Ist Honig vegan? Ganz ehrlich: Ich habe seit dem Bestehen dieses Blogs nicht so viele Anläufe gebraucht, um einen Artikel zu schreiben. Meist gleiten mir die Worte aus den Fingern und tackern sich auf der Tastatur fest, Gedanken werden digitale Zeichenketten, bevor ich das richtig mitbekomme. Aber die Sache mit dem Honig ist eine, die mir Kopfzerbrechen bereitet hat – weil ich kein Mensch der einfachen Antworten bin.

Ist Honig vegan?

Das Wichtigste (und Offensichtlichste) zuerst: Nein, Honig ist nicht vegan.

Und wenn wir Menschen der einfachen Antworten wären, könnten wir uns beruhigt-bestätigt in unserem Schwarz-Weiß-Weltbild zurücklehnen, genüsslich Tee schlüfen und uns anderen Dingen zuwenden. Einfache Antworten sind aber glücklicherweise keine, die viele, die sich mit pflanzlicher Ernährung und allem, was damit zusammenhängt, beschäftigen, zufriedenstellen. Die Sache mit dem Honig und dem Veganismus wird in Foren, Facebook-Gruppen, auf Blog unterschiedlichster Ausrichtung hoch- und runterdiskutiert, wohingegen sich die Frage nach dem (veganen) Status der Milch oder des Fleisches niemand zu stellen scheint. Warum eigentlich?

Der Grund der Debatte: Honig ist irgendwie anders

Milch ist doof und ziemlich unvegan, weil die Kälber ihren Müttern weggenommen, diese andauernd künstlich befruchtet (konkret: vergewaltigt) und als lebendige Hochleistungmaschinen missbraucht werden, die ein (an dem, was natürlicherweise möglich wäre) viel zu kurzes Leben in viel zu viel Gewalt führen.

Dass Fleisch irgendwie noch doofer und noch unveganer ist, versteht sich von selbst. Warum diskutieren aber eigentlich alle über die Bienen und ihren Honig?

Der Grund scheint mir zu sein, dass dem Honig zunächst eine andere Qualität bezüglich der ethischen Beurteilung beigemessen wird: Denn ein ganz wichtiges (und meist zentrales) Argument für den Konsum von Honig und das Imkern ist die Tatsache, dass wir auf die fleißigen Arbeiterinnen und ihre Bestäubungsleistung angewiesen sind.

 Wenn die Biene verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. (Hat Albert Einstein wohl mal gesagt. Wahrscheinlich ist es ihm aber nur angedichtet worden.)

Würde es keine Bienen geben, gäbe es rund 1/3 weniger Nutzpflanzen und 90% aller Wildpflanzen nicht mehr – und unser Ökosystem würde wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen. Für Flora und Fauna ist die Biene ein essentielles Element des Überlebens.

Die Schlussfolgerung, die da naheliegt, ist folgende: Honig = Bienenretten = Ökosystemretten.

Und obwohl diese Motviation, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, eine höchst edle ist, darf man eines nicht tun: sich vorschnell blenden lassen und ab sofort die Flotte Biene auf der morgentlichen Stulle verstreichen. Denn wo Licht ist, sind Schatten bekanntlich nicht fern.

Was ist eigentlich eine Biene?

Von Wilden und noch Wilderen

Wenn ich jetzt geschrieben hätte, dass es zahme und wilde Bienen (aka: Honig- und Wildbienen) gibt, hätten mich lesende Imker*innen zurecht ausgelacht und/oder zurechgewiesen: Bienen sind nicht zahm und bleiben immer bis zu einem gewissen Grad wild. Sie sind keine Kuscheltiere und lassen sich erst recht nicht vom Menschen vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben. (Was uns gleich zu weiteren Überlegungen führen wird.)

Nichtsdestotrotz: Es gibt Unterschiede. Es gibt (grob gesagt) zwei große Lager – die Honigbienen und die Wildbienen. Beide haben unterschiedliche Voraussetzungen, um erfolgreich zu existieren, beide unterschiedliche Erfahrungen mit dem Menschen gemacht, besitzen allerdings auch einige Gemeinsamkeiten. Here we go.

(Wikipedia sagt übrigens, dass die terminologische Unterscheidung biologisch keinerlei Relevanz besitze und leidlgich dazu diene, Laien klarzumachen, dass Biene nicht gleich Biene im Sinne von Honigbiene ist.)

Wildbiene Honigbiene
  • Wird häufig (von Laien) nicht als solche erkannt
  • Wenige Gemeinschaften (Hummeln), viele solitär lebende Arten (Weibchen baut ein eigenes Nest)
  • Extrem großes Bestäubungsspektrum
  • Sammelt Pollen bis zu Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt
  • Anpassung der Mundwerkzeuge an spezifische Blütenpollen (Oligolektie) – 1/3 der in Deutschland heimischen Wildbienen sind auf spezielle Blüten angewiesen (und vice versa)
  • Steht per Gesetz unter Schutz – aufgrund ihrer enormen Wichtigkeit für das Ökosystem
  • Drastischer Artenschwund (Zerstörung des Lebensraumes, landwirtschaftliche Intensivnutzung, Überdüngung, Pestizideinsatz – v.a. Neonicotinoide -, Stickoxide)
  • 560 verschiedene Arten in Deutschland
  • 230 der in Deutschland lebenden Arten sind gefährdet und stehen auf der Roten Liste
  • Produziert zu wenig Honig, als dass er für den Menschen interessant wäre
  • 9 von 20.000 bisher bekannten Bienenarten
  • Lebt in Gemeinschaften
  • Meist ist Apis mellifera (westliche/dunkle Honigbiene) gemeint
  • Ist in konventioneller Imkerei häufig eine hochgezüchtete und auf Honigproduktion spezialisierte Rasse (Italienische Biene – A. mellifera ligustica; Kärntner Biene – A. mellifera carnica); Buckfastbiene (Kreuzung aus Italienischer Biene und der Honigbiene aus Großbritannien)
  • Stellt eine zahlenmäßige Bedrohung für die Wildbiene dar
  • Wird seit ca. viertausend Jahren nachweislich für die Honigproduktion eingesetzt

Konkurrenz von Wild- und Honigbiene?

Führt man sich den verschwindend geringen artenmäßigen Anteil, den die Honigbiene hierzulande im Ökosystem stellt, vor Augen, klingt die Tatsache, sie könnte den wildlebenden Bienen eine Bedrohung sein, zunächst schwer übertrieben und nachvollziehbar.

In der Tat gibt es deutlich differierende Stellungnahmen zu diesem Thema – generell kann allerdings davon ausgegangen werden, dass eine intensive Honigbienen-Nutzung zulasten der im selben Lebensraum beheimateten Wildbienen gehen kann.

Das hat mehrere Gründe:

  • Die Honigbienen sind zwar nicht arten-, wohl aber zahlenmäßig weiter überlegen und treten im Gegensatz zur Wildbiene in ganzen Völkern auf. Auch und gerade dort, wo lange Zeit keine Honigbienen heimisch waren.
  • Honigbienen verfügen aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit bezüglich der Nahrungsquellen über einen enormen Wettbewerbsvorteil.
  • Neuere Studien weisen darauf hin, dass von der Honigbiene ausgehende Krankheiten das Immunsystem der Wildbienen schwächen und so den ohnehin bedrohten Bestand noch weiter dezimieren kann. Zu diesen Krankheiten zählen Pilze, Viren, Protozoen, Spiroplasmen – und nicht zuletzt die zu einiger Berühmtheit gelangte Varroamilbe, die insbesondere bei in Gefangenschaft gehaltenen Honigbienen auftritt. (Ob und inwieweit hoch ansteckende Krankheiten auch bei Wildbienen verbreitet sind, muss allerdings noch untersucht werden.)
  • Wildbienen besitzen eine äußert geringe Fortpflanzungsrate: ein Weibchen legt im Laufe seines Lebens (4-6 Wochen) rund 10-30 Brutzellen an. Wie viel des Nachwuchses überlebt, hängt von Witterung, Fressfeinden und übrigen natürlichen Einflüssen ab. In der Regel schlüpfen maximal 10 neue Weibchen. Honigbienen hingegen vermehren sich geschützt und mit rasender Geschwindigkeit: eine Königin legt bis zu 1500 Eier pro Tag.

Das Problem in der ganzen Sache liegt nämlich darin, dass die Dunkle Honigbiene (Apis mellifera mellifera), die zunächst jahrtausendelang neben den wildlebenden Arten existierte, fast gänzlich ausgestorben ist und durch hochgezüchtete Rassen ersetzt wurde.

Wenn wir also von „unserer“ Honigbiene sprechen, meinen wir damit importierte, vielfach gekreuzte Hochzuchtrassen aus verschiedenen Ländern, die genausowenig natürlicher Bestandteil unserer Fauna sind wie eine preisgekrönte Hochleistungsmilchkuh.(Quelle)

Durch zielgerichtete Züchtung sind Honigbienen, die in der konventionellen Imkerei eingesetzt werden, in der Lage, nahezu jede Bestäubungsquelle zu nutzen – man hat der Evolution ein wenig auf die Sprünge geholfen, zum Nachteil der Wildbienen. Was das für Konsequenzen für die Fortpflanzung der Wildbienen haben kann, gibt es hier ebenfalls ausführlich zum Nachlesen.

Anmerkung
Das bedeutet natürlich nicht, das Zucht automatisch schlecht ist, weil sie unnatürlich ist. Wenn man das Argument anwandte, dürfte man beinahe gar keine Lebensmittel mehr konsumieren – denn so ziemlich jede Obst- und Gemüsesorte wurde ebenfalls stark durch menschliche Zuchtwahl manipuliert. Hier geht es aber darum, dass eine hochgezüchtete Art in direkte Konkurrenz mit den einheimischen tritt – und das ist in der Tat höchst bedenklich.

Honigbienen gelten meist als „die Bienen“ und Bienen als „die Blütenbestäuber“ schlechthin. Imker werden schnell als die Bewahrer der Natur und Schöpfung betrachtet. Mit „wahrer“ Natur hat die Imkerei allerdings nicht viel zu tun. Honigbienen, die in Natur und Garten fliegen, sind eben nicht die ehemals wilden, heimischen Honigbienen, sondern Zuchtformen fremdländischer Rassen. (Quelle)

Bestäubungsleistung von Wild- und Honigbiene

Und obwohl Honigbienen den Zahlen- und Optimierungsvorteil auf ihrer Seite haben, scheint ihre faktische Bestäubungsleistung die der Wildbienen nicht zu übertreffen – manche Quellen sprechen sogar davon, dass Letztere nach wie vor deutlich effizienter arbeiteten.

