Zero Waste – Shias Bibel [Rezension]

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Kennt ihr das? Manchmal braucht man einen kleinen Schubser in die richtige Richtung.

Manchmal hat man Momente im Leben, in denen man ganz genau – jetzt gerade, während dieser Moment passiert, in der Luft hängt und du ihn praktisch mit den Händen greifen kannst – weiß: Das hier wird mein Leben verändern.

So einen Moment hatte ich, als ich dem Vortrag von Bea Johnson vor beinahe zwei Wochen gelauscht hatte. Das war ein einschneidendes Erlebnis für mich – und der Beginn einer neuen Entwicklung, der Anstoß, der mich über die berühmte Schwelle zum nächsten persönlichen Entwicklungsschritt gebracht hat.

Das letzte Mal, dass mich jemand oder etwas so sehr beeinflusst hat, war Jonathan Safran Foer mit seinem Buch „Tiere essen“. Ich las es abends – am nächsten Morgen war ich Veganerin und bin seitdem keinen Millimeter davon abgewichen.

Was ich damit sagen möchte: Ich war nie der Mensch, der irgendwelche fernen Idole anhimmelt und versucht, wie sie zu sein. Was mich aber schon immer fasziniert hat, das sind die starken Charaktere. Diejenigen, die gegen den Strom schwimmen, Rückgrat haben und keine Scheu haben, das auch zu zeigen. Diejenigen, die voller Leidenschaft das verfechten, woran sie glauben und wofür sie stehen.

So jemand ist Foer, so jemand ist Bea. Und so jemand ist Shia.

Zero Waste – das ultimative Einsteigerbuch

Shia bloggt seit Jahren mehr als fleißig – zum ersten Mal ist sie mir wegen ihrer sündhaft leckeren Brownies aufgefallen. Auf ihrem Erstblog cakeinvasion hat Shia gleich ein halbes Dutzend Brownie-Rezepte – ein Foodblogger-Ziel, auf das ich aktuell ebenfalls hinarbeite. Falls euch aber in der Zwischenzeit der Schokohunger (oder der Hunger auf irgendwelche anderen veganen Superköstlichkeiten) übermannt, seid ihr dort goldrichtig aufgehoben.

Shias zweite Leidenschaft ist die Erde – und zwar in der Zukunft. Wie werden wir es anstellen, dass wir alle in ein paar Jahren oder Jahrzehnten noch genug Platz auf ihr haben, dass wir auf ihr überhaupt noch leben können und nicht im Müll versinken?

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Müll ist ein ganz großes Thema derzeit – und das nicht nur in den Medien, die sich über die Frage überschlagen, ob und warum und wer denn nun Plastiktüten abschaffen oder erlauben oder zumindest eingeschränkt verkaufen oder durch Papiertüten ersetzen oder, oder, oder sollte.

Shia ist schon längst viel weiter: Ihr geht es darum, Müll in erster Instanz gar nicht erst entstehen zu lassen. Ihr geht es um Zero Waste. Und darüber hat sie ein Buch geschrieben.

Ich gebe es gleich rundheraus zu: Es ist das erste Buch, dass ich zu diesem Thema in der Hand halte – daher habe ich nicht sonderlich viele Vergleichswerte. Ich maße mir allerdings an, trotzdem zu behaupten:

Dieses Buch ist die deutsche Bibel des Zero Waste.

Wie ich darauf komme? Das zeige ich dir jetzt.

Wie ist das Buch konzipiert und was kannst du erwarten?

Ich beginne einmal mit der Erwartunghaltung, mit der ich an das Buch herangetreten bin, just als Shia die Veröffentlichung bekanntgab: Angesteckt vom Zero-Waste-Fieber, das Beas Vortrag in mir ausgelöst hatte (Mr. Grünzeug muss aktuell schwer leiden wegen meiner neuen Manie) war ich – ordnungsliebend, wie ich bin – auf der Suche nach einem Leitfaden. Nach etwas, das mich durch diese neue und einigermaßen komplexe Welt des Zero Waste führen könnte.

Natürlich liefert Shia auf ihrem Blog WastelandRebel haufenweise tolle Inspiration und ich habe schon Stunden damit zugebracht, mir die einzelnen Artikel genauestens durchzulesen. Aber ich bin haptisch veranlagt und – was Bücher betrifft – von der alten Schule: Wenn es sich ergibt, dass ich etwas schriftlich in die Hand bekommen kann, dann besorge ich mir das. Und erst recht, wenn ich dadurch nicht nur persönlich etwas davon habe (der magische Mehrwert), sondern eine tolle Bloggerin bei ihrer Arbeit unterstützen kann.

