Bücher ausmisten – des Bibliophilen Qual

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Bücher ausmisten. Wer sie liebt, die gedruckten Werke zum Drin-Schmökern und Stundenlang-drin-Versinken, dem ist diese Formulierung ein Graus. Lange Zeit ging mir das ganz genauso – bis ich mich einmal gefragt habe, was Bücher mir eigentlich wirklich bedeuten.

Von Bücherliebe und Minimalismus

Früher hatte ich gedacht, es gibt sie gar nicht in einem so großen Maße, die Bibliophilen, die Bücherliebenden. Die Menschen, die sich nichts Schöneres vorstellen können, als bei einer Tasse warmen Tees in einen neuen Schmöker zu versinken. Die das Knistern der Seiten lieben. Die kein Problem mit gelbstichigem Papier haben. Die die Nase ganz tief zwischen die Seiten stecken und den Duft des Buches inhalieren. Die verliebt sind in die schwarzweißen Buchstabenkolonnen auf Papier.

Glücklicherweise hat das Internet uns vor allem eines beschert: eine digitale Gemeinschaft. Und so ist mit der Eroberung dieses parallel-realistischen Netzes mein Bewusstsein dafür, dass ich mit meiner großen und lang anhaltenden Leidenschaft für Bücher nicht ganz so allein bin wie gedacht, gewachsen. Und das finde ich wunderbar.

Meine Liebe zum Buch habe ich bereits hier ausführlich besungen, daher soll der Fokus dieses Beitrags nun auf eine ganz andere Angelegenheit, die stark im Zusammenhang mit Bibliophilie und Minimalismus steht, liegen.

Das Problem ist nämlich: So einfach, wie ich diese beiden Begriffe – Minimalismus und Bibliophilie – in einen Satz gepackt habe, lassen sie sich gar nicht vereinen. In der Regel hat man sogar (vor allem als Betroffener) das Gefühl, sie widersprächen sich vollkommen.

Denn die Sache ist die: Wenn man eine Sache ganz besonders gern hat, neigt der Mensch dazu, sie unbedingt besitzen zu wollen. Manchmal sind das rein machthaberische und egoistische Motive (Imperialismus, Kolonialismus und solche Dinge), manchmal aber auch einfach die Freude am Ding selbst, das man sich da nun angeeignet hat und auf das man voller Stolz und Liebe blickt.

Wie es da so im Regal steht. Und steht. Und steht. Und immer noch steht. Und vermutlich auch noch die nächsten zehn Jahre unberührt steht. Denn einmal gelesen, tun die meisten Bücher eigentlich im durchschnittlichen Haushalt nicht weiter als – stehen und eventuell Staub ansetzen. Das war es dann aber vermutlich auch schon.

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(Mit Kaffeeflecken auf meinen Lieblingen habe ich übrigens gar kein Problem. Lässt sich in diesem Haushalt, in dem ich Kaffeetassen an jedem erdenklichen Ort – nur eben nicht in der Spüle – finde, auch entspannter an.)

Ist das nicht ein trauriges Leben? Ein nahezu unwürdiges? Wenn man bedenkt, welch ein Aufwand getrieben wird, um ein Buch herzustellen (immer noch!) – das Bäumefallen, Papierherstellen, alles unglaublich viele Male Hin- und Hergeschiffe, Farbgewinnung, Drucken, Binden und so weiter. Und das alles nur dafür, dass ein Augenpaar durch die Zeilen schwirrt, sie aufsaugt und dann vielleicht sofort wieder vergisst? Wenn nicht jetzt, dann spätestens in ein paar Jahren?

Und selbst wenn der Leser, die Leserin das Gelesene nicht vergessen sollte, nie mehr: Was für eine Daseinsberechtigung hat das entsprechende Buch dann im Bücherregal? Wenn es so gut war, dass ich den Inhalt nicht vergesse und immer bei mir tragen werde – wäre es da nicht sozialer und moralischer, anderen Menschen ebenfalls diese Freude zu machen und sie an dem Werk teilhaben zu lassen?

Hier scheiden sich Theorie und Praxis – die Lücke, die zwischen den obenstehenden Erkenntnissen (die jeder und jede mit einer voll ausgestatteten Heimbibliothek hat, ganz gewiss!) und den praktischen Konsequenzen ist riesig.

Bücherhamster-Vergangenheit

Bevor ich mich eingehender mit Minimalismus beschäftigt habe (kennst du eigentlich schon meinen Auslöser? Es war niemand anderes als Bea Johnson selbst), war ich einer dieser Menschen, die an jedem Buch hängen, das sie einmal in den Händen gehalten haben.

In einen Buchladen durfte man mich nicht mit Kreditkarte lassen – das war in etwa genauso risikoreich wie das klischeehaft den meisten Frauen in der Regel beim Schuhkauf nachgesagt wird (das halte ich übrigens für ausgemachten Unfug).

Jede Woche schleppte ich neue Schmöker an – Genres interessierten mich dabei damals (wie heute) zum größten Teil nicht. Ich lese alles, was mir unter die Augen kommt. (Außer Schundromane. Und Möchtegern-Sachbücher. Also alles, was nur so dahingeklatscht ist und nach übertriebenem Kommerz riecht.)

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Und weil ich lange Zeit meines Lebens der Überzeugung war, meine Liebe zum Buch drücke sich in der Anzahl der gedruckten Besitztümer in meiner Wohnung aus, sammelte ich über Jahre. Ich sammelte immer weiter, alles, was ich bekommen konnte: Grabbeltischbücher, Geschenke, Gekauftes, Aus-dem-öffentlichen-Bücherschrank-Entliehenes (und – ähem! – Nicht-wieder Zurückgebrachtes).

So kam es, dass wir beim Umzug vor bald einem Jahr Unmengen an Bücherkartons schleppen mussten – insgesamt waren es sicherlich an die 30 Kisten, randvoll angefüllt mit Druckmaterial zum Lesen. Mit dem feinen Unterschied, dass sie nie gelesen wurden. Sondern im Begriff waren, von Bücherregal a) zu Bücherregal b) umzuziehen – rausgezogen, in den Karton geräumt, wieder raus aus dem Karton, eingeräumt. Und wieder jahrelang nicht angeschaut. Bis der nächste Umzug anstehen würde.

Als ich diese vielen Kisten sah, dämmerte es mir bereits, dass es so nicht weitergehen konnte. Meine geliebten Bücher drohten mich (und Mr. Grünzeug) förmlich in der Wohnung zu ersticken. Sie nahmen so unglaublich viel Platz weg. Es musste sich etwas ändern.

Bücher ausmisten  – der Turning Point

Ich war emotional an dem Punkt angelangt, der meiner Ansicht nach unglaublich wichtig ist, damit man den Minimalismus für sich entdecken kann: Ich war voll, absolut übersättigt.

Ich hatte gehamstert, gefuttert, immer mehr und mehr und mehr – bis ich überfordert war von den Massen, die ich angesammelt hatte. (Darüber habe ich hier unter anderem schon einmal geschrieben.) Sie erfreuten mich nicht mehr, sie machten mich – ganz im Gegenteil – aggressiv und depressiv. Die Büchermenge machte mich unruhig. Gerade die Dinge, von denen ich einst jedes geliebt hatte, drohten mich nun – in ihrer Macht verselbstständigt – einzunehmen. Jedes Mal, wenn ich mit ihnen konfrontiert wurde, war ich hilflos: Ich mochte sie doch so gerne! Und sie waren meine Anschaffungen – ich hatte sie erworben! Und – ganz ehrlich – sie machten den Raum so schön und ließen sich auch vor Besuch so gut vorführen.

Boah, sind das viele Bücher! Hast du die alle gelesen?! Random Besucher

Das streichelt das Ego, da müssen wir ganz ehrlich sein. Dann die stolz-verschämte Antwort hinterher: Hiervon noch nicht alle. Aber ich habe noch viel mehr als die gelesen, hihi. Meine Güte. Wenn ich jetzt daran zurückdenke, komme ich mir fürchterlich falsch vor.

Falsch in dem Sinne, dass mir nichts anderes eingefallen ist, als mich und meinen Intellekt durch die Anzahl der Buchrücken in meinem Wohnzimmer zu definieren. Und da dann auch noch stolz drauf zu sein.

