Okay, vielleicht hat sie sich verschrieben. Oder die Fotos falsch zugeordnet. Fehler passieren. – Nein. Das ist wirklich Vanillepudding, nicht die Schoko-Variante. Vanillepudding ohne Ei und sonstige tierische Produkte, aber dennoch mehr als schmackhaft. Nur eben leider eher braun und nicht gelblich.

Das liegt zum einen wahrscheinlich am fehlenden Ei, zum anderen am Kokosblütenzucker und zum dritten an Bildstil und -bearbeitung (in echt schaut der Pudding hellbraun aus, nicht so schokoladig wie hier).

Vanille ist trotzdem ganz viel drin, weshalb dieses Rezept nicht unbedingt zu den günstigsten in meinem Repertoire, wohl aber zu den einfachsten, zählt.

Es ist ein Gewürz, das zurecht hochgelobt wird und dank eines sparsamen Einsatzes bei uns in der Küche immer etwas Besonderes bleibt. Wir lieben das Handtieren mit ihr – und zumindest ich freue mich schon wieder auf die dunklere, stimmungsvolle Herbstzeit.

Denn gerade in den kühleren Monaten kommen vermehrt kleine und größere Schüsseln mit warmem, seelenfütternden Inhalt auf den Tisch, deren Inhalte ohne Vanille nur halb so wohlig schmeckend wären. (Dasselbe gilt übrigens – in noch höherem Maße – für Zimt.)

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Warmer Vanillepudding gehört zu diesen wohligen Gerichten, die wie eine warme Umarmung wirken. Wenn die Tage grauer sind als der Himmel draußen, der Kreislauf nicht in Gang kommen will und die Stimmung erst recht nicht und alles irgendwie doof ist – dann ist eine kleine Schüssel (oder auch eine große oder einfach mehrere Portionen) genau das Richtige, um den Nachmittag zu retten. Und den Abend gleich mit.

Man holt sich den längst vergangenen Geist von Oma und Mama, die fleißig rührend am Herd stehen und dem herrlichen Duft von Vanille zurück. Und vielleicht ist das eine ganz besondere Sache – dieses Selberrühren und -kochen, dieses Spüren, dass man sich selbst etwas Gutes tun und auf sich achten kann.

Zutaten

(für 2-3 Portionen)

  • 600ml Hafermilch
  • 50g Kokosblütenzucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Rosenwasser (optional)
  • 5g Vanille, gemahlen
  • 50g Speisestärke (Maisstärke)

Für die Johannisbeer-Soße:

  • 200g Johannisbeeren
  • 4 EL Wasser
  • 1 EL Kokosblütenzucker
  • 1/2 TL Zimt

Zubereitung

Der Vanille-Pudding

  • Gebt die Hafermilch (kalt!) in einen mittelgroßen Topf und rührt die Maisstärke gleichmäßig unter. (Ruhig ein paar Minuten gut durchrühren, damit sich auch die letzten Klümpchen auflösen.)
  • Fügt nun die die restlichen Zutaten hinzu und rührt alles gut um.
  • Kocht nun die Mischung unter ständigem Rühren auf und dreht anschließend die Hitze herunter.
  • Lasst den Pudding nun für 5-10 Minuten weiterköcheln, bis er langsam, aber sicher andickt. Dabei ständig weiterrühren, damit nichts anbrennt.
  • Jetzt ist der Pudding auch schon fertig und ihr könnt ihn beiseite stellen und euch um die Johannisbeer-Soße kümmern.

Die Johannisbeer-Soße

  • Die Soße ist denkbar einfach hergestellt (genauso wie der Pudding selbst): Gebt alle Zutaten in einen kleinen Topf und vermengt sie miteinander.
  • Kocht alles kurz auf und dreht dann die Hitze ab.
  • Lasst alles ein paar Minuten weiterköcheln und drückt mit einer Gabel oder einen Löffel die weichen Beeren auseinander, damit der Saft austreten kann.
  • Nun könnt ihr schon servieren – rührt den Vanillepudding noch einmal kurz um, falls er angefangen haben sollte, zu erkalten, und füllt ihn in kleine Schälchen. Toppt ihn mit der Johannisbeer-Soße und nach Bedarf mit ein paar frischen Johannisbeeren und einigen Blättern Minze.
  • Warm genießen!

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Den Pudding mache ich in einigen Abwandlungen immer mal wieder, aber ich habe mir bisher nie das Rezept notiert gehabt. Bis ich realisierte, dass das ein toller Allrounder für fast jede Gelegenheit ist: Für spontanen (oder nicht so spontanen) Besuch, für erwähnte doofe Tage, zum besonderen Frühstück am Wochenende oder einfach so für zwischendurch.