Zero Waste Einleitung

Eines vorweg: Wenn ich etwas mag, dann ist es, wenn Gedanken konsequent zu Ende gedacht werden. Shia hat sich, als die Bitte, ein Buch über Zero Waste zu schreiben, an sie herangetragen wurde, zunächst einmal ganz ausführlich damit befasst, ob das überhaupt mit ihrer Ideologie und ihrem restlichen Lebensstil konform gehen kann. Sprich: Sie hat die geplanten Herstellungsbedingungen und die Lieferkette des Buches genau unter die Lupe genommen und versucht, alles so umweltschonend und müllsparend wie möglich umzusetzen.

„Ich sprach also zu allererst mit ganz ganz vielen mir wichtigen Menschen, und alle hielten mich für etwas bekloppt, dass ich mir Sorgen mache, dass ich die Umwelt durch ein Buch zu Zero Waste verschmutzen würde. Schließlich würde ich damit ja Menschen erreichen, die dadurch eher insgesamt weniger Müll produzieren würden, und eine Person meinte sogar, das sei wie der Bau einer Solaranlage, die ja auch Ressourcen bräuchte, um Ressourcen zu sparen. Das leuchtete mir tatsächlich ein.“ (Quelle: WastelandRebel)

Was Shia am Ende erreichen konnte: Das Buch besteht aus recycletem Papier, ist nicht beschichtet, wird nicht in Plastikfolie verpackt verschickt, enthält keine Farben auf Mineralölbasis und wird in Deutschland gedruckt. Spätestens bei der Sache mit den Mineralölfarben wäre ich wahrscheinlich gedanklich irgendwo stecken geblieben – das hätte ich überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt und ich bin schwer beeindruckt, wie sehr Shia sich dafür eingesetzt hat, dass ihr Werk unter den bestmöglichen Bedingungen produziert wird.

Zero Waste Inhalt

Auf dem Bild ist die Einteilung des Buches ebenso wunderbar zu erkennen wie die gesamte Aufmachung, die mir optisch ausgesprochen gut gefallen hat: Bunt, aber harmonisch, mit vielen Bildern – das macht Lust beim Lesen und fordert bereits durch die Bildsprache zum Nachmachen auf.

Schön finde ich auch, dass man bei diesem Buch nicht das Gefühl hat, der Autor/die Autorin ginge zugunsten übereifriger Korrekturarbeiten von Seiten des Verlags mit seinem Charakter verloren. Ich lese Shias Blogs schon seit einer Weile und habe daher (möchte ich behaupten) eine gewisse Ahnung von ihrem Schreibstil – und genau dieser findet sich auch in „Zero Waste“, was mich sehr gefreut hat: Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, in frischer, klarer und leicht nachvollziehbarer Sprache schreibt Shia darüber, was man sich unter Zero Waste vorzustellen hat und – ganz wichtig! – wie wir selbst das denn nun im Alltag so praktisch umsetzen können.

„Man mag [allerdings]nicht hören, dass die Party vorbei ist – zumal dann, wenn man das Privileg hat, in einer reichen Gesellschaft zu leben.“ (Sozialpsychologe Harald Welzer, Universität Flensburg, S. 9)

Denn die Sache ist: Die Augen verschließen – das bringt uns nicht weiter. „Aus den Augen, aus dem Sinn“ hat noch nie funktioniert und über kurz oder lang werden wir immer die Folgen dieses ignoranten Verhaltens zu spüren bekommen. Die Frage ist, ob wir uns die Konsequenzen im Falle des Müllproblems überhaupt leisten können.

Shia stellt zu Beginn aber eines klar: Es geht hier nicht um Schuld. Es geht nicht darum, irgendwen für die aktuelle Lage verantwortlich zu machen und mit dem Finger auf jemanden zu zeigen – nicht auf den Konsumenten, nicht auf die Politikerin. Es geht darum, aktiv etwas zu verändern und durch Vorbild Alternativen zu schaffen zum konventionellen Wegwerfwahn.

