Gesunde Blaubeer-Muffins

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25. Juli 2016

Blaubeer-Muffins sind eine Muffingattung, die immer und überall gut ankommt.

Es gibt wahrscheinlich fast niemanden, der keine Blaubeer-Muffins mag (zumindest ist mir niemand bekannt). Und falls es doch jemanden gibt, dann liegt die Abneigung der Person gegen diese wunderschönen Produkte der süßen Küche wahrscheinlich am ehesten darin begründet, dass er oder sie keine Blaubeeren mag.

Für die kleinen Küchlein, die man aus ihnen herstellen kann, gibt es eine riesige Bandbreite an Rezepten. Man kann Muffins mit und ohne Streusel, mit mehr oder weniger Blaubeeren, mit und ohne Zucker, mit und ohne Mehl, mit Nüssen, ohne Nüsse, mit und ohne Zimt, mit anderen Beeren, mit Banane, mit Kakao, mit Vanille…und so weiter. Die Inspirationsflut ist unendlich.

Und wisst ihr was? Das ist genau richtig so.

Ich liebe es, wenn es zu einem Rezept gefühlt 100.000 verschiedene Abwandlungen gibt und die eine immer ein klein bisschen anders ist als die vorherige – sei es, dass die Zutatenliste um ein Lebensmittel ergänzt oder reduziert wurde, sei es, dass sich in der Zubereitungsart etwas verändert hat. So kann sich jeder und jede immer das Rezept heraussuchen, das ihm oder ihr gerade am besten für die eigenen Bedürfnisse erscheint.

Und damit wir dem Rezepte-Dschungel die Blaubeer-Muffins betreffend noch ein weiteres Rezept-Exemplar hinzufügen können, habe ich hier noch eines für euch.

Als ich vor ein paar Tagen mit meiner Familie (ich war auf Kurzbesuch bei Mama) über den Markt ging und die für mich ersten Blaubeeren des Jahres kaufte, wusste ich sofort, dass ich damit backen wollte – nein; musste.

Zunächst dachte ich dabei an einen wunderbaren Blaubeer-Kuchen. Ich bin ganz vernarrt in Kuchen (das habt ihr sicherlich schon bemerkt, oder?) und die Idee eines zartlila Kreises, gefüllt mit Cashew-Creme, war für mich einigermaßen verlockend. Ich hatte mir im Kopf schon das Rezept in groben Zügen zusammengeschustert, als Mr. Grünzeug mir einen Strich durch die Rechnung machte.

Dazu müsst ihr wissen: Mr. Grünzeug hat nicht unerheblichen Anteil daran, was hier auf dem Blog eigentlich so an Rezepten landet. Genauer gesagt: Er entwickelt immer größeren Anteil daran.

Mr. Grünzeug hat also mittlerweile teil an der Rezepteentwicklung, an der Themenfindung für viele verschiedene Beiträge, die es hier auf dem Blog gibt (und geben wird) und steuert immer mehr viele kreative und spannende Ideen bei. Die Reise, die vor etwa einem Jahr mit der Entscheidung, vegan zu leben, begann, ist nun zu einem gemeinsamen Herzensprojekt von uns beiden geworden. In dieses Projekt hat sich nun seit einiger Zeit auch die Ambition, möglichst müllvermeidend zu leben, integriert und wir motivieren und inspirieren uns in dieser Beziehung stets gegenseitig. Das ist ein wunderbares Gefühl, sage ich euch!

Zum Thema zurück: Ich teilte Mr. Grünzeug also ganz euphorisch meinen Blaubeerkuchen-Plan mit, als er meinte:

“Ach was, Blaubeerkuchen – mach’ doch Muffins draus! Du hast schon so lange keine Muffins mehr gemacht und mit Blaubeeren werden sie ganz fantastisch! Und weißt du, wie du das machst? Du machst einen Basis-Muffin-Teig, dann gibt es einen Blaubeer-Kern innnen drin und obendrauf eine Marmeladenschicht aus Blaubeeren! So machst du das, das wird gut, glaub’ mir!”