Diese These stützt sich auf verschiedene Argumente – unter anderem auf die Kälteunempfindlichkeit der Wildbienen, die noch bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt arbeiten (zu den WIldbienen werden übrigens auch Hummeln gezählt), anatomische Besonderheiten wie ein besonders langer Rüssel für die Bestäubung von Blüten, an die die Honigbiene nicht heranreichen kann, spezielle Bestäubungsstrategien (buzzing), die der gezüchteten Biene ebenfalls körperlich nicht möglich sind oder die sie bisher nicht zur Nahrungssuche einsetzt und die fehlende Arbeitsteilung (alle Individuen leisten Bestäubungsarbeit).

Ein Beispiel:

Pro Hektar Apfel- oder Mandelbäume werden ca. 400 Mauerbienenweibchen und 400-600 Männchen zur effektiven Bestäubung benötigt. Für die gleiche Fläche veranschlagt man 1-3 Bienenvölker mit ca. 20.000 aktiven Arbeiterinnen pro Volk.

Sind Honigbienen schlecht für das Ökosystem?

Jetzt haben wir viel Negatives gelesen: Honigbienen sind hochgezüchtete Rassen, die eigentlich so nicht in der Natur vorkommen. Sie verdrängen womöglich die wildlebenden Bienen, schleppen Krankheiten ein und sind nicht einmal annäherend so effizient beim Bestäuben wie ihre wildlebenden Verwandten. Sind Honigbienen und ihre Haltung daher ein Minusgeschäft für ein ausgeglichenes Ökosystem?

Fest steht: Die Natur ist nicht zwingend auf die Bestäubungsleistung der Honigbiene angewiesen – Länder, in denen es lange Zeit keine Honigbienen gab (beispielsweise in Lateinamerika, wo die Honigbiene mit europäischen Siedlern eingeführt wurde), entwickelten ebenfalls eine differenzierte und facettenreiche Fauna, die sich auf die Arbeit der wildlebenden Bestäuber gründet.

Der NABU achtet sogar streng darauf, dass Honigbienen von Imkereien (seien sie nun privat oder kommerziell ausgerichtet) nicht zu nahe an Naturschutzgebiete heranfliegen können und verlangt einen Mindestabstand von 1,5-2 Kilometern, um die Landschaft für die heimischen Bestäuber zu schützen.

Eine ganz andere Sache ist allerdings der Lebensmittelbedarf des Menschen. Denn genau dafür sind Honigbienen mittlerweile unverzichtbar geworden: Die Massentierhaltungsszenarien, die durch den Film “More than Honey” traurige Berühmtheit erlangt haben, sind mittlerweile Usus und eine wichtige Säule für den Erhalt der konventionellen Landwirtschaft, wie wir sie heute kennen.

Solange wir in Monokulturen anbauen und unsere Lebensmittelpolitik (die im Wesentlichen aus Überschussanbau mit daraus resultierender Verschwendung besteht) nicht überdenken, werden wir Massen an Honigbienen brauchen, um die erforderlichen Bestäubungsleistungen erbringen lassen zu können.

(Konsequenterweise proben erste Großimker*innen mittlerweile die Bestäubung durch Hummeln und andere Wildbienenarten – denn deren Leistung liegt ja weitaus höher als die der Honigbiene. Wohin das führen soll, wagen wir uns nicht vorzustellen.)

Wen schützen?

Vom Bienensterben haben wir sicherlich alle etwas mitbekommen: Vor allem in den Völkern an der amerikanischen Westküste waren in der Hochzeit des Bienenschwunds in den Jahren 2006/2007 bis zu 80% der Völker urplötzlich weggestorben. Seitdem geht ganz offiziell die Angst vor dem (Honig-)Bienensterben um, das sich (wieder einmal) auf verschiedene Ursachen zurückführen lässt (Varroa-Milbe, Überzüchtung, Monokulturen, Pestizide u.s.w.).

Nachdem wir nun also aber wissen, dass ein Großteil der wildlebenden Bienenarten auf der Roten Liste steht, und wir uns die Relevanz dieser Arten für ein im wahrsten Sinne des Wortes blühendes Ökosystem vor Augen geführt haben, ist relativ einleuchtend, dass auch und gerade die Wildbienen unseres Schutzes bedürfen.

Wenn wir also am Großprojekt “Bienenschutz” interessiert sind, sollte dieser sich nicht als synonym mit “Honigbienenschutz” verstehen, sondern (dieser Ansicht sind mittlerweile so ziemlich alle Forscher*innen) in erster Linie auf den Erhalt der Wildbienen fokussieren.

Denn: Wildbienenschutz ist immer auch gleichzeitig Honigbienenschutz – andersherum ist das nicht unbedingt der Fall.

“Bienenschutz” sollte nicht ausschließlich auf den “Honigbienenschutz” reduziert werden, sondern sollte vielmehr als Natur- und Strukturschutz verstanden werden, der alle Arten fördert. Alle Maßnahmen, die beitragen, die Strukturvielfalt unserer Landschaft zu erhöhen und zu einer blüten- und artenreichen Vegetation beitragen, müssen verstärkt gefördert werden. Diese Maßnahmen nützen immer auch der Honigbiene und entzerren damit die Nahrungskonkurrenz zu unseren Wildbienen. (Quelle)

Die Honigbiene ist ein Nahrungsgeneralist und kann aus nahezu allen Pollen und Blüten Honig gewinnen und ihr Überleben sichern. Viele Arten der Wildbienen hingegen sind auf wenige Pflanzen spezialisiert, von denen ihr Leben abhängt. Das Vorkommen dieser Futterquellen im Ökosystem zu fördern und zu sichern, kann nur für beide Seiten von Vorteil sein.

Wie man zum Schutz der Wildbienen beitragen kann, könnt ihr hier, hier und hier nachlesen. (Vorsicht! Da ist viel Geldmacherei im Spiel! Gut informieren, dann kaufen.)

Was ist wesensgerechtes Imkern – und wo gibt es das?

So – jetzt haben wir uns langatmig (ich hoffe, nicht zu langatmig – aber dieser Vorlauf musste sein) mit der ökologischen Perspektive der Honigfrage beschäftigt. Zeit, zur ethischen zu kommen.

Beide Aspekte sind selbstredend nicht so einfach voneinander zu trennen, wie ich das hier mit verscheidenen Abschnitten suggeriere – und so hat eine Mixtur an Fragen aus diesen beiden Themenfeldern letzten Endes dazu geführt, dass ich nun hier (mitternächtlich, falls das jemanden interessiert) sitze und meine Recherche-Ergebnisse und Gedanken zum Bienen-und-Honig-Thema meiner Tastatur anvertraue.

Eine praktische Motivation lag außerdem in einem kürzlich erfolgten Imkerei-Besuch mit Laura, die sowohl einer der beiden kreativen Köpfe hinter Waldsinnig als auch Mitarbeiterin beim Scheidtmann Landschaftsbau ist – und die wollen demnächst Bienen in ihre Arbeit integrieren. Die Bienen der Imkerei Keinhörster aus Recklinghausen.

Und weil Laura wusste, dass mich das Thema seit einiger Zeit beschäftigt (siehe beispielsweise diese Rezension hier) und in der Imkerei Keinhörster sehr viel Wert auf den “guten Umgang” mit den Tieren gelegt wird, beschlossen wir, zum Tag der offenen Tür einmal vorbeizuschauen in Recklinghausen bei den summenden Arbeiterinnen.

Wie wird Honig produziert?

Um zu verstehen, was eigentlich aus ethisch-pflanzlicher Perspektive so problematisch am Honig (ergo: warum für viele Honig vegan nicht funktioniert) ist, müssen wir uns vor Augen führen, wie er eigentlich produziert wird. Und das funktioniert (ganz grob gesagt) so:

Die Bienen schwärmen aus, sammeln den Siebröhrensaft, der von vielen Blüten als Nektar ausgeschieden (aber auch beispielsweise von Nadelbäumen abgesondert) wird, in ihrer Honigblase. Sie verarbeiten diese zu Honig, indem sie sie kauen, herunterschlucken, teilverdauen, wieder hochwürgen und einer weiteren Stockbiene oral zuführen – die den ganzen Prozess von vorn beginnt (daher wird Honig von einigen Veganer*innen auch als “Bienenkotze” bezeichnet).

Im Honigmagen der Biene sorgen verschiedene Enzyme (unter anderem die Invertase) dafür, dass der Nektar, der ein Mehrfachzucker (Saccharose) ist, sich in Einfachzucker (Glucose und Fructose) aufspaltet und der Wassergehalt von knappen 70% auf 20% oder weniger reduziert wird.  Die Glucose wird weiter aufgespalten (zu Wasserstoffperoxid und Gluconsäure).

Die Bienen lagern den fertig produzierten Honig als Wintervorrat in ihren Waben im Stock ein – für sich selbst, vor allem aber für die nachfolgende Brut.

Ist der Honig aus menschlicher Perspektive “reif” (der Wassergehalt liegt bei ca. 18% oder darunter), wird er abgeerntet. Dazu werden die Honigwaben aus dem Stock genommen und durch neue, leere Waben ersetzt. Anschließend erfolgen das Abnehmen der Wabendeckel und die Schleuerung in der Hochgeschwindigkeitsmaschine, damit der Honig aus den Waben gepresst wird, sowie das abschließende Sieben (Pollen und andere Partikel werden entfernt) und Umrühren des Honigs (das lediglich ästhetischen Zwecken dient).

Unterschiede und Richtlinien: Konventionell, Bio und Demeter

Wie genau mit den Bienen während dieser Prozedur umgegangen wird, ist die Kernfrage, wenn es darum geht, ob Honig vegan bzw. aus der Perspektive von ethischen Veganer*innen vertretbar sein kann oder nicht. Denn hier gibt es bedeutende Unterschiede – die für den einen Veganer den Konsum aus bestimmten Quellen rechtfertigen, für die andere Veganerin allerdings weniger ins Gewicht fallen, da der Konsum ein prinzipielles Problem darstellt.