„Zero Waste bedeutet für mich, mich erst einmal ganz konkret an meiner eigenen Nase zu fassen.“ (S. 11)

Erfrischend ist neben der klaren Ernsthaftigkeit, die Shia bei dem doch sehr wichtigen Hintergrund des Zero Waste vermittelt, eben auch ihre Ehrlichkeit: Shia und ihr Mann Hanno (der übrigens auch auf einigen Bildern zu sehen ist und merklich Freude an den Tag legt) sind keine Übermenschen. Auch keine Menschen mit besonders großem Fleiß, besonders viel Zeit oder Geld. Die beiden sind – und das macht sie umso sympathischer – einfach zwei Menschen, die ein bisschen mehr nachdenken als andere und ein bisschen konsequenter handeln.

Und das – so die Botschaft – ist gar nicht schwer. Das kannst du auch.

Zero Waste Shia Vorrat

Und wie genau, das zeigt Shia an einer ganzen Palette alltagspraktischer Tipps.

„Stellt euch dieses Buch etwa wie ein Kochbuch vor, in dem ihr schmökert und euch eure Lieblingsrezepte auch nach Tageslaune herauspicken könnt.“ (S. 26)

Wichtig: Irgendwo anfangen!

Das Anfangen ist wahrscheinlich das Schwierigste.

Vor allem, wenn man – so wie wir – zur einen Hälfte aus einem erinnerungsversessenen Beinahe-Messie besteht. Manchmal muss ich da sowas von tapfer sein, wenn es darum geht, dass Mr. Grünzeug auch noch das 20. Paar Schuhe behalten möchte weil „…da habe ich vor 10 Jahren dieses eine spezielle Basketballspiel drin gehabt“ und der Pulli „der ist doch mal sowas von cool“ – unabhängig davon, dass er noch mindestens 10 weitere hat, die genauso ausschauen. Grrr – das ist zum Wahnsinnigwerden, ich sage es euch.

Aber gut: Das Anfangen ist auch schwer, wenn man nicht gerade an jedes Kleidungsstück durch Erinnerungen festgeleimt ist. Denn es kostet – Mr. Grünzeug ist glorreiches Beispiel hierfür – immer zunächst einiges an Überwindung. Bin ich bereit, mich von so vielen Dingen zu trennen? Muss ich das überhaupt? Was ist, wenn ich sie einmal brauche? Wie stelle ich das an – zu wissen, was wegkann?

Bei Zero Waste geht es natürlich zum einen darum, bestehenden Müll zu reduzieren – aber vor allem und als erstes soll kein neuer Müll den Weg ins traute Heim finden. Und das ist gar nicht so einfach.

Shia rät: Anaylisiere deinen Müll. Und zwar ganz praktisch: Nach dem Sammeln des Mülls von etwa einer Woche sind die wichtigsten Schadensquellen schnell ausgemacht und können gezielt bekämpft werden.

Anschließend kann die Challenge der Schränke stattfinden: Alles, was vorhanden ist, wird erfasst und das, was sich aktuell noch in Verpackungen (Lebensmittel) befindet oder sonst in irgendeiner Form überflüssig ist, wird aufgebraucht oder in einer groß angelegten oder mehreren kleinen Aufräumaktionen ausgemistet.

Shia greift hier auf das von Bea Jonhson populär gemachte Konzept der 5 R’s zurück:

Zero Waste 5 Rs

Nachdem Shia einige Tipps zum Ausmisten gegeben hat – die ich übrigens bereits selbst äußerst erfolgreich in dei Tat umgesetzt habe -, widmet sie sich den konkreten Problemzonen für eventuellen neuen Müll.

Einkaufen und unterwegs sein
  • Wo bekomme ich welche Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs unverpackt?
  • Wie gehe ich eigentlich auf einen Unverpackt-Streifzug? Was muss ich beachten?
  • Wie agiere ich, wenn ich besondere Bitten beim Bäcker oder im Restaurant vortragen möchte?
  • Wie häufig muss ich was einkaufen gehen?
  • Was sollte ich immer dabeihaben?
Kochen und Vorratshaltung
  • Was sollte/kann ich einkaufen?
  • Welche schnellen Rezepte gibt es für’s Mal-eben-zwischendurch-Kochen?
  • Wie kann ich welche Küchenhelfer einsetzen?
  • Welche Gläser eignen sich eigentlich für welchen Inhalt?
Haushalt und Hygiene

