Ich lasse es bewusst langsamer angehen dieser Tage und brauche manchmal für eine Angelegenheit, die ich mir vorgenommen hatte, Stunden (oder Tage, je nachdem). Es kann sein, dass ich am nächsten oder übernächsten Tag vor Energie strotze und eine To-Do nach der nächsten abarbeite, es ist ein ständiges Auf und Ab derzeit, mit Tendenz zum Auf, ich schrieb ja schon mehrfach darüber.

So kommt es, dass die Osterzeit so schnell herangerückt ist, dass ich sie im Tagesgeschäft und vor dem Hintergrund der aktuellen Situation nicht kommen gehört habe – und Ende letzter Woche ein wenig schockiert über diesen Umstand war. Dass sich dieses Fest, dass ich nur aus Tradition und nicht aus religiösen Gründen feiere, wie vermutlich viele, mehr oder weniger spurlos vorbeischleichen würde, damit habe ich für mein ganzes Leben bisher nicht gerechnet gehabt. Aber wir erleben ja derzeit viele erste Male, im Guten wie weniger Guten.

Ostern ist nun dementsprechend auch durch, ohne, dass ich in der Lage gewesen wäre, mich einigermaßen vorzubereiten (weder mit passenden Rezepten / DIYs oder anderen Anregungen auf dem Blog noch im Privatleben) und ohne, dass die sonst übliche leichte Festlichkeitsfreude vorhanden gewesen wäre. Ohne ritualisierten Rahmen hängen wir in der Luft, dennoch habe ich versucht, das Beste aus den Feiertagen zu machen und viel gelesen, mich in den Weiten von Social Media und den Wäldern in der Umgebung verloren.

Und ich habe das Rezept für den Schoko-Nuss-Zopf, an dem ich seit einer Weile arbeite, finalisiert – ein schönes Gefühl. Vor allem, wenn der Zopf frisch aus dem Ofen kommt, die Schokolade innen noch warm ist und alles wunderbar duftet.



Dieser Schoko-Nuss-Zopf (den ich bewusst nicht Babka nenne, weil ich mich zu wenig in der kulinarischen Kultur auskenne und nicht einen Begriff für mich und eine Idee claimen möchte, der vielleicht gar nicht das Richtige bezeichnet) kommt ohne Hefe aus.

Natürlich kann man ihn auch mit einem ganz normalen Hefeteig zubereiten, aber ich habe auf den aktuellen Umstand Rücksicht genommen, dass Hefe im Moment nicht so einfach zu bekommen ist – bei Backpulver habe ich diese Erfahrung bisher nur eingeschränkt gemacht und daher für den Schoko-Nuss-Zopf hierauf zurückgegriffen.

Das hat auch den Vorteil, dass ihr den Zopf auch bequem und mit einer höheren Gelinggarantie backen könnt, als das unter Umständen mit Hefe der Fall wäre (dort kann trotz genauer Anleitung doch hier und da etwas mehr schiefgehen).



Und da ich wenig mehr liebe als die Kombination aus Schokolade und Nuss (außer vielleicht eine mit Mohn), erinnert die Füllung des Zopfs ein bisschen an die berühmte Schokoladencreme (hier gibt es übrigens eine Rezept für selbstgemachten Schoko-Aufstrich – einmal ganz normal und einmal ohne Nüsse): Haselnüsse, Schokotropfen, Kakao und Marzipan – eine Zusammenstellung, mit der ich mir vom Frühstücksporridge bis hin zu eben solchen Backwaren wie dem Schoko-Nuss-Zopf so ziemlich alles sehr lecker vorstellen kann.

Das Rezept

für einen Schoko-Nuss-Zopf (eine Kastenform) 

Zutaten

Für den Teig: 

  • 250g Dinkelmehl, Type 1050
  • 50g Rohrohrzucker
  • 1 Prise Salz
  • 130g Hafermilch (= 130ml, aber ich wiege aktuell Flüssigkeiten in Ermangelung eines Messbechers ab)
  • 100g Haselnussmus (ich nehme das von Rapunzel)
  • 100g Haselnüsse
  • 1 EL Weinstein-Backpulver

Für die Füllung: 