KonventionellBiolandNaturlandDemeter
  • Keine Einschränkung des Trachtengebietes (Futterquelle)
  • Chemisch-synthetische Mittel zur Bekämpfung der Varroa-Milbe
  • Futter zur Überwinterung: nicht geregelt, alle Zuckerarten zugelassen.
  • Keine Vorgaben zur Verwednung von Wachs und Waben – immer wieder genutzt.
  • Baumaterial des Stocks: oft Kunststoff, Pestizidanstriche sind zulässig.
  • Flügelschnitt bei der Königin erlaubt.
  • Intensivbestäubung wird vermieden, Biokulturen bevorzugt
  • Nur organische Säuren zur Bekämpfung der Varroa-Milbe erlaubt.
  • Futter zur Überwinterung: nur Bioland-Honig und Biozucker; den Bienen muss ein Teil des Honigs im Stock belassen werden.
  • Altes Wachs wird stetig entfernt und durch frisches ersetzt.
  • Natürliche Baumaterialien; keine Pestizidanstriche erlaubt; nur Streichen mit schadstoffarmen Farben
  • Flügelschnitt verboten
  • Der Einsatz von synthetischen Medikamenten ist verboten.
  • Desinfenktion muss chemiefrei erfolgen (Wärme + mechanische Behandlung)
  • Standort mindestens 3 km entfernt von eventuellen Beeinträchtigungen der Honigqualität (Verschmutzungsquellen)
  • Standortwechsel nur in absoluten Ausnahmefällen erlaubt (müssen begründet und dokumentiert werden)
  • Natürliche Baumaterialien (Holz, Lehm, Stroh); keine Pestizidanstriche, nur Streichen mit Lein- oder Holzöl. Innenbehandlung nur mit Propolis, Bienenwachs oder Pflanzenöl erlaubt.
  • Reinigung per heißem Wasser oder Flammen – nur in Ausnahmefällen (Stock-Infektion) sind organische Säuren erlaubt.
  • Regelmäßiges Wechseln von Wachs und Waben – diese dürfen nur aus Naturland-zertifizieren Imkereien stammen.
  • Futter zur Überwinterung: Mindestens 10% des Honigs muss im Stock belassen werden; Zucker und Zuckersirup sind nur für diesen Zweck gestattet. Keine Pollenersatzstoffe erlaubt.
  • Minimaler Gebrauch von Rauch; Verbot von synthetischen Beruhigungsmitteln
  • Flügelschnitt verboten
  • Keine gentechnische Veränderung der Arten zugelassen; lokalen Arten wird der unbedingte Vorzug gegeben.
  • Künstliche Besamung nur in eigens legitimierten Betrieben.
  • Der Einsatz von chemisch-synthetischen Medikamenten ist verboten.
  • Nur Heilmittel zugelassen, die auch natürlicherweise im Honig enthalten sind
  • Vermehrung ausschließlich über den Schwarmtrieb
  • Flügelschnitt verboten
  • Innenbehandlung der Stöcke nur mit Bienenwachs und Propolis aus Demeter-Bienenhaltung.
  • Natürliche Baumaterialien; nur Holzschutzmittel mit natürlichen und unbedenklichen Inhaltsstoffen erlaubt
  • Reinigung: Hitze, Wasser, mechanisch
  • Instrumentelle Besamung und künstliches Umlarven der Königinnen sind verboten.
  • Honigertragssteigerung durch Zukauf von Königinnen ist nicht zulässig.
  • Europäische Bienenrassen sind Vorschrift.
  • Naturwabenbau ohne künstliche Zwischenwände.
  • Überwinterung: Mit dem Honig des Stocks; wenn das nicht möglich ist, müssen mindestens 5% Gewichtsprozent des eigenen Honigs belassen werden. Kamillentee und Salz (aus biodynamischer Herstellung) müssen zugesetzt werden.
  • Verbot von Pollenersatzstoffen

Zusätzlich zu den groben Richtlinien, die konventionelle Imkerei von solcher mit Bioland-, Naturland- oder Demeter-Qualität unterscheiden, gibt es natürlich noch eine ganze Reihe von differenzierten Regeln, die für alle möglichen weiteren Siegel und Zertifikate gelten. Das sparen wir uns an dieser Stelle aber lieber. Wichtig zu wissen ist, dass EU/Nicht-EU-Honig in der Regel sehr lasche Richtlinien aufweist und dort der Großteil des Honigs mehr oder weniger Zuckerwasser darstellt.

Glückliche Bienen?

Doch egal, aus welcher Haltung der Honig stammt, den wir konsumieren: Er wird nach wie vor Tieren weggenommen, die ihn eigentlich nicht für uns, sondern für sich selbst und ihren Nachwuchs produzieren. Ist Honig vegan? Nach diesem Kriterium (das das ausschlaggebende für viele Veganer*innen ist) nicht.

Sind meine Bienen glücklich? Kann ich nicht sagen – toll finden sie’s sicher nicht, wenn ich ankomme und den Honig rausnehme. Aber von irgendwas müssen wir ja leben und die Vorteile überwiegen die Nachteile. (Jens, Imkerei Keinhörster)

Prinzipiell ist das doch wieder dasselbe wie mit den Kühen und ihrer Milch: Sie ist nicht für uns bestimmt, sondern für das Kalb, das die enthaltenen Nährstoffe für ein gesundes Wachstum braucht. Dennoch nehmen wir der Mutter das Kind weg, zapfen ihre Milch an und füllen sie in hübsche Kartons und Flaschen zum Direktverzehr beim Frühstück ab. Ist das mit dem Honig nicht irgendwie dasselbe? Und wenn ich Honig legitimierte – bin ich dann nicht auch nahe dran, wieder Kuhmilch zu trinken?

Das ist eine schwierige Frage, finde ich.

Ich glaube, grob betrachtet handelt es sich um dieselbe Situation: Tieren wird ihr Erzeugnis weggenommen, sie werden für menschliche (Luxus-)Zwecke ausgebeutet. Denn dass wir weder Honig noch Milch für unser Überleben brauchen, sondern einfach konsumieren, weil wir beides lecker finden, dürfen wir uns eingestehen.

Dennoch denke ich, dass es sich bei Bienen und ihrem Honig um einen anders gelagerten Fall handelt als bei den Milchkühen, obwohl viele Aspekte (Hochzuchtrassen, Ausbeutung) miteinander vergleichbar sind.

(Voraussetzung für die folgenden Überlegungen ist eine sogenannte “wesensgerechte” Imkerei (so es denn so etwas überhaupt geben kann – noch können wir die Insekten leider nicht nach ihrer Sicht der Dinge befragen) nach Demeter- oder zumindest Naturland-Standards.)

  • Bienen werden nicht in Isolationshaft gehalten, sondern können sich nach wie vor frei bewegen.
  • Wie wir oben gesehen haben, imkern über 90% der Imker*innen in Deutschland mit weniger als 10 Völkern – von Massentierhaltung mit den Dimensionen von Milchhocherzeugungsbetrieben sind wir also weit entfernt.
  • Manchmal ist die Entnahme des Honigs die einzige Möglichkeit, die Bienen über den Winter zu bringen: Spezielle Sorten (beispielweise derjenige aus Rapspollen) gerinnen im Stock zu Klumpen, sodass die Bienen sie nicht für die Fütterung verwenden können. Sie verhungern dann im wahrsten Sinne des Wortes mit voller Speisekammer.
  • Ob Bienen Schmerzen fühlen können oder nicht, ist eine heiß umstrittene Frage, zu der es bisher keine eindeutigen Antworten gibt. (Obwohl für mich dann stets gilt: Im Zweifel für die Tiere.)
  • Nicht immer, aber regelmäßig produzieren die Bienen Honig über den Bedarf des Stocks hinaus. Es gibt sehr unterschiedliche Rechnungen für diesen Zusammenhang (die sicher auch je nach Quelle mit Vorsicht zu genießen sind), aber eine beispielhafte sieht wie folgt aus: In einem Jahr produzieren Bienen rund 140 kg Honig. Davon verbrauchen sie 80 kg bis zum Winter (Nahrung, Aufzucht, Wabenbau) und haben dann noch 60 kg als Vorrat zur Verfügung. Von diesem benötigen sie aufgrund extrem reduzierter Tätigkeit allerdings nur rund 25 kg – sodass theoretisch 35 kg geerntet werden können, ohne die Bienen in eine Notsituation zu bringen.

Das wohl gewichtigste Argument ist allerdings, dass die meisten Honigbienen-Rassen ohne menschliche Hilfe (Quartier, Fütterung, Behandlung bei Pilz- und Milbenbefall) nicht überleben würden. Das ist allerdings nicht aus der Perspektive der Tiere, sondern aus anthropozentrischer Sicht argumentiert. Wir brauchen die Bienen, nicht andersherum. Kalt formuliert: Den Bienen dürfte es schnuppe sein, ob sie aussterben – Mutter Natur ebenso. Wir sind die Einzigen, die ein wirkliches Interesse am Überleben der Honigbiene haben – eben, weil wir uns an ihr Erzeugnis gewöhnt haben und auf die Bestäubungsleistung angewiesen sind (auch wenn sie geringer ausfällt als bei ihren wilden Verwandten).

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Und gerade, weil das so ist (und sich vermutlich erst mit einer neu interpretierten Landwirtschaft ändern wird), ist die Frage berechtigt, ob Imker*innen nicht trotz des Ausbeutungs-Problems einen wichtigen Beitrag zum Bienen- und Umweltschutz leisten.

Denn: Da (zumindest hierzulande) die meisten Imkereien kleine bis mittelgroße Betriebe sind, die nach ganz anderen Maßstäben produzieren als die Massenindustrie, die für die Bestäubung der kalifornischen Mandelplantagen verantwortlich ist (theoretisch müsste man diese Mandeln boykottieren), darf man sich fragen, ob es aktuell eigentlich eine größere Lobby für Bienen (und damit irgendwie auch: für Wildbienen), weniger Insektizide und weniger (bis gar keiner) Gentechnik gibt als diese Bienenhalter*innen?

Ist Honig eigentlich gesund?

Um abschließend zu diesen Überlegungen noch einen kleinen Schwenker in die gesundheitstechnische Ecke zu machen: Honig werden gerne alle möglichen Heilkräfte nachgesagt und er ist in der traditionellen Medizin nach wie vor ein beliebtes Mittel gegen kleine und große Leiden und gilt in der Küche nach wie vor als wertvolle, weil gesundheitsfördernde Zutat.

Das ist allerdings ebenfalls einigermaßen umstritten – denn Honig besteht (wie wir oben gesehen haben) zunächst einmal aus ziemlich viel Zucker. Je nach Honigart (von denen es sehr viele gibt) besteht er aus 27-44% Fructose, 22-41% Glucose, bis zu 5% Saccharose und 4-14% Maltose sowie weiterer Mehrfachzucker. Das ist eine ganze Menge.

Die viel gelobten Spurenelemente und Mineralien sucht man (ehrlich gesagt) mit der Lupe und es gibt bei Weitem viele Lebensmittel, die dem Honig in dieser Kategorie den Rang ablaufen können. Lediglich Vitamin C und B2 sind in nennenswerter Konzentration vorzufinden (4,3% bzw. 6,3%) sowie Eisen (8,6%) und Zink (2,4%) – übrige Prozentzahlen tendieren gegen Null. (Angaben für 100 g Honig, gemessen am Tagesbedarf eines Durchschnittsmenschen. Diese Zahlen sind natürlich nur Beispielnummern und schwanken je nach Honigqualität stark.)