Natürlich ist es eine tolle Sache, viele Bücher gelesen zu haben – und ich gehöre sicherlich zu den Menschen, die sehr, sehr viele gelesen haben. Aber mittlerweile trage ich dieses Faktum nicht mehr wie eine Goldmedaille vor mir her. Ich freue mich – aber nicht der Anzahl der gelesenen Bücher wegen, sondern um der schönen Geschichten Willen, die ich erleben durfte, den tollen wissenswerten Informationen, die ich für mich mitnehmen konnte.

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Und indem ich diesen gedanklichen Turn vollzogen habe, hatte ich die Grundvoraussetzung für ein individuell gelingendes Bücher-Ausmisten geschaffen: Ich hatte mich frei gemacht vom Objekt Buch.

I don’t connect myself to things anymore. Bea Johnson

Indem ich mich davon befreite, was das Ding mit den gedruckten Seiten da für mich als zum In-die-Hand-nehmen – oder (wahrscheinlicher) zum Im-Regal-Stehen bedeutete, war mein Kopf frei zum Handeln. Und dieses Handeln bestand ganz konkret darin, mich von den Büchern zu trennen.

Und wisst ihr was? Der Gedanke an das Ausmisten tat gar nicht mehr weh. Im Gegenteil: Er war auf einmal so drängend, dass ich unmittelbar beginnen wollte und gar nicht genug Bücher auf einmal loswerden konnte.

Es begann eine für mich einzigartige Entrümpelungs-Aktion, in deren Folge ich meinen Bücherbestand von über 3000 Exemplaren deutlich auf einige hundert reduzierte. Ich verschenkte sie ausnahmslos.

Natürlich dachte ich daran (aber nur kurz), vielleicht Geld dafür zu bekommen (und sie vielleicht auf Plattformen wie momox oder ebay zu verkaufen). Aber zum einen bringen gebrauchte Bücher in der Regel lediglich Cent-Beträge ein (es sei denn, es handelt sich um besonders hochwertige Sachbücher oder limitierte Ausgaben) und zum anderen war mir der administrative Aufwand für den Verkauf von Dingen, die ich selbst zum Spottpreis bekommen hatte, zu hoch. Mal abgesehen davon, dass mir eine solche Handlungsweise persönlich auch moralisch zuwiderlief.

Bei uns um die Ecke gibt es einen der berühmten Bücherschränke, die ich eine der wundervollsten Einrichtungen des öffentlichen Raumes finde: Ein Bücherregal, das irgendwo auf einem Platz steht und das mit Werken von Privatpersonen gefüllt wird und an dem sich andere Privatpersonen bedienen können, wenn sie ein neues Buch lesen möchten. Als Gegenzug stellen sie dann beim nächsten oder übernächsten Besuch oder irgendwann ebenfalls ein oder zwei Bücher hinein. Das Konzept lebt vom Vertrauen in die Gemeinschaft und den Einzelnen. (Hier findest du eine regelmäßig aktualisierte Liste von allen Bücherschränken in Deutschland.)

Und das Sonderbare ist: das funktioniert. An der Güte der Menschheit zweifelnd, hatte ich angenommen, dass ein solches Konzept von vornherein zum Scheitern verurteilt sein würde und jede*r sich doch ohnehin nur Bücher herausnehmen, aber niemals selbst welche hineinstellen würde.

Doch es stellte sich heraus, dass ich meine Maßstäbe falsch angelegt hatte – ich hatte nämlich (wie das so ein weit verbreiteter Irrtum ist) meine eigenen auf den Rest der Welt übertragen. Und weil ich niemals freiwillig einen meiner Schätze herausgerückt hätte, dachte ich, andere müssten ebenso verfahren.

Weit gefehlt – der Bücherschrank ist seit Jahren immer bestückt – mal mehr, mal weniger. Aber Bücher gibt es immer.

Und nachdem ich meine emotionale Trennung vom Objekt Buch erfolgreich überwunden hatte, war ich eine der Personen, die wesentlich dazu beitrug, dass das so blieb: Wir rückten teilweise mit ganzen Kofferraum-Ladungen voller Bücher an und hatten am Ende Mühe, alle in den Schrank zu bekommen, ohne allzu sehr zu quetschen.

Abgesehen davon, dass eine unvorstellbar große Last von meinen Schultern gefallen ist – es hat mich auch unglaublich glücklich gemacht, die Bücher wegzugeben. Denn immer stand jemand (mal offensichtlich, mal eher verschämt-versteckt) in der Gegend herum und hat bereits geduldig gewartet, bis wir fertig mit Einräumen waren – um sich die neuen Schätze einmal genauer anzusehen.

Es gibt nichts Schöneres, als das Eigene mit anderen zu teilen, die das zu schätzen wissen. Allerspätestens da wusste ich, dass das genau das Richtige war. Meine Schätze würden anderen Menschen ein paar glückliche Stunden bescheren, vielleicht ein anderes Leben bereichern – was gibt es Schöneres zu wissen?

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Meine neuen Regeln für das Leben mit Büchern

Dass das Ausmisten so erfolgreich verlaufen konnte (und noch ist es nicht abgeschlossen!), hängt unter anderem damit zusammen, dass ich mir ein paar Regeln vorgegeben habe, um mich selbst vor dem Rückfall in alte Verhaltensmuster zu bewahren und die Motivation zu finden, mein Vorhaben auch wirklich konsequent umzusetzen.

Regel Nummer 1: Du behältst nur Bücher, die du wirklich liebst.

Und zwar wirklich. So heiß und innig. Nur solche, die du aufschlägst und bei denen du sofort lächeln musst, wenn dir die Geschichte wieder in den Sinn kommt. Und glaube mir: Das werden sehr wenige sein – zumindest im Vergleich zu denen, die du theoretisch behalten könntest, weil du sie von Oma Heidi geschenkt bekommen hast oder anderweitige wertvolle Erinnerungen mit ihnen verknüpfst.

Regel Nummer 2: Alles braucht Zeit.

Es bringt so gar nichts, alles auf einmal zu wollen und dann daran zu scheitern, dass der Geist am Ende doch nicht richtig mitgekommen ist. Das meint: Wenn ich jetzt in einem Anfall an Ausmist-Wahn alles wegwerfe und das später vielleicht bereue, versuche ich unter Umständen, das scheinbar entstandene Loch des Verlustes durch neuen Konsum zu stillen – und das ist doch genau das, was wir nicht wollen. Wir wollen dauerhaft weniger haben und mit weniger zufrieden sein, nicht temporär. So ein Projekt braucht Zeit – und die sollte man sich nehmen. Und wenn das bedeutet, jeden Tag ein Buch auszusortieren. Oder ein paar Wochen gar keine – und dann dafür wieder drei Beutel. So lange, wie es braucht, dauert es.

Regel Nummer 3: Regulation der Nachkäufe – nur so viel rein wie raus

Natürlich ist mein Bücherkonsum nicht über Nacht gewissermaßen von 100% auf 0% gesunken. Das funktioniert streng genommen auch nur dann, wenn man jegliche Lektüre für immer einstellt – und das liegt so gar nicht im Bereich des Möglichen, zumindest für mich. Und ich glaube, für viele andere ebenfalls nicht.

Aber abgesehen davon, dass Büchereien zur bevorzugten Anlaufstelle für Bücherkonsum mutieren, kommt es doch immer noch regelmäßig vor, dass ich in einem besonders schönen Buchladen ein tolles antiquarisches Exemplar sehe und weiß: Das wird eines, das das Potential hat, geliebt zu werden.

Neuerdings waren das Umberto Ecos Anmerkungen zu Der Name der Rose (die ich auch ganz praktisch gebrauchen können werde, da ich vorhabe, mich studientechnisch damit näher zu befassen), Bücher für das Studium im Allgemeinen (Germanistik und so) und Simone de Beauvoirs Memoiren einer Tochter aus gutem Hause (geliehen vom besten aller Freunde).

