Spätsommerliche Zwetschgen-Tartelettes

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11. September 2016

Zwetschgen-Tartelettes – meine persönliche diesjährige kleine Ode an den Spätsommer. Jedes Jahr warte ich gespannt auf das Erscheinen der ersten kleinen lila Früchte auf dem Markt oder beim Gemüsehändler. Und dann wird gehamsterkauft.

Ich glaube aber, das Loblied, das ich auf die kleinen, zartsauren Spätsommer-und-Frühherbst-Ankünder singen könnte, würde in leichter Abwandlung auf so ziemlich jede Obstsorte passen.

Mittlerweile bin ich furchtbar obstverrückt – und wenn man mich lassen würde, äße ich den ganzen Tag nichts anderes. Obst im Rohformat, in grobe Stücke geschnitten, hat es mir dabei besonders angetan – ob zum Frühstück, als Snack zwischendurch, zum Mittag oder Abendbrot, vollkommen egal. Was früher mein Pudding (ja, auch zu vegetarischen Zeiten noch – ich fiel in die berühmt-berüchtigte Sparte der Pudding-Vegetarier) oder meine Schokolade waren, das ist heute mein Obst. So schnell, wie ich einen Kühlschrank voller Obstvorräte leergefuttert habe, kann ich manchmal selbst kaum schauen.

Nicht, dass ich etwas gegen Gemüse hätte – ganz im Gegenteil: Auch das lerne ich mehr und mehr zu schätzen. Und je genauer ich darauf achte, wo meine gekauften Schätze herkommen, desto wertvoller scheinen sie mir und ich kann mich über Dinge an ihnen freuen, die mir früher niemals aufgefallen wären. Ein besonders schönes Blatt zum Beispiel kann mich in spontanen Freudentaumel versetzen. Oder eine wunderhübsch-unregelmäßige Erdbeere. Und eben eine knall-lila Zwetschge. Oder am besten gleich ein ganzes Dutzend davon.

Zwetschgen-Tartelettes

So leuchteten meine Augen denn auch direkt auf, als ich beim wöchtenlichen Obst- und Gemüseeinkauf endlich die ersten Boten des Spätsommers entdeckte – und sofort taumelten Marmeladen-Einkoch-Bilder vor meinem inneren Auge herum, roch ich schon fast den zart-zimtigen Duft und hörte das Ploppen der Weckgläser beim baldigen Aufmachen des neu eingekochten Kompotts. (Den wir dann in der Regel verschenken, weil wir ihn selbst kaum auffuttern. Aber das Zubereiten liebe ich jedes Mal.)

Aber ich wusste zunächst Folgendes: Nämlich, dass ich unbedingt wieder einmal mit ihnen backen wollte – der typische Zwetschgen-Kuchen geisterte mir mindestens schon seit drei Wochen im Kopfe herum und ich wartete eigentlich nur auf die passende Gelegenheit, ihn endlich in die Tat umzusetzen.

Wozu es nach dem ersten Zwetschgenkauf des Jahres natürlich nicht kam. Stattdessen habe ich mich gewissermaßen selbst dabei beobachtet, wie langsam, aber sicher kleine Zwetschgen-Tartelettes unter meinen Händen ihre Form annahmen. Kennt ihr das? Eine Idee jagt die nächste – und am Ende kommt bei einem unkoordinierten Backprozess immer etwas anderes heraus als ihr geplant habt? So geht es mir eigentlich fast immer – und ich sollte mich mental auch schon darauf eingestellt haben – aber ich glaube, an solche Macken gewöhnt man sich selbt nie so wirklich.

Zwetschgen-Tartelettes

Was mich besonders fasziniert hat: So ein ähnliches Rezept habe ich ganz in den Anfängen meines Blogs schon einmal veröffentlicht – scheinbar lässt meine Begeisterung für Zwetschgen-Tartelettes im Allgemeinen auch mit den Jahren nicht nach. Denn nun ist es etwas mehr als ein Jahr her, dass dieses kleine Herzensprojekt hier startete (und ja, das wird noch angemessen gefeiert, keine Sorge!) – und gerade an diesen beiden Rezepten lässt sich der Fortschritt, der zwischendurch stattgefunden hat, wunderbar ablesen. Wer also einmal schauen möchte, wie alles hier angefangen hat, sehe sich einmal das Rezept für die Tartelettes mit Amaranth an (ich war, ganz ehrlich, kurz davor, es wieder zu löschen, weil mich die Bilder so beschämen – aber dann dachte ich, dass man ja doch noch so Einiges daraus lernen kann und ließ es, wo es war).

