uns nach mehr oder weniger langem Hin- und Herprobieren (es passt einer besser und sieht schöner aus als der andere) für eines der Stücke entscheiden.

(Ich habe den Swan Lake Kimonorah erworben und ihn für die nächsten drei Tage nicht mehr ausgezogen.)  

Und dann geht es am nächsten Tag nach dem Frühstück und einer schnellen Selfie-Runde (denn irgendwie waren wir Öko-Blogger alle überhaupt nicht Selfie-affin in den letzten Tagen, sondern immer auf das konzentriert, was sich vor unseren Augen abspielte – und auf die anderen Menschen) für mich schon wieder gen Heimat: 10,5 Stunden mit dem Zug standen wieder an und auch diese Fahrt hat – ich spoilerte – wunderbar und reibungslos funktioniert.

Die tolle Zeit in Wien mit tollsten Menschen, spannenden Begegnungen und Aktivitäten sowie inspirierenden Diskussionen wird mir noch lange nachhallen. Da gibt es viel zu verarbeiten.

Und ach! Wien, wie schön du bist! 

Ich komme wieder, das ist sowas von sicher. 


Ich danke dem Boutiquehotel Stadthalle für das ausgezeichnete Event, das sicherlich unser aller Erwartungen mehr als übertroffen hat und für die schöne, herzerwärmende Zeit in Wien. Es war absolut großartig. 


P.S.: Ich entschuldige mich, falls die Seite etwas langsam lädt – das sind die 12.000 Bilder, die ich unbedingt mit euch teilen musste und zwar schon komprimiert habe, aber in Summe dennoch viel Ladezeit verschlingen.

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

KOMMENTARE

Liebe Jenny,
vielen Dank für den wunderbaren Artikel. Ich habe diese Woche meine Reise nach Wien gebucht – von Hamburg nach Wien und zurück im Nachtzug. Ich bin ganz glücklich, dass es diese Möglichkeit gibt. Den Artikel habe ich meiner Wiener Freundin weitergeleitet und wir werden auf deinen Spuren ein anderes Wien entdecken. Vor allem Veganista und die Café- und Restauranttipps haben es mir angetan.

Danke und liebe Grüße aus Hamburg,

Kirstin

Liebe Kristin,
ich freue mich, dass der Artikel dir gefallen und ein bisschen Inspiration geliefert hat. 🙂
Der Nachtzug nach Wien ist natürlich auch eine tolle Gelegenheit – das habe ich noch nicht ausprobiert, steht aber auf jeden Fall noch auf meiner Liste.
Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Erkunden von Wien – es lohnt sich, die Stadt ist wirklich unfassbar bezaubernd. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Hach Wien, ich liebe es einfach! So schön, dass die Stadt dich auch begeistern konnte. Ich hab ja 6 Jahre dort verbracht und trauere meiner Zeit dort immernoch hinterher. Ich liebe übrigens auch das Frühstück im Augustin, bei jedem Wien Besuch Pflicht – genau wie Veganista und Eis Greissler 🙂 Tian fand ich auch supergut. Und das Boutique-Hotel Stadthalle schaue ich mir morgen persönlich an!
Liebe Grüße,
Ela

Liebe Ela,
Wien ist wirklich absolut traumhaft – ich habe mich sofort verliebt und werde ganz sicher immer mal wieder dorthin zurückkommen. 🙂
Ich kann total verstehen, dass man dann immer ein bisschen viel Heimweh nach dort hat, wenn man so lange in so einer schönen Stadt wohnen durfte.
Schade, dass wir uns so knapp verpasst haben – ich hätte mich gefreut, dich zu sehen! Aber vielleicht und wahrscheinlich klappt es ja bald wieder, das wäre großartig.
Ich hoffe, du hast eine tolle Zeit in Wien (gehabt, mittlerweile bist du wahrscheinlich schon wieder zurück)! 🙂

Liebe Grüße an dich!
Jenni