Das Haushalts-Kapitel ist zusammen mit den Hygiene-Kapiteln mein absolutes Lieblingskapitel. (Also im Klartext: Die eine Hälfte des Buches mag ich sehr gern – die andere Hälfte des Buches noch ein bisschen mehr als sehr gern.) Das liegt nicht nur daran, dass ich da persönlich für mich am meisten lernen konnte, sondern auch an der unglaublichen Informationsdichte, die sich hier vor uns ausbreitet: Shia zeigt uns, wie wir mit einer Handvoll Zutaten, die fernab jeder aggressiven Chemie rangieren und absolut erschwinglich sind, Allzweckreiniger, Geschirrspül- und Waschmaschinenmittel herstellen, wie wir mit Kastanien Wäsche waschen können, welche dieser Artikel es wo zu kaufen gibt und wie sie verpackt sind (wunderschöne Tabelle!)

Im Hygiene-Teil folgen dann weitere Rezepte: für Deo, Peeling, Hautpflege (auch hier wird wieder mit Zutaten direkt aus der Küche gearbeitet – aber welches Öl eignet sich eigentlich für welche Haut?), Lippen- und Zahnpflege. Wie Haare mit Roggenshampoo und Saurer Rinse gewaschen werden, bespricht sie ebenso wie die Frage nach nachhaltiger Monatshygiene und Alternativen zum konventionellen Toilettenpapier.

Zero Waste Hygiene

Alles ist wunderbar übersichtlich struktuiert. Man findet sich gut und schnell zurecht und kann bei Bedarf auch zügig das Gewünschte nachschlagen.

Als mir nämlich beim sonntäglichen Saubermachen endlich der gekaufte Reiniger mitten im mehrstündigen Saubermach-und-aufräum-Prozess leer gegangen war, habe ich mir in der von Shia angegebenen Minute den Allzweckreiniger zusammengerührt – absolut keine Hexerei, vollkommen easy. Und dieser Duft! (Ich hatte ästhertisches Öl der Rosengeranie hinzugefügt. Da sehen selbst Frosch-Reiniger alt gegen aus.) Hach, ich war und bin begeistert! Und das Bad glänzt nach erfolgreicher Anwendung wie neu. Und meine Hände schmerzen, spannend und jucken nicht mehr. Was für ein wunderbares Gefühl!

Darüber hinaus: Papierproblematik und Müllfakten

Ich habe manchmal den Eindruck, dass Zero Waste häufig mit plastikfrei verwechselt wird. Das ist auf keinen Fall dasselbe – auch wenn die Stoßrichtung dieselbe ist. Zero Waste ist natürlich und auf jeden Fall auch plastikfrei – aber eben auch darüber hinausgehend.

Denn obwohl Papier uns immer wie ein eigentlich ziemlich natürliches Material vorkommt, werden bei seiner Herstellung unvorstellbar viele Tonnen Wasser verbraucht – und das nur, damit wir es häufig genug fast unbenutzt in den Müll werfen.

„Ein Blatt A4-Papier allein benötigt in der Produktion 10 Liter Wasser, und geschätzte 20 bis 40% des Holzes, das für die Gewinnung von Zellulosefasern geschlagen wird, kommt aus illegaler Rodung.“ (S. 145)

Ökologisch sieht mit Sicherheit anders aus. Was wir aber genau tun können, um auch unseren Papierverbrauch zu minimieren, hat Shia ebenfalls aufgelistet.

Einen wichtigen Punkt habe ich sofort in die Tat umgesetzt – und zumindest diesen möchte ich noch mit euch teilen, bevor ich euch mit der Entscheidung, das Buch auf jeden Fall zu kaufen, allein lasse (ich habe schon wieder viel zu viel geschrieben).

Denn eines wirkt Wunder und ist fix und ohne große Mühe hergestellt: Ein „Bitte keine Werbung“-Schild am Briefkasten.

Hand auf’s Herz: Wer befördert außer mir sämtliche Flyer und kostenlose Zeitungen direkt vom Briefkasten in den Papiermüll? Muss das sein? Als ich das las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich dachte, dass ich darauf ja nun wirklich auch einmal eher hätte kommen können. So weit muss man dafür nun eigentlich nicht denken – und doch hatte ich das Anbringen eben so eines Schildes bisher vergessen.

zero waste keine werbung

Ästhetisch ist mit Sicherheit etwas anderes, doch ich hoffe, unterstrichen, fett, knallrot und mit Stoppschild reicht aus, um den Ernst der Botschaft angemessen zu übermitteln. Edit nach zweiwöchigem Test: Es findet tatsächlich keine Werbung mehr den Weg zu uns. Wie befreiend!