Sich mit neuem Gedankenfutter zu versorgen, ist auch absolut und unbedingt wichtig. Und es ist auch nicht schlimm, wenn neue alte Bücher einziehen – solange, so lautet zumindest meine letzte Regel, im Gegenzug mindestens dieselbe Anzahl an Büchern das Haus wieder verlässt. Sonst dauert es unter Garantie nicht lange und ihr seid wieder an dem Punkt angelangt, an dem der ganze Ausmist-Prozess eigentlich begonnen hatte. Und das war kein schöner, oder?

Im Idealfall verlassen noch mehr Bücher das Haus als hineingewandert sind – im aktuellen Beispiel habe ich die vier Ankömmlinge (eigentlich ja nur drei und ein temporärer) gegen 25 Abreisende ausgetauscht. Ein wunderbares Gefühl, sage ich euch!

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Das Resultat: Erleichterung und Qualitätssteigerung

Ich kann von mir nun – wie gesagt – noch nicht behaupten, am Ende meiner meiner Aussortier-Aktion zu sein – ich muss ein paar weitere Bücher ausmisten, bis ich wirklich nur noch diejenigen zuhause habe, die mir sehr, sehr wichtig sind. (Abgesehen davon, dass ich – wie oben angeschnitten – allein schon für das Studium eine gute Grundausstattung benötige, um vernünftig arbeiten zu können.)

Eigentlich, theoretisch, müsste ich – um die Abkopplung vom Objekt Buch in vollster Konsequenz zu leben – auch kein Problem damit haben, diese letzten Exemplare dann ebenfalls abzugeben. Ich wäre ja nicht mehr an das Buch als solches gebunden – und den Inhalt dieser Werke habe ich ohnehin im Kopf.

Aber da greift dann wieder der letzte Rest irrationaler Liebe: Noch bin ich definitiv nicht so weit. Ich weiß auch nicht, ob ich es jemals sein werde – und ob das überhaupt so schlimm ist. Denn aktuell ist mein persönliches Bücher-Ausmist-Und-Minimalisierungs-Ziel dann erreicht, wenn ich mein Kompendium an für mich hochqualitativen Werken zusammen habe. Wer weiß – vielleicht bin ich in Gedanken dann schon wieder einen Schritt weiter und habe kein Problem mit der letzten Hürde?

Anmerkung: Eigentlich wollte ich hier auch noch über nachhaltigen Bücherkonsum schreiben. Aber das Ganze ist schon wieder so ausgeartet, dass ich euch das nicht auch noch zumuten möchte. Das kommt in einem separaten Artikel. Versprochen.

Anmerkung nach der Anmerkung: Bücher kaufe ich aktuell nur, wenn ich nicht drumherum komme – und beispielsweise Lektüren lesen muss, die es in der Uni-Bibliothek nicht gibt. Da ist meine allerliebste (und einzige)  Anlaufstelle booklooker geworden: Hier kaufen und verkaufen Privatpersonen, Antiquariate und kleine bis mittelgroße Händler ihre Schätze – man kann Neues, aber (viel wichtiger) auch fast alles gebraucht bekommen. Schont Geldbeutel und Umwelt – Versand, Zustand der Ware und Abwicklung läuft stets ohne Probleme.

Allerletzte Anmerkung: Kim, eine liebe Kommilitonin von mir, schreibt auf ihrem neuen Blog ebenfalls über das Thema Bücherausmisten – und ich war unglaublich erstaunt, dass dieser Text so viel Ähnlichkeit mit dem meinen, der zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung schon fertig im Entwurf-Ordner schlummerte, hat.

Und du? Sammelst du noch oder minimalisierst du schon?

30 Comments

  1. aurelia 3. Februar 2017

    Moin Jenny 🙂
    wie schön das es bei dir als Bücherliebhaberin auch so gut geklappt hat mit dem Loslassen.
    Ich erinnere mich noch gut an deinen Kommentar vom Sommer letzten Jahres bei mir 🙂
    Deine Tipps zum loslassen von Büchern helfen anderen bestimmt auch es zu versuchen.

    Liebe Grüße
    Aurelia

    PS: bei uns hier in der Stadt haben vor kurzem Idioten einen liebevoll gestalteten Bücherschrank in Flammen aufgehen lassen 🙁 sowas macht einen unglaublich wütend und traurig. Wir haben noch zwei andere die aber zum Glück noch nie beschädigt wurden. Das läßt wieder hoffen.

    Antworten
    • Jenni 4. Februar 2017

      Liebe Aurelia,

      ich danke dir für deinen lieben Kommentar!
      An meinen eigenen bei dir kann ich mich auch noch sehr genau erinnern – und ich muss gestehen, dass sich seitdem so einiges getan hat (wie man im Text sicherlich herauslesen konnte). Ich hoffe sehr, dass meine Anregungen anderen Menschen ebenfalls helfen werden, sich vielleicht den ein oder anderen Gedanken über’s Bücherhorten zu machen. 🙂

      Oh ja – leider ist das mit dem Feuerlegen in den Bücherschränken wohl keine Seltenheit. Der bei uns wurde auch Opfer von so einem fiesen Streich – die eine Hälfte ist noch immer total verkohlt und nicht mehr witterungsgeschützt, weil auch die Schutzklappen herausgerissen wurden…Ich verstehe nicht, wie man aus solchen Aktionen irgendeine Art von Befriedigung ziehen kann. Schade, sehr schade – ich hoffe, man repariert das bald, denn die Menschen wollen so gerne noch mehr Bücher miteinander teilen (die noch funktionierende Hälfte des Schrankes ist regelmäßig übervoll).

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  2. Sabine 3. Februar 2017

    3000 Bücher – unfassbar! Aber auch deinen Mut, in jedem Artikel so absolut aufrichtig zu sein, finde ich immer wieder unglaublich 😉 Es ist schon verrückt, wofür man Stolz empfinden kann. Besitz, schlank sein, intelligent sein, im Extremfall fürs deutsch sein, … Das ist auch ein Konzept, das ich öfter und stärker hinterfragen will.
    Du hast mich inspiriert, doch nochmal an meine Bücher zu gehen. Besonders bei den Kochbüchern muss ich ehrlich sagen, dass ich nie reinschaue. Ich suche dann ja doch lieber im Netz und eben schnell wenn ich unterwegs bin, so kurz vor dem Einkaufen. Da wäre es besser, die leckersten Rezepte abzufotografieren und das Buch weiterzugeben. Und womit ich absolut hadere: Meine deutschen Harry Potter Bücher. Die liegen noch zuhause bei meinen Eltern und ich habe auch irgendwie gar keine Lust, sie mir schicken zu lassen, weil sie eben wirklich nur im Regal stehen würden. Die deutschen Übersetzungen werde ich ziemlich sicher nie wieder lesen. Aber die sind halt echt nicht nur irgendeine Erinnerung, sondern gefühlt meine ganze Kindheit. Wie gehst du mit sowas um?
    xx

    Antworten
    • Jenni 4. Februar 2017

      Liebe Sabine!

      Ja, mein Konsum war vor einiger Zeit mehr als unreflektiert und am Ende konnten dann solche riesigen Materialstapel daraus erwachsen…Heute kann ich das selbst gar nicht mehr richtig nachvollziehen und über mein Noch-nicht-allzu-vergangenes-Ich nur den Kopf schütteln. Aber wahrscheinlich ist diese Art der Weiterentwicklung nur als positive zu bezeichnen. 🙂

      Die Sache mit den Kochbüchern kenne ich auch sehr gut. Gerade in Zeiten von Pinterest und Co. muss ein Kochbuch schon ganz besondere Eigenschaften erfüllen, um auch wirklich dauerhaft zur Hand genommen zu werden. Ich habe da auch rigoris aussortiert (und muss trotzdem noch mal nacharbeiten) – es ist einfach zu schade, wenn die Sachen nur ungenutzt herumstehen.

