Anfang bis Mitte April war es schon wieder so warm, dass meine arg klimaempfindlichen Synapsen schon den nächsten Rekordsommer am Horizont aufziehen sahen – ein weiterer möglicher Vorbote auf das, was uns unter Umständen noch blühen könnte. 

Damit bin ich nicht alleine, könnte aber natürlich auch falsch liegen. Das weiß derzeit niemand so genau. Wie sich die Sache mit den Temperaturen regelt – sowohl dieses als auch in den nächsten 50 Jahren – ist wohl (leider?) eine Antwort, die nur die Zeit geben kann. Die Prognosen sehen allerdings nicht so gut aus – wenn wir nicht allerspätestens jetzt das Ruder herum- und uns am Riemen reißen

Manchmal fällt es mir schwer, trotz dieser ganzen Nachrichten, die sich wie eine apokalyptische Horrorgeschichte oder das Intro des nächsten großen Katastrophen-Blockbuster-Dings lesen, noch optimistisch den alltäglichen Verrichtungen des Lebens nachzugehen.

Ein anderer Teil – der trotzige, den ich aus meiner Kindheit in mein Fast-Erwachsenengehirn gerettet habe – verschränkt die Arme vor der Brust, legt die Stirn in Falten und schreit Nein. Jetzt erst recht. Und statt mich im Supermarkt vor dem Süßigkeitenregal auf dem Boden zu schmeißen, habe ich mich im vergangenen Jahr aus meiner Komfortzone direkt auf mehrere Demos und in Situationen geworfen, um die ich vor einiger Zeit noch einen riesigen Bogen gemacht hätte. Die mich zwar anstrengen – aber verdammt noch mal: Jetzt erst recht. 

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Ich hadere mit dem ganzen persönlichen Shizzle, mit dem auch andere hadern und die das Erbe, die Konflikte und Hoffnungen und Wünsche der Millenial-Generation darstellen.

Und im Laufe der letzten Monate ist mir klar geworden: Privates Engagement ist wichtig. Welches Gemüse ich wo kaufe. Mit welcher Kleidung ich meine Haut bedecke. Welche Kosmetik ich zum Pflegen und Schminken nutze. Mit welchen Mitteln ich putze. Diese ganzen kleinen Dinge, die zusammengenommen und von vielen umgesetzt so viel bewegen können. 

Mir ist aber auch klar geworden: Wenn es da aufhört, mache ich es mir in meiner Situation ganz schön einfach.

Gesegnet mit der Geburt in einem der reichsten Länder der Welt, einem gesunden Körper und der Möglichkeit, mir Wissen und noch mehr Wissen pausenlos anzueignen – wäre es schon fast ein Sakrileg, sich nicht zu engagieren. Nicht auf die Straße zu gehen. Seine Stimme nicht einzusetzen. Sich nicht zu connecten, zu inspirieren, gerade auch, was eine politische Meinung, gefolgt vom Engagement, angeht.

Und ich sehe: Da passiert gerade ganz viel, ich bin nicht die Einzige mit ihren Unsicherheiten (da weiß ich doch gar nicht so genau bescheid, wie kann ich denn dazu jetzt was sagen?), den Zweifeln (will doch eh’ keiner hören!) und der Angst (das reicht doch einfach alles nicht, wir sind viel zu langsam). Da passiert was, es könnte was Großes sein und werden, so ganz pathetisch gesprochen, wenn wir alle dranbleiben. 

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Was das alles mit einer Spinat-Minz-Suppe zu tun hat? 

Da kommen wir dann wieder zurück zum Alltag: Irgendwo muss man doch wieder im Kleinen anfangen. Zum Beispiel mit gutem pflanzlichem Essen und Zutaten, die mehrheitlich direkt aus der Biokiste stammen. Und die Energie nach vielem Lesen und Diskutieren und Gedankenwälzen wieder auffüllen. 

Zutaten

(für 2 Portionen)

  • 4 Handvoll Spinat (das sind ungefähr 7 Stränge / Bund)
  • 3 kleine Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 400ml Kokosmilch (1 Dose)
  • 6 Zweige Minze, frisch
  • 2 EL Olivenöl
  • 100g Räuchertofu (ich liebe den Black Forest Tofu von Taifun)
  • Paprikagewürz, süß
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Schnittlauch