Fairerweise muss dazugesagt werden, dass die direkte und oft bevorzugte pflanzliche Alternative aus Löwenzahnblüten sicherlich noch um einiges problematischer ist, da sie eigentlich nur aus den erwähnten Blüten, Wasser und (im schlimmsten Fall) Haushaltszucker besteht. Das ist sicherlich nicht unbedingt die beste Alternative – auch wenn das Endprodukt echtem Honig zum Verwechseln ähnlich sieht.

Auch die übrigen Kandidaten (Ahornsirup, Agavendicksaft) sind nicht unbedingt gesünder – vor allem nicht für die Umwelt. Als gesündeste Alternative empfinde ich immer noch Dattel- bzw. Kokosblütenzucker, obwohl ich weiß, dass man damit a) die Konsistenz nicht ersetzen und b) sich nicht unbedingt sehr ökologisch vorkommen kann.

Fazit: Honig vegan konsumieren – wenn ja, von wem?

Die wichtigste Frage zuerst: Werde ich zukünftig Honig konsumieren? Ist Honig vegan – für mich? Ich denke, ich kann beides unter Vorbehalt mit “Nein” beantworten. Aber ich denke ebenfalls, dass ich Ausnahmen machen werde.

Honig ist nicht vegan, per definitionem. Dass und warum mir diese einfache Antwort nicht ausreicht, hoffe ich hier einigermaßen erläutert haben zu können – obwohl dieser Beitrag (wie alles hier) keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und man da noch viele Argumente sowohl ins Pro- als auch ins Contra-Feld führen kann.

Ich werde nun nicht zur Honig-Esserin mutieren – auch, wenn ich glaube, dass man (wenn bei den richtigen Menschen und im richtigen Maß gekauft wird) etwas “Gutes” damit tun kann. Das hängt zum einen damit zusammen, dass ich in meinem ganzen bisherigen Leben nicht der Honig-Mensch war – ich habe ihn einfach nie gerne gegessen. Zum anderen glaube ich, dass alternative Maßnahmen wie das Aufstellen von Wildbienenhotels oder das Aussäen entsprechender Pflanzen einen mindestens ebenso großen Beitrag zum Schutz von (Wild-)Bienen leisten können.

Vielleicht macht es hier die Kombination beider Tätigkeiten aus, vielleicht auch nur die Ausübung einer – ich glaube, das muss jede und jeder für sich selbst entscheiden.

Was ich aber vermutlich zukünftig offener beurteilen werde, ist die Verwendung von Honig in Kosmetika – solange es sich um Demeter-Honig handelt und er nicht den Löwenteil der Zutatenliste ausmacht. Einige richtig gute und verantwortlich handelnde Unternehmen, bei denen runderherum alles stimmig ist und die ich gerne unterstüzte, nutzen ihn beispielsweise und ich glaube, für mich persönlich stellt das zukünftig kein großes Problem dar. (Vor allem, da solche Produkte von mir höchstens ein Mal im Jahr gekauft werden.) Das wäre dann die Ausnahme.

Generell gilt: Wir konsumieren als in Deutschland lebende Menschen viel zu viel Honig (rund 1 kg pro Jahr) – deswegen muss extrem viel importiert werden. Unabhängig von der Frage, ob Honig vegan sei, sind wir daher alle gut beraten, unseren Konsum zu drosseln – den Bienen, der Umwelt und uns selbst zuliebe.

Wie haltet ihr es mit dem Honig? Ist Honig vegan für euch, konsumiert ihr ihn oder nicht – und warum?

Quellen und weiterführende Informationen
https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tiere/wildbienen.html: http://www.bee-careful.com/de/initiative/unterschied-zwischen-honigbienen-und-wildbienen/; https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/wildbienen; https://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/honigbiene-versus-wildbiene/; http://www.naturspaziergang.de/Wissenswertes/geschaefte_mit_wildbienen.htm; http://www.bioland.de/infos-fuer-verbraucher/bioland-tiere/bioland-bienen.html; https://www.naturland.de/de/erzeuger/betriebszweige/imkerei.html; http://demeter.ch/wp-content/uploads/2016/08/II-13-Bienen_2016_formatiert.pdf; https://www.vegetarierforum.de/threads/14295-alles-zum-thema-honig; http://www.wildbienen.de/wbf-honb.htm; http://bienen-dialoge.de/honig-und-zuckerfuetterung/
Dieser Beitrag passt wunderbar zur EiNaB-Blogparade, sodass ich ihn gerne für die aktuelle Parade einreichen möchte. Schaut vorbei – ihr findet dort ganz viel Inspiration für nachhaltigeres Leben!

JENNI MARR

Wanderin im Geiste, mit der Nase im nächsten Buch, nie so ganz zuhause und doch immer da.

KOMMENTARE

[…] Meine Variante ist also streng genommen nicht vegan (ihr könnt natürlich das sirupartige Süßungsmittel eurer Wahl nutzen) – warum ich Honig aber bewusst und ausgewählt konsumiere, könnt ihr hier nachlesen. […]

Liebe Jenny, vielen Dank für diesen tollen Artikel. Ich konsumiere keinen Honig, erstens mag ich ihn nicht, zweitens ist er für mich nicht vegan und drittens die von dir angesprochene Zuckerproblematik. Was mich allerdings manchmal zum nachdenken bringt, ist die frage, ob Kerzen aus Bienenwachs nicht die eigentlich ökologischere Alternative sind?! Wie siehst du das? Ich sehe das Bienenthema allerdings auch vielschichtiger als andere vegane Themen, wo es einfach überhaupt keine pro Argumente gibt.
Hab heute erst wieder ganz viel Bienen-Schmaus ausgesät, damit es in meinem Garten schön summt. Ein paar Hummeln waren schon zu Besuch. Gestern habe ich sogar in der Buchhandlung Samen geschenkt bekommen. Das hat mich riesig gefreut.

Liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet, Daniela

Liebe Daniela,
ich freue mich sehr, dass der Artikel dir weiterhelfen konnte und dir neue Ansätze mitgeben konnte!
Ich sehe die Problematik mit dem Honig und den Bienen auch wesentlich komplexer als andere Tierprodukte-Themen.
Da spielen viele, viele Aspekte rein, die ich ja auch im Artikel angesprochen habe.
Bei Kerzen habe ich mich noch nicht im Detail damit auseinandergesetzt, was die ökologischste Version ist, aber ich glaube, unterm Strich kann man mit Bienenwachskerzen, die vom Imker nebenan stammen, wenig falsch machen, denke ich und ich kann mir vorstellen, dass das wirklich die nachhaltigste Alternative ist.
Hundert prozentig sicher bin ich mir allerdings nicht. 🙂
Ich freue mich, dass die Bienen bei dir so gutes Futter finden und habe selbst auch fleißig ausgesät.
Ich bin schon gespannt, wann alles blühen wird!

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,
ich bin heute morgen beim Stöbern in Pinterest auf deinen Blog gestoßen. Mich beschäftigen aktuell auch viele deiner Themen (vegan, Zero Waste, Minimalismus, Introvertiert sein etc.) Ich finde deine Artikel wirklich sehr gut recherchiert und total bereichernd. Bei vielen Themen auch ich auch nur ein Halbwissen und freue mich dies nun ein wenig ergänzt zu haben. Zum Honig habe ich eine für mich vertretbare Variante gefunden. Wir brauchen eher wenig Honig, meist im Herbst/Winter in den Ingwertee zum Süßen und wenn mich die seltene Lust packt Honig aufs Brot zu schmieren. Aber wir verbrauchen im Jahr max. 1-2 Gläser. Da mein Schwiegervater (Hobby-)Imker ist und auch eine Arbeitskollegin eine kleines Völkchen hat, weiß ich immer genau, wo mein Honig herkommt und unter welchen Bedingungen die Bienen gehalten werden. Auch wenn beide keine Zertifizierung haben. Ich stöbere dann mal weiter.
Viele Grüße
Jenny

Hallo Jenni.

Erstmal: Wow!
Toller Artikel zu einem interessanten Thema, durch das ich bisher leider nie richtig durchgestiegen bin. Dank dir, habe ich das Gefühl nun eine bewusstere/besser informierte Einstellung zum Honig entwickeln zu können. Du hast mir viele, seit längerem bestehende Fragen beantwortet und damit indirekt auch den Menschen, die mir regelmäßig Fragen zum Thema ‘Ist Honig eigentlich vegan’ stellen.
Ich kann gut nachvollziehen, dass es nicht leicht wahr dieses Thema (für dich selbst zufriedendstellend) zu ‘bearbeiten’. Meiner Meinung nach ist es dir aber wirklich gut gelungen. Abgesehen von der sehr guten Recherchre, gefällt mir besonders wie du schwarz-weiß-Denken vermeidest und unterschiedliche Sichtweisen darstellst.

Vielen Dank nochmal und liebe Grüße
Ole

Hallo Ole!
Ich danke dir für dein liebes Lob und freue mich sehr, dass dir der Artikel so gut gefallen hat!
Meiner Ansicht nach ist das wirklich ein komplexes Thema und ich finde es nicht richtig, schwarz oder weiß darzustellen – eine dogmatische Position zu vertreten, ist einfach. Das Facetten-Denken dagegen schwieriger – aber oftmals lohnender, weil fairer allen Beteiligten gegenüber. Das ist mir sehr wichtig und ich freue mich, dass das auch so rübergekommen ist. 🙂

Toll, dass der Artikel dir weiterhelfen konnte!

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni, was für ein super Artikel! Vielen Dank für die ganzen Recherchen und Illustrationen aus einer neutralen Perspektive :-).