      Auch das Harry-Potter-Problem kann ich sowas von gut nachvollziehen! Ich bin ebenfalls damit aufgewachsen und habe damals heimlich nachts unter der Decke stundenlang weitergelesen, bis mir die Augen zugefallen sind… 😉
      Ich glaube, mich haben wenige Bücher so sehr geprägt wie diese Reihe. Aber: Ich habe heute keines davon im Haus, was unter anderem sicherlich auch daran liegt, dass ich sie mir damals in der Schulbücherei ausgeliehen, verschlungen und ein paar Tage später wieder zurückgebracht hatte. Ich habe sie mir schlicht nie angeschafft und daher auch nicht dieses Verlustmoment in dieser Beziehung.
      Bei anderen Büchern, die mich sehr geprägt haben in meiner Kindheit habe ich allerdings wenig Probleme, sie gehen zu lassen: Sie haben ihren Dienst getan – mich ein bisschen migeformt und mich zu der Person gemacht, die ich heute bin. Emotional betrachtet. Trocken-rational gesehen, schaue ich sowieso nicht mehr in sie hinein, weil der Stapel der anderen Bücher, die mich interessieren, sowieso immer ein konstant hohes Level hat, bei dem ich ohnehin nicht hinterherkomme. So würden sie eigentlich nur herumstehen und manchmal würde mein Blick sie streifen – und dann? Viel mehr würde wahrscheinlich nicht passieren – und wenn ich doch mal wieder so richtig melancholisch werde, gehe ich in die Bücherei, leihe mir das Buch aus und lese es nochmals. 🙂

      Das ist natürlich nur meine ganz persönliche Methode, damit umzugehen – ob und wie du das für dich regeln möchtest, ist eine ganz andere Frage. Und ich glaube, gerade bei solchen empfindlichen Stellschrauben gibt es keine Patentlösung. Ich hoffe, ich konnte dir trotzdem ein bisschen weiterhelfen.

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
      • Sabine 6. Februar 2017

        Konntest du auf jeden Fall – gestern Abend habe ich u.a. noch „The Penguin Guide to Punctuation“ aus dem Regal geschmissen, weil ich zugeben musste, dass ich das einzig und allein aus Snobismus behalte.
        Kochbücher und evtl. die deutschen Harrys folgen.
        xx

        Antworten
  3. Kati | 50percentgreen 3. Februar 2017

    Hallo Jenni,

    ein toller Post! Ich lese ja selbst unglaublich gerne – wobei ich gestehen muss, seit dem die (guten, gehaltvollen!) Blogs und auch Magazine so sehr boomen, ist es etwas weniger an Menge geworden.

    Schon als Kind habe ich ziemlich schnell ziemliche viele Bücher angehäuft – neben regelmäßigen Büchereibesuchen gab es von meinem Opa nämlich die wirklich großzügige Regelung, mir faulem Lerner für eine 1 in der Schule zwei Bücher, für eine 2 ein Buch, zu kaufen. Bei den zwei Büchern war es dann immer eines von meiner Wunschliste und ein Reclam-Band, von ihm ausgesucht. Als Chefredakteur einer Zeitung hat er da eine gute, ausgewogene Wahl getroffen, von der ich wirklich in doppelter Hinsicht nur profitieren konnte 🙂
    Insofern hatte ich schnell einen recht überfüllten Schrank, habe aber auch das Loslassen gelernt – eine befreundete Familie, die bewusst keinen Fernseher besaß und dementsprechend, hat mir meine gelesenen Bücher, von denen ich mich trennen konnte, günstig wieder abgekauft. Insofern habe ich diesen Kreislauf schon früh kennen gelernt und eigentlich ist der bis heute ähnlich geblieben – nur, dass ich leider keine Bücher mehr für Zensuren bekomme 😀

    Aber das Loslassen von Büchern, die mich nicht überzeugen, fällt mir nicht schwer. Meine Freunde ächtzen zwar bei jedem Umzug wieder unter den Bücherkartons, aber die lesen gar nicht oder mit ebook-Reader, was wissen die schon 😉 Ich habe im Gesamten vielleicht ein Bücherregal voll, davon ist aber mindestens ein Regalbrett noch ungelesen (kann also im Zweifelsfall nach dem Lesen wieder weg). Ansonsten halte ich es so wie du – viele gehen, manche kommen. Ich nutze auch supergern den Bücherschrank und es funktioniert auch bei uns wirklich gut.

    Ich habe außerdem, wie du auch, beruflich bedingt eine winzig kleine Ausrede – besonders schön gestaltete Bücher dienen mir als Mediengestalter auch als Inspirationsquelle. Ja, es ist wirklich eine Ausrede, aber auch wenn ich mich selbst seit langem schon mit dem Minimalismus beschäftige, werde ich nicht zu den Leuten gehören, die mit Rucksack umziehen können und nur 100 Dinge besitzen. Aber das ist auch absolut ok für mich 🙂
    Ich freu mich schon sehr auf deinen Beitrag zum nachhaltigen Bücherkauf – und vielleicht zeigst du auch mal, welche Bücher deine Ausmistaktionen bisher überstanden haben? Das fänd‘ ich auch sehr spannend 🙂

    Liebe Grüße,
    Kati

    Antworten
    • Jenni 4. Februar 2017

      Liebe Kati!

      Ich freue mich zu lesen, dass du da so ein entspanntes Verhältnis zum Buchbesitzen gefunden hast. Dass man manche Bücher einfach unglaublich toll findet und sie zu Inspirations-Zwecken behält, kann ich total gut nachvollziehen – das geht mir ganz genauso! Das sind dann aber genau diejenigen, in die man immer mal wieder reinschaut und die ihre Aufgabe daher auch nie so wirklich verlieren – und ich glaube, das ist der entscheidende Punkt. Das unterscheidet sie von den Regalhütern, den Einmal-Gelesenen-und-nie-wieder-Angefassten.

      Das Belohnungssystem in deiner Kindheit finde ich ja ganz grandios – sowas hätte ich auch gerne gehabt! (Und ich notiere es mir gedanklich gleich einmal im Hinterkopf für den Fall, dass ich in den Genuss kommen sollte, irgendwann mal selbst in irgendeiner Form zu erziehen. 😉 )

      Oh ja – das ist definitiv auch eine gute Idee! Das schwirrte mir schon eine Weile im Kopf herum, aber so richtig ans Darüber-Schreiben hatte ich noch gar nicht gedacht. Da hat sich gerade ein neuer Entwurf in den entsprechenden Ordner gesellt…Danke dir für die Anregung, da werde ich sicherlich ebenfalls drüber schreiben! 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  4. Miu 3. Februar 2017

    Die öffentlichen Bücherschränke sind eine der tollsten Erfindungen! Ich habe schon einige Schätze dort entdeckt (und auch einige Enttäuschungen – die sind dann wieder dort hinein gewandert 😉 ). Ich bin im April letzten Jahres meine Bücherregale durchgegangen und jedes Buch, bei dem ich spontan nicht sagen konnte, worum es geht und ob es mir gefallen hat, habe ich beiseite gelegt und dann im Laufe des Jahres gelesen. Einige davon habe ich dann weggegeben und einige habe ich ganz begeistert wieder gelesen 😉

    Antworten
    • Jenni 4. Februar 2017

      Liebe Miu,

      da kann ich dir vollkommen zustimmen – ich finde die öffentlichen Bücherschränke auch total genial und habe das Gefühl, dass es immer mehr werden. 🙂
      Eigentlich ist die Erfindung ja auch nur logisch: Wir haben so viele Bücher und die meisten kosten eigentlich fast nichts mehr und laufen so Gefahr, einfach irgendwann weggeworfen zu werden – da ist es doch das Beste, wenn sich viele Menschen diese Bücher teilen!

      Dein Aussortier-Vorgehen finde ich sehr lobenswert. Es gehört ein wenig Überwindung dazu, sich auch wirklich vor den Schrank zu stellen und mit jedem einzelnen Buch zu befassen – da kann ich ein Lied von singen. Ich habe es aber genauso gelöst wie du: Alle Ungelesenen stehen jetzt ordentlich auf einer Seite und werden nach und nach abgearbeitet. 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  5. Sarah 3. Februar 2017

    Hey Jenny!

    Da muss ich auch mal wieder einen Kommentar da lassen. Das Thema betrifft mich ebenfalls und ich finde es sehr schwer, die Balance zu halten.
    Ich liebe meine Bücher, gleichzeitig bin ich seit einiger Zeit überkritisch mit den Werken. Rechtschreibfehler, Grammatikfehler, Wortfehler regen mich so sehr auf, dass ich das Buch am liebsten weg legen will (und es manchmal sogar tue). Wenn jemand „Paradox“ schreibt, aber eigentlich „Paradoxon“ meint, denke ich schon, der ganze Verlag kann nichts taugen. Verrückt, ich weiß.