  • 150g Haselnüsse
  • 50g Rohrohrzucker
  • 40g Kakao, schwach entölt (gibt’s im Bioladen)
  • 1 TL Zimt
  • 50g Haselnussmus
  • 100g Hafermilch
  • 100g Zartbitter-Schokodrops
  • 100g Marzipan

Für die Glasur: 

  • 60g Puderzucker
  • 2-3 EL Zitronensaft (oder Wasser)


Zubereitung:

Der Teig: 

  • Gebt die Haselnüsse in den Mixer und vermixt sie zu grobem Haselnussmehl.
  • Vermengt alle trockenen Zutaten in einer großen Rührschüssel.
  • Gebt nun die Hafermilch und das Haselnussmus hinzu.
  • Verknetet alles zu einem zusammenhängenden, leicht feuchten Teig.
  • Rollt ihn auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Oval oder Rechteck aus und macht euch daran, die Füllung zuzubereiten.

Die Füllung: 

  • Hier passiert dasselbe wie beim Teig vorhin: Gebt die Haselnüsse in den Mixer und zermahlt sie zu grobem Mehl.
  • Vermengt anschließend alle trockenen Zutaten in einer Rührschüssel miteinander.
  • Flockt das Marzipan hinein.
  • Gebt nun die Hafermilch und das Haselnussmus hinzu und vermengt alles zu einem kompakten, steichfähigen Schokomasse.

Formen, Backen und Glasieren 

  • Heizt euren Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vor.
  • Bestreicht den vorbereiteten Teig mit der Füllung.
  • Rollt alles von der langen Seite her auf.
  • Schneidet die dicke Rolle längs in zwei gleich dünne Rollen (also: einmal von oben nach unten schneiden).
  • Legt beide neuen Stränge nun mit der Füllung nach oben vor euch und verdreht sie einander (einfach umeinander schlingen). Das muss nicht perfekt symmetrisch werden, wenn es am Ende gebacken ist, schaut es in der Regel von ganz allein wunderschön aus.
  • Fettet eine Kastenform und gebt den vorbereiteten Zopf hinein (das ist wichtig, damit er in Form bleibt und nicht auseinandergeht beim Backen).
  • Gebt den Schoko-Nuss-Zopf nun auf die mittlere Schiene eures vorgeheizten Ofens und lasst ihn für die nächsten 25-30 Minuten backen. Er ist fertig, wenn er an der Oberfläche leicht golden geworden ist.
  • Lasst euren Schoko-Nuss-Zopf etwas auskühlen.
  • Jetzt noch den Puderzucker sieben, mit dem Zitronensaft vermengen und auf dem fertigen Zopf verteilen – und es ist vollbracht!


Keine Angst: Ich merke gerade, dass sich das Rezept aufgeschrieben doch sehr lang liest – aber es ist im Prinzip nur ein zweimaliges Ineinanderrühren aller Zutaten und dann ein kurzes Formen, den Rest macht der Backofen. (Und glaubt mir, im Teig-ästhetisch-Formen bin ich irgendwo auf dem Noviz*innen-Level angesiedelt – es ist also wirklich sehr einfach.)

Und oh! ist der fertige Schoko-Nuss-Zopf gut! Wenn er warm ist, möchte man gar nicht aufhören mit dem Essen, daher ist es vielleicht eine gute Idee, ihn zumindest kurz auskühlen zu lassen.

Das Marzipan trägt dazu bei, dass der Zopf eine gewisse leichte Feuchtigkeit behält, aber er kann auch ohne Marzipan gebacken werden (dann wird er in den nächsten 1-2 Tagen ein wenig trockener werden als die Version mit Marzipan).

Die Glasur aus Puderzucker und Zitronensaft schafft meiner Ansicht nach den perfekten Kontrast zu den doch eher schweren Aromen von Nuss und Schokolade, kann aber natürlich auch wunderbar durch Kuvertüre ersetzt werden.

Eines steht aber jetzt schon fest, nachdem ich ihn ein paar Mal zubereitet und immer weiter optimiert habe (das hier ist also das Endergebnis): Der Schoko-Nuss-Zopf wird ab jetzt in schöner Regelmäßigkeit den Weg auf den Frühstücks-/Kaffee- und Brunchtisch finden und er hat das Potenzial, zu einem absoluten Lieblingskuchen zu avancieren. 

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

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