Zubereitung

  • Die Zwiebeln und die Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Eine halbe Zwiebel beiseite legen, die brauchen wir gleich für die Deko. 
  • Den Spinat waschen und in Stücke zupfen. Beiseite stellen. 
  • Die Minze waschen und die Blätter von den Stielen zupfen. 
  • Das Olivenöl in einen Topf geben und die Zwiebel- und Knoblauchstückchen darin zusammen mit den Minz-Stielen anbraten, bis die Zwiebeln schön glasig geworden sind. 
  • Bei Bedarf schon einmal kurz mit Salz und Pfeffer abwürzen.
  • Jetzt das Ganze mit der Kokosmilch ablöschen, gut verrühren und kurz aufkochen lassen. 
  • Den Spinat und die Minze hinzugeben und noch einmal kurz köcheln lassen. 
  • Dann entweder mit dem Pürierstab oder einer komplizierten Umfüll-und-wieder-Zurückfüll-Aktion in den Mixer die Suppe kurz pürieren (ich mag es gerne, wenn noch ein paar Stückchen enthalten und die Masse nicht so fein wird, aber das ist ja Geschmackssache). 
  • Die Suppe am Schluss noch einmal kurz aufkochen lassen und ein letztes Mal abwürzen.
  • Die zur Seite gelegte Zwiebel und den Räuchertofu in kleine Stückchen schneiden.
  • In Schalen füllen und mit den Zwiebel- und Tofu-Stücken sowie etwas Pfeffer und Paprikagewürz und etwas Schnittlauch sowie Minzblättern verzieren. 
  • Fertig! 

Ich finde: Suppen essen wir viel zu wenig. Also, gefühlt – bei mir jedenfalls. Wenn ich nach einem langen Tag meinen Rücken in eine halbwegs menschlich-natürliche Position bringe (sprich: vom Schreibtisch aufstehe), in die Küche wanke (wenn ich im Homeoffice war) oder mich auf dem Heimweg begebe – dann habe ich entweder das Bedürfnis nach RichtigwasimBauch oder gar nichts. 

Dabei ist Suppe so ein wärmend-schmeichelndes Zwischending, perfekt geeignet zum Runterkommen. Fast wie eine Tasse Tee oder Kakao. Es sollte öfter Suppen geben. Vor allem, weil sie ja doch ziemlich schnell gehen.

Linsensuppe wäre auch so ein Kandidat für diese Tage dazwischen, die irgendwie nasskalt und dann doch wieder sonnenscheinig-wohlwarm sind. Und wenn sie dann da sind, diese Sonnentage mit sonnengereiften Früchten – dann wird es endlich wieder Zeit für Tomatensuppe. Was freue ich mich da schon drauf! Eine weitere Liebe könnte Süßkartoffelsuppe werden, aber dazu vielleicht bald mehr. 

Was wunderbar zu Suppen jeglicher Art passt: selbstgemachtes Fladenbot. Das geht wahlweise mit oder ohne Gehzeit und ist herrlich unkompliziert. Eine Alternative: Dinkel-Tahin-Brot (das auch mit Erdnussmus ein Traum ist). 

Falls also jemand fragen sollte in den nächsten Tagen: Ich bin Suppe löffeln und von einer Ökowende träumen die Ökowende planen. 

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

KOMMENTARE

Liebe Jenny, das klingt richtig lecker! Auch die Fladenbrote sehen megaaaa aus! Ich hoffe einfach täglich, dass es in die richtige Richtung geht, wenn Themen wie Klimawandel und Fleischkonsum immer öfter im Mainstream ankommen und hinterfragt werden. Auch wenn es meiner Meinung nach natürlich noch immer noch zu langsam geht! Liebe Grüße *thea

Liebe Thea,
ich danke dir für die lieben Worte! Die Fladenbrote sind tatsächlich ein oft gesehener Gast auf dem Abendbrotstisch, weil sie so schön schnell gemacht sind. 🙂
Ich bin da auf jeden Fall bei dir: Wenn man nicht daran glaubt, dass die Dinge sich zum Positiven verändern und so langsam alles in die Masse durchsickert, hat man wenig Anreiz, selbst immer weiterzumachen. Es macht immerhin Hoffnung, dass Nachhaltigkeit und alles, was damit zusammenhängt, mittlerweile so offensiv in den Medien diskutiert wird. Auch wenn entsprechende politische Konsequenzen wirklich noch auf sich warten lassen….

Liebe Grüße an dich!
Jenni

Hey Jenny, mal wieder ein äußerst verlockendes Rezept. Ich bin schon immer eine begeisterte Köchin, vorzugsweise mit viel Gemüse. In letzter Zeit haben Du und einige vegane Bloggerkollegen meinen Reptfundus aber noch mal erweitert und ich hab noch mehr Spaß in der Küche. Dafür vielen lieben Dank!
Katharina

Liebe Katharina,
ich danke dir für deine schöne Rückmeldung und freue mich, dass ich und andere Menschen dir ein bisschen pflanzliche Koch-Inspiration mitgeben können – genau dafür ist das hier ja gedacht und es ist toll, wenn es einen Zweck erfüllt. 🙂
Liebe Grüße und viel Freude weiterhin beim Ausprobieren und Futtern!
Jenni