Denn am Ende braucht man sicherlich keinen gekauften Pudding aus der Tüte – der (zumindest in Bioqualität) ohnehin dieselben Zutaten beinhaltet, dafür aber irgendwie trotzdem nie ganz so gut schmeckt wie der, den man selbst gemacht hat.

Das Rosenwasser ist übrigens keine obligatorische Zutat – aber falls ihr die Möglichkeit habt, an ein kleines Fläschchen heranzukommen (achtet unbedingt auf gute Qualität, da wird gerne mal gepanscht!), lohnt es sich sehr – nicht nur für Pudding, sondern auch für andere süße Gerichte. Rosenwasser verleiht das gewisse Etwas, eine leichte, raffinierte Geschmacksnote, die vor allem zu Vanille besonders gut passt, finde ich.

Zunächst habe ich darüber nachgedacht, den Pudding – um dem Namen und der Farbe, die man mit der Hauptzutat konnotiert, gerecht zu werden – mit kleinen Helferlein wie Kurkuma oder anderen Zutaten gelblich zu färben. Aber dann habe ich mich gefragt, ob dieser zusätzliche Aufwand im Verhältnis des Geschmacks stehen würde.

Ich glaube nicht.

Der Pudding ist (wie bereits oben erwähnt) ohne dunklen Fotografier-Stil von mittelbrauner Farbe (man erkennt deutlich die Vanillekügelchen) und nicht schokoladenbraun. Die letzten Zweifel können sowohl Geruchs- als auch Geschmacksprobe schnell beseitigen. Und dann schmeckt auch ein Pudding, der nicht unbedingt knallgelb ist, nach ganz viel Vanille.

(Wer ihn trotzdem ein wenig heller haben möchte, nutzt einfach hellen (Rohr-)Zucker. Ich persönlich schätze aus gesundheitlichen und geschmacklichen Gründen Kokosblütenzucker und verwende ausschließlich ihn. Eine kleine Anmerkung dazu: Wir nutzen generell sehr wenig Zucker und backen auch wesentlich weniger als früher, sodass ein Kilo Kokosblütenzucker, das für alles genutzt wird, mehr als ein halbes Jahr ausreicht.)

Getestet wurde das Rezept schon an einigen Personen im Familien- und Freundeskreis – unter anderem auch an Laura von Waldsinnig, die mir bei ihrem Besuch großzügigerweise auch gleich spontan Handmodel gestanden hat. Und von meinen kleinen Schwestern – von denen eine gar keinen Vanillepudding mag. Also eigentlich. Aber dieser hier – also, den kann man mögen. Weil der so ganz anders schmeckt als der, den man nur aus der Packung anrühren muss.

Die Schüsseln waren so schnell leergelöffelt, so schnell konnte man gar nicht schauen…

Vanillepudding, veganer Vanillepudding, Vanillepudding selbst gemacht, Vanillepudding selber machen, Vanillepudding ohne Ei, Vanillepudding ohne Tier, Pudding vegan selber machen, Pudding Rezept vegan, Vanillepudding Rezept veganOb ihr diesen Vanillepudding oder ein anderes Gericht zubereitet – ich wünsche euch, dass ihr auch solche ganz speziellen Gerichte habt, die euch innerlich umarmen, wenn es mal nicht so gut läuft und die das ganz besondere Sahnehäubchen an Abenden sind, die perfekte oder auch mittelmäßige Tage mit ganz viel Zufriedenheit über warmen Schüsseln abschließen.

Ein anderer Pudding, den ich auch ganz besonders liebe und deswegen schon ganz lange auf dem Blog habe, ist der Mandelbrei. Noch so eine warme Umarmung in Futterform. 

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

KOMMENTARE

Darf ich fragen, wo ihr euer Rosenwasser her habt?

Liebe Alexandra,
sehr gerne!
Wir kaufen es gerne im Rewe, da gibt es Rosenwasser von einer leicht stereotyp orientalisch gestalteten Marke (Al Amier).
Die haben ein breites Sortiment, das von Bulgur über Kichererbsen und Tahin bis über Gewürze und eben Rosenwasser reicht. Qualitativ ist das sehr gut und nicht gestreckt oder aromatisiert wie so viele andere Rosenwässer, die sich finden lassen. 🙂
Im Marktkauf gibt es das Sortiment manchmal auch.

Eine andere Möglichkeit wäre die Apotheke, dort gibt es auch hochwertiges Rosenwasser zu kaufen.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.

Liebe Grüße an dich und viel Freude beim Nachkochen!
Jenni