Hey Prosper,

ich danke dir für den lieben Kommentar und freue mich, dir vielleicht ein wenig weitergeholfen zu haben! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,
Ich finde deinen wirklich gut recherchierten Artikel beeindruckend! Denn genau diese Frage habe ich mir oft gestellt: Warum essen Veganer keinen Honig?
Ich esse kein Fleisch, bin per Definition aber auch kein Vegetarier, setze mich also natürlich auch mit ähnlichen Themen auseinander. Du hast vollkommen Recht: Milch und Honig sind sicherlich nicht überlebenswichtige Lebensmittel, nur zum Luxus von Menschen gemacht. Aber es gibt kaum etwas, worauf das nicht anwendbar wäre: Warum gibt es hunderte verschiedene Apfelsorten? Es gibt doch auch den Wildapfel, der essbar ist (um nur ein Beispiel zu nennen). Ich kenne viele, die auf Kaffee (KAFFEEEEEEE!!!!! 😉 ), Kakao, Schokolade, etc. nicht verzichten können – oder einfach Zucker.
Bei uns erste-Welt-Ländern ist Essen ein Genussmittel geworden, statt überlebenswichtig.
Man kann dagegen steuern, seine Einstellung ändern. Aber um vollkommen aus diesem Kreislauf auszusteigen, braucht es bei uns erst einmal eine Hungersnot.
Jetzt schweife ich ab – letzter Satz: Ich respektiere die vegane Lebenseinstellung jedes Einzelnen, aber tierische Lebensmittel gehören zu unserer Kultur und das ist ebenso akzeptabel.
Viele Grüße,
Izabella

Liebe Izabella,

ich danke dir für die Rückmeldung und freue mich, dass der Artikel dir so gut gefallen hat.

Natürlich hast du recht: “Brauchen” im Sinne von “wir würden ohne nicht überleben” tun wir wirklich wenige Lebensmittel und der Großteil unserer Ernährung ist mittlerweile ein Lifestyle-Ding – was auf der einen Seite positiv, auf der anderen Seite negativ zu betrachten ist.
Ich für meinen Teil respektiere auch jede Ernährungsweise, bin aber dennoch der Ansicht, dass es einen Unterschied macht, ob Massentierhaltung unterstützt wird oder nicht. Das hat für mich wenig mit Tradition und Kultur zu tun, sondern vielmehr mit einem auf Profitgier basierendem System, das gewaltig aus dem Ruder gelaufen ist. Die Folgen dieses Systems sind jetzt schon für uns alle spürbar und aus meiner Perspektive wäre es nicht richtig, das zu ignorieren (wie es leider immer noch zu häufig geschieht).

Liebe Grüße
Jenni

Hallo Jenni!

Ich habe das große Glück, dass mir Honig so gar nicht schmeckt. Das ist oft ein Vorteil, wenn man sich mit ökologischem Verhalten und mit Müllvermeidung beim Einkauf auseinander setzt. Mir schmeckt auch Fleisch nicht.

Ein Problem bei den Bienen ist ja auch, soviel ich weiß, dass ihnen der Honig weg genommen wird und die Brut statt dessen mit Zuckerwasser gefütter wird.

Also hier sehe ich schon eine sehr deutliche Parallele zu den Milchkühen, denn die Kälbchen werden ja auch nicht artgerecht gefüttert.

lg
Maria

Liebe Maria,
ich danke dir für deinen Kommentar und freue mich, dass Honig (und auch Fleisch) für dich Themen sind, mit denen du dich intensiv auseinandersetzt (und wenn einem das nicht schmeckt, fällt der Verzicht ja umso leichter).
Bezüglich des Zuckerwassers muss ich allerdings Fjonka recht geben (jedenfalls nach den Ergebnissen meiner Recherche): Im Winter wird zugefüttert und da gibt es dann keine Brut – im Gegenteil: Das Volk schrumpft sogar drastisch, um durch den Winter zu kommen.
Und inwiefern Zuckerwasser (und in welcher Qualität) zugefüttert wird (unabhängig davon, welche Bienen das jetzt bekommen), hängt auch stark von den Qualitätsrichtlinien, denen sich die Imkerei (oder der/die Hobby-Imker*in) verschrieben hat, ab.
Die Parallele im Sinne davon, dass ein Nahrungsmittel weggenommen wird, ist dennoch gegeben. Allerdings gibt es auch hier drastische Unterschiede im Sinne von: Manchmal wird auch nur das “Überflüssige” genommen, sodass den Tieren kein Mangel entsteht. Inwiefern das für einen selbst noch vertretbar ist, muss man natürlich immer selbst entscheiden.

Liebe Grüße
Jenni

Hallo, Jenny

Ich selbst bin nicht vegan (nicht mal vegetarisch), aber ich bin als Hobby-Imkerin UND Naturgarten-Gärtnerin (der Naturgarten eV hat als einen Schwerpunkt Insektenschutz) wirklich froh über Deinen gut recherchierten und vor allem sachlichen Beitrag!
Welchen Schluß man auch immer daraus ziehen mag – und in den Schlußfolgerungen stimme ich, wie Du unschwer ahnen wirst, nicht mit Dir überein – Jeder kann hier viel über Bienen und das Dilemma erfahren, in dem jeder mündige Konsument heutzutage leider steckt.
Sehr spannend finde ich, daß Du anführst, was ich ganz oft denke, was aber immer übersehen wird: den Bienen (und jeder anderen Tier- und Pflanzenart auch) wird es letztlich egal sein, ob sie aussterben. Aber wir Menschen brauchen sie (und jede andere Tier- und Pflanzenart) zum Erhalt unserer Lebenswelt. Und für die sind durchaus auch Honigbienen wichtig, denn die Wildbienen “schaffen” einfach nicht alles an Bestäubung, sie sind schlicht zu wenige!
Da die Honigbienen gerade wegen ihrer Vielzahl und der Ökonomie des sammelns hauptsächlich “blütenstet” sind, d.h. dorthin fliegen, wo es viel von einer Blütensorte gibt, machen sie den spezialisierteren Wildbienen auch nicht so viel Konkurrenz wie manchmal vermutet wird. Und da paßt wieder das dazu, was Du schreibst: daß sie nämlich die Landwirtschaft (egal ob konventionell oder bio) unterstützen, weil auf Feldern und Plantagen nunmal viel einer Blütenart auf einmal wächst…

Liebe Fjonka,
ich danke dir für deinen langen und informativen Kommentar!
Ich denke, dass beim Bienenschutz viele Aspekte ineinandergreifen (die ich vermutlich auch so, ohne in der Thematik lange drin zu sein, gar nicht alle überblicken kann) und es schwierig ist, eine fundierte Entscheidung zu treffen – im Sinne von: Welche Handlung ist für diese Art gut, welche für alle, welche schadet einer oder beiden?
Ich finde das eine knifflige Kiste – denn genau wie du schreibst, denke ich, dass Eigenschaften, die die Wildbienen besitzen (dass sie eigentlich wesentlich effektiver bestäuben) aufgrund ihrer nun mittlerweile so reduzierten Anzahl nicht mehr großartig ins Gewicht fallen und Honigbienen eben wegen ihrer Menge und Spezialisiertheit perfekt auf eine Landwirtschaft passen, die monokulturell ausgelegt ist. Das ist die Krux an der ganzen Sache – und die Frage ist, was wichtiger ist: Wildbienen schützen und Monokulturen aufgeben, stattdessen auf vielfältige Landwirtschaft setzen (was wiederum eine drastische Umstellung eines riesigen Apparates bedeuten würde, die nicht mal eben von heute auf morgen gemacht ist) – oder beim alten System bleiben, das der Honigbiene den Vorzug gibt und uns Menschen Nahrungsmittelsicherheit verspricht (jedenfalls auf kurze Sicht und für eine ausgewählte Region)?
Ich tendiere – muss ich sagen – zu Ersterem. Denn ich denke, damit wir alle – die Menschen und die Bienen und der ganze Rest des Ökosystems – auch in Zukunft erfolgreich sein können, muss sich gewaltig etwas tun, gerade in der konventionellen Landwirtschaft. Und diese Veränderungen müssen nicht zwangsläufig zum Nachteil für die Honigbienen sein. Leider bleibt das vermutlich für die nächsten Jahrzehnte erst einmal bunte Utopie…
Danke dir für deine Anregungen!

Liebe Grüße und eine feine Woche dir!
Jenni

Ich denke auch, daß ein Umbau der Landwirtschaft ganz unbedingt notwendig ist, ebenso wie ein Umdenken bei Gartenbau/ Begleitgrün etc. Dann wäre auch wieder, wie jahrhundertelang, Platz für beide: für Honig- und für Wildbienen.
Achja, laß uns weiterträumen – es sieht nicht so aus, als würden unsere Wünsche bald wahr …. Aber wir tragen ja immerhin auch dazu bei, daß es anders und besser wird. Jede so gut sie kann 🙂 Hoffentlich ist es noch nicht zu spät für die Bienen, wenn endlich “oben” ankommt, daß es Zeit wird (IST!!), grundlegendes zu tun.

Das ist nicht richtig, Maria! Im Winter gibt es nur sehr wenig Brut (oft keine) – und der Winter ist die Zeit, in der die Bienen Zuckerwasser bekommen. Die Brut wird abeer eh nicht mit Honig gefüttert, sondern mit extra Futtersaft, der in Drüsen der Ammenbienen hergestellt wird.

Hallo Jenni,
herzlichen Dnak für diesen wirklich super guten, differenzierten Artikel zu diesem Thema. Die Sache mit den Wildbiene war mir tatsächlich neu, sehr interessant! Letztendlich finde ich es wirklich nicht so einfach, diese Systeme, die sich im Laufe der Jahrhunterte entwickelt haben, und vieles miteinander verbunden und verknüpft ist, einfach so zu unterbrechen. Ich konsumiere Honig weiterhin, obwohl ich sonst vegan lebe. Aber in einem geringen Maß, weil er für mich etwas Wertvolles ist. Und nur von Imkern aus der Region, wo das Bio Glas dann schon mal ordentlich was kostet. Alles in einem gesunden Maß und mit dem richtigen Bedingungen, so halte ich es für sinnvoll für das Ganze.

Hallo Andreas,
ich danke dir für deine liebe Rückmeldung zu diesem Artikel – ich freue mich sehr, dass es dir so gut gefällt und du ein bisschen etwas daraus mitnehmen konntest. 🙂
Deine Herangehensweise an die Thematik finde ich sehr gut und entspricht auch dem, wie ich das in Zukunft (bzw. auch schon aktuell) handhaben werde. Wenig, aber hochwertig – aus Respekt vor der Arbeit von Mensch und Tier, die dahintersteckt.

Liebe Grüße
Jenni

Hallo kann ich direk bei in honig kaufen mit versand ist möglich

Hallo,
leider bin ich selbst nicht im Honig-Geschäft tätig (vielleicht ändert sich das irgendwann einmal) und bei mir kann man keinen Honig kaufen. Vielleicht wendest du dich an den Imker oder die Imkerin deines Vertrauens in der Nähe? 🙂
Da gibt es bestimmt viele Menschen, die nebenbei imkern – oder du suchst eine entsprechend zertifizierte Imkerei in deiner Nähe auf oder kaufst den Honig auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen?
Viele Möglichkeiten, um an guten Honig zu kommen!