Wenn ihr noch so ein hübsches Schildchen benötigt, zögert nicht, es für euren Bedarf herunterzuladen und verwenden.

Zusätzlich habe ich mich auch gleich auf der Robinson-Liste eingetragen – ebenfalls einer der zahlreichen Geheimtipps, die Shia in dem Buch mit uns teilt. Hier könnt ihr für euch und eure Familie festlegen, dass ihr zukünftig keine Werbung mehr erhalten möchtet, sei es per Telefon, Fax oder Post. Ich habe diese Eintragung umgehend vorgenommen und hoffe, so auf diesem Weg das Papierproblem fast vollständig gelöst zu haben.

Fazit: Zero Waste – die Anfängerbibel

Ich habe nun schon so viel zu Shias Buch geschrieben – und ich könnte noch einmal denselben Platz mit Inhalt füllen, es würde nicht ausreichen, um diese ganzen Informationen, die Shia dort präsentiert, hier unterzubringen.

Falls ihr neu auf dem Gebiet des Zero Waste seid und euch noch nicht allzu gut auskennt und/oder euch erst einmal orientieren müsst, ist dieses Buch eure neue Bibel. Ganz im Ernst: Ihr werdet im Laufe der Zeit immer mal wieder hineinschauen, denn jedes Kapitel enthält wertvolle Tipps für das Umsteigen auf ein Leben mit weniger Müll.

In der Praxisumsetzung habe ich bereits einige davon in die Tat umgesetzt – und das ist das Schöne an dem Buch: Viele der Dinge, die dort beschrieben werden, könnt ihr sofort umsetzen. Natürlich soll das Ziel auch hier weiterhin bleiben, sich nicht zu überfordern und daher nichts zu überstürzen – aber bei so viel Motivation, die „Zero Waste“ mitgibt, einfach, weil es zeigt, wie leicht und unkompliziert der Umstieg sein kann, ist das die einzige Sache, die nun wirklich nicht so leicht zu bewerkstelligen ist.

Shias Buch hat mich dazu animiert, die Dinge, die ich bei Bea gehört habe, nun auch wirklich in die Tat umzusetzen und es nicht bei einem „Vielleicht irgendwann einmal“ zu belassen. Ich habe das Buch an einem Abend gelesen und am nächsten Tag 7 Umzugskartons Bücher, Kleidung und Krimskrams aussortiert. Und was soll ich sagen? Es war unglaublich befreiend. Am darauffolgenden Tag ging es konsequenterweise zum ersten Mal unverpackt einkaufen. Das ist, da wir das große Glück haben, einen unverpackt-Laden in der nächsten Stadt (nämlich Münster) zu haben und ich jeden Tag in Münster unterwegs bin, so einfach gewesen, dass wir es nun beibehalten werden.

Auch wenn wir noch lange nicht am Ende sind: Durch Shias „Zero Waste“ sind wir einen gehörigen Schritt voran gekommen. Oder: haben endlich einmal angefangen.

Zero Waste Haul2

Wie sieht es bei euch aus?
Seid ihr vertraut mit Zero Waste? Könntet ihr euch vorstellen, ein paar Gehversuche in diese Richtung zu wagen?

P.S.: Falls euch dieser Beitrag gefallen hat, euch das Thema und Shia an sich interessieren – dann bleibt dran: Nächste Woche habe ich ein superschönes Interview mit Shia für euch, in dem sie uns etwas über ihr Leben mit Zero Waste erzählt. Ich freue mich darauf!

10 Comments

  1. Huhu Jenni,
    ein ganz toll geschriebener Beitrag, der bei mir sofort ein Haben-Wollen-Gefühl auslöst.

    Mel und ich sprechen in letzter Zeit auch häufig über Müllreduzierung, aber uns fällt es hier in unserer Stadt noch sehr schwer unverpackt einzukaufen. Wir haben uns aber zumindest darauf geeinigt, jetzt mehr selber zu machen und ein wenig minimalistischer zu leben.

    Vielen Dank für den schönen Buchtipp, das werde ich mir zu Weihnachten wünschen (man kann ja gar nicht früh genug mit der Wunschliste anfangen).