Nun habe ich mich im Laufe der Zeit offensichtlich in einigen Punkten doch einigermaßen weiterentwickelt und so ist auch das neue Rezept für eben jene Zwetschgen-Tartelettes ein wenig anders als seine Vorgänger-Variante. Unter anderem gibt es keinen Teigdeckel mehr, sodass man die Früchte in all’ ihrer Pracht sehen kann. Doch auch an der Rezeptur an sich ist Einiges verändert worden – und ich finde sie wesentlich besser als die vorherige (Mr. Grünzeug ist übrigens ganz derselben Auffassung und empfielt die neuen Zwetschgen-Tartelettes auf das Wärmste).

Das Rezept

(für 4 Tartelettes)

Ihr braucht:

Für den Teig:

  • 2 Tassen Dinkelvollkornmehl
  • 1 Prise Meersalz
  • 1 TL Rosmarin, getrocknet
  • 2 TL Zimt
  • 5 EL Dattelmus (selbstgemacht)
  • 2 EL Wasser, kalt

Für die Kompott-Füllung:

  • 5 Zwetschgen
  • Saft 1 Limette
  • 1 EL Dattelmus
  • ½ TL Zimt
  • 1 TL Pfeilwurzelmehl oder ein anderes Stärkemehl

Für den Belag:

  • 7-10 Zwetschgen

So geht’s:

Der Teig:

  • Heizt euren Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vor.
  • Gebt zunächst alle trockenen Zutaten in eine große Rührschüssel und vermengt sie miteinander.
  • Fügt nun das Dattelmus und das Wasser hinzu und verknetet alles zu einem leicht feuchten, aber glatten Teig.
  • Fettet eure Tartelette-Formen ein und teilt den Teig in 4 gleich große Teile.
  • Gebt den Teig in die Formen und zieht einen Rand hoch, bis die Tartelette-Form jeweils voll ausgefüllt ist.
  • Gebt die Tartelette-Böden nun auf die mittlere Schiene eures vorgeheizten Backofens und lasst sie für die nächsten 10 Minuten anbacken. Nach dem Herausnehmen den Ofen nicht abschalten – ihr braucht ihn gleich noch einmal!

Die Kompott-Füllung:

  • Schneidet die Zwetschgen in kleine bis mittelgroße Stücke und gebt sie zusammen mit den anderen Zutaten (außerdem Pfeilwurzelmehl!) in einen kleinen Topf.
  • Bringt alles einmal unter Rühren zum Kochen und dreht anschließend die Hitze herunter. Lasst die Mischung für ungefähr 5-7 Minuten köcheln, bis die Früchte ihren Saft abgegeben haben und ihr einen schön dünnflüssigen Kompott hergestellt habt.
  • Fügt nun das Pfeilwurzelmehl hinzu und rührt es gut unter.
  • Köchelt die Masse unter ständigem Rühren noch 1-2 Minuten weiter, bis sie geleeartig eingedickt ist.
  • Verteilt den Zwetschgen-Kompott nun auf den Tartelette-Böden (pro Boden ungefähr 1-1,5 EL).

Der Belag:

  • Viertelt die Zwetschgen und ordnet sie kreisförmig am Rand der Tartelette-Formen an, sodass sie einen hübschen Kontrast zur Füllung geben.
  • Gebt abschließend noch einmal alles für weitere 10 Minuten in den vorgeheizten Backofen und lasst die Zwetschgen-Tartelettes fertig backen.
  • Am besten noch warm genießen!

Zwetschgen-Tartelettes

Nach dem Herausholen aus dem Ofen zieht wieder jener so schöne Duft durch die Küche, den wahrscheinlich jeder und jede von uns so liebt und der an schöne Kindheitsstunden erinnert. Zimtig, pflaumig-zwetschgig, zum Träumen, diese Komponente.

Glücklicherweise ist die Quelle dieses Duftes auch schnell ausgemacht – und hält im Geschmack das Versprechen, das in ihrem Wohlgeruch angekündigt wurde. Der Teig ist schön dünn und wird durch das Backen leicht knusprig, der Kompott ist schön fruchtig-frisch, mit leicht säuerlicher Note der Limette und die leicht angedünsteten Zwetschgen am Rand machen die Saftigkeit des Tartelettes aus. Kleine Küchlein, wie sie nur die Spätjahresküche hervorbringen kann.

Perfekt, um gegen mieses Spätsommer-Herbst-Wetter gewappnet zu sein!

JENNI MARR
Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.
KOMMENTARE

Hallo Jenni.

Das schaut unglaublich lecker aus! 😉
Nun ist die Erntesaison fast vorbei.
Bist du auch so traurig?
LG Esther

Liebe Esther!