Liebe Grüße
Jenni

Wow, was für ein super spannender und ausführlicher Artikel zum Thema! Die “ist Honig vegan” Diskussion hatte ich auch schon tausend mal, mit veganen, vegetarischen und alles-essenden Freunden 😉
Liebe Grüße,
Ela

Liebe Ela,

ja, der Artikel hat auch einiges an Arbeit, Zeit und Nerven gekostet, muss ich zugeben. Aber ich glaube, es hat sich gelohnt. Die Diskussionen kenne ich auch und ich konnte bisher nie einen eindeutigen Standpunkt beziehen, was mich immer geärgert hat. Mittlerweile kann ich das nach der Recherche – und das ist ein gutes Gefühl. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Hallo Liebe Jenni!

Endlich bin ich dazu gekommen deinen Artikel zu lesen. Das hatte ich mir schon seit Wochen vorgenommen, weil Honig auch schon immer so ein Thema war, zu dem ich nur ewig durchgekaute Halbwahrheiten kannte.

Danke für die ausführliche (und objektive) Auseinandersetzung mit dieser Thematik. Deinen Artikel werde ich wahrscheinlich vielen Menschen ans Herz legen 🙂

liebe Grüße, Sabrina

Liebe Sabrina,

ich freue mich, dass du nun die Zeit für’s Lesen gefunden hast! 🙂
Und natürlich auch, dass du ein bisschen was mitnehmen konntest – über Weiterempfehlungen freue ich mich selbstredend immer!

Liebe Grüße und dir einen feinen Tag!
Jenni

Toller, informativer Beitrag!
Ich werde so oft gefragt ob ich obwohl ich mich vegan ernähre Honig esse. Ich finde es nicht schlimm als Veganer Honig zu Essen. Ich esse ihn zwar persönlich nicht aber empfinde es absolut in Ordnung öfters mal einen Löffel Honig zu genießen 🙂

Liebe Grüße
Elena

Liebe Elena,

ich danke dir für deine Rückmeldung und freue mich, dass dir der Beitrag so gut gefallen hat!
Danke auch für deine Einschätzung der Thematik – ich denke, wenn es sich in Grenzen hält und wenn man weiß (das ist für mich das Allerwichtigste), wo der Honig herkommt und wer ihn unter welchen Bedingungen produziert hat, kann man maßvollen Konsum auch gutheißen. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Danke für die viele Arbeit, die du dir sicher gemacht hast, um einen so ausführlichen und umfassenden Artikel auf die Beine zu stellen! Viele wichtige Infos, kompakt zusammengestellt, super!

Grüße,
Nora

Liebe Nora,

danke dir für deine liebe Rückmeldung, das freut mich sehr!
Ja, dieser Artikel war eine schwere Geburt, muss ich sagen – doch ich hoffe und glaube, sie hat sich gelohnt.
Wenn ihr etwas daraus mitnehmen könnt, dann war es das auf jeden Fall wert. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

[…] Artikel Ist Honig vegan? ist aber aus einem anderen Grund superspannend, es geht nämlich um den Bienenschutz und dass es […]

Huhu Jenni,
dieser Beitrag ist wirklich beeindruckend. So umfangreich recherchiert und alle Seiten beleuchtend. Wow! Ich schicke gleich vorweg, dass ich keinen Honig esse, weil ich ihn nicht vegan finde. Ich denke, auch beim achtsamen Imkern gibt es „Kollateralschäden“ von Bienen, wenn die Waben zum Schleudern entnommen werden, oder? Ich habe irgendwo mal gesehen, dass das nicht alle Bienen unbeschadet überstehen … Weißt du mehr darüber? Klar, Bienen sind mir gefühlt nicht so nah wie manch anderes Tier. Trotzdem finde ich die Vorstellung daneben, dass diese kleinen fleißigen Sammlerinnen von uns Menschen ausgenutzt werden. Auf jeden Fall gut zu wissen, dass es eine achtsame Imkerei gibt – die Unterschiede waren mir im Einzelnen nicht bewusst. Ich war früher übrigens ein totaler Honigmensch und habe Honig geliebt hat ;-)! Aber besonders fehlen tut er mir heute nicht, ist wohl eine Sache der Gewöhnung bzw.. Entwöhnung ;-). Ich würde es toll finden, wenn du das Thema noch einmal aufgreifen könntest – mich interessiert auch sehr, was jeder Einzelne zum Schutz der Wildbienen tun kann (ich pflanze hier schon Wildstauden im Garten ohne Ende, in der Hoffnung, dass das den Wilden schmeckt ;-)).

Liebe Grüße von der Kirschbiene
Bianca

Liebe Bianca,

danke dir für ein umfangreiches Feedback! Das hat mich sehr gefreut und ist auf jeden Fall noch einmal eine etwas andere Perspektive auf das Thema.

Ich kann deine Einstellung aber sehr gut nachvollziehen: Auch bei der achtsamen Imkerei kommen natürlich Bienen zu Schaden und sterben dabei. Längst nicht so viele wie auf den Horror-Farmen in Amerika, aber eben auch immer mal wieder die ein oder andere. Das sollte man nicht verharmlosen.
Es ist ein Abwägen, finde ich – zwischen Ökosystem, den Tieren, dem Genuss. Man kann selbstverständlich auch vollkommen darauf verzichten und mit Wildbienenhotels und anderen Möglichkeiten den Wildbienen bei der Überlebenssicherung helfen – und so viel (vielleicht sogar mehr) für die Tiere tun. Dazu kann ich mich gerne nochmal schlau machen und vielleicht habe ich bald einen entsprechenden Artikel parat. Aber ich glaube, mit den Wildstauden bist du schon sehr gut dabei. 😉

Liebe Grüße
Jenni

Beim Thema “Bienen” musste ich mich als KirschBIENE schließlich melden :-). Ich mag diese kleinen Tierchen einfach gern und finde es faszinierend, wie sie leben, wie organisiert so ein Bienenstaat ist, wie sie kommunizieren …
Nach deinem Artikel sollte eigentlich jedem klar sein, dass nur Honig aus achtsamer Imkerei auf dem Tisch landen sollte. Schade, dass darüber so wenig bekannt ist (ich habe bei dir zum ersten Mal darüber gelesen).

Was die Wildbienen (und ja nicht nur die) angeht, so haben mein Mann und ich damals beim Anlegen unseres Gartens entschieden, ihn so naturnah wie möglich zu gestalten. Sicherlich ginge das noch viel besser, aber ich denke, wir “bieten” Insekten, Vögel, Käfern schon einiges in Form von Wildstauden, aber auch vielen heimischen Gehölzen, Unkrautecken ;-), Kiesflächen …

So, bevor ich ins Schwafeln komme, winke ich zu dir rüber und bin dann mal weg :-).

Ach, Schwafeln finde ich persönlich ganz fein – das schönere Wort wäre da für mich: “Kommunizieren” bzw. (als Phrase) “begeistert von einer Sache erzählen. Und sowas finde ich immer total schön. 🙂
Dass ihr euren Garten so naturnah gestaltet habt, finde ich total klasse – wenn ich irgendwann einmal einen eigenen habe, werde ich das ganz genauso handhaben, habe ich mir vorgenommen. Ich finde, das ist ein wichtiger und nicht zu unterschätzender Beitrag, mit dem wir ein bisschen etwas zurückgeben können von dem, was wir tagtäglich nehmen.

Liebe Grüße und einen Wink zurück!

Liebe Jenni,
endlich bin ich dazu gekommen, deinen Artikel zu lesen. Wow! Vielen herzlichen Dank dafür, dass du alles so übersichtlich und informativ aufbereitet hast! Ich hab damals zwar “More than honey” gesehen, aber sehr viel mehr wusste ich nicht über die Bienenhaltung. Ganz neu war mir, dass Wildbienen so vielfältig sind und z.B. Hummeln da auch dazuzählen und auch über die unterschiedlichen Standards wusste ich nicht Bescheid.
Mein Gefühl war immer, dass ich Honig nicht so “unvegan” finde wie andere Tierprodukte und dieses Gefühl hast du mit deinem Artikel auch bestätigt.
Ich persönlich brauche nicht unbedingt Honig und habe ihn eigentlich auch früher nie gekauft, deshalb fällt es mir nicht schwer, darauf zu verzichten. Mein Papa ist aber unglaublich gerne Honig, deshalb werde ich meine Eltern mal mit den verschiedenen Standards vertraut machen 🙂
Jetzt würde mich noch interessieren: Warum sind Agavensirup und Ahornsirup umwelttechnich bedenklich?
Liebe Grüße,
Elisabeth

Liebe Elisabeth,

danke dir für dein liebes Feedback – das freut mich sehr!
Der Artikel ist zugegebenermaßen auch ein wenig lang geworden, daher kann ich sehr gut verstehen, dass das Lesen eine Weile gebraucht hat. 😉

Das mit dem Honig war für mich lange Zeit auch so eine Wischiwaschi- und Uneindeutigkeits-Thematik. Deswegen musste ich mich unbedingt länger und ausführlicher damit beschäftigen – auch und gerade, um das für mich klarzubekommen. Generell konsumiere ich ihn ja auch nicht viel, aber ich finde es dennoch höchst aufschlussreich, sich zumindest gedanklich damit auseinanderzusetzen. Und wenn man dann im Bekannten- und Familienkreis noch die entsprechenden Empfehlungen weitergeben kann, dann ist das besonders viel wert.

Agavendicksaft und Ahornsirup sind halt wegen der extrem langen Transportwege nicht unbedingt zu bevorzugen. Aber das trifft natürlich auf sehr viele Produkte des alltäglichen Gebrauchs zu, sodass es vielleicht müßig erscheint, ausgerechnet hier ansetzen zu wollen. Das muss dann jede*r für sich selbst entscheiden, denke ich. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Hi Jenni,
danke für deine Antwort 🙂 Ach ja die Transportwege…. Das hatte ich zugegebenermaßen in Bezug auf Ahornsirup und Agavendicksaft noch nie so konkret bedacht.
Liebe Grüße,
Elisabeth

Hey, meine Liebe!
Dieser Artikel ist wahnsinnig aufschlussreich und total gut recherchiert, Kompliment! Da dachte ich, dass ich eigentlich schon so viel über die Produktion von Honig weiß und dann kommt die Jenni und belehrt mich eines besseren. 🙂
Ich lebe ja so gesehen nicht zu 100% vegan und nutze auch gerne einmal Honig, wenn es gerade passt. Zwar weniger in Süßspeisen, aber gerade im Winter liebend gerne mal sporadisch im Lindenblütentee oder in selbstgemachten Gesichtsmasken, weil ich gemerkt hab, dass gerade der Honig meiner schuppigen, trockenen Mimosenhaut entgegenwirkt. Worauf ich jedoch schon immer geachtet hab, ist der Weg von der Bienenhaltung zum Endprodukt. Meine Großeltern hatten damals, in meinen frühen Kindheitsjahren, selbst Honig gemacht und das lässt einen als Kind schon mal staunen und bewusst darüber nachdenken wie wichtig es ist, dass man weiß, woher die Lebensmittel kommen, die man verbraucht. Für mich gibt’s also, zusammengefasst, eher selten Honig, dafür aber entweder in Demeter-Qualität oder von Quellen, zu denen ich einen persönlichen Bezug hab.