Nun denn – so wurden die Muffins dann auch. Ihr könnt bereits aus diesem Gesprächsausschnitt erahnen, wie viel Inspiration in Mr. Grünzeugs Köpfchen versteckt ist – obwohl er es nicht zugeben möchte, wohnen in seinen Gehirnwindungen mindestens so viele Ideen wie in den meinen. Und zusammen – ach! – was gibt das an Inspirationsfeuerwerken, wenn wir beide so richtig in Fahrt kommen!

Blaubeer-Muffins8

Rezept

(für 8 Muffins)

Zutaten

Für den Muffin-Teig:

  • 1 Handvoll Kokosflocken
  • 1 Tasse Wasser
  • 6 EL Dattelmus (selbstgemacht)
  • 1 Vanilleschote
  • 2 TL Kokosöl, flüssig
  • 3 TL Weinsteinbackpulver
  • 1 ½ Tassen Dinkelvollkornmehl
  • ca. 40 Blaubeeren

Für die Blaubeer-Marmelade:

  • 4 EL Blaubeeren
  • 1 EL Dattelmus
  • ½ TL Xanthan

Zubereitung

Der Muffin-Teig:

  • Heizt euren Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vor.
  • Gebt die Kokosflocken zusammen mit dem Wasser in den Mixer und mixt alles so lange, bis ihr weißliche Kokosmilch erhalten habt.
  • Gebt die Kokosmilch nun in eine Schüssel und fügt das aus der Vanilleschote gekratzte Mark, das Kokosöl und das Dattelmus hinzu und verrührt alles zu einer homogenen Flüssigkeit.
  • Fügt nun das Backpulver und das Mehl hinzu und rührt beides gut unter, bis ihr einen glatten Muffinteig erhalten habt.
  • Stellt eure Förmchen bereit oder fettet eure Form mit etwas Kokosöl aus und gebt jeweils 1 gehäuften EL des Muffinsteiges in jede Form.
  • Setzt nun in jeden Muffin 5-6 Blaubeeren in die Mitte.
  • Gebt wieder jeweils 1 großzügigen EL des Muffinteiges über das Blaubeer-Nest und schaut, dass der Teig die Beeren gut bedeckt.
  • Setzt eure Blaubeer-Muffins nun auf die mittlere Schiene eures vorgeheizten Backofens und lasst sie dort für die nächsten 20 Minuten backen.
  • Nehmt sie heraus, lasst sie kurz abkühlen, stürzt sie aus der Form und lasst sie nochmals 5-10 Minuten auskühlen.

Die Blaubeer-Marmelade:

  • Gebt alle Zutaten für die Marmelade in den Mixer und mixt alles gut durch, bis eine streichfähige Blaubeer-Paste entstanden ist.
  • Wenn die Muffins ausgekühlt sind, streicht ihr die Marmelade gleichmäßig auf die kleinen Küchlein.
  • Jetzt könnt ihr die Muffins mit ein paar Kokosflocken und ein paar übrig gebliebenen Blaubeeren dekorieren – und genießen!

Mr. Grünzeug ist ganz hin und weg von seiner genialen Idee und meiner sachgemäßen Ausführung derselben. Schon kurz, nachdem die Muffins aus dem Ofen geholt und mit ihrer Marmeladen-Schicht versehen waren, hat er sich auf das erste Probeexemplar gestürzt. (Warm schmecken sie natürlich am allerallerbesten!) Und abends hat er nochmals drei oder vier Stück (so genau habe ich dann nicht mehr mitzählen können) von ihnen gefuttert.

Das Gute daran ist, dass das auch gar kein Problem ist – denn die Muffins liegen absolut nicht schwer im Magen – auch wenn ihr prächtiges Äußeres das vermuten ließe. Doch hier versteckt sich keine Kalorienbombe, sondern ein gesunder Snack – oder ein schnelles Frühstück, denn ich kann mir gut vorstellen, diese kleinen Küchlein als ausgewogenen, aber trotzdem gaumenschmeichelnden Start in den Tag zu genießen.