    Liebste Grüße
    Cosima

    http://www.ricemilkmaid.de

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    • Jenni 1. Juli 2016

      Liebe Cosima!

      Danke dir für deine lieben Worte! Ja, dieses Will-Haben-Gefühl habe ich mittlerweile sehr selten – aber bei diesem Buch hatte ich das auch. Daher habe ich dann auch gar nicht lange gezögert, bis ich es mir gekauft habe. Und ich muss sagen: Das hat sich wirklich gelohnt! 🙂
      Ich finde es toll, dass ihr euch auch damit auseinandersetzt und für euch beschlossen habt, den Konsum etwas zu drosseln. Für mich ist das viele Selbermachen (das übrigens gar nicht so lange dauert, wie man immer denkt) ein ganz neues Lebensgefühl und erfüllt auch irgendwie mit Stolz.
      Ich wünsche euch viel Freude auf eurer Reise!

      P.S.: Du hast recht – mit Weihnachtswunschzettelschreiben kann man wirklich nicht früh genug beginnen. 😉

      Liebe Grüße
      Jenni

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  2. theamunicorn 30. Juni 2016

    Ich taste mich auch gerade an das Thema an und muss sagen, man kann es durchaus auch mit Spaß verbinden 😀 Ein unverpackter Einkauf sieht so viel schöner aus und alles ist viel ästhetischer in schönen Gläsern und Dosen als in knallbunten Plastikverpackungen. Ich mache dann gern zur „Belohnung“ und Inspiration anderer ein Instagram-Bild. So kompensiere ich das, was erstmal vielleicht etwas unpraktischer und ungewohnter wirkt einfach mit der Freude am Ergebnis. Danke für informativen und detaillierten Beitrag. lg *thea

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    • Jenni 1. Juli 2016

      Liebe Thea!

      Oh ja, da muss ich dir auf jeden Fall recht geben: Spaß macht das Ganze sowieso! Ich glaube, je mehr ich selbst herstelle und je weniger ich von außerhalb vorgefertigt produziert erhalte, desto zufriedener bin ich.
      Ästhetik spielt bei mir auch eine ganz große Rolle – ich liebe diese wunderschönen Weck-Gläser! Da sieht das Küchenregal gleich ganz, ganz anders aus. 🙂
      Instagram-Bilder von solchen Dingen inspirieren mich auch immer sehr stark – ich habe gerade nachgesehen, aber auf die Schnelle nicht schauen können, ob ich dir bereits auf Instagram folge. Wie heißt du denn da? 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

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  3. […] für den kompletten Anfänger. Ich sah mich adressiert wie keine zweite, kaufte das Buch umgehend (hier ist übrigens die Rezension dazu), verschlang es innerhalb weniger Stunden und bin bis heute dabei, alle Aspekte umzusetzen, zu […]

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  4. […] und irgendeine Art Leitfaden in den Händen zu halten, war, mir das gerade erschienene Buch „Zero Waste – weniger Müll ist das neue Grün“ von Shia zu besorgen und an einem Tag zu verschlingen. Nun liegt es an verschiedenen Punkten meiner […]

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  5. Nina 14. August 2016

    Was für ein Zufall! Als ich EATING ANIMALS von Jonathan Safran Foer während einer Zugfahrt gelesen habe, aß ich zwar schon kein Fleisch mehr, aber noch Fisch. Seit dieser Zugfahrt habe ich nie mehr ein Stück Fisch gegessen. Schon faszinierend, welche Kraft einige Bücher haben können. Shias Buch scheint auch dazuzugehören. Liebe Grüße von Nina

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    • Jenni 14. August 2016

      Liebe Nina!
      Ich finde es auch Wahnsinn, was für eine Kraft in manchen Büchern und Filmen generell steckt. An sich hat Kunst ein riesiges Potential, uns zum Umdenken zu bewegen und ich finde es klasse, dass es mittlerweile viele Autor*innen gibt, die das nutzen.
      „Tiere essen“ (ich habe das damals auf Deutsch gelesen) hat auf mich ebenfalls einen durchschlagenden Einfluss gehabt. Und Shias Buch gehört auf jeden Fall zu dieser Riege dazu – und es ist darüber hinaus eines, das man immer wieder gebraucht, weil man immer mal etwas nachschlagen muss. 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

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  6. […] https://mehralsgruenzeug.com/zero-waste-shias-bibel […]

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