    Ich habe schon ordentlich ausgemistet, verschenkt, gespendet und verkauft, aber nach deinem Artikel fällt mir auf, dass ich immer noch sehr sehr viele Bücher nur deshalb besitze, weil es eine Reihe ist, weil sie im Regal gut zusammen aussehen oder weil ich irgendwie hoffe das Buch würde auf mich abfärben.
    Aber nehme ich es mit deinen Maßstäben, würde wahrscheinlich alles rausfliegen. Bis auf Harry Potter und die Bücherdiebin 😀

    Gleichzeitig habe ich neuerdings ein RUB (Regal ungelesener Bücher), sowas hatte ich früher nicht. Und anstatt mich an den Büchern zu freuen, sind sie eher – wie bei dir – eine Last auf meinen Schultern. Manche Bücher habe ich schon so lange, dass sie mich schon gar nicht mehr interessieren. Meine Wunschlisten bei Medimops werden gleichzeitig einfach nicht leerer obwohl ich dauernd neue ordere.

    Und ich vermisse diese Leidenschaft von früher einfach! Ich hatte es damals bei den Harry Potter Büchern, dass ich jeden Band sofort haben und sofort lesen musste. Schule war die reinste Qual, solange das Buch zu Hause auf mich wartete und zu ende gelesen werden wollte. Vielleicht liegt es daran dass ich damals noch so jung war, aber solche Bücher habe ich leider nie wieder zu lesen bekommen.

    Ohje, beim Durchlesen kommt das alles sehr unstrukturiert und wirr rüber. Ich hoffe du verzeihst mir das 😉 Freue mich auf den nächsten Blogpost, ich lese hier immer sehr gern 🙂

    Liebe Grüße!

    Antworten
    • Jenni 4. Februar 2017

      Liebe Sarah!

      Ich danke dir für deinen Kommentar und deine lieben Worte – es freut mich sehr, dass es dir hier so gut gefällt! 🙂

      Ja, das mit den Büchern, für die man sich interessiert und für die man praktisch Zeit hat, ist eine schwierige Angelegenheit. Irgendwie will beides – je älter man wird – nicht mehr so richtig zusammengehen. (Vor allem, wenn man nebenbei noch so spannende Hobbys hat wie die Blogs von so viele Menschen zu lesen – das kenne ich auch sehr, sehr gut. 😉 )

      Dass du so kritisch mit deinem Lesestoff umgehst, finde ich klasse! Wenn man etwas liest, dann sollte es (in Anbetracht der limitierten Lebenszeit) ja auch nichts sein, was einen nicht in irgendeiner Form weiterbringt, finde ich. Ich muss gestehen, dass mir wiederholte Rechtschreibfehler und andere formale wie inhaltliche Dinge auch manchmal sehr sauer aufstoßen – letzens habe ich sowas in einer wissenschafltichen Publikation gefunden und war drauf und dran, dem Autor eine Mail zu schreiben…Manchmal mache ich sowas – im freundlich hinweisenden, nicht im rechthaberisch-zurechtweisenden Ton -, denn wenn die Menschen das nicht wissen, können sie solche Dinge ja auch nicht verbessern…

      Ein Regal mit ungelesenen Büchern habe ich auch noch – insgesamt habe ich zwei von zehn schmalen Regalen behalten, eines davon beherbergt die Ungelesenen, von denen ich mir viel verspreche (die anderen Ungelesenen, die nicht vielversprechend waren – und das waren eine Menge – wurden auch gleich aussortiert).
      Weil ich zwischenzeitlich immer wieder auch Bücher für das Studium lesen muss, versuche ich, für meine privaten Lesebedürfnisse gar nicht so sehr nach links oder rechts zu schauen, sondern den Stapel abzuarbeiten, der noch vor mir liegt. Sonst endet das in den von dir angesprochenen nicht enden wollenden Wunschlisten. Einfach nicht schauen, die Augen zulassen – was ich nicht weiß und so… 😉

      Das mit der Leseleidenschaft ist eine interessante und wichtige Beobachtung. Dieses ungeduldige Zappeln hat bei mir auch abgenommen, muss ich gestehen.Jetzt bin ich froh, wenn ich nur mal eine ruhige Minute zum Reinschauen in ein interessantes Werk finde (meistens ende ich damit, dass ich in der Bahn stehend lese). Bücher, die diese Erinnerung und dieses Unbedingt-Weiterlesen-Wollen in mir heute noch zumindest ein wenig auslösen, sind (postmoderne) historische Romane – „Die Entdeckung der Langsamkeit“, „Der Name der Rose“ und ähnliche Bücher sind, glaube ich, die Unbedingt-Weiterlesen-Bücher für Erwachsene. 🙂
      Das letzte, was mich sehr begeistert hat, war der „Weltensammler“ – ich glaube, diese Mischung aus eigentlich schon fast Quasi-Fantastischem und Historischem ist eine wirkungsvolle, wenn es darum geht, die Leseleidenschaft wieder anzukurbeln.

      Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass das mit der Balance weiterhin gut klappt (und wenn es mal Phasen gibt, in denen das nicht so ist, ist das auch nicht schlimm) und du die Liebe zum gedruckten Wort nie verlierst!

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  6. Vanillaholica 3. Februar 2017

    Ich war zwar nie so die riesen Leserin, aber ich kann deine Gedanken und Gefühle doch ein wenig nachvollziehen. Vor allem bei 3000 Bücher dann doch solch eine Transformation durch zu machen ist einfach der Wahnsinn !
    Da kannst du wirklich auf dich stolz sein Jenny 🙂

    Liebste Grüße,
    Vivi
    Vanillaholica.com

    Antworten
    • Jenni 4. Februar 2017

      Liebe Vivi,

      oh, danke dir – das freut mich sehr! Ich muss gestehen: Aus der Perspektive hatte ich das noch gar nicht betrachtet. Aber ich glaube, du hast recht: Da kann ich ja echt stolz drauf sein. 🙂
      Danke dir für’s Anschubsen!

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  7. Tabea 3. Februar 2017

    Ach ja… ich kenne es nur zu gut, dieses Gefühl, dass Bücher besitzen erstrebenswert ist. Früher, als Kind in der Grundschule und bis zur 7 Klasse ungefähr, wollte ich immer sowas wie meine private eigene Bücherei ansammeln 😉
    Die drei Umzüge (2011 und 2016) haben mich aber verändert – beim ersten wanderten die Kinderbücher in den Müll (lese ich eh nicht mehr) und bei denen in 2016 griff der Minimalismus-Gedanke schon und ich wollte nichts besitzen, was ich nicht nutze. Also auch nicht die Bücher, die zwar gut waren, aber sie ich nicht noch mal lesen will. Nur die größten Schätze durften bleiben.

    Was du da sagst – dass es unwürdig ist, ein Buch nur einstauben zu lassen – kann ich nur unterschreiben! Dafür, dass der Umwelt bei der Produktion geschadet wurde, sollte so ein Buch möglichst oft gelesen werden – und wenn es gut ist, dann auch aus Respekt zu seinem Autor!! Tolles Wissen gehört nicht unter Staubschichten ins Regal, sondern in die Hände von Interessierten 🙂

    30 Bücherkisten? Das wäre der Horror für mich bei einem Umzug… mir waren ja 2011 schon meine 150 Bücher zu viel, sodass ich nur rund 40-50 Stück mitnahm…

    Im Gegensatz zu dir versuche ich aber doch, meine Bücher noch zu verkaufen – auch wenn man nicht viel dafür bekommt. Da bin ich doch geizig und will mit dem Geld neue Bücher kaufen können, um das Wissen aufzusaugen und das Buch dann wieder abzugeben…

    So einen Bücherschrank habe ich hier übrigens auch noch nicht getroffen – aber das Konzept ist wirklich wundervoll 🙂

    Regel 1 gilt bei mir auch seit ca. einem Jahr!! Von daher sind auch nur noch ungelesene Bücher und 4 Romane da 🙂

    In der Bücherei bin ich auch angemeldet – das ist einfach die leichteste Art, immer was zu lesen zu haben. Aber ab und zu bekomme ich doch was geschenkt – nur selbst kaufen tue ich eigentlich eher gar nicht mehr. Nur Bücher für das Studium – die gönne ich mir und hebe sie auch auf, allerdings bestelle ich die gebraucht (aus Kostengründen, und damit es weniger schade ist, darin zu markieren).