Es freut mich sehr, dass die Tartelettes dir optisch schon mal so zusagen! 🙂
Ja, ich muss gestehen, dass ich schon ziemlich traurig bin – aber ich freue mich auch wiederum auf die Apfelzeit. Und die Kastanien-Zeit! Morgen gehen wir das erste Mal dieses Jahr sammeln, das wird fein! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Stephanie!

Ich danke dir herzlich und freuem ich, dass dir die Tartelettes gefallen! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,
deine Tartelettes sehen köstlich aus! Danke für das tolle Rezept für diesen Monat. 🙂

Liebe Grüße
Nadine

Liebe Nadine!

Ich danke dir für deine lieben Worte und freue mich, dass die Tartelettes dir gefallen! Es hat mich gefreut, sie zum Event einzureichen. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Ohh das klingt so lecker !
Die muss ich unbedingt mal ausprobieren 🙂

Liebste Grüße
Mai von SPARKLEANDSAND.com

Liebe Mai!

Das freut mich beides sehr! Ich bin gespannt, wie sie dir schmecken werden, die kleinen Tartelettes! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Hier hier hier 🙂
Einmal zu mir bitte <3

Liebe Grüße,
Vivi <3
vanillaholica.com

Liebe Vivi!

Ich beame dir ein Tartelette herüber in deinen Urlaub – und hoffe, es kommt heil an. 😉

Liebe Grüße
Jenni

muss ich nachbacken. unbedingt. noch diese woche.
😉

Hallo Ulli!

Das freut mich – ich bin gespannt, wie die Tartelettes dir gefallen werden! 🙂
Hab’ viel Spaß beim Backen!

Liebe Grüße
Jenni

Hach, liebe Jenni, mir der Obstverrücktheit geht es mir nicht anders! Das Obst zählt mit zu meinen Gründen, den Sommer zu vergöttern 😉
Zwetschgen liebe ich ebenfalls – allerdings nur solange sie noch etwas knackig sind und nicht weich. Leider reifen die an unseren Bäumen aber immer viel zu schnell und wir kommen gar nicht mit dem Verbrauch hinterher. Würdest du in der Nähe wohnen, dürftest du dir jetzt also eimerweise diese Dinge bei uns pflücken, wenn du wolltest.

Die Tartelettes sehen einfach nur himmlisch aus – und sind auch gleich so viel handlicher als ein Zwetschgenkuchen. Wobei ich insgeheim trotzdem hoffe, dass meine Mutter ihren Hefekuchen mit einer Decke aus Zwetschgen dieses Jahr ein Mal zaubert und mir ein Stückchen abgibt 😉

Alte Posts würde ich übrigens nie löschen – dafür finde ich es viel zu schön, den Fortschritt zu verfolgen!

Liebe Grüße

Liebe Tabea!

Da haben wir aber genau dieselbe Liebe frischem Obst gegenüber – und wenn ich in eurer Nähe wohnen würde, wäre ich im 7. Himmel, glaube ich. So viele gute Zwetschgen – was man daraus alles machen kann! 🙂

Ja, Tartelettes mögen wir hier auch sehr gerne – eben, weil sie so handlich sind und auch sehr praktisch sind, wenn Besuch ansteht. Richtigen Zwetschgenkuchen muss ich übrigens auch noch backen – so mit Streuseln und so. Das lasse ich mir natürlich nicht entgehen! 😉

P.S.: Es freut mich, dass du bezüglich alter Artikel ebenso denkst wie ich. Ich glaube auch, dass der Weiterentwicklungsaspekt ein ganz wichtiger ist.

Liebe Grüße
Jenni

Mhh die Tartlettes habe ich schon auf Instagram bewundert, sie sehen so lecker aus. Deine Zutatenliste liest sich natürlich wie immer toll, deswegen mag ich deine Rezepte auch so. Tartlettes habe ich noch nicht gebacken, dafür ist bei mir heute ein Zwetschgenkuchen-Rezept online gegangen;)
Liebe Grüsse,
Krisi

Liebe Krisi!

Es freut mich, dass dir die Tartelettes so gut gefallen – und natürlich, dass dir mein Rezeptstil insgesamt so zusagt! 🙂
Deinen Zwetschgenkuchen habe ich mir natürlich gleich angeschaut und bin ganz begeistert! Ich muss dieses Jahr auch unbedingt noch Zwetschgenkuchen backen – also so einen richtigen. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Elena!

Ich danke dir – das sind sie auch, versprochen! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

[…] Für dieses Rezept gibt es mittlerweile eine aktualisierte Variante, die noch besser ist als diese hier! Dieses Rezept ist lediglich zu Anschauungszwecken und zur […]