Ich werd den Artikel gleich teilen!
Liebe Grüße

Liebe Tanja,

danke dir für dein umfangreiches Feedback! Ich freue mich, dass der Artikel dir weiterhelfen konnte in deinen persönlichen Überlegungen und danke dir ganz herzlich für’s Teilen!

Wenn man so einen persönlichen Bezug zum Honig hat, kann ich mir gut vorstellen, dass die Reflexion über das Thema dann noch einmal eine viel detailliertere ist als ohnehin schon. Finde ich toll, dass du so auf die Herkunft deines Honigs bedacht bist – wenn wir alle so handeln würden, hätten wir schon sehr, sehr viel für Honig- und Wildbienen getan!

Liebe Grüße
Jenni

[…] Marr on Mehralsgruenzeug   So hat Jenni z.B. kürzlich einen äußerst lesenswerten Beitrag über die Frage ob Honig vegan ist, geschrieben, der nicht nur diese Frage behandelt, sondern auch beleuchtet, warum die Biene als […]

meine liebe Jenni,
nun melde ich mich unter deinem phänomenalen Beitrag auch nochmal zu Wort! ich habe ihn nun zum zweiten Mal gelesen und finde einfach unglaublich und gründlich recherchiert. v.a. weil du eben auch herausstellst wie wichtig die Biene, als Produzentin des Honigs für das Ökosystem ist! dass diese Biene nichts mit dem zu tun hat, was unseren Massenkonsum an Honig im Jahr befiedigt, habe ich mir vorher schon gedacht. aber es ist manchmal dann recht schwer eine Trennschärfe zu ziehen. die Aktion, die z.B. NABU ins Leben gerufen hat, finde ich so unterstützenswert!

danke für diesen wieder sehr lesenswerten Artikel!
hab ein tolles Wochenende,
❤ Tina von http://liebewasist.com

Liebe Tina,

ich danke dir für deinen lieben Kommentar und freue mich sehr, dass du viel mitnehmen konntest aus dem Artikel!
Danke dir auf diesem Weg nochmal für das Feature bei dir – das hat mich riesig gefreut.

Das mit der Trennschärfe ist in der Tat das große Problem, um das es sich vor allem in der Honigproduktion dreht. Aber ich denke, man kann sehr gute Anlaufstellen identifizieren, wenn man sich ein wenig mit den Haltungs- und Herstellungsbedingungen des gewünschten Honigs auseinandersetzt. Demterqualität oder alles, was irgendwie in diese Richtung geht, ist auf jeden Fall unterstützenswert, denke ich. Sofern in Maßen genossen wird. 🙂

Liebe Grüße
Jenni

[…] Nachhaltiges: Ist eine Steuer auf C02 ein Weg zum Klimaschutz? & nachhaltiger Umgang mit Kleidung & ist Honigkonsum ethisch vertretbar? […]

[…] auf der Schwäbischen Alb. Ich finde das mit der Wolle ist ein bisschen wie mit dem Honig ( HIER lest ihr was ich meine) , man muss da seinen eigenen Weg finden, das für sich kontrovers diskutieren und dann eine […]

Ein ganz hervorragender Artikel von dir! Danke, dass du dir so viel Mühe gegeben hast, der ist wirklich sehr informativ! Ich selbst kaufe mir keinen Honig, esse nur ab und an mal bei meinen Eltern welchen – die haben den entweder vom Nachbarn, der selbst ein kleines Bienenvolk im Garten hält, was auch fröhlich-frei durch den Garten meiner Eltern düst. Oder von Freunden, die weiter weg wohnen und ebenfalls Bienen haben. Da werde ich direkt mal fragen, was das für welche sind bzw. wo die herkommen. Das interessiert mich jetzt sehr! Wenn meinem Freund dann mal nach Honig sein sollte, werde ich darauf Acht geben, dass es Demeter-Honig ist und nicht der günstige “Bio”-Honig von Aldi o.ä.! Also danke nochmal für diesen klasse Artikel!

Liebe Mareike,

ich danke dir für deinen lieben Kommentar und freue mich sehr, dass dir der Artikel ein wenig weitergeholfen hat.
Das Allerwichtigste ist in der Tat immer das Schauen auf die Herkunft – denn gerade bei Honig macht das unglaublich viel aus. Die kleinen Imker*innen, die das aus Spaß an der Freude machen, gehen in der Regel auch automatisch “gut” mit den Bienen um, sodass die meisten von ihnen mehr oder weniger unbewusst hohe ökologische Standards erfüllen – oder sich einfach die entsprechende Zertifizierung nicht leisten können.
Ich freue mich sehr, dass du da in Zukunft nun noch genauer drauf achten möchtest! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Hallo meine Liebe! Wow, da hast du dir echt viel Mühe gegeben – danke für diesen wunderbaren, aufschlussreichen Post! Für mich war es eigentlich immer ok Honig zu essen, solange er nicht aus der konventionellen Herstellung kommt. Denn solange die Bienen genug Honig für sich selbst haben, würde ich nicht vermuten dass es negative Auswirkungen auf sie hat, wenn man etwas davon nimmt. Aber es sollte halt nicht nur ein Nehmen, sondern auch ein Geben sein. Und daher unterstütze ich, wenn ich Honig kaufe, am liebsten die ganz kleinen Hobby-Imker, die sich wirklich gut um ihre Bienen kümmern und immer auf ihr Wohl bedacht sind. Ich fand es jetzt aber auch nochmal gut zu sehen, wie sich die verschiedenen Bio-Siegel unterscheiden. Danke für die Auflistung! Was mir jetzt neu war – und wie du mir ja neulich schon erzählt hast – ist die Sache mit den Wildbienen und dass sie sozusagen von den Honigbienen verdrängt werden. Das bringt mich auch schon wieder zum Grübeln. So oder so ist es wohl einfach wichtig noch mehr dafür zu tun, dass die Wildbienen mehr Nahrung finden und mehr Möglichkeiten zum Nisten haben. Denn am schönsten wäre es ja immernoch, wenn genug für alle da wäre! Viele liebe Grüße, Franzi

Liebe Franzi,

danke dir für dein Lob zum Artikel – es freut mich, dass er dir gefallen hat und du ein bisschen was daraus mitnehmen konntest!
Ich finde, es ist wirklich eine komplizierte Sache mit dem Honig und wenn man ihn konsumieren möchte, sollte man wirklich zu den richtig guten und nachgewiesenermaßen (ob aus eigener Anschauung oder eben mit entsprechendem Siegel gekennzeichnet) Sorten greifen und die Menschen unterstützen, denen wirklich etwas an dem liegt, was sie tun (und wie sie es tun).
So oder so brauchen wir abgesehen davon allerdings dringendst mehr Futterquellen (und zwar unterschiedliche, nicht den Monokultur-Einheitsbrei) und Nistmöglichkeiten, auch und gerade für Wildbienen, die in dieser Diskussion ja leider immer wieder vergessen weren. Das hast du mit deinem letzten Satz schön zusammengefasst – ich hoffe, es kommt bald (wieder) dahin! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Wenn ich Honig und vegan in einem Satz höre, dann ploppt da immer auch gleich ein “nicht” in meinem Kopf auf. Immerhin sind Bienen ja Tiere und der Honig wird von ihnen hergestellt.

Ich kann aber gut verstehen, dass dir dieser Beitrag nicht zu leicht gefallen ist. Ich habe auch gerade einen Post im Entwurfsornder, der scheinbar nicht geschrieben werden will, glaube ich 😉

Interessant finde ich ja, dass Eier und Milch nicht diskutiert werden, aber Honig schon… Selbst Wolle meiden ja viele Veganer – obwohl die Schafe teils echt froh sind, wenn das Zeug ab kommt.

Warum Milch für Veganer ein Unding ist, kann ich bestens nachvollziehen. Warum Fleisch und Leder nicht gehen, ist mir auch klar… das mit den Eier ist noch verständlich, auch wenn ich es übertrieben finde.

Das die Biene so wichtig ist, wusste ich ja seit einiger Zeit… aber ich frage mich, warum Hummeln und Wespen das mit dem Bestäuben nicht übernehmen können. Hast du da eine Erklärung für mich.

Und wer sagt denn, dass man Honig essen muss? Könnte man die Völker nicht auch einfach so halten und ihnen ihren Honig lassen?

Dass es zwei Bienensorten gibt, ist mie aber neu. (juhu, ich bin heute also schlauer geworden ;))
Dass die Honigbiene aber Wildbienen bedroht, klingt echt alles andere als schön. Welche Pflanzen brauchen denn zum Beispiel dringen eine gewisse Bienenart?

Wenn die Honigbiene quasi “alles” isst, wie kommen dann die unterschiedlichen Honige zustande? Der Imker kann der Biene ja dann nicht befehlen, nur Rapsblüten anzufliegen…

Die Fortpflanzungsrate von der Honigbiene klingt ja echt angsteinflößend – ehrlich gesagt überlege ich gerade, Honig aus meinem Leben zu streichen. Zuckerrübensirup ist doch pflanzlich, oder? Den esse ich nämlich ähnlich gern.

Interessant, dass Wildbienen erfolgreicher Bestäuben… aber das ist wohl wie bei den Kühen: Die ursprünglicheren Rassen trozen Krankheiten besser und können mit schlechterem Futter leben – aber Milch geben die Zuchtrassen mehr. Und der Mensch achtet halt nur auf das, was Profit abwirft 🙁

Danke, dass du mir die Augen geöffnet hast, dass man vor allem Wildbienen schützen muss!

Oh – danke, dass ich nun endlich weiß, wie Honig entsteht. Kauen und Verdauen klingt ja irgendwie nicht so appetitlich, muss ich sagen…

Das Argument, dass Honigbienen ohne Mensch nicht überleben können, finde ich aber irgendwie unangebracht. Hühner und Kühe könnten das auch nicht… Und trotzdem sind Veganer ja gegen deren Nutzung… Und ich denke, ohne diese Tiere würde der Erde zumindest auch ein bisschen was fehlen. Ohne Honigbiene dagegen würden sich ja vielleicht WIldbienen wieder mehr ausbreiten, oder?