    Auf deinen Artikel über den Buchkonsum bin ich gespannt!

    Liebe Grüße

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    • Jenni 4. Februar 2017

      Liebe Tabea,

      ja, der Traum von einer eigenen Bibliothek, den kenne ich auch sehr, sehr gut. 🙂
      Mittlerweile träume ich von offenen, hellen Räumen mit möglichst wenig Schnickschnack und Ballast, die trotzdem bibliotheksartig-gemütlich sind.

      Ich freue mich, dass du dir auch schon einen für dich passenden Weg erarbeitet hast, mit deienn Büchern umzugehen. Dass du deine alten verkaufst, ist ja auch absolut kein Frevel – und ich kann das Geld-Argument total gut nachvollziehen. Kleinvieh macht eben auch Mist, wie es so schön heißt.
      Aber für mich persönlich kann ich das auch den oben angeführten Gründen nicht mit mir vereinbaren und daher bin ich eine der Menschen, die den Bücherschrank sehr emsig am Leben erhält.

      Wo ich dann doch ein wenig ins Schleudern gerate: Du schreibst, dass du dir das Geld für neue Bücher sparen möchtest, aber dann ein paar Sätze weiter, dass du eigentlich nur welche ausleihst und geschenkt bekommst und eigentlich gar keine kauft – was davon ist denn nun richtig? 😉
      (Nicht, dass es schlimm wäre, sich auf etwas festzulegen oder dass ein Weg dem anderen vorzuziehen wäre – aber da scheint mir doch eine Lücke in der Argumentation zu sein und ich bin neugierig. 🙂 )

      Meine Bücher zum Studieren kaufe ich mir auch ausnahmslos gebraucht – alles andere würde für mich ebenfalls keinen Sinn ergeben. Das sind Arbeitsmaterialien und so werden sie dann im Anschluss auch behandelt. Die dürfen vor Farbe sprühen, ganz viele Zettelchen und Knicke und Notizen beinhalten…

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
      • Tabea 4. Februar 2017

        Na, da haben wir ja echt ähnliche Träume – sowohl früher gehabt, also auch heute noch 😉

        Also zu der Sache mit dem Geld: Es ist leider nicht so viel, dass ich davon oft was kaufen könnte -sodass ich davon dann halt ab und zu gebrauchte Bücher, vor allem für die Schule, kaufe. Und ausleihen tue ich auch erst seit dem letzten Sommer – davor hatte ich die Bücherein nicht so auf dem Schirm. Hatte ich wohl echt schlecht formuliert 😉

        Bücher für das Studium kosten neu ja auch ein Vermögen… mein wichtigstes Buch hätte 50 Euro gekostet, ich habe es für 8 inkl. Versand erstanden und es ist vollkommen in Ordnung, nur halt nicht die neuste Auflage. So gut habe ich echt ewig keine 8 Euro mehr investiert, denn ich lerne gerade pausenlos mit dem Teil.
        Aber es beruhigt mich doch, dass du mit diesen Materialen zum Arbeiten auch so umgehst. Für manche sind Bücher ja heilig und dürfen nichts abbekommen – aber dann kann ich mir auch nicht merken, was auf den Seiten steht. Dazu muss ich die Wörter einfach anstreichen, warum auch immer 😉

        Liebe Grüße

        Antworten
  8. Monika 4. Februar 2017

    Hallo Jenni,

    geht mir so wie dir: ich habe mich lange an den Mengen von Büchern gemessen, die ich besaß. Noch schlimmer: ich habe eine massive Hausstauballergie, d.h. wir haben verglaste Schränke gekauft, um die Bücher aufzubewahren, die dann doch so schnell verstaubt sind, dass ich nicht mehr lesen konnte. Ich schenke sie alle peu a peu her, ebenso wie du im Bücherschrank der Stadt.
    Da ich v.a. gerne englische Bücher lese und es in der Stadtbücherei a) wenig Auswahl dazu gibt und b) die Bücher auch teilweise staubig sind, habe ich einen e-Reader mit dem ich mein digitales Bücherregal nun befülle. Das schöne: englische Bücher kosten weit weniger als die deutschen Übersetzungen, ich kann immer alle Bücher dabei haben, ich kann nicht mehr angeben mit dem was ich lese (der Buchrücken sieht immer gleich aus) und ich kann auch meine Zeitung darauf lesen.
    Irgendwo habe ich gelesen, dass so ein digitales Gerät ab 8 Büchern im Jahr einen kleineren Fußabdruck erzeugt, als die gedruckten Exemplare. Da ich noch eine Wochenzeitung abonniere bin ich weit über dieser Menge.

    Bin gespannt, welche Gedanken du zum Thema Umweltverträglichkeit von Büchern hast und freue mich auf den angekündigten Beitrag!

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    • Jenni 6. Februar 2017

      Liebe Monika,

      ein E-Book-Reader ist gerade für sehr Leseeifrige vermutlich eine sehr vernünftige Anschaffung – und in deinem Fall mit der Hausstauballergie sicherlich noch vielmehr. Man spart unglaublich viel Platz und hat gewissermaßen seine eigene Bücherei immer bei sich.
      Ich habe auch phasenweise mal darüber nachgedacht, mir einen Reader anzuschaffen, aber ich bin so gar nicht der Typ für’s digitale Lesen – ich brauche das Rascheln von Papier, den Duft, die Möglichkeit, aktiv darin und damit arbeiten zu können (zu knicken, zu streichen und händisch etwas zu notieren). So kann ich mir das Gelesene auch wesentlich besser merken als wenn ich Texte am Bildschirm lese.
      Aber das ist eine höchst individuelle Sache und ich freue mich, dass du für dich die persönlich perfekte Lesestrategie gefunden hast.
      Was die Umweltverträglichkeit von den Readern anbelangt, wollte ich mich auch noch einmal näher informieren (vor allem für den angekündigten Beitrag, der dann auch irgendwann einmal folgen soll 😉 ) – als ich in verschiedenen Buchhandlungen nachgefragt habe, konnte mir da leider niemand etwas zu sagen, was ich schon einigermaßen schade fand, dachte ich doch, gerade der Umweltaspekt sei eines der zentralen Verkaufsargumente…Nun denn, dann recherchiere ich halt selbst. 😉

      Liebe Grüße und viel Freude beim Weiterlesen!
      Jenni

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  9. blattgruen.me 5. Februar 2017

    Wir sind seit kurzem wieder dabei die Umzugskartons zu packen und gerade beim Bücherregal fällt dann auf, dass meine Liebe zum geschriebenen Wort recht ambivalent auf meinen nachhaltigen Minimalismus reagiert. (Glücklicherweise gibt’s bald wieder eine große, umfangreiche Bibliothek in meiner Nähe, denn ich kann bei bestem Willen nichts mit E-Readern anfangen. Da fehlt mir leider einfach der Geruch, das Gefühl mit dem Finger über die Seiten zu fahren und so vieles mehr.)
    Danke übrigens für den Link zu booklooker – Da werde ich mich mal umschauen! 🙂

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    • Jenni 6. Februar 2017

      Liebe Tanja,

      oh, es geht wieder auf in neue Gefilde? Das ist ja toll und klingt wahnsinnig spannend – ich wünsche euch für den Umzug alles Gute und drücke euch die Daumen, dass er nicht ganz so stressig verläuft!