(Vielleicht solltet ihr für eine langfristig gute Linie doch nicht so viele auf einmal essen – aber Ausnahmen darf man sich sehr gerne erlauben – und ich muss zugeben, dass diese Muffins sehr dazu einladen, Ausnahmen zu machen.)

Blaubeer-Muffins

Die Muffins schmecken nicht zu süß und bekommen durch den fruchtigen Kern in ihrer Mitte genau das richtige Maß an Frische ab, um eine leckere Sommernascherei sein zu können.

Die Kokosflocken runden den Geschmack zusammen mit der Blaubeer-Marmelade als Topping wunderbar ab und geben einen Hauch Exotik mit.

Auf diese gesunde Form der Marmeladenherstellung bin ich übrigens ganz besonders stolz – so wenig Zucker, so viel Frucht und minimaler Anteil an Verdickungsmittel (und dann auch noch ein 100% natürliches)!

Ich glaube, ich habe hier mit diesem Rezept mein neues Grundlagenrezept für Marmeladenherstellung gefunden – jedenfalls für die Herstellung solcher, die sich nicht allzu lange halten muss.

Ob sich das Ganze bewährt, wenn es in ausgekochte Gläser für die längere Lagerung gefüllt wird, muss sich noch herausstellen – aber auf’s Brot schmeckt dieser Fruchtaufstrich, den ihr natürlich mit jeder beliebigen anderen Frucht variieren könnt, ebenfalls ganz wunderbar!

JENNI MARR
Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.
KOMMENTARE

Liebe Jenni,

die sehen einfach ganz zauberhaft aus und wir sind sicher, sie schmecken auch gut. Kommt auf jeden Fall auf unsere Liste von Dingen, die wir gern ausprobieren wollen. Hab einen schönen Abend!
Liebe Grüße
die BrokkoliBastards

Liebe Jenni,
vielen Dank für dieses Tolle rezept. Ich habe es heute ausprobiert und es hat wunderbar geschmeckt! die mach ich auf jeden fall bald nochmal! 🙂 <3

Liebe Mattia!
Ich danke dir für deine lieben Worte – toll, dass die muffins dir so gut geschmeckt haben, dass sie jetzt einen dauerhaften Platz in der Nachbackliste haben, das freut mich riesig! 🙂
Liebe Grüße
Jenni

Hallo Jenni, oh Deine Blaubeer-Muffins sehen so köstlich aus – und ich gebe dir vollkommen Recht: es kann gar nicht genügend Muffin-Rezept geben hihi 😉
Blaubeeren gehören sowieso zu meinen Lieblings-Beeren! Danke für das Rezept 🙂
LG,
Sharon

Liebe Sharon!
Danke dir für deine lieben Worte – ich sehe das ganz genauso wie du und weine auch schon ein wenig der Blaubeer-Saison hinterher… 😉

Ich hoffe, du hast Freude damit und wünsche dir einen schönen Tag!

Liebe Grüße
Jenni

Ach liebe Jenni, das klingt einfach nur köstlich! Und gesund noch dazu, what!! Am liebsten würd ich gleich loslegen; aber dazu hab ich leider nicht alles da. Geht statt Weinsteinbackpulver auch “normales”? Und ich würde vielleicht einfach Pflaumenmarmelade nehmen, die hätte ich noch hier 🙂 Njammm, danke jedenfalls für die leckere Inspiration!

Alles Liebe
Corinna
http://www.kissenundkarma.de

PS. gerade läuft bei mir ein auf dem Blog Gewinnspiel mit einigen schönen Produkten – vielleicht magst du ja auch teilnehmen? 🙂

Liebe Corinna!
Wie erfrischend, dass du so von dem Rezept begeistert bist – toll, das freut mich wirklich! 🙂
Natürlich kannst du anstelle von Weinsteinbackpulver auch das normale verwenden. Ich nutze Weinstein allerdings, weil es nicht gestreckt und frei von Phosphaten ist – das ist bei konventionellem Backpulver anderes, das hat eine deutlich geringere Qualitätsstufe.
Wenn du bereits fertige Marmelade da hast, ist das natürlich superpraktisch und du kannst dir diesen Arbeitsschritt auch noch sparen – umso schneller sind die kleinen Küchlein fertig! 😉
Ich wünsche dir viel Spaß beim Nachbacken und bei dir schaue ich gleich einmal vorbei!