Dass Honig gesund ist, dachte ich aber ehrlich gesagt auch immer – nur wegen dem Zuckergehalt verwende ich ihn nur noch in kleinsten Dosen und selten. Schade also, dass es nicht mal eine gesunde und ökologische Alternative gibt.
Falls du irgendwann noch mal an den Beitrag hier anknüpfen willst, würde ich mich freuen, wenn du mal schreibst, wie man den Wildbienen durch Pflanzenanbau helfen kann. Das würde mich echt interessieren.
Liebe Grüße

Liebe Tabea,

danke dir für deinen langen und wie immer ausführlichen Kommentar!
Was genau ist das denn für ein Artikel, der sich weigert, geboren zu werden? 😉

Das mit der Milch und dem Fleisch ist in der Tat viel eingängiger, auch bei Diskussionen. Bei der Wolle ist die Sache auch nicht ganz so einfach – die Wollindustrie ist ähnlich brutal wie die Pelzindustrie. Da werden die Tiere geschlagen, getreten, verletzt, totgeprügelt. Das ist nicht die Seltenheit, sondern Standard. Zudem ist es ja gerade das Problem, dass die Tiere so hochgezüchtet werden, dass sie solche Unmengen an Fell produzieren, dass sie darunter leiden, wenn es ihnen nicht abgenommen wird. Das nimmt auch immer größere Maßstäbe an und ist mit bäuerlicher Wollproduktion ebenfalls nicht mehr zu vergleichen. Da könnte man aber auch noch mal einen eigenen Artikel zu schreiben…

Von dem, was ich bisher weiß, können Hummeln und andere Bestäuber die Leistung, die wir für die industrielle Landwirtschaft benötigen, aktuell nicht ohne die Hilfe von Bienen übernehmen.
Es gibt ja auch in der Tat Imker*innen, die imkern, ohne den Honig zu entnehmen. Nur ist das eben nicht rentabel – und die wenigsten Menschen können sich die Kosten, die Arbeit und den Raum leisten, ohne am Ende etwas dafür einzunehmen. Das ist auch einigermaßen verständlich, muss ich sagen.

Du hast so viele Fragen – was mich total freut, weil es zeigt, wie sehr der Beitrag dich zum Reflektieren angeregt hat. Aber ich kann hier leider nicht auf alle eingehen. Zum einen, weil ich die nötigen Informationen nicht habe, zum anderen, weil das in der Tat den Rahmen sprengen würde. Da bietet sich wirklich ein weiterer (oder mehrere) Beitrag an, in dem man dann genauer auf die einzelnen Dinge eingehen könnte. Im Moment muss ich mich noch ein wenig von dem Monstrum an Text hier erholen, muss ich zugben. Aber das wird auf meine lange To-Do-Liste gesetzt. 😉

Liebe Grüße
Jenni

Wow, super Artikel, sehr ausführlich und wunderbar vielschichtig. Den heb ich mir auf, falls die Frage mal wieder aufkommt. Ich seh das im Prinzip so wie du – vermeiden, wo es unnötig ist, und das ist Honig für mich fast immer. Außer bei Erkältungen im Winter – da gönne ich mir auch selten mal eine heiße Dinkelmilch mit Honig.

Hallo Micha,

danke dir für dein positives Feedback – es freut mich sehr, dass der Artikel dir so gut gefallen hat! Da hat sich die Arbeit doch gelohnt! 🙂
Deine Vorgehensweise finde ich gut – vermeiden, wo es unnötig ist. Das ist ein schöner Leitsatz für den Umgang mit Honig. Und führt automatisch zu reduzierterem Konsum…

Liebe Grüße
Jenni

Toller Post! Insgesamt gefällt mir dein neu aufgebauter Blog richtig gut 🙂 Ich muss sagen, dass ich ziemlich streng mit Honig bin. Auch Bio-Honig um die Ecke esse ich eher nicht und wenn, dann mit schlechtem Gewissen.
In Deutschland auf Bio-Imkereien ist das ja vertretbar, aber EU/Nicht-EU-Honig ist unter aller Sau 🙁 Danke für den gut recherchierten Artikel! 🙂

Liebe Saskia,

danke dir für das Gesamt-Lob – das freut mich sehr! 🙂
Der EU-/Nicht-EU-Honig geht wirklich absolut gar nicht, da hast du vollkommen recht. Das würde ich niemandem empfehlen und auch selbst nie wieder konsumieren, egal, in welcher Form. Regionale Imkereien mit den entsprechenden Standards sind da sicherlich noch einmal etwas völlig anderes – aber ich kann deinen vollen Verzicht ebenso gut nachvollziehen. Ich selbst konsumiere Honig auch nicht in dieser Form – vielleicht in Zukunft ein Glas pro Jahr oder so. Aber auch nur vielleicht. 😉

Liebe Grüße
Jenni

Huhu, sehr interessanter Artikel! Vielen Dank dafür :)! Ich esse Honig in Maßen – hält sich ja auch eewig. Aber ganz verzichten könnte ich nicht.. Liebe Grüße!

Liebe Anja,

vielen Dank dir – freut mich, dass er dir weitergeholfen hat! 🙂
Ich denke, solange der Konsum reguliert bleibt und der Honig von den “richtigen” Menschen bezogen wird, die ethisch vertretbar imkern, ist das auch absolut vertretbar.

Liebe Grüße
Jenni

Hui, super gut recherchierter Artikel, danke! Bei Honig bin ich mir nämlich auch immer so uneins mit mir selber.. Aus Geschmacksgründen muss ich sagen, dass es für mich keinen Ersatz gibt. Zum reinen Süßen komm ich super mit anderen Sachen klar, auch heiße Milch mit Ahornsirup ist super lecker, aber es gibt einfach keinen Ersatz für ein leckeres Brot mit dick (veganer) Butter und Honig. Hab ich bisher aber noch nie wieder gegessen, da ich, seit ich vegan bin, keinen Honig mehr gekauft habe. Ich habe aber schon öfters überlegt, mir mal von einem kleinen Imker hier aus der Region, der ethisch vertretbar imkert, ein Glas zu holen, so ein Glas für ein Jahr. 😉 Und auch für rissige Lippen habe ich ihn früher gern verwendet.

Liebe Alexandra,

danke dir für dein Lob – es freut mich, dass dir der Artikel so gut gefällt!
Ich denke wirklich, dass Honig eine schwierige Sache und letzten Endes auch eine Fallentscheidung ist. Ich lasse ihn weg, wenn es geht, da ohnehin zu viel verbraucht wird – aber gegen ein Glas im ganzen Jahr vom richtigen Imker spricht wahrscheinlich auch nicht allzu viel. Jedenfalls nicht nach meinen bisherigen Recherchen. 😉

Liebe Grüße
Jenni

Liebe Jenni,
ein toller Artikel. Vielen Dank dafür. Ich stelle mir die Honigfrage gefühlt schon seit einer halben Ewigkeiten und bin noch immer zu keinem klaren Ergebnis gekommen. Im Gegensatz zu Dir war ich ein absoluter Honigmensch. Mittlerweile handhabe ich es aber im Grunde genommen wie Du. In seltenen Ausnahmefällen verzehre ich noch ab und an Honig und achte dann natürlich auf die Qualität. Das geschieht allerdings auch nur deshalb, weil mein Mann und mein Sohn, Honig lieben und deshalb meist auch ein Glas in unserem Haushalt vorhanden ist. Leider. Trotzdem komme ich damit etwas besser klar als mit dem Milch- und Fleischverzehr meiner beiden Herren. Ich hoffe, dass ich mit gutem Vorbild und leckeren vegangen Gerichten doch irgendwann überzeugen kann. Deine Beiträge (übrigens auch zum Thema Minimalismus) finde ich jedenfalls immer sehr inspirierend und es ist schön zu lesen, dass ich mit meinen Ideal- und Wertvorstellungen nicht alleine bin.
Liebe Grüße
Susanne

Liebe Susanne,

danke dir für deine offenen Worte.
Ich freue mich, dass du hier so gerne mitliest – das ist ein wunderbares Kompliment!
Ich denke, dass Honig da wirklich einen Graubereich darstellt, bei dem die Entscheidung Pro oder Contra wirklich nicht so einfach zu fällen ist wie beispielsweise bei Fleisch oder Käse oder Milch. Selbst da wird ja heftig diskutiert, aber ich denke, das Bienenprodukt bildet da gewissermaßen noch einmal einen Sonderfall. In dem auch Kompromisse drin sein können.

Und ich glaube ebenfalls, dass man mit genug leckeren veganen Gerichten so ziemlich jede*n davon überzeugen kann, dass eine pflanzliche Ernährung gesund ist und – mindestens genauso wichtig – viel Spaß machen kann. Bleib dran! 🙂

Liebe Grüße
Jenni

Danke, liebe Jenny, dass du dich auch als Veganer mit dem Thema Honig beschäftigst, das war ein sehr aufschlussreicher Artikel.

Mein Freund isst jeden Morgen Honig auf dem Brot und ein 1kg-Glas (also der jährliche Durchschnittsverbrauch pro Bürger) war bereits gefühlt innerhalb von 2 Monaten aufgebraucht. Schade, dass selbst der gerade erstandene Honig aus dem Biomarkt nur das EU-Bio-Siegel hat, in Zukunft werde ich auf Naturland und Demeter achten.

Ich selber esse keinen Honig (okay, höchstens mal in einem Tee), einfach weil ich mich da auch mal schlau gemacht habe und gelernt habe, dass er eigentlich nur aus Saccharose besteht, was ja der ungesunde Zucker ist. Stattdessen benutze ich Birkenzucker oder Datteln, wobei ich noch vermehrt auf letztere setzen will, aber es noch an der Übung fehlt (wie viel Datteln ersetzen wie viel Zucker bzw. auch der Haltbarkeit des Dattelmuses (nur wenige Tage)).

Liebe Korinna,
ich danke dir für deine lobenden Worte und freue mich sehr, dass der Beitrag dir gefallen und auch ein wenig weitergeholfen hat. Bei Honig ist die Zertifizierung bzw. die Regionalität immer enorm wichtig. Wobei man wissen muss, dass sich längst nicht alle Imker*innen dieses komplizierte Verfahren einer Zertifizierung leisten können – aber wenn man sie kennt und weiß, wie dort der Honig produziert und welche Standards gesetzt werden, dann ist das Kaufen dort sicherlich auch wesentlich unproblematischer als beispielsweise von EU-/Nicht-EU-Honig.

Das mit den Datteln muss man tatsächlich ein wenig lernen – mittlerweile habe ich da schon ein ziemlich gutes persönliches Gespür für entwickelt und ich bin mir sicher, dass sich das für dich auch bald einpendeln wird. 🙂

Liebe Grüße
Jenni