      Das mit den echten Büchern anstelle der E-Book-Reader kann ich sehr gut nachvollziehen – ich mag das haptische dabei auch so gerne und kann viel besser mit dem gedruckten Exemplar arbeiten als mit einer digitalen Version. Daher bin ich aktuell auch noch absolut keine Freundin vom E-Book-Lesen und beschränke mich in den allermeisten Fällen auf bereits gebrauchte Bücher. Freut mich, dass du mit meiner Anlaufstelle Nummer 1 etwas anfangen kannst – ich liebe booklooker und kaufe eigentlich nur dort ein, wenn ich Bücher brauche. 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  10. Julia 5. Februar 2017

    Liebe Jenny,
    ich muss so lachen, mir geht es nämlich ganz genau so! Also, ich habe alle Stadien Deines Posts so auch schon mitgemacht. Vom „Wow, so viele Bücher, hast Du die alle gelesen“ bis zum „ich kann meine Schätze doch nicht her geben!“. Durch viele Umzüge in den letzten Jahren habe ich mein Verhältnis zu Büchern aber überdacht. Ich habe immer noch sehr viele von ihnen, denn eine Wohnung ohne Bücher irritiert mich. Ich finde, da fehlt was. Aber ich habe begonnen, meine Bücher ein zweites Mal zu lesen. Wenn überhaupt, kann ich mich nur noch diffus an die Handlung erinnern und bin meist überrascht, dass das Buch doch anders aus geht. Und die Bücher, die mich beim zweiten Mal lesen überhaupt nicht mehr berühren, die kommen in den Bücherschrank, davon haben wir hier nämlich zum Glück auch einen 🙂
    Liebe Grüße!
    Julia

    Antworten
    • Jenni 6. Februar 2017

      Liebe Julia!

      Oh, das freut mich, dass ich da nicht allein bin mit meiner höchst turbulenten Bücherentwicklung! 😀
      Und ich freue mich ebenfalls, dass du auch einen Weg gefunden hast, für dich damit umzugehen und dein Verhältnis zum gedruckten Wort zu überdenken – ich finde, Umzüge eignen sich hervorragend für solche Gedanken.

      Eine Wohnung komplett ohne Bücher finde ich auch einigermaßen traurig und wäre für mich (zumindest aktuell) ebenfalls keine Option. Ich finde auch, dass dann etwas fehlt, eine ganz spezielle Art von Leben. Aus diesem Grund werde ich auch immer meine Lieblinge behalten und über ein paar Bücher verfügen, die ich noch nicht gelesen habe – und einen ganzen Berg aktuell ausgeliehener aus der Bibliothek in meinen Schränken untergebracht haben.

      Ja, manchmal bringt das Wiederlesen von geliebten Werken Facetten der Handlung zum Vorschein, die man schon längst wieder vergessen oder noch nie auf dem Schirm hatte – darum finde ich es auch unglaublich spannend, als Quasi-Erwachsene die Bücher aus der Kindheit noch einmal zu lesen. 🙂

      Bücherschränke sind eine wahrlich wundervolle Erfindung – erst vorgestern habe ich einen riesigen Beutel quasi vor sich hinstaubender Exemplare (alte Fachbücher, in die hier sowieso keiner mehr hineinschaut und die wir absolut nicht mehr benötigen) hineingestellt. Wenn das Gewicht dieser Last auf einmal wahrhaftig von den Schultern fällt (ich bin zu Fuß hingegangen), dann ist das eine unbeschreibliche Erleichterung! 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  11. Barbara 5. Februar 2017

    Ich habe auch vor kurzem meine Bücher aussortiert. Angegeregt hat mich ein Buch übers Aufräumen, wobei mir Bücher da noch nicht in den Sinn gekommen sind, auszumisten. Hatte nur immer weniger Platz für die Bücher.
    Dann habe ich mich dazu durchgerungen und fast alle (gibt eine Ausnahme) einmal in die Hand genommen und überlegt, ob Ichs noch einmal lese oder ob darin Informationen stehen, die ich brauche und auch in Erinnerungen geschwelgt.
    Ich war erstaunt, wieviele Bücher ich trotz der guten Geschichten und Erinnerungen aussortiert habe. Bei manchen fiel es mir besonders schwer. Habe mein Tagebuch aus alten Zeiten gesucht und kleine Abschiede geschrieben. Dann ging es leichter. Bücher sind dazu da, gelesen zu werden und eine schöne / lehrreiche Zeit zu verbringen. Zum schön Aussehen gibt es genug andere Dinge.

    Die aussortierten Bücher standen dann an anderer Stelle herum, weil ich mich noch nicht überwinden konnte, den Aufwand für ein neues Zuhause für sie zu betreiben. Ich habe zwar Listen geschrieben und sie Freunden zugänglich gemacht. Weiter kam ich nicht. Dann fragte eine Freundin an, ob sie die Bücher zum Basteln haben kann. So hat sie sich viel Mühe und Geld gespart und jedes Buch bekommt vor dem Verbasteln noch eine Chance gelesen zu werden.

    Neue Bücher kommen trotzdem zuhauf ins Haus. Seit ich einmal ein Buch monatelang gesucht habe, wo ich im Geschäft nur reingeschmökert habe und es mich dann doch mehr gefesselt hat, als ich dachte, kaufe ich inzwischen jedes Buch, was sich interessant liest. Mein Partner geht brav seiner Aufgabe nach, mich von Buchhandlungen fern zu halten.
    Ich habe mich auch angewöhnt, mich sozusagen zu „bestrafen“. Für jedes gekaufte Buch wandert am Ende des Jahres Geld in meine Spardose. Da überlegt man es sich schon, ob man sich viele Bücher kauft. Es summiert sich schnell. Und ich „belohne“ mich für jedes gelesenes Buch, indem ich auch da Geld zur Seite lege und an meinem Geburtstag meine Wunschliste wahr werden lasse, die sich so übers Jahr ansammelt (keine Bücher) oder in einen schönen Ausflug.

    Vielleicht habe ich auch einen Bücherschrank in der Nähe. Wusste bisher nicht, dass es sowas gibt 🙂 Ist eine schöne Idee.

    Liebe Grüße

    Antworten
    • Jenni 6. Februar 2017

      Liebe Barbara!

      Ich danke dir für deinen lieben Kommentar!
      Beim Lesen musste ich mehrfach Schmunzeln und habe gedacht, dass sich das so sehr nach mir anhört – vor allem die Passage mit dem braven Partner, der einen von dem verführerischen Buchhandlungsgetümmel fernhält. 😀
      Mittlerweile kann ich da ohne mit der Wimper zu zucken dran vorbeigehen, aber das war lange, lange Zeit ein großes Problem – und wenn ich stehen bleibe und eines der ausgelegten Bücher in die Hand nehme, ist es sowieso zu spät…

      Mir gefällt deine Kernaussage ganz besonders gut: Bücher sind dazu da, gelesen zu werden und zum Anschauen gibt es genug andere schöne Dinge – da stimme ich dir absolut zu und ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Ich glaube, bis man diesen gedanklichen Schritt für sich vollzogen hat, dauert es unter Umständen (jedenfalls war das bei mir so) eine ganze Weile.
      Und wenn man ihn doch nicht vollzieht, ist das auch gar nicht schlimm – ich kenne viele Menschen, unter denen sich auch solche befinden, die sich als Minimalist*innen verstehen, die sagen, dass sie beim Aussortieren bei Büchern bewusst Halt machen, eben ihrer speziellen Funktion wegen. Das kann ich gut nachvollziehen, aber ich persönlich fühle mich besser, wenn ich diesen Ballast, den die Massen an ungelesenem Papier für mich darstellen, einigermaßen eindämmen kann.

      Die Idee, Abschiede ins Tagebuch zu schreiben, finde ich ganz wunderbar – ich habe mir vor kurzem angewöhnt, auch interessante oder lehrreiche Passagen aus Büchern, die mir besonders gefallen, in mein Tagebuch zu übertragen, das weniger eine klassische Tagesdokumentation denn eine Materialsammlung aller spannenden literarischen Dinge (und eigener Versuche) ist. Ich glaube, Dokumentationen solcher Art können uns sehr helfen, in unserem Kopf Dinge zu strukturieren und unsere eigentlichen Bedürfnisse zu erkennen. (Mein Gott, ich sollte einen extra Artikel zum Tagebuchschreiben verfassen… 😉 ).

      Ich wünsche dir jedenfalls weiterhin viel Freude beim Lesen – auf dass du sie niemals verlierst!