Liebe Grüße
Jenni

Tolles Rezept! Tolle Zutaten! Ich liebe deinen Blog <3
Wofür sind die Kokosflocken? Könnte ich sie weglassen oder ersetzen (womit?)?

Liebe Sarah!
Ui, danke dir ganz herzlich – das freut mich wirklich sehr! 🙂
Die Kokosflocken benötigst du, um die Kokosmilch für den Teig herzustellen. Sie sind im Prinzip grobe Kokosraspel (du kannst sie auf den Muffins als Topping sehen) – daher kannst du sie auch durch Raspel ersetzen. Vielleicht musst du da die Menge etwas anpassen, damit du eine Milch mit hohem Kokosanteil erhältst. Alternativ kannst du natürlich auch Kokosmilch aus der Dose nehmen (das wäre dann aber nicht mehr Zero Waste 😉 ), die Dose dann allerdings vorher einmal gut schütteln, denn für das Rezept benötigst du dünne Kokosmilch und manchmal hast du an der Oberfläche nur den Kokosabsatz und nicht die “richtige” Milch.

Zurück zu den Kokosflocken: Falls du nicht gerade mit einem Unverpackt-Laden in deiner Nähe gesegnet bist, bekommst du sie auch im Rossmann in Bioqualität (von enerBio) oder natürlich im Reformhaus zu kaufen – sie sind auch gar nicht so teuer.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Wow, tolles Rezept, liebe Jenni. Freut mich, dass Mr. Grünzeug und du so tolle Rezepte entwickelt – hört mir ja nicht auf damit, eure Inspirationen sind Gold wert. 🙂
Das Rezept klingt ganz herrlich, das werde ich sicherlich auch mal probieren. 🙂

Liebste Grüße
Cosima

http://www.ricemilkmaid.de

Liebe Cosima!
Das sind aber wunderbar liebe Worte – ich danke dir ganz herzlich dafür! 🙂
Wir bleiben auf jeden Fall dran, versprochen!
Ich freue mich, dass dir die Muffins gefallen und bin gespannt, ob und wann du sie nachbacken wirst. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

So einen Freund wie Herrn Grünzeug kann man sich ja echt nur wünschen! Inspiration und Unterstützung – besser geht es nicht. Und eure Kreation sieht einfach nur himmlisch aus. Blaubeeren sind einfach klasse, Muffins sind toller Kuchen und überhaupt! 🙂
Dein Marmeladenrezept werde ich mir auch merken – denn sooo viel Zucker, wie in normaler Marmelade ist, verdirbt mir dann meist die Lust auf diesen Brotaufstrich 😉

Liebe Grüße

Liebe Tabea!
Ja, da hast du wahrscheinlich recht – ich bin auch sehr glücklich darüber, ihn gefunden zu haben. 😉
Wir inspirieren uns immer wieder gegenseitig und das ist ein so tolles Gefühl!
Schön, dass du Blaubeeren auch so gerne magst wie wir – und im Kuchen sind sie natürlich unschlagbar.
Deine Skepsis gegenüber konventioneller Marmelade kann ich sehr gut nachvollziehen – das ist auch genau der Grund, weshalb wir sie hier schon lange nicht mehr im Haus haben – und ich bin sehr erleichtert, endlich ein gesundes Pendant dafür gefunden zu haben. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Bettina!

Ich danke dir! 🙂
Die Muffins sind wirklich sehr, sehr lecker und ich kann sie dir wärmstens ans Herz legen.

Liebe Grüße
Jenni