      Liebe Grüße
      Jenni

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  12. […] gelacht: über die Qualen der Bibliophilen […]

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  13. Nadine 22. April 2017

    Hallo,
    wir haben vor 2 Jahren 19 Regalmeter Bücher ausgemistet (bei 30 Büchern pro Meter, sind das fast 570 Bücher). Wir haben immer noch einige Bücher, allerdings hauptsächlich die, die ich nicht als E-Books kaufen konnte (Mangas, Zeichenbücher – alles Sachen die ich immer wieder anschaue und lese). Ich habe mir von den ausgemisteten Büchern eine Liste gemacht und hatte mir vorgenommen einige davon als E-Book nachzukaufen. Es waren bisher ganze 10 Stück…
    Reingekommen ist seitdem nur ein neues Buch und das war ein Reiseführer für den Urlaub, der nach dem Urlaub weitergegeben wird. Mein Mann ist ein absoluter Vielleser, er kommt locker auf 100 Bücher pro Jahr. Nach der Ausmistaktion haben wir einen E-Book-Reader gekauft und nun liest er fast alles darüber. Nicht nur sind die E-Books viel billiger, er kann sie auch auf Englisch lesen und hat dadurch seine Englischkenntnisse um einiges verbessert. Ich habe einen Ausweis bei der Bücherei und leihe mir fast alle Bücher und Hörbücher dort aus. Einige fragen sich wahrscheinlich wie man es übers Herz bringen kann so viele Bücher wegzugeben – ich hatte mit meinen Kollegen auch schon öfters Diskussionen darüber. Mit dem Ausmisten der Bücher haben wir auch 3 Bücherregale über die Kleinanzeigen weg bekommen. Der Raum ist dadurch leerer und nicht mehr so vollgestopft und heller und das Wegbringen von jedem Paket hat uns beiden ein gutes Gefühl gegeben, es war wirklich Ballast der einem vom Herzen gefallen ist. Ich habe oft versucht meiner Familie diese Erfahrung zu vermitteln, denn natürlich hat sich jeder gefragt warum wir so eine krasse Ausmistaktion gestartet hatten (nach den Büchern sind auch noch viele andere Dinge ausgemistet worden – zusätzlich habe ich die Bücher von Mari Kondo gelesen), aber bisher hat sich keiner ein Beispiel daran genommen, nicht mal ansatzweise – leider.

    Auch überlegen wir nun bei jedem Ding, das in die Wohnung kommt, ob wir es wirklich brauchen oder nicht. Wir haben sogar so viel entrümpelt, dass wir uns nun für eine kleinere Wohnung angemeldet haben.

    Viele Grüße,
    Nadine (Bibliothekarin ;-))

    PS: ich habe natürlich kein einziges Buch weggeworfen. Alle wurden verkauft, an die örtliche Unibibliothek gespendet (im Gegensatz zu unserer Stadtbücherei nehmen die auch ältere Bücher), verschenkt oder in den Bücherschrank gestellt.

    Antworten
    • Jenni 23. April 2017

      Liebe Nadine,

      du glaubst gar nicht, wie schön das ist, solche Erfahrungen zu lesen!
      Sie spiegeln so ziemlich genau das wider, was auch uns wiederfahren ist – und dabei sind wir noch nicht einmal so richtig am Ende des Ausmistens.
      Ich glaube, mittlerweile hat sich der Bücherbestand schon ganz gut eingependelt – wir haben etwas mehr als zwei Billyregale, und die meisten davon sind auch nur ausgeliehen.

      Die Last, die da von den Schultern fällt, kann ich dir absolut nachfühlen! Das ging und geht mir auch mit jedem Karton voller Sachen, der das Haus verlässt, nach wie vor so. Unsere Schrankwand haben wir ebenfalls auflösen können – und sind gerade dabei, die letzten Regale zu veräußern. 😉

      Als nächstes folgt eine Vitrine, in der auch irgendwie nichts mehr drinsteht und die auch nichts anderes kann als Platz im Wohnzimmer wegzunehmen. Das Raumklima ist nun auch gleich ein ganz anderes – man fühlt sich nicht mehr so erdrückt.

      Dass ihr so gut mit E-Books zurechtkommt, freut mich sehr – für mich ist das leider gar keine Alternative, da bin ich furchtbar altmodisch. Ich brauche das Haptische und den Geruch eines Buches unbedingt, das gehört für mich zum Lese-Erlebnis einfach dazu. Abgesehen davon bilde ich mir ein, beim „echten“ Buch mehr zu behalten als beim digitalen Lesen.
      Aber mit der Bibliotheksmitgliedschaft habt ihr das ja ebenfalls mit drin und auch toll gelöst – ich freue mich richtig für euch! 🙂

      Marie Kondo habe ich ebenfalls gelesen (und muss ich endlich mal rezensieren…) – sehr inspirierend, aber auch nicht ohne (die Wegwerfmentalität stört mich unter andrem immens). Da könnte man nun auch noch viel zu schreiben…
      Schade, dass sich leider in eurem Umfeld niemand so richtig hat inspirieren lassen – vielleicht ist die Zeit einfach noch nicht reif bei den entsprechenden Personen. Ich konnte glücklicherweise Gegenteiliges beobachten – in unserem Umfeld misten auch alle aktuell aus, was das Zeug hält (oder eben auch nicht 😉 ).

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  14. Ralf 22. Mai 2017

    Hi Jenni,

    ich find mich‘ in vielen deiner Beiträge wieder, gern lasse ich auch hier einen Kommentar da. Ich habe über Jahre Bücher angesammelt und war mitunter sehr kreativ im Stapeln und umsortieren. Dann habe ich mich relativ radikal von vielen Taschenbüchern (überwiegend Belletristik) und Sachbüchern getrennt, von denen ich wusste, dass ich sie ohnehin nie wieder zur Hand nehmen würde. Geblieben sind viele Hardcoverausgaben und Bildbände.

    Extrem ist es mit Kinderbüchern. Da fällt es mir sehr schwer etwas wegzutun – egal wie irrational das ist. 🙂

    Um das stetige Nachkaufen von Büchern zu vermeiden, speichere ich mir alle Titel, die mich interessieren in einer Evernote-Liste und gucke dann beim Besuch in der Bibliothek gezielt nach diesen Titeln. (Zum Teil auch vorher schon online, je nachdem welche Zweigstelle in der Nähe liegt. Manche Filialen haben mehr Sachen – je nach nach Auswahl/Vorlieben des Personals denke ich.)

    Antworten
    • Jenni 23. Mai 2017

      Hallo Ralf,

      ich freue mich, dass du dich in so vielen meiner Beiträge wiederfindest – und natürlich auch über die Kommentare! 🙂

      Dass das mit dem Aussortieren eine ziemlich schwierige Angelegenheit sein kann, weiß ich ja selbst zu Genüge – und ich denke, es kommt auch nicht darauf an, sich zwanghaft von allem zu trennen, was man besitzt. Wenn man mit ein paar bestimmten Gegenständen sehr persönliche Erinnerungen verbindet und diese dann doch lieber um sich hat, ist das doch vollkommen okay.
      Wichtig ist nur, zwischen Sammelwut, die einen letzten Endes auch irgendwo nicht mehr glücklich macht, und ausgewählten Dingen, die man wirklich gerne hat, zu unterscheiden – und ich glaube, das machst du schon ganz gut, so wie sich das anhört. 🙂

      Deinen Trick mit der Evernote-Liste und der Bücherei finde ich richtig gut! So ähnlich machen wir das inzwischen auch – und es funktioniert wunderbar! So sammelt man selbst keine Werke an und hat doch trotzdem Zugang zu so ziemlich allem, was einen interessiert – und alles bleibt im Konsumentenkreislauf. Ich finde Büchereien eine ganz herausragende Erfindung der Menschheit und werde absolut nicht müde, die in den Himmel zu loben! 😀

      Liebe Grüße
      Jenni

      Antworten
  15. […] ich meine Bücherwand abgebaut und fast alle meiner über 1200 Bücher weggeben hatte, habe ich eine nie empfundene Erleichterung verspürt – erst letztens bin ich